Dr. Stefan Frank - Ein überraschendes Wochenende

von vacths
GeschichteRomanze / P18
21.08.2019
18.09.2019
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Stefan Frank nahm in seinem gemütlichen Sessel Platz. Es war kurz vor Mitternacht und er war schon recht müde. Den Abend hatte er mit seiner Nachbarin und Berufskollegin Bea Gerlach verbracht. Es gab Champagner und jede Menge Sushi. Sie hatten sich über Kunst unterhalten und sich von ihren jeweiligen Studienzeiten erzählt. Stefan fand Bea interessant und unterhaltsam, aber manchmal war sie fast schon anstrengend. Alles Mögliche wollte sie  bis ins letzte Detail diskutieren. Stefan hingegen liess auch mal fünf gerade sein.

Auf einmal hörte er Donnergrollen. Kurz darauf setzte heftiger Regen ein. Stefan schaute auf die Uhr. Sein Vater, Martha und Louis waren noch nicht zurück. Er hatte die drei überreden können, zu einem Bingoabend zu gehen, um mit Bea alleine essen zu können. Marie-Luise und Siggi waren dieses Wochenende bei Siggis Vater eingeladen.

Auf einmal überkam Stefan eine grosse Lust nach Weisswein, woraufhin er sich ein Glas eingoss und sich wieder setzte. Es war Freitagabend – nun ja, eher Freitagnacht – und er hatte eine sehr anstrengende Woche hinter sich. Er hoffte, das Wochenende über so richtig ausspannen zu können. Hoffentlich würde Martha was Gutes kochen. Ein Sonntagsbraten wäre echt nicht verkehrt, dachte er und leerte sein Glas. Schwerfällig erhob er sich aus dem Sessel und rieb sich die Augen. Er konnte es kaum erwarten, sich in sein Bett zu legen und dem Regen zu lauschen, bis er in einen tiefen Schlaf fiel.

Doch daraus wurde so schnell nichts. Es klingelte nämlich an der Tür.

Stefan seufzte. Hatten sein Vater, Marta und Louis etwa allesamt keinen Schlüssel mitgenommen? Er ging zur Tür, öffnete und sagte zeitgleich: „Na, ohne Schlüssel losgezog- “

Zu seiner grossen Überraschung standen nicht die restlichen Hausbewohner, sondern Irene Kadenbach vor der Tür. Sie hatte keinen Schirm dabei und schaute Stefan verzweifelt an. „Irene!“ Mit der hatte er zuletzt gerechnet. „Was machst du denn hier?“, wollte er wissen. „Um diese Zeit und bei diesem Wetter! Sag mal, bist du ohne Regenschirm unterwegs?“

Irene schluckte. „Stefan, ich- “ Sie unterdrückte ein Schluchzen und presste sich den Handrücken vor den Mund.
„Na na na, jetzt komm erstmal rein“, meinte Stefan und zog Irene in den Hausflur.

Was wollte sie bloss um diese Zeit von ihm? Und warum schien sie völlig aufgelöst zu sein?
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