CSI: Las Vegas - Es begann in Rocky Beach...

von Aello
GeschichteKrimi, Freundschaft / P18 Slash
Bob Andrews Justus Jonas Peter Shaw
21.08.2019
17.03.2020
7
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A/N:Vor einigen Monaten habe ich mal wieder angefangen, CSI: Las Vegas auf Deutsch anzusehen und bin dann auch prompt über eine Folge in Staffel 1 gestolpert (Episode 11 "Ein eisiger Fund"), bei der sich mir das Crossover praktisch wie von selbst aufgedrängt hat. :) Da es noch nicht möglich ist, Crossover "richtig" einzusortieren, habe ich mich entschieden, die Geschichte in der Kategorie"Die drei Fragezeichen"  zu posten, weil es vor allem um Justus Jonas geht. Viel Spass beim Lesen!


***



Das Büro lag im Halbdunkel und vermittelte eher den Eindruck einer Abstellkammer, als den eines Arbeitsplatzes. In den Regalen standen zahllose Gläser mit in Formaldehyd konservierten kleinen Tieren. An der Wand hingen einige Rahmen mit säuberlich nebeneinander gepinnten Insekten. Auf dem Schreibtisch stand, neben einem zugeklappten Laptop, ein Glaskasten, in dem eine Tarantel träge über den Boden kroch.

Der Mann mit den angegrauten Schläfen, der am Schreibtisch saß, starrte stirnrunzelnd auf eine zusammengefaltete Zeitung in seiner linken Hand, mit der rechten Hand spielte er gedankenverloren mit einem Bleistift, während er versuchte, das Kreuzworträtsel zu lösen.

Hauptstadt von Burkina Faso, 11 Buchstaben, überlegte er, als etwas Schweres direkt vor ihm auf den Tisch fiel. Er sah irritiert auf. Conrad Ecklie, schlank und hochgewachsen, stand sardonisch lächelnd vor seinem Schreibtisch und deutete auf den Stapel Akten, die er ihm eben so achtlos praktisch direkt vor die Nase geworfen hatte.

“Ecklie, auch ihnen einen schönen guten Tag”, sagte Grissom und bemühte sich noch nicht einmal, die Ironie in seiner Stimme zu verbergen, während er langsam die Zeitung mit dem Kreuzworträtsel zur Seite legte und sich aufrichtete.

Ecklie rümpfe die Nase. “Grissom.”

“Was ist das, wenn ich fragen darf? Fälle, bei denen Sie nicht weiterkommen, und bei denen Sie nun meine geschätzte Hilfe benötigen?”

“Davon träumen Sie wohl, Grissom”, gab Ecklie höhnisch zurück.

“Sie haben keine Ahnung, wovon ich träume, Ecklie”, erwiderte Grissom und spielte mit dem Bleistift, “aber lassen Sie mich ihnen versichern, dass Sie in meinen Träumen keine Rolle spielen. Also, nochmal, Ecklie”, Grissom tippte mit der Fingerspitze auf den Stapel mit beigen Heftern. “Was ist das?”

“Bewerberunterlagen.”

Grissom zog eine Braue nach oben. “Bewerberunterlagen?” Mit der Spitze des Bleistiftes schlug er den Deckel der obersten Mappe zurück. Dunkel erinnerte er sich an eine der lästigen Teamleitersitzungen vor einigen Wochen. Die Institutsleitung hatte beschlossen,  zwei Stellen auszuschreiben. Bislang hatte er diese Tatsache erfolgreich verdrängt.

“Ich habe schon eine Vorauswahl getroffen für mein Team. Brass will, dass sie sich das hier ansehen.”

“Ach”, machte Grissom, während er das Deckblatt überflog. “Und nun haben Sie mir den Ausschuß gebracht, den Sie nicht haben wollen?”

Ecklie schnaubte und deutete verschränkte die Arme vor der Brust. “Das sind alles ausgezeichnete Kräfte.”

“Die Sie aber ganz offensichtlich nicht in ihrem eigenen Team haben wollen.” Es war kein Vorwurf, mehr eine Feststellung. Grissom sah erneut hinunter auf die Bewerbungsunterlagen und zog ein Blatt heraus.

“Scheint einer zu sein, der recht viel von sich selbst hält.”

“Dann würde er doch fantastisch zu ihnen passen, nicht wahr?”, murmelte Grissom, während er sich mit den Unterlagen beschäftigte. Studium der Forensik mit Summa cum laude abgeschlossen, zahlreiche zusätzliche Kurse und Seminare unter anderem in Psychologie und Elektro- und Computertechnik. “Und den wollen Sie nicht?”

“Er hat mehrere Empfehlungsschreiben von irgendwelchen Dorfsheriffs beigelegt.” Er lachte höhnisch. “Ich bitte Sie!”

Grissom zuckte mit den Schultern. “Das muss ich mir erstmal genauer ansehen.” Die Tatsache, dass Ecklie einen der Bewerber ganz offensichtlich auf den ersten Blick nicht leiden konnte, sprach für sich. Ecklie wurde vor allem dann angriffslustig, wenn er sich bedroht fühlte. Und das passierte nur, wenn er befürchtete, dass jemand besser sein könnte als er selbst. Fast jeder einzelne Mitarbeiter seines Teams war irgendwann in der Vergangenheit schon mal von Ecklie angegangen worden, so daß es fast schon einer Auszeichnung gleich kam. Wenn es nicht gleichzeitig auch so lästig gewesen wäre.

“Ach”, machte Ecklie und schüttelte den Kopf. “Machen Sie doch, was Sie wollen.” Grummelnd verließ er Grissoms Büro.

Neugierig blätterte Grissom in den Unterlagen, bis er die Schriftstücke gefunden hatte, die Ecklie erwähnt hatte. Was hatte ein junger Forensiker mit dem Polizeichef von Rocky Beach zu tun?, wunderte er sich. Rocky Beach, überlegte er, das war doch das kleine verschlafene Nest nur ein paar Meilen von Santa Monica entfernt, wo er aufgewachsen war. Es lag in westlicher Richtung die Küste entlang, etwa auf halber Strecke nach Malibu. Er schob die Unterlagen wieder sorgfältig in den Hefter, klappte ihn zu und legte die zusammengefaltete Zeitung darauf. Den Stapel mit den restlichen Heftern schob er an den Rand seines Schreibtisches, er würde sie Ecklie morgen zurückbringen.

Sein Blick fiel erneut auf das Kreuzworträtsel. Er lächelte zufrieden und griff nach dem Bleistift. Ouagadougou, Hauptstadt von Burkina Faso mit 11 Buchstaben. Er bückte sich und griff nach seiner schmalen, abgegriffenen, braunen ledernen Aktentasche, die neben dem Schreibtisch stand und packte Bewerbungsunterlagen und Kreuzworträtsel ein.
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