Der gemeinsame Weg

von Dmagnus87
GeschichteRomanze / P12
22.08.2019
03.12.2019
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Nachdem Sabine fertig mit duschen war und sich angezogen hatte, ging sie wieder rüber in die Küche, zu Jens.
"Wenn du soweit bist, können wir los." Meinte sie zu ihm.
"Ja. Ich habe auch schon alles eingepackt."
Er nahm den Beutel und beide traten in den Flur. Zogen sich Winterfest an und Jens drückte Sabine nochmal fest an sich. Hielt sie einen Moment fest. Ehe sie sich dann auf den Weg machten, um einen schönen Ort zu finden, an dem sie trauern und sich richtig verabschieden konnten.

Sie fanden einen schönen, ruhigen Platz, direkt an der Elbe. Unter einem Baum grub Jens ein kleines Loch, legte vorsichtig die kleine Box darein und verschloss es wieder. Dann zündete er die Kerze an, stellte sie darauf und den Engel daneben. Er nahm Sabine in den Arm und so standen sie eine weile nur still da und dachten an ihr Baby. Beide merkten, das etwas Anspannung und Schmerz von ihnen abfiel. Sie fühlten sich tatsächlich besser. Vorallem Sabine. Sie hatte nun einen Ort, an dem sie ihr Baby besuchen konnte, wann immer ihr danach zumute war, wann immer sie Sehnsucht nach dem Baby hatte, konnte sie hier herkommen und das machte es ihr leichter, diesen Verlust zu verkraften und mit neuem Mut und neuer Hoffnung in die Zukunft zu blicken. Für sie stand fest, das sie ein Kind haben wollen würde und das sie ihr erstes Baby, so klein es auch noch war, niemals vergessen und auf ewig lieben würde.

*Nach dem Sturm, wird der Regenbogen um so schöner*

Und nach diesem Regenbogen wollte sie greifen. Sie würde ihr kleines Wunder bekommen. Ein Regenbogenbaby, nach ihrem Sternchen.

Noch gute 10 Minuten, standen sie so da. Sagten nicht ein Wort. Denn dieser Bedarf es nicht. Die Nähe des anderen reichte völlig aus.
Sabine umarmte Jens. Er hatte ihr in den letzten Tagen sehr geholfen. Und er hatte diese wunderbare Idee gehabt.
"Danke für alles." Flüsterte sie ihm entgegen. "Ich habe das sehr gerne gemacht. Hauptsache es hilft dir"
"Das tut es."
Jens gab Sabine einen leichten Kuss, ehe sie langsam den Heimweg antraten. Arm in Arm, gingen sie zum Auto.

Den Abend hatten sie ruhig verbracht, etwas gegessen und einen Film geschaut, gekuschelt und einfach nur die Nähe des anderen genossen.


Die letzen freien Tage gingen recht schnell rum und Sabine war mit Jens, jeden Tag an ihrem Ort der Trauer gewesen. Sabine hatte noch eine kleine Schiefertafel besorgt. und etwas darauf gravieren lassen

*Nie gesehen, nie gespürt und doch so stark, das Herz berührt. Wir Lieben dich bis in alle Ewigkeit. Mama und Papa*

Diese Tafel hatten sie dann gemeinsam dort hingestellt. Zusammen mit ein paar Blumen. Für manche wäre es vielleicht nicht verständlich, wo sie doch erst in der 9. Woche schwanger war, aber das machte für die beiden keinen Unterschied, das Herz schlug schon und es war IHR Baby. Egal wie klein es zu dem Zeitpunkt noch gewesen ist.

Heute war nun Sabines erste Arbeitstag. Etwas mulmig war ihr schon zumute. Sie war sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie das schaffen würde. Aber weiter zu Hause bleiben war auch keine Lösung. Sie musste wieder aktiv am Leben teilnehmen und durfte sich nicht einigeln.

Sabine trat in die Küche des Rettungszentrums und wurde gleich von ihren Kollegen begrüßt.

"Tut mir nur einen Gefallen. Bitte packt mich nicht in Watte. Behandelt mich bitte wie immer. Das hilft mir am aller meisten. Und vielen dank, das ihr für mich da wart. Das hat mir viel bedeutet." sagte Sabine gleich. Sie wollte nicht bemuttert werden, wollte endlich wieder Alltag in ihrem Leben haben.

"Das haben wir gerne gemacht. Ich soll dich lieb von Tatjana grüßen." meinte Johnny.

"Mir geht es genauso. Madeleine und ich haben das sehr gerne gemacht. Dafür sind Freunde doch da." kam dann noch von Jan.

Sabine war so froh, so tolle Freunde und Familie zu haben. Auch Bille, ihre Mutter und ihr Bruder Charlie hatten sich die letzten Tage rührend um Sabine, aber auch um Jens gekümmert. Was sie sehr gefreut hatte.

Der erste Arbeitstag lief besser als gedacht und zum Glück hatten sie heute auch nur sehr wenig und sehr einfache Einsätze. Und so konnten sie pünktlich Feierabend machen.

Auch die nächsten 6 Wochen liefen Reibungslos und immer wenn Sabine Zeit hatte, ging sie zu ihrem Baby, und erzählte von ihrem Tag. Das half ihr sehr. Mit Jens hatte sie bereits angefangen, an einem weiterem Baby zu basteln. Und sie glaubte sogar, das dies bereits Früchte getragen haben könnte. Denn seit etwa einer Woche, hatte sie typische Symptome. Übelkeit, Müdigkeit und Schlapp war sie auch ab und an. Sie wollte sich aber nicht zu früh freuen, hatte Angst, das es doch nicht so war und sie die Enttäuschung darüber wieder zurück werfen würde. Allerdings war sie auch überfällig und somit hatte sie sich einen Test in einer Apotheke gekauft und stand nun, nachem sie extra früher aufgestanden war, im Bad vor dem Spiegel und packte den Test aus. Ihr Herz klopfte wie verrückt, noch nie war sie so aufgeregt. Gleich würde sie wissen, ob die letzten Nächte in den letzen Wochen, Früchte getragen hatte und sie Schwanger war.

Sabine setzte sich auf Toilette und ließ etwas Urin auf den Test laufen, machte dann die Kappe wieder drauf und beendete ihren Toilettengang. Nun musste sie nur noch warten, was der Test Anzeigen würde. Normal sollte man 3 Minuten warten, aber es war schon nach knapp einer Minute sehr deutlich abzulesen, ob es geklappt hatte oder nicht. Sie nahm den Test in ihre Hände und schaute nochmal genau drauf....

Hallo,
Da kommt auch schon das nächste Kapitel, das euch hoffentlich gefällt. :)
Ich weiß , es endet fies, aber bald geht es weiter
Bis zum nächsten Kapitel
Dmagnus87
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