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Stop the world (Arbeitstitel)

GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Combeferre Courfeyrac Enjolras Eponine Grantaire Marius Pontmercy
22.08.2019
08.06.2020
8
48.635
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22.08.2019 5.321
 
Leise murrend drehte er sich im Bett auf die andere Seite als laute Stimmen von draußen ihn aus dem Schlaf rissen. Wer kam bitte auf die Idee so früh am Morgen schon herumzubrüllen?
Genervt presste er die Augen zusammen um noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Es war definitiv viel zu früh zum Aufstehen! Sein Wecker hatte noch nicht geklingelt!
Zufrieden drehte sich Lesgles auf die andere Seite und kuschelte sich in seine Decke ein, als ihm schlagartig etwas auffiel. Sogar durch seine geschlossenen Augenlider konnte er erkennen, dass es in seinem Zimmer heller als gewohnt war. Nun doch verwirrt öffnete er die Augen und griff nach der Armbanduhr auf seinem Nachttisch. Er musste sich zweimal versichern, dass die Uhrzeit die ihm angezeigt wurde auch wirklich stimmte. Es konnte einfach nicht 7:48 Uhr sein! Panisch schaute er auf den Radiowecker, den seine Mutter ihm zum Geburtstag geschenkt hatte. Er zeigte ebenfalls 7:48 Uhr. Aber er hatte nicht geklingelt! Warum zur Hölle hatte er nicht geklingelt?  Hatte er den Alarm überhört? Oder funktionierte das blöde Ding ganz einfach nicht?

Der sechsjährige fand beim besten Willen keine logische Erklärung für den fehlenden Alarm, doch er hatte keine Zeit sich länger damit zu beschfäftigen. Hastig strampelte er die Decke von sich und setzte sich auf, als ein dumpfes Geräusch ertönte und kurz darauf ein stechender Schmerz seinen Hinterkopf durchzuckte. Diese gottverdammte Schräge über seinem Bett musste ihm natürlich mal wieder einen Strich durch die Rechnung machen! Seufzend dachte er an die Beule, die mit Sicherheit entstehen würde. Mit einer Hand auf den Hinterkopf gepresst schnappte er sich die Hose, welche vom Vortag noch immer neben seinem Bett auf dem Boden lag und zog sie sich über, während er zum Schrank rannte und nach dem ersten Oberteil griff, das ihm in den Blick fiel. Es handelte sich hierbei um einen orangenen Pullover, der ihm ein wenig zu groß war. Mit einem weiteren Blick auf die Uhr stellte er fest, dass es mittlerweile 7:50 Uhr war. Verdammt! Er musste doch den Schulbus um 8:00 Uhr erwischen!
Er wusste, dass es zu spät war um etwas zu essen, deshalb rannte er einfach ins Badezimmer und putzte sich rasend schnell die Zähne. Auf dem Weg die Treppe herunter übersprang er immer zwei Treppenstufen und konnte sich gerade noch am Geländer festhalten als er strauchelte. Kurz dachte er daran was für einen Lärm er gerade machte doch der Gedanke war schnell vergessen als er durch die erste Tür im Flur in die Küche rannte. Seine Schultasche stand dort griffbereit und er stoppte nur kurz als er eine Papiertüte, eine 0.5 Liter Wasserflasche sowie einen Zettel auf dem Tisch sah. Gehetzt überflog er die Worte auf dem Zettel.
Ich hab dir schon mal etwas zu essen bereitgelegt. Falls irgendetwas ist, ich bin in der Bäckerei zu erreichen. Viel Spaß an deinem ersten, richtigen Schultag! Ich hole dich später ab, dann können wir etwas Essen gehen und du erzählst mir wie der Unterricht war.
Dankbar packte er das Essen in die Schultasche und schlüpfte in seine Schuhe. Es war August und dementsprechend warm draußen, also entschied er sich schnell dazu die Jacke zuhause zu lassen, während er seinen Schlüssel in die Hosentasche stopfte und los sprintete. Er war seiner Mutter extrem dankbar für das bereitgelegte Frühstück, denn das hätte seinen Zeitrahmen komplett gesprengt.
Der Weg zur Bushaltestelle war nicht weit, eigentlich musste er nur die Straße herunterlaufen und dann rechts abbiegen, aber an diesem Morgen kam es ihm wie eine Ewigkeit vor, bis er endlich die besagte Straße erreichte. Schon von weitem sah er den Schulbus, in welchen noch ein letztes Kind einstieg. Lesgles ignorierte das starke Stechen in seiner Seite und sprintete los. Er musste diesen Bus erreichen! Nur dieses eine Mal könnte das Schicksal es doch gut mit ihm meinen.
Doch kaum war der Schüler im Inneren des Busses verschwunden musste er zusehen wie die Türen sich wie in Zeitlupe schlossen.
„Warte!!“, brüllte er während er noch eine Spur schneller rannte. Er hätte schwören können, dass sich der Busfahrer mit einem genervten Blick nach draußen noch einmal umgeschaut hatte, doch bevor er die letzten paar Meter zur Tür überwinden konnte, schlossen sie sich endgültig und der Bus fuhr langsam, aber sicher los. Das durfte doch nicht wahr sein! Außer Atem sah er zu, wie sein eigentlicher Schulbus immer mehr Tempo annahm und schließlich aus seinem Sichtfeld verschwand.
Für einen Moment war er zu geschockt um irgendetwas zu tun. Heftig nach Luft ringend starrte er auf den Fleck wo wenige Sekunden zuvor seine Mitfahrgelegenheit hinter einer Straßenecke verschwunden war.
Aus irgendeinem Grund war ihm zum Lachen zumute. Das war doch mal wieder typisch für ihn! Nicht einmal an seinem ersten richtigen Schultag schaffte er es pünktlich zu kommen. Mit diesen Gedanken kam ihm jedoch direkt die nächste Frage in den Sinn. Was sollte er jetzt tun?
Schwänzen kam nicht in Frage, soviel wusste er. Er könnte laufen, allerdings würde er dann wahrscheinlich erst in der letzten Stunde ankommen und außerdem wusste er den Weg nicht. Also blieb nur noch eine Möglichkeit. Er musste nach Hause laufen und seinen Vater wecken, damit er ihn mit dem Auto hinbrachte. Das war an sich kein Problem, doch er wusste dass sein Vater in einer Fabrik in der Nähe Nachtschicht hatte und dementsprechend müde sein müsste. Sicherlich wäre er nicht sonderlich begeistert davon nach gerademal zwei Stunden Schlaf wieder geweckt zu werden, aber eine bessere Lösung kam dem Jungen auch nicht in den Sinn, also machte er sich auf den Weg zurück nach Hause.
Nervös kramte Lesgles in seiner Hosentasche nach dem Hausschlüssel und stellte erleichtert fest, dass er noch an seinem Platz in der nagelneuen Schultasche war. Dass er am Ende noch seinen Schlüssel verlegt, hätte ihm gerade noch gefehlt.
Kaum hatte er das Reihenhaus erreicht, stellte er seine Schultasche am Fuß der Treppe ab und hastete nach oben zum Schlafzimmer seiner Eltern. Seine eigene Zimmertür stand noch immer sperrangelweit offen und als er gerade an ihr vorbei zu der Schlafzimmertür laufen wollte stockte er.
„Das glaub ich jetzt nicht!“, murmelte er vor sich hin, während er in sein Zimmer trat und verwundert seinen Wecker betrachtete, welcher laute Radiomusik vor sich hin trällerte.  Schlagartig wurde ihm klar warum er jetzt klingelte und ihn nicht früher geweckt hatte. Natürlich hatte er in seiner Tollpatschigkeit das blöde Ding eine Stunde zu spät, also um 8:10 Uhr an Stelle von 7:10 Uhr gestellt! #Schnell presste er den Schlummern Knopf und warf noch einen Blick auf die Uhr. Es war mittlerweile 8:12 Uhr. Zum ersten Mal an diesem Morgen durchfuhr ihn echte Panik. Was wenn er nicht mehr hereingelassen, oder ihm direkt eine Strafarbeit aufgebrummt werden würde?
Die Sorge vor dem Zuspätkommen, was mittlerweile wohl unausweichlich war, brachte ihn auf seinen Ursprungsplan zurück. Schnell verließ er sein Zimmer und öffnete die Tür zum Schlafzimmer seiner Eltern. Das helle Sonnenlicht das den Flur beleuchtete, durchflutete den dunklen Raum und nach einigen Sekunden hob sich ein Kopf aus dem Bett.
„Lesgles?“, hörte er die verschlafene Stimme seines Vaters sagen.
Verzweifelt trat der Angesprochene von einem Bein auf das andere.
„Es tut mir Leid dich zu wecken, aber ich hab verschlafen weil der blöde Wecker nicht geklingelt hat und der Bus ist ohne mich gefahren und ich weiß nicht was ich tun soll! Ich werde viel zu spät kommen und in meiner allerersten Woche schon nachsitzen bekommen!“
Noch während er sprach erhob sich sein Vater schwerfällig aus dem Bett, zog sich schnell etwas über und legte ihm sanft im Vorbeigehen eine Hand auf die Schulter. „Komm, ich bringe dich hin!“
Lesgles hätte nicht dankbarer sein können, als sie drei Minuten später im Auto saßen. Seine Schultasche hatte er vor seinen Beinen platziert und ungeduldig beobachtete er die Ampel vor der sie warteten. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit, bis sie endlich auf grün umschlug. Nervös warf er immer wieder aufs Neue einen Blick auf die Uhrzeit im Armaturenbrett.
Es brauchte noch weitere 6 Minuten bis das Auto endlich am Straßenrand anhielt und das große Schulgebäude in Sichtweite war. Doch was er sah, ließ ihn nur weiter im Sitz zusammensinken. Der große Zaun, der aus Sicherheitsgründen das Gebäude umschloss, war bereits geschlossen. Dunkel erinnerte er sich daran, wie eine Lehrerin am Einführungstag gesagt hatte, dass man pünktlich kommen sollte um überhaupt noch hereingelassen zu werden. Es war bereits 8:37 Uhr!
Ermunternd warf sein Vater ihm von der Seite einen Blick zu. „Du solltest dich beeilen, noch steht dort jemand der dir das Tor öffnen könnte!“
Er hatte Recht. Hinter dem Zaun stand ein ungeduldig aussehender Mann mit schütterem Haar, der ein Klemmbrett unterm Arm hielt.
Mit klopfendem Herzen nickte der Junge und bedankte sich noch einmal für das Hinfahren während er seine Schultasche am Griff packte und ausstieg. Seine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding und seine Hände zitterten, als er die Straße überquerte und auf das große Tor zumarschierte. Ohne den Mann direkt anzusehen spürte er den Blick des Älteren auf sich während er nur ein schüchternes „Hallo“ herausbrachte.
„Du bist ein bisschen spät junger Mann!“, erwiderte sein Gegenüber und als Lesgles aufschaute sah er, dass der Mann lächelte.
„Ja ich weiß, ich habe  den Bus verpasst…“, begann er während er spürte wie ihm das Blut in den Kopf stieg und schnell fügte er hinzu: „Lassen Sie mich trotzdem herein?“
Belustigt nickte der Mann mit den Worten: „Ich bräuchte nur einmal deinen Namen, dann kannst du sofort rein! Ich muss dich jedoch ermahnen morgen früher zu kommen, denn wenn du zu oft zu spät kommst, werde ich das in deine Schulakte eintragen müssen!“
Schuldbewusst nickte der Jüngere und verfluchte seinen Wecker innerlich. Er nannte seinen Namen und wenige Sekunden später wurde das Tor vor ihm geöffnet und er konnte eintreten. Der große Vorhof der Schule war wie leergefegt, was natürlich logisch war wenn er bedachte, dass die erste Stunde seit mindestens 10 Minuten lief. Er überquerte schnell die Rasenfläche und lief durch die großen Türen in eine riesige Pausenhalle, von der aus in mehrere Richtungen Gänge abzweigten.
Innerlich betete er sich den richtigen Weg zum Klassenraum eingeprägt zu haben und machte sich auf den Weg durch die Halle wobei er beim ersten Gang rechts abbog. Während er auf  der rechten Seite jetzt eine große Anzahl von Türen, die in Klassenräume führten vorfand, konnte er links neben sich durch große Fenster in einen Innenhof blicken, der mit Bänken und Tischen ausgestattet war. Am Ende des Ganges angekommen ging er zu der vorletzten Tür, auf der mit großen Buchstaben „1 B“ geschrieben stand. Nervös holte er tief Luft und klopfte.
Einen Moment lang passierte nichts, dann hörte er wie ein Stuhl verrückt wurde und Schritte sich der Tür näherten. Nur wenige Sekunden später wurde die Tür auch schon geöffnet und eine blonde Frau stand vor ihm. Er konnte sich noch daran erinnern, dass sie seine Klassenlehrerin war, doch er hatte ihren Namen vergessen. „Du musst dann also Lesgles sein?“, fragte sie.
Er nickte. „Verzeihen Sie die Verspätung! Ich habe den Bus verpasst…“, stotterte er zum wiederholten Mal, um sein Zuspätkommen zu entschuldigen.
Sie lächelte sanft und trat zur Seite, sodass er eintreten konnte. Die Klasse war groß und geräumig und an den Seiten standen Regale zum Abladen von Büchern. Während er kurz die verschiedenen Schüler musterte fiel ihm auf, dass er die meisten ihrer Namen seit der Einschulung und dem Einführungstag in der vorherigen Woche ebenfalls wieder vergessen hatte. Er beschloss niemanden mit Namen anzusprechen bevor er sich nicht absolut sicher war, wie sie hießen.
Am Einführungstag hatten sich zwar alle vorgestellt, doch er konnte sich beim besten Willen nicht auf alle Namen konzentrieren, wenn es doch so viele andere Dinge gab, die neu waren. Die Stimme der Lehrerin, dessen Namen ihm noch immer nicht einfallen wollte, riss ihn schließlich aus seinen Gedanken. „Such dir einfach einen freien Platz und setz dich!“
Suchend überflog er die Klasse und sah schließlich, dass nur noch ein letzter Platz frei war. Und zwar in der ersten Reihe neben einem dunklehäutigen Mädchen, welches ihre Haare zu einem langen Zopf geflochten hatte.
Wunderbar, er war direkt vor dem Lehrerpult gelandet. Das Mädchen lächelte freundlich als er seine Schultasche neben den Stuhl stellte und sich setzte. Er lächelte zurück und drehte sich dann nach vorne um dem Unterricht zu folgen. Es handelte sich dem Anschein nach um Mathe, denn an der Tafel waren die Zahlen 1 bis 10 angezeichnet und darunter klebten Magnete, die die jeweilige Anzahl darstellten.
Die blonde Lehrerin nahm sich weitere Magneten vom Pult und heftete vier von ihnen nebeneinander an die Tafel. Dann drehte sie sich wieder zur Klasse und plötzlich fiel Lesgles ihr Name wieder ein. Sie hatte sich als Madame Montsauvan vorgestellt. Warum es ihm gerade jetzt einfiel wusste er nicht, aber er war froh sich zu erinnern. Bei dem Pech, was er heute Morgen schon hatte, hätte er sich gut vorstellen können noch drangenommen zu werden und nicht einmal ihren Namen zu wissen.
„Kann mir irgendjemand sagen wie viele Magnete ich gerade an die Tafel gehängt habe?“, fragte Madame Montsauvan und zog damit wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Ein paar Schüler, darunter auch das Mädchen neben ihm meldeten sich, doch bevor die blonde Frau auch nur den Mund aufmache konnte um jemanden dranzunehmen, hörte er jemanden hinter sich rufen:
„Können Sie sich wirklich nicht selber daran erinnern? Ich meine Sie haben die doch selber aufgehängt!“
Vereinzelte Lacher folgten auf diesen Ausruf und Lesgles drehte seinen Kopf nach hinten um zu sehen wer der Rufer war. Dem Anschein nach war es der Junge schräg hinter ihm in der zweiten Reihe gewesen, der jetzt breit grinsend nach vorne schaute. Er hatte lockige, wild in alle Richtungen abstehende Haare, von denen ihm einzelne Strähnen ins Gesicht fielen, dunkle Augen und braune Haut. Der Junge war für einen sechsjährigen von großer und kräftiger Statur und Lesgles erinnerte sich noch dunkel daran, dass sein Name mit ‚B‘ anfing.
„Ja das war natürlich wieder sehr lustig Bahorel!“, sagte Madame Montsauvan und er meinte herauszuhören, dass sie genervt war.
‚Ach richtig, Bahorel war sein Name!‘, dachte Lesgles unterdessen.
„Würden jetzt bitte alle ihre Aufmerksamkeit wieder mir zuwenden?“  Schnell drehte er sich zurück nach vorne und sah wieder zu den Magneten.
„Also, wie viele Magneten hängen dort?“, bedacht darauf diesmal schneller als Bahorel zu sein, nahm sie schnell das Mädchen neben ihm, welches sich vorhin gemeldet hatte dran, wodurch Lesgles erfuhr, dass ihr Name Cosette war.
„Es sind vier Magneten“, antwortete sie und lächelte als die Lehrerin nickte.
„Sehr gut!“
Am Anfang der zweiten  Stunde spielten sie ein Kennlernspiel, in welchem jeder Schüler einen anderen Namen aus der Klasse zugeordnet bekam und es nun darum ging die Namen den passenden Schülern zuzuordnen. Der Reihe nach musste also jeder sagen zu welchem Schüler der ihm zugeordnete Name gehörte, bevor am Ende aufgelöst wurde.
Madame Montsauvan begann Namenszettel zu verteilen und jeder nahm einen entgegen. Noch während sie Lesgles seinen neuen Namen überreichte, betete dieser inständig, dass es sich um Bahorel oder Cosette handeln würde, da er diese beiden Namen zumindest schon kannte, doch als er das Papier entfaltete und einen Blick darauf warf, rutschte sein Herz in die Hose. Sein ‚neuer Name‘, wie seine Lehrerin es genannt hatte lautete „Feuilly“. Er hatte nicht einmal den Hauch einer Ahnung wer in diesem Raum auf diesen Namen hörte. Verstohlen blickte er sich in der Klasse um, in der Hoffnung irgendwo ein Namensschild oder ähnliches zu sehen, bevor er dran genommen werden konnte und ohne einen Plan raten müsse, welcher Schüler denn so hieß.
Doch natürlich musste ihm sein Pech wieder einen Schritt voraus sein, denn mit einem sicheren Lächeln auf den Lippen kam Madame Montsauvan direkt auf ihn zu und sagte: „Warum beginnen wir nicht mit dir, wen hast du denn bekommen?“
Sein Herz pochte wild in seiner Brust während er antwortete: „Ich heiße-“
Verdammt jetzt hatte er den Namen auf dem Zettel vergessen! Schnell entfaltete er das Papier noch einmal und sprach dann schnell weiter: „Ich bin Feuilly!“ Hilfesuchend schaute er sich in der Klasse um, in der Hoffnung, dass Feuilly ein Zeichen geben würde. Doch  Fehlanzeige, dann musste er also tatsächlich raten. Nun das konnte peinlich werden! Nervös musterte er die verschiedenen erwartungsvollen Gesichter und versuchte sich beim besten Willen an den Jungen zu erinnern. Irgendetwas sagte ihm, dass Feuilly dunkle Haare hatte, aber sein Gedächtnis täuschte ihn öfter mal und plötzlich war er sich nicht mehr sicher, ob die Haare nicht doch blond waren.
Mit einem weiteren kritischen Blick durch die Klasse deutete er schließlich auf einen Jungen in der letzten Reihe. Der Angesprochene schaute auf und für einen Moment kreuzten sich ihre Blicke. Der Junge hatte braune Haare und stechend grüne Augen, die ihn kurz musterten bevor er sich wieder abwandte. Hoffend, dass seine Antwort richtig war, drehte Lesgles sich wieder nach vorne zur Lehrerin, die sich lächelnd in der Klasse umschaute: „Ist das richtig, Feuilly?“
Noch während er sich auf dem Platz umdrehte, um zu sehen wer sich meldete wusste er, dass er falsch geraten hatte und tatsächlich war der Gesuchte nicht der Junge in der letzten Reihe. Es stellte sich heraus, dass Feuilly ein großer, dunkelhaariger Junge war, der eine Reihe hinter ihm saß und sich nun meldete. Entschuldigend grinste Lesgles ihm zu und er erwiderte den Blick mit einem Lächeln. „Gut Feuilly, dann mach du bitte weiter!“
Der Angesprochene nickte und entfaltete seinen eigenen Zettel. Er brauchte nur wenige Sekunden, um einem Mädchen ein paar Plätze neben ihm den Namen „Musichetta“ zuzuordnen. Diese wiederum gab mit Leichtigkeit einem Jungen hinter ihr den Namen „Joly“. Es konnte doch nicht sein, dass er der einzige war, der sich noch nicht alle Namen der Klasse merken konnte, dachte sich Lesgles während er beobachtete wie nach und nach die verschiedenen Schüler vorgestellt wurden.
Nachdem jeder Name einmal genannt wurde sammelte Madame Montsauvan die Zettel wieder ein und forderte die Klasse auf, trotz des kurzen Kennlernspiels doch bitte Namensschilder zu basteln, damit sie und ihre Kollegen es während des Unterrichts leichter hätten, einen Schüler dranzunehmen. Dieser Aufforderung folgten sie und Lesgles war froh darüber jetzt zumindest alle Namen sehen zu können.
Madame Montsauvan verglich derweilen die Namen auf den Namensschildern mit ihrer Namensliste und berichtigte aufgetauchte Fehler, wie beispielsweise spiegelverkehrte Buchstaben, wobei sie ihn verwundert fragte wie er denn darauf käme das erste „L“ in seinem Namen richtigherum zu schreiben, aber das zweite dann verkehrtherum.
Weil er darauf keine plausible Antwort hatte, strich er einfach seinen Namen durch und schrieb ihn ein zweites Mal auf, diesmal jedoch richtig. Er war froh zu hören, dass er wohl nicht der einzige war, dem einen Fehler in der Rechtschreibung unterlaufen war, denn die Lehrerin korrigierte auch viele andere Schüler.
Sobald sie von jedem Schüler den Namen lesen konnte, fuhr sie mit dem Unterricht fort: „Wir werden heute mit den wichtigsten Buchstaben im ganzen ABC beginnen. Es handelt sich hierbei um die Selbstlaute oder Vokale A, E, I, O und U. Man kann sie auch als „Klingebuchstaben“ beschreiben weil sie, egal was man tut, alleine klingen. Möchte mir irgendjemand das große „A“ vorne an die Tafel malen?“
Die Mehrzahl der Klasse meldete sich und auch Lesgles hob die Hand. Er wusste wie das „A“ aussah, vielleicht könnte er das Zuspätkommen und die Blamage beim Spiel ja mit einer guten Antwort wettmachen. Doch Madame Montsauvan sah nicht in seine Richtung, stattdessen nahm sie das Mädchen mit dem Namen Musichetta dran, die sofort aufsprang und zur Tafel ging. Sie holte sich ein Stück Kreide und begann ein überdimensional großes „A“ zu malen, welches als sie sich zufrieden zurück auf ihren Platz setzte, die gesamte mittlere Tafelseite bedeckte.
Auch Madame Montsauvan schien nicht damit gerechnet zu haben, denn sie blinzelte kurz verwirrt bevor sie Musichetta einen anerkennenden Blick zuwarf. „Das ist richtig, allerdings wollte ich eigentlich auch noch die anderen Vokale anschreiben lassen! Mit „großes A“ meinte ich natürlich nicht, dass es so groß aufgezeichnet werden sollte. Wisst ihr es gibt ja die kleinen Buchstaben und die großen Buchstaben…“
Sie lachte auf als sie in die verständnislosen Gesichter der Erstklässler sah und korrigierte sich schnell: „Wir werden das alles noch lernen, keine Sorge! Aber für heute sind wir glaube ich erst einmal alle damit einverstanden, dass Musichetta hier ein „A“ an die Tafel gemalt hat.“
Lesgles nickte. Soweit hatte er es verstanden, allerdings hatte ihn die Andeutung seiner Lehrerin auf große und kleine Buchstaben verunsichert. Er konnte sich doch nicht einmal die Namen seiner Mitschüler merken. Wie sollte es dann mit einer Vielzahl an Buchstaben funktionieren, die es auch noch in zwei unterschiedlichen Formen gab? Bei seinem Glück würde er wahrscheinlich wieder zurück in den Kindergarten geschickt werden und auf dem Brief an seine Eltern würde stehen „Lesgles beherrscht noch nicht die Fähigkeit zwischen Groß- und Kleinbuchstaben zu unterscheiden!“
Schnell schüttelte er den Kopf um den Gedanken loszuwerden und stellte fest, dass er so weit abgeschweift war, dass er gar nicht bemerkt hatte wie Cosette aufgestanden war. Sie zeichnete ein ordentliches „E“ neben das „A“, wobei ihr „E“ jedoch nur halb so groß war.
„Sehr schön, jetzt haben wir also schon zwei unserer fünf Hauptbuchstaben geschafft! Kann mir jemand einen dritten anschreiben?“, fragte die blonde Lehrerin und überblickte die Klasse während sie scheinbar überlegte wen sie drannehmen sollte. Schließlich sagte sie: „Feuilly!“
Der dunkelhaarige Junge stand auf und ging an die Tafel. Er holte sich das Stück Kreide, welches Cosette auf das Pult gelegt hatte und malte einen großen, senkrechten Strich neben das „E“.
„Sehr gut Feuilly, das ist das „I“! Bleiben also nur noch zwei letzte Selbstlaute! Das „O“ und das „U“! Wer mag mir denn mal das „O“ anmalen?“
Während Feuilly sich zurück auf seinen Platz setzte, musterte Madame Montsauvan  wieder die Schüler. „Möchte vielleicht mal jemand, der sich bis jetzt noch nicht gemeldet hat? Nur Mut! Fehler sind gar nicht schlimm, wir Lernen ja noch!“ Noch einmal schaute sie sich in der Klasse um, bis sie schließlich ruhig sagte: „Wie wäre es mit dir Grantaire?“
Der Angesprochene zuckte erschrocken zusammen als er seinen Namen hörte und Lesgles stellte fest, dass er der kleine, dunkelhaarige Junge in der letzten Reihe war, den er fälschlicherweise mit Feuilly verwechselt hatte.
Grantaire sagte kein Wort während er langsam aufstand und nach vorne ging, wo er einen Moment zögerte bevor er die Kreide in die Hand nahm und begann etwas anzuzeichnen. Kaum war er fertig, machte er sich fluchtartig auf den Weg zurück zu seinem Platz und setzte sich.
Einen Moment konnte Lesgles nicht erkennen was er an die Tafel gezeichnet hatte, da es sehr klein war, aber schaute er genauer hin sah er ein Dreieck. Auch Madame Montsauvan betrachtete die Form an der Tafel stirnrunzelnd. Freundlich wandte sie sich schließlich an die Klasse: „Das ist doch schon nah dran! Kann jemand Grantaire helfen?“
„Ich glaube ein „O“, wie zum Beispiel in BahOrel, hat weniger Ecken!“, rief die unverkennbare Stimme von Bahorel woraufhin er wenige Sekunden später selber an der Tafel stand und ein „O“ zeichnen sollte. Es sah zwar eher aus wie ein ziemlich krakeliges und unförmiges Ei, aber Madame Montsauvan ließ es durchgehen. Sie behielt ihn jedoch vorne an der Tafel, denn er sollte auch noch den letzten Vokal „U“ anschreiben.
Hierbei hatte auch Bahorel seine Probleme. Mehrfach begann er etwas anzuzeichnen und wischte es dann unentschlossen wieder weg, bis er schließlich ein auf den Kopf gestelltes „U“ zeichnete.
Als Madame Montsauvan ihn daraufhin berichtigte, indem sie ein richtiges „U“ anzeichnete entgegnete der Schüler nur: „Natürlich war es meine Absicht es so zu zeichnen! Ich dachte ich muss Ihnen ja auch mal etwas zu tun geben!“
Gerade als seine Klassenlehrerin etwas erwidern wollte, schellte es zur Pause und sie gab es mit einem Lächeln auf.
Lesgles kramte in seiner Schultasche nach der Papiertüte und seiner Wasserflasche, als er plötzlich bemerkte wie nass seine Tasche von innen war. Das konnte doch nicht wahr sein! Wenige Sekunden später fand er seine Wasserflasche und holte sie hervor. Der einzige Unterschied zu heute Morgen war nur, dass sie jetzt zur Hälfte geleert war. Verdammt was sollte er denn nun machen? Am liebsten hätte er sich selbst dafür geohrfeigt, dass er nicht vorher überprüft hatte ob sie tatsächlich dicht war, aber jetzt war es wohl zu spät.
Seufzend begann er seine Schulsachen, die zum Teil ebenfalls unter dem Wasser gelitten hatten auf seinen Tisch zu legen, bis er schließlich am Boden der Tasche eine durchweichte Papiertüte mit einem matschigen Sandwich vorfand.
Während seine Mitschüler schon den Klassenraum verlassen hatten sah er zu seiner Klassenlehrerin, die noch damit beschäftigt war die Unterrichtsutensilien einzupacken. „Madame Montsauvan, meine Wasserflasche ist in meiner Schultasche ausgelaufen!“
Sie schaute auf. „Ach Gott, heute ist wirklich nicht dein Tag oder?“, fragte sie sanft und kam zu ihm rüber, um zu sehen wie groß der Schaden war.
Am liebsten hätte Lesgles geantwortet: „Nein eigentlich ist nie „mein“ Tag!“ aber er ließ es lieber bleiben.
„Das bekommen wir schon wieder hin keine Sorge, die Bücher haben ja nichts abbekommen. Allerdings solltest du dir vielleicht ein neues Heft anschaffen!“, teilte sie ihm mit, während sie ein komplett durchnässtes Heft in die Luft hielt, von dem sogar jetzt noch Wasser auf den Boden tropfte.
Sie ließ ihn kurz alleine, um ein Handtuch zu holen, welches sie sorgfältig auf dem Boden seiner Schultasche ausbreitete. „Jetzt solltest du sie benutzen können, ohne dass die restlichen Materialien auch noch nass werden! Aber die Wasserflasche solltest du jetzt lieber nicht mehr dort reinlegen!“
Er nickte und bedankte sich. Und genau in diesem Moment klingelte es auch schon wieder zum Pausenende. Flüchtig erinnerte er sich daran wie seine Mutter ihm am gestrigen Abend eingeschärft hatte, dass die meisten Freundschaften bei ihr auf dem Pausenhof entstanden waren. Was wäre, wenn sich jetzt schon alle angefreundet hatten und er nicht mehr die Chance bekommen würde jemanden näher kennenzulernen, da alle schon ihre besten Freunde auserwählt hatten?
Nach und nach trudelten die anderen Schüler in die Klasse ein und setzten sich wieder auf ihre jeweiligen Plätze.
„Die letzten beiden Stunden möchte ich dafür nutzen euch ein bisschen näher kennenzulernen! Dafür habe ich euch auch etwas mitgebracht, aber malt doch bitte zuerst die Selbstlaute aus der letzten Stunde ab!“
Während seine Mitschüler ihre Hefte aufschlugen und begannen die fünf Buchstaben von der Tafel abzuschreiben, musste sich Lesgles mit einem einzelnen Zettel begnügen, auf dem er nun so gut wie möglich ebenfalls die Vokale zeichnete. Kaum hatten alle die Aufgabe erledigt, begann die Lehrerin die Aufgabe für die nächste Stunde zu erklären. Sie verteilte für jeden Schüler ein Arbeitsblatt, welches stark einem Steckbrief ähnelte.
„Wie ihr sehen könnt habe ich euch einen Steckbrief ausgedruckt. In das obere Kästchen sollt ihr euren Namen eintragen und in dem darunter euer Alter. Darauf folgen diese vier großen weißen Kästchen und jetzt müsst ihr aufpassen, denn jetzt dürft ihr malen. In das erste malt ihr bitte euer Lieblingsessen, in das zweite etwas was ihr gerne macht, in das dritte malt ihr was euch an der Schule besonders gefällt und in das vierte dürft ihr euch frei etwas überlegen. Habt ihr das alle verstanden?“
Ein Nicken folgte auf diese Aussage und Lesgles beugte sich über den Zettel. Schnell warf er nebenbei einen Blick auf sein Namensschild, um seinen Namen diesmal komplett richtig zu schreiben. Auch sein Alter hatte er schnell ausgefüllt.
Jetzt kam es also zum anstrengenderen Teil. Er konnte nicht besonders gut malen und direkt vier Bilder auf einmal kam ihm wie eine richtige Aufgabe vor! Sein Lieblingsessen? Er mochte eigentlich so gut wie alles, außer natürlich Lasagne! Lasagne war definitiv pure Folter für jede Geschmackszelle… Aber auch das half ihm nicht besonders weiter. Immerhin suchte er ja noch immer seinem Lieblingsessen. Schließlich entschied er sich für das erste Gericht welches ihm einfiel. Mit einem gelben Buntstift malte er einen Kreis in das Kästchen und auf diesen Kreis noch einmal 4 kleinere, rote Kreise. Das musste doch wohl reichen um als Salamipizza durchzugehen oder?
Er widmete sich dem nächsten Kästchen. Etwas, was er gerne machte? Er mochte es mit seinem Vater im Garten Fußball zu spielen! Gut, jetzt kam also der blaue Buntstift zum Einsatz. Er malte ein kleines und ein großes, blaues Strichmännchen, die beide mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht einen Kreis, der den Ball darstellen sollte, hin und her kickten.
So weit, so gut, jetzt fehlte noch etwas, was ihm an der Schule gefiel, sowie etwas selbst Ausgesuchtes. Er musste nicht lange nachdenken um zu wissen was er an der Schule besonders mochte. Der Pausenhof! Zwar konnte er diesen unglücklicherweise in der letzten Pause nicht nutzen, allerdings hatte er ihn am Einführungstag betrachten können und es war ein wahres Paradies. Es gab Schaukeln, ein großes Klettergerüst und sogar eine kleine Soccer Arena! Also begann Lesgles alles an das er sich noch erinnerte auf das Blatt vor ihm zu zeichnen.
Als wirkliche Herausforderung stellte sich das letzte Kästchen heraus. Er wusste, dass er alles hier rein malen konnte. Quasi genau das, was ihn gerade durch den Kopf ging. Das Problem war nur, dass die einzigen Gedanken, die ihm in diesem Moment durch den Kopf schwirrten, sich mit seiner versäumten Pause beschäftigten! Letztendlich malte er einfach einen Hund. Er hatte keine Ahnung warum, immerhin hatte er keinen Hund zuhause und nachdem der Nachbarshund ihn zweimal in die Hand gebissen hatte, hatte er auch keine große Lust mehr auf einen gehabt, aber trotzdem war es das erste, was ihm in den Sinn kam.
Erst als er erleichtert und eigentlich ganz zufrieden den Zettel vor sich liegen hatte, wurde ihm bewusst wie viel Zeit vergangen war. Die letzte Stunde neigte sich bereits stark dem Ende zu. Die anderen Schüler waren zum Teil noch am Malen oder unterhielten sich und interessiert sah Lesgles auf Cosettes Steckbrief, den sie vor sich auf dem Tisch platziert hatte. Im Gegensatz zu ihm war ihr Lieblingsgericht Spaghetti und sie hatte ein großes Klavier in das zweite Kästchen gemalt.
„Wir haben nicht mehr viel Zeit übrig. Wenn ihr noch nicht ganz fertig seid, dürft ihr den Zettel gerne mitnehmen und zuhause beenden! Morgen wollen wir dann mal schauen was dabei heraus gekommen ist!“, sagte Madame Monsauvan nach einem eiligen Blick auf ihre Armbanduhr. „Es war ein sehr gelungener erster Schultag und ich hoffe, dass wir ein tolles Jahr miteinander verbringen werden! Ich wünsche euch noch einen tollen Nachmittag und wir sehen uns morgen wieder!“
Als hätte sie ihre Worte genau zeitgetreu abgeschätzt schellte es in diesem Moment zum Ende der Stunde und für diesen Tag auch zum Ende des Schultages. Erleichtert stand Lesgles auf und legte seinen fertigen Steckbrief auf das Pult, bevor er seine Schulsachen zusammenpackte und den Klassenraum verließ. Er freute sich auf den nächsten Schultag, denn eigentlich hatte der Unterricht an sich Spaß gemacht, aber andererseits war er froh das Schulgebäude verlassen zu können, nicht zuletzt weil er wahnsinnig hungrig war und sich auf sein Mittagessen freute.
Draußen auf dem Schulparkplatz wartete seine Mutter bereits im Auto. Sie hatte das Fenster am Fahrersitz heruntergelassen und lächelte als er die Hintertür öffnete und auf die Rückbank kletterte. „Wie war dein erster Unterrichtstag? War es schwer? Sind deine Mitschüler nett?“
Noch während er seine Schultasche neben sich auf den Sitz stellte und sich anschnallte murmelte er: „Es war katastrophal! Ich habe den Bus verpasst, bin zu spät gekommen, ich konnte die Namen der anderen Schüler nicht und in der Pause ist mir auch noch die Wasserflasche in der Schultasche ausgelaufen!“
Seine Mutter drehte sich nach hinten zu ihm, um ihm durch die Haare zu wuscheln und musterte ihn mitleidig. „Morgen wird es bestimmt besser! Komm, lass uns irgendwohin fahren zum Mittagessen! Du darfst entscheiden was du möchtest!“
Sie drehte sich nach vorne und startete den Motor, während Lesgles erleichtert die Augen schloss. Er war fest davon überzeugt, dass seine weitere Schulzeit wohl noch sehr interessant werden würde! Außer natürlich wenn er die erste Klasse aufgrund der Groß- und Kleinbuchstaben gar nicht erst schaffen sollte!
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