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Charaktere unter sich

von Hedwich
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
21.08.2019
22.12.2019
15
31.170
28
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.08.2019 2.028
 
Klassenzimmer Geschichte der Zauberei, an der Tafel der Hinweis 'Heute: Diskussion über den Epilog in Band 7'

Plopp, plopp, plopp …

"Häh? Ich dachte, JKR hat fertig. Geht es jetzt doch noch weiter?" Ron kratzte sich am Hinterkopf.
"So schnell sieht man sich wieder.", schmunzelte Severus und zwinkerte Hermine zu.
Hermine wurde leicht rot. "Hallo Severus."
"Was soll das heißen – 'so schnell sieht man sich wieder'? Und wieso redest du den mit Vornamen an?", murrte Ron.
"Na ja, wir haben uns neulich schon mal getroffen."
"Und über unsere fiktionäre Beziehung geredet.", ergänzte Severus.
"Über eure was? Und was wollen Sie überhaupt hier? Sie sind tot."
"Na, so tot nun auch wieder nicht.", grinste Severus. "Und wenn ich mir das Gekrakel an der Tafel begucke, denke ich, ich bin aus gutem Grund hier."
Ron las den bezeichneten Hinweis und grunzte nur "Aha.".
"Ich vermute, wir sollen einfach mal locker darüber diskutieren. Also über den Epilog.", meinte Hermine gezwungen munter, ahnend, daß die Diskussion nicht ganz so locker ablaufen könnte.
"Ja, laßt uns diskutieren. Darüber, daß ich es nicht anscheinend nicht wert bin, daß man meiner Ehefrau einen Namen gibt."
"Tja, Draco, das kommt davon, wenn man auf der falschen Seite steht.", grinste Ron.
"Ach Quatsch, das hat doch nichts damit zu tun.", meinte Hermine. "Ich finde, der ganze Epilog ist … naja, überflüssig. Ich meine, es wäre vielleicht besser gewesen, es einfach der Phantasie der Leser zu überlassen, wie es mit uns weitergeht."
Mehrere der Anwesenden nickten.
"Ich denke auch, daß es die meisten einen Dreck interessiert, ob und mit wem wir uns weitervermehren.", schnaubte Draco.
"Oh, ich glaube, daß die weiblichen Leser das schon interessiert. Also, viele jedenfalls.", schränkte Hermine ein. "Aber es ist doch fraglich, ob sie sich das so gewünscht haben, wie JKR das geschrieben hat. Also mit den Konstellationen Harry und Ginny, Ron und ich. Und so."
"Wärst du lieber mit mir zusammen?", grinste Harry. "Es soll angeblich 'ne Menge Leute geben, die uns gerne zusammensehen würden."
"Ja, ein ganzer Haufen war überzeugt, daß ihr ein Paar werdet. Und die wettern heute noch, daß ich ja gar nicht zu dir passe und du und Hermine von Anfang an füreinander bestimmt gewesen seid." Ginny lachte laut.
"So ein Quatsch. Wo wollen die das denn rausgelesen haben? Hermine und ich waren immer beste Freunde. Nicht mehr und nicht weniger."
"Na ja. Aus einer engen Freundschaft kann sich aber durchaus mehr entwickeln.", meinte Hermine.
"Du wärst wirklich lieber mit Harry zusammen, was?", brummte Ron.
"Quatsch. Ich meine nur, daß die Möglichkeit bestanden hätte und daß JKR es so hätte schreiben können. Sie hat es aber eben nicht."
"Die Diskussion hier hat das Thema Epilog und nicht wer mit wem und warum." Severus lehnte sich an die Tafel und tippte grinsend mit dem Zeigefinger darauf.
"Hey, Sie sind nicht mehr unser Prof! Und hier schon gar nicht, Sie komischer Untoter." Ron ließ sich auf einen Stuhl fallen.
"Ja, hier gelten andere Regeln. Und deshalb rege ich mich über deine respektlosen Bemerkungen auch gar nicht auf. Im Gegenteil, ich finde sie recht amüsant."
Ron sah ihn erstaunt an.
"Ja, gut, machen wir weiter. Wie wär's denn, wenn wir mal kundtun, was wir von der Namensgebung halten – also den von unseren Kindern?", versuchte Hermine die Diskussion wieder in Gang zu bringen.
"Erstmal möchte ich was dazu sagen, daß ich es ein bischen unrealistisch finde, daß offenbar jeder in der magischen Welt seine Jugendliebe heiratet und für immer und ewig mit ihr zusammenbleibt. Ob ich was mit anderen Frauen hatte, bevor ich geheiratet habe, bleibt zwar offen, aber ihr …" Draco sah Harry und Ginny sowie Ron und Hermine an.
Und die sahen sich an.
"Hm.", machte Hermine. "Da ist schon was dran. Es ist natürlich eine sehr schöne, romantische Vorstellung. Und klar, sowas gibt es schon. Aber die Regel ist es nicht."
"Ich glaube aber kaum, daß irgendwer was davon hätte lesen wollen, daß ich nach zwei gescheiterten Ehen mit irgendeiner Hexe zusammen bin, die in den Büchern bislang nie erwähnt wurde." Harry lachte schallend.
"Na, da sind wir aber wieder bei dem Punkt, daß JKR den Epilog lieber ganz hätte lassen sollen." Hermine strich sich die buschigen Haare glatt. "Besser ein offenes Ende als sowas. Ich meine, für mich find ich's okay. Es ist in Ordnung, daß Ron und ich heiraten und Kinder haben. Das paßt schon. Aber es geht um den Trend. Es scheint in der Zaubererwelt keine Scheidungen zu geben."
"Tja, Zauberer sind eben bessere Menschen als Muggel. Sieht so aus, als wäre JKR ein klein wenig muggelfeindlich." Draco setzte sich verkehrt herum auf einen Stuhl und grinste Hermine an.
"So hab ich das noch nie gesehen." Hermine war verblüfft.
"Ich denke, diese Diskussion führt zu nichts. Es ist nichts Neues, daß JKR Dinge, die für den Plot nicht wichtig waren, einfach totgeschwiegen hat. ICH bin die Hauptfigur." Harry streckte den anderen die Zunge raus.
"Gut, also wieder zurück zu der Namensgebung." Hermine sah sich erwartungsvoll um.
"Ja, Merlin, was soll man da groß zu sagen?", meinte Draco gelangweilt. „Obwohl, meint ihr, JKR wollte mit dem Namen meines Sprößlings auf meine Verwandtschaft mit den Blacks anspielen? Weil das auch ein Sternbild-Name ist?“
„Weiß nicht. Ist vielleicht nur Zufall.“, meinte Ron. „Was Hermines und meine Kinder angeht – Rose finde ich okay, ist 'n hübscher Name. Aber was bei Merlins Unterhose hat sich JKR dabei gedacht, unseren Sohn Hugo zu nennen? Das ist doch peinlich!“
„Hm, ja, Hugo Weasley … klingt nach 'nem geborenen Versager.“, feixte Draco und duckte sich.
„Du brauchst nicht in Deckung zu gehen. Die Verfasserin wird uns nicht gestatten, uns gegenseitig an die Gurgel zu gehen.“, meinte Severus lässig und nahm sich ein Zitronenbrausebonbon.
„Sie scheinen sie ja gut zu kennen.“
„Intuition.“
„James Sirius ist aber ein wirklich schöner Name. Und auch glaubwürdig, weil es anscheinend bei Zauberern weit verbreitet ist, die Kinder nach den Eltern oder Großeltern zu nennen.“, lenkte Hermine das Gespräch wieder auf die sachliche Ebene.
„Ja, der Name ist okay. Aber was ist mit Albus Severus? Und Harrys Worten von wegem dem mutigsten Mann, den er kannte?“, fragte Ron. „Ich möchte betonen, daß ich das nicht fragen wollte. Aber die Verfasserin zwingt mich irgendwie dazu.“
„Sie hat anscheinend ihre ganz eigene Vorstellung davon, über was wir reden sollen.“, meinte Severus trocken.
(Ganz richtig!)
„Albus ist auf jeden Fall okay. Und Severus? Entschuldige, aber du“, Hermine blickte Severus verlegen an, „bist in den Büchern echt ein … Arschloch. Ja, muß man einfach so sagen. Du warst als Lehrer völlig ungeeignet, ohne jedwede pädagogische Fähigkeit, unsensibel, unfair und … Okay, du hast Harrys Mutter geliebt. Das glaube ich sogar wirklich. Aber du warst leider nie fähig, in Harry auch Lily zu sehen. Ich meine, Harry hat mehr von ihr mitbekommen als nur die Augen. Charakterlich. Aber du hast immer nur Harrys Vater in ihm gesehen. Du hast dich nie bemüht, Harry objektiv zu beurteilen. Nein, du hast von Anfang an Vorurteile gegen ihn gehabt und ihm das Leben schwer gemacht. Und auch in deiner Sterbeszene hat man gemerkt, daß es dir nur um Lily ging. Ich finde die Art und Weise, wie JKR dich hat sterben lassen, einfach grausam. Du tust mir leid. Aber ...“
„Hermine, du schweifst zu sehr ab. Ich glaube, mein verpfuschtes Leben kommt in einem späteren Kapitel noch ausführlich dran. Hier geht es jetzt darum, ob man sein Kind nach einem Typen wie mir benennen sollte. Vielleicht ist es ja angebracht, daß ich mich selbst dazu äußere? Nun denn: Ich verstehe es nicht. Ja, ich habe Harry seine Hogwartszeit hindurch beschützt. Auf Dumbledores Wunsch hin. Mir persönlich war Harry wurscht. Ich habe mich wirklich fast sieben Bände lang wie ein Riesenarschloch verhalten und dann auf einmal werde ich fast zum Heiligen abgestempelt und man benennt Kinder nach mir. Ich meine, es erscheint großmütig von Harry, daß er all die Gemeinheiten und Demütigungen vergißt, Vergangenes ruhen läßt. Aber das mit dem Namen ist too much, finde ich. Es hätte gereicht, mit einem gewissen Bedauern an mich zurückzudenken und mich nicht ganz zu vergessen. Damit wäre ich ganz zufrieden gewesen.“
„Ich finde ja, daß JKR das Potential deiner Figur zugunsten des Spannungsbogens der Serie verschenkt hat. Man hätte mehr aus dir machen können, deinem Charakter mehr Tiefe verleihen.“
„Das ist aber nett von dir, liebstes Minchen!“ Severus grinste frech.
„Laß das, Sevi-Schatzi!“, flötete Hermine und bemühte sich, vor Lachen nicht vom Stuhl zu fallen.
„Was geht denn hier ab?“ Draco bog sich vor Lachen.
„Boah, seid ihr albern!“ Ron tippte sich gegen den Kopf, konnte aber nicht verhindern, auch mitzulachen.
„Finde ich irgendwie klasse, daß wir uns hier so gut verstehen.“, meinte Harry.
„Ja, stimmt schon. … Ich hab auch schon mal gedacht, daß JKR ja irgendwo 'ne Chance vertan hat. In Bezug auf den Streit der Häuser, meine ich. Hätte man nicht annehmen sollen, daß nach Voldemorts endgültiger Vernichtung das mal ein Ende haben würde? Muß das wirklich sein, daß fast zwanzig Jahre später es immer noch diese alten Vorurteile gibt, daß Slytherin nichts Gutes ist?“
„Wow, solche Worte von dir, Ron?“ Draco war erstaunt. „Ich muß dir aber Recht geben. Es ist schade. Und macht die Vorstellung nicht unmöglich, daß sich sowas wie mit Voldemort mal wiederholen könnte. Ich meine, wenn die Zauberer immer noch nicht zusammenhalten.“
„Immerhin darf ich meinen Sohn darauf hinweisen, daß es mir und Ginny egal ist, in welches Haus er kommt. Also wenigstens wir scheinen es kapiert zu haben.“
„Ich hatte ursprünglich gehofft, daß sich die Häuser zur Schlacht vereinen würden. Daß die Slytherins nicht mitgemacht haben, beweist ja eigentlich, daß es nicht nur Vorurteile sind, die 'man' gegen die Slytherins hat.“ Hermine wirkte nicht sehr glücklich.
„Ja, das stimmt. Ich bin froh, daß JKR mich und meine Familie da ausgeklammert hat. Es mag uns selbstsüchtig erscheinen lassen, daß wir uns nur um uns gekümmert haben, aber so wie mein Charakter bis dahin angelegt war, wäre es unglaubwürdig gewesen, wenn ich mich offen gegen Voldemort gestellt hätte.“ Draco seufzte.
„Du wärst eine Leiche mehr gewesen.“, stellte Ron nüchtern fest.
„Ich hätte mir jedenfalls gewünscht, daß wir im Epilog … na ja, nicht dicke Freunde wären, aber uns auch nicht so ignorieren, wie wir es tun. Man hätte sich ja mal aussprechen können. Immerhin haben wir alle unter der Scheiße gelitten.“ Draco seufzte erneut.
Alle nickten.
„Was mir persönlich am Epilog gefehlt hat, waren die Dursleys. Ich meine, natürlich würde mir keiner abkaufen, wenn ich nach der Schlacht da hingehen und 'Hallo, da bin ich wieder!' sagen würde. Aber ich finde es einfach doof, daß es so aussieht, als würde keinerlei Kontakt bestehen. Zumal doch Petunia und Dudley eine gewisse Wandlung gezeigt hatten.“
„Ja, das finde ich auch schade.“, meinte Hermine. „Warum sind die eigentlich nicht hier?“
„Weil hier nur Charaktere sind, die auch im Epilog mitspielen.“, erklärte Ron.
„Und warum ist Sev dann hier?“
„Du nennst ihn jetzt schon 'Sev'?“ Ron zog die Augenbrauen hoch.
„Ich bin hier, weil die Verfasserin das so will. Habt ihr immer noch nicht kapiert, wie das hier läuft?“, lachte Severus.
"Wißt ihr, was ich aber richtig geil finde am Epilog?", meinte Ginny. "Daß Neville Professor in Hogwarts geworden ist."
"Yep, das ist einfach klasse. Er hat es echt verdient.", stimmte Ron zu.
"Ja, es ist nicht alles scheiße am Epilog.", grinste Harry.

Stimme aus dem Off: Ihr Lieben, ihr wart einfach großartig. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch jetzt gemütlich zusammensetzen, was zusammen trinken. Und holt von den anderen Charakteren dazu, wen ihr mögt. Ich mach' die Tür hinter euch zu, ihr seid also unter euch. Bis demnächst!
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