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Kleines Küken

von Ilea
GeschichteAllgemein / P12
21.08.2019
03.11.2020
11
21.292
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Dieses Kapitel
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25.11.2019 2.873
 
✩   K L E I N E S   K Ü K E N  ✩


✺ ✩ ⋆ ✩ ✺


6. Kapitel
H E I M A T H A F E N



Frieda erinnerte sich daran, wie es war, hin und her gerissen zu werden, während sie die Sachen zurück in den Koffer steckte und darauf vertraute, dass sie in dem Hotelzimmer nichts vergessen hatte. Es ging zurück in die alte Heimat und auf eine ungewisse Art machte ihr es unheimlich Angst. Luki hatte ihr geschrieben, dass ihre Mutter schon wieder am Rad drehte und Titus hatte auf keinen ihrer Anrufe reagiert, genauso wenig wie ihr Vater. Auch wenn es Frieda nicht gefiel, sie wollte auch Trude und Steve nicht nerven, die sich eine neue Heimat dort aufgebaut hatten, wo es Frieda wieder hinzog. Immerhin war Sprotte und ihre Freundinnen in der Nähe, dahin konnte sie sich verkriechen wenn ich die Decke auf den Kopf fiel.
Kaum dachte sie an Sprotte klopfte es an der Tür und ehe Frieda reagieren konnte, riss Pauline die Tür auf und Sprotte stand davor. Frieda hatte versucht sich an einen anderen Namen zu gewöhnen, denn Sprotte war ein kleiner Teil, den ihre beste Freundin wohl ablegen wollte, weil sie doch ein wenig Erwachsener geworden war.
„Wir warten“, sagte Sprotte und lachte, als Pauline sich an ihr Bein klammerte.
„MAMAAA“, schrie Pauline und tanzte durch den Raum mit ihren Küken in der Hand, dass Sprotte und Frieda Lachen mussten. „Wir gehen zu den Hühnern.“
„Sie hat deine Wilden-Hühner-Gene“, sagte Sprotte. Sie strich sich eine rote Strähne aus dem Gesicht und pustete sich gegen die Stirn, ehe sie Frieda musterte.

Eigentlich wusste Sprotte alles von Frieda und Frieda war es, die von Sprotte am Telefon zum ersten Mal von ihrem Leben erfuhr ehe es jemand anderes erfuhr, aber seitdem sie nicht mehr in ihrer Nähe wohnte, war es ein wenig schwieriger.
„Meine Mutter antwortet nicht und Luki meinte, sie hat wieder eine Krise“, erklärte Frieda ihr Auftreten, denn Sprotte konnte sie schlecht verheimlichen, dass es ihr einfach weniger gut ging, dass konnte ihre beste Freundin sehr wohl sehen.
„Du kannst immer noch zu mir kommen, Greta würde sich über Pauline mehr freuen als über Melli und Wilma“, schlug Sprotte vor und sie klang dabei fast flehentlich, aber Frieda schüttelte den Kopf. Sie musste eh mit ihrer Mutter reden und keiner ihrer beiden Brüder bekam es auf die Reihe, also schüttelte sie nur den Kopf und zuckte mit den Schultern.
„Pauline, dein Rucksack“, mahnte Frieda und warf ihn ihrer Tochter zu, die ihr nur die Zunge herausstreckte und schließlich davon abließ zu tanzen. Sie hob ihn auf und stolperte zu Sprotte, die sie wortlos an die Hand nahm und aus dem Hotelzimmer trat. Tatsächlich waren die Hühner allesamt aufgescheucht in der Lobby, Pauline fühlte sich wieder absolut wohl, weil sie im Mittelpunkt stand und Trude warf nur ab und an einen Blick auf Frieda. Trude hatte neben Sprotte wohl am meisten mitbekommen, dass Frieda und Luan keine felsenfeste Beziehung geführt hatten, denn sie hatte Pauline oft besucht.

Es war ein schönes Gefühl, nicht alleine zu sein. Es war ein schönes Gefühl einen Koffer hinter sich her zu ziehen und nicht alleine in den großen Hallen des Leipziger Hauptbahnhofes zu stehen, zu wissen, dass die Fahrt lang, aber nicht langweilig sein würde und Frieda seufzte, weil sie diese Freundinnen vermisst hatte. Ihre Kindheit streifte sie und sie ließ sich sogar darauf ein, Pauline ein Croissant zu kaufen, weil alle ihre Freundinnen sie vorwurfsvoll ansahen und ein Rückzug falsch war. Erst als sie im Zug saßen, alle in ein Sechser Abteil gequetscht und Trude nach einer hektischen Suche die Zugtickets gefunden hatte, konnten sie alle aufatmen und lümmelten in den Sesseln wie in ihrem Wohnzimmer.
„Wie geht es den Hühnern?“, fragte Melli und lehnte sich zu Sprotte vor, die sich um die Hühner kümmerte. Frieda fand, dass es mittlerweile echte Senioren waren, die auf sie warteten, aber Sprotte meinte durch den Nachbarn ihrer Oma wären noch Hühner dabei, die die älteren Damen auf Trab hielten.
„Wunderbar“, sagte Sprotte und lachte. „Als hätten sie gewusst, dass wir alle kommen, haben sie plötzlich mehr Eier gelegt und jagen durch ihre Gehege.“
Frieda und Trude lachten, Wilma war schon wieder in ein kleines Manuskript vertieft und sah nur kurz auf, als sie die Blicke bemerkte.
„Welches Stück?“, fragte Frieda.

„Ein kleines Vorsprechen“, murmelte Wilma nur und war wieder vertieft, dass ein Blick zu Melli reichte, die neben Wilma saß und ihr das Manuskript aus der Hand riss. Wilma fuhr sich durch die Haare und lächelte, schnappte es sich zurück und zeigte das Titelblatt in die Runde.
„Kenne ich nicht“, sagte Melli. Ihre blonden Locken lagen vor ihren Augen und sie schaute zu Frieda, eher zu Pauline, die auf Friedas Schoß saß und aus dem Fenster schaute. Sie brabbelte etwas, es war eher wie Kleinkindersprache, aber es schien keinen Sinn zu haben, denn sie lächelte einfach nur und klopfte Frieda auf die Oberschenkel.
„Es ist eine kleine Rolle in einer neuen Fernsehserie“, erklärte Wilma. „Ich wollte den Text lernen, aber ich kann mich darauf nicht konzentrieren. Es geht um Ärzte und Krankenpfleger, Krankenschwestern und so unheimlich viele Medizinbegriffe, die ich mir nicht merken kann.“
„Du kannst dir das nicht merken?“, fragte Melli und hob eine Augenbraue. Frieda konnte sie verstehen, Wilma konnte sonst alles abspielen, dass nur einmal begriffen hatte. Mit ihrem Abiturschnitt hätte sie Medizin selbst studieren können, aber es war dann doch ein unausgesprochener Studiengang in englischer Sprache geworden.
„Oder ist dein Kopf woanders?“, fragte Trude, die von ihrem Handy aufschaute. Wilma biss sich auf die Lippen, darauf wollte sie nicht antworten, sondern packte nur das kleine Manuskript in ihre Tasche und seufzte.

Die Fahrt verging schnell, Trude telefonierte mit ihren Verwandten und wurde am Bahnhof von ihren Eltern erwartete, sogar Sprotte wurde von Greta und ihrem Vater abgeholt, den Frieda nur von der Seite betrachtete und schließlich Melli und Wilma zunickte, die sich zu Sprotte gesellten. Pauline fing einen Starrwettbewerb mit Sprottes kleiner Schwester an und hing doch mehr an ihrer Mutter als an den anderen.
„Wir treffen uns heute Abend wieder, oder? Meine Großeltern sind angekommen, ich will ihnen ein wenig die Stadt zeigen“, sagte Trude, nachdem sie sich von ihren Eltern gelöst hatte.
„Natürlich“, sagte Frieda und lächelte. Pauline nickte eifrig, während sich die anderen Hühner ebenfalls zu ihnen gesellten.
„Kommst du mit uns?“, wollte Wilma wissen.
Frieda schüttelte den Kopf. „Meine Mutter will Oma spielen und ich muss ein Auge auf meine Brüder haben, es wäre gut wenn wir uns heute Abend richtig schön am Wohnwagen treffen, dann habe ich nämlich Babyfrei und wir können Trude bei der Planung unterstützen.“
„Das klingt doch gut, oder?“, fragte Trude.
Die Hühner nickten, dann schickte sie das Schicksal in andere Richtungen, aber irgendwie waren sie doch alle froh, ein wenig weiter in sich selbst zu sein. Frieda wartete, bis ihre Freundinnen ein wenig Abstand hielten, dann griff sie nach ihrem Handy. Erst rief sie ihre Mutter an, aber es ging nur die Mailbox ran, ihr kleiner Bruder drückte sie weg und Titus antwortete auf keine ihrer Nachrichten.

„Ich habe Hunger“, meldete sich Pauline und sah zu Frieda auf. „Essen wir Schokolade?“
„Nein“, sagte Frieda und fragte sich, was in Paulines Kopf vor sich ging. Einen Dickkopf hatte sie, so viel stand fest, aber manchmal war die Fantasie größer als Friedas Verlangen nach der Realität und Wirklichkeit. Sie wollte Pauline alles auf den Weg geben, was sie zu bieten hatten, aber auch keine rosarote Welt, sondern eine echte. Sie wollte, dass ihre Tochter einmal ein gutes Leben hatte und mittlerweile glaubte ihr, bis zu dem Zeitpunkt ging es Pauline ziemlich gut.
„Wir fahren zu Oma, dann schauen wir, was wir essen“, sagte Frieda, weil Pauline nicht locker lassen würde und wie sie ihren jüngeren Bruder kannte, hatte er irgendwo in seinem Chaos aus Zimmer ein wenig Süßigkeiten versteckt. Als sie beim letzten Mal ihre Familie besucht hatte war es ihr gar nicht aufgefallen, wie friedlich Pauline in Lukis Zimmer gesessen hatte, erst später hatte sie mitbekommen, dass es wohl die Cookies gewesen waren, die Pauline in der Unordnung gehalten hatten.
Also verließen sie den Bahnhof, liefen aus dem Gebäude und Frieda fand sich vor den Straßenbahngleisen wieder, die sie über mehrere Minuten zu dem Haus ihrer Mutter kommen würde.
„Hallo Welt“, sagte Pauline und sprang zu der Bushaltestelle, die zu der Straßenbahn gehörte. Frieda war überrascht, dass ihre Tochter sich noch daran erinnerte, beim letzten Mal war sie vier Jahre alt gewesen.

Sie fuhren schweigend durch die Stadt, Frieda konnte die Umgebung kaum wahrnehmen, ihre Gedanken rasten durch ihren Kopf, weil immer noch keiner auf ihre flehentlichen Nachrichten geantwortet hatte. Genervt sah sie auf den Koffer und suchte darin nach dem Hausschlüssel, den sie noch immer besaß.
„Kastanienallee“, brummelte eine Stimme durch die Straßenbahn. Pauline sah Frieda an, dann nickte sie und das Mädchen sprang auf.
„Gleich sind wir da“, sagte Frieda und sie stieg aus der Straßenbahn, der Wind packte sie und sie zog den Schal ein wenig enger. Der Koffer wurde schwerer, ehe sie durch mehrere Straßenabbiegungen endlich an dem Gartentor zu dem Haus ankamen. Der Anblick vom Garten schockierte Frieda ein wenig. Er war verwucherter als sie ihn in Erinnerung hatte.
Frieda klingelte, dann schloss sie das Tor auf und stieg in den Garten. Pauline taumelte auf die kleine Terrasse zu, hüpfte zu der Glastür, die ein wenig auf war. Ihre Mutter musste da sein, denn auf dem Tisch lag ein Buch, abgeknickt und daneben eine Tasse, in der noch Tee stand.
„Oma!“, rief Pauline und riss die Tür auf. Frieda lächelte, denn ihre Tochter fühlte sich sofort zuhause, etwas, dass ihr Herz klopfen ließ. „Oma, wir sind da!“
Friedas Mutter tauchte aus der Küche auf, in ihre Hand eine Schüssel mit Schokoladenkeksen, die Pauline sofort entdeckte. Friedas Mutter lächelte. Sie sah ein wenig müde aus, ein wenig älter und ein wenig grauer, aber als Pauline auf sie zusprang konnte sie das kleine Mädchen auffangen.

„Meine Kleine“, sagte Anja. „Ihr seid aber früh da.“
„Ich habe dir geschrieben“, sagte Frieda.
„Oh, mein Handy ist noch im Büro, ich bin früher gegangen um mich ein wenig zu entspannen“, sagte Anja und lächelte, dann ließ sie Pauline auf den Boden zurück. „Ich habe Kekse, es gibt Kartoffeln und Gulasch, was sagst du Linchen?“
Frieda wollte etwas einwenden, aber wie konnte sie den strahlenden Augen von Pauline nur wiedersprechen? Sie ließ ihren Rucksack in dem Wohnzimmer fallen, dann setzte sie sich auf den Terrasse und nahm die Kekse mit sich.
„Hallo Mama“, sagte Frieda, als ihre Mutter ihr einen Kuss auf die Wange drückte und ihr den Koffer abnahm.
„Seid ihr vom Unwetter betroffen geworden? Luki hat erzählt, dass es ein ordentliches Unwetter gab und als er von Klassenfahrt zurückgekommen ist, sind keine Züge gefahren. Vor allem in der Hauptstadt muss es doch schlimm gewesen sein“, sagte Anja.
„Es fuhr kein Zug. Fred hat uns mitgenommen.“
„Hätte Luan euch nicht fahren können?“, fragte Anja. Sie verzog das Gesicht. Frieda starrte ihre Mutter an, sie hatte Luan nicht wirklich gemocht, dabei hatte sie ihn nur zwei Mal getroffen und kannte ihn sonst nur von Erzählungen.
„Wir sind getrennt“, murmelte Frieda, mehr wollte sie dazu nicht sagen und drehte sich um, als sie Luki sah, der in dem Wohnzimmer stand. Er trug nur ein altes Fußballtrikot von Titus.
„Luki, zieh dir was an“, zischte Anja, aber Luki zuckte nur mit den Schultern und umarmte Frieda. Er roch nach Schweiß, nach Chips und seine Haare waren fettig, aber Lukis Augen waren noch immer so leuchtend wie zuvor.

„Luki“, murrte Anja. „Anziehen.“
„Komm, ziehe dir was an, dann sprechen wir, ja?“, fragte Frieda und strich Luki sanft durch das blonde Haar. Luki war der einzige, der die Haare von Anja abbekommen hatte, aber es hatte die gleiche Struktur wie die von Frieda.
Luki streckte die Zunge raus, verdrehte die Augen und sah Titus Launen in Friedas Teenagerjahren so unheimlich ähnlich. Er verschwand wieder in die Richtung, wo es zum Keller ging und der Hintertür, dort, wo sie sich mit den Hühnern früher immer getroffen hatten. Sie seufzte, ihr Vater war damals ausgezogen, kurz als sie von der Klassenfahrt zurückgekommen waren. Er hatte mit seiner Freundin zusammengelebt, sie war damals nur wenige Jahre älter als sie jetzt gewesen. Ein Schauer jagte ihren Rücke herunter, als sie sich wieder zu ihrer Mutter drehte, die sich zu Pauline gesellt hatte. Eine Hand auf ihrem Bauch und sie hoffte, dass es anders werden würde, wenn sie zu dritt waren. Pauline war nicht immer einfach, aber sie liebte ihre Tochter und ihre Fantasie. Sie liebte Pauline mehr als alles andere in ihrem Leben, sogar mehr als die Wilden Hühner, denn Pauline gehörte zu ihr.
„Frieda?“, fragte Anja und stellte sich in den Türrahmen. „Können wir nachher bitte reden?“

„Ich bin heute Abend mit den Hühnern verabredet“, sagte Frieda, sie erinnerte sich daran, dass sie ihre Mutter um etwas beten wollte. „Kannst du auf Pauline aufpassen? Ich bin morgen früh wieder hier, aber manchmal wacht sie in der Nacht auf … du kennst das ja.“
Friedas Mutter verzog das Gesicht, erst dachte Frieda, ihre Mutter würde es verneinen, aber sie nickte schließlich.
„Ja“, sagte Anja. „Das mache ich sehr gerne, ich weiß, wie wichtig Freunde sind.“
Im Hintergrund sah Frieda die neue Dekoration der Küche, wo es Maritim aussah und in goldenen Lettern „Heimathafen“ stand. Sie lächelte schief, das Haus vermittelt ihr ein ungutes Gefühl, aber vor allem in den letzten Jahren hatte sie sich darin nicht mehr zuhause gefühlt, aber sie war froh, dass Pauline noch lächeln konnte und die Kekse aß, während sie ihrem Küken ebenfalls Kekse gab und mit ihm sprach, wieder ein wenig brabbelnd.
Sie sah zu Frieda auf und lächelte ihre Mama an, was Frieda das Herz zusammenziehen ließ und schließlich kurz ausatmete, ehe sie aus dem Wohnzimmer trat und sich zu ihrer Tochter setzte, die sich gegen Frieda kuschelte, auf ihren Schoß saß.
„Hab dich lieb, Mama“, sagte sie. Friedas Mutter kam und lächelte, während sie jedem ein Glas Limonade einschenkte. Wenn ihr Vater noch dagewesen wäre, hätte es nur Wasser gegeben, aber ihre Mutter war weniger streng geworden.
„Genieße es, wenn sie noch freiwillig mit dir kuschelt, bald wirst du ihr peinlich sein und dann ist das Haus plötzlich einsam“, sagte ihre Mutter und Frieda lächelte, auch wenn sie innerlich zerrissen war.
Sie lehnte sich gegen ihre Mutter und schloss die Arme um Pauline, die quiekte. Sie nahm sich vor, ihr am nächsten Tag zu sagen, was passiert war, aber an dem Tag wollte sie wieder das Frieda-Wilde-Huhn von damals sein.

✺ ✩ ⋆ ✩ ✺


Fred saß am Baumhaus und konnte nicht glauben, dass es nach all den Jahren noch stand. Er hatte einige Male danach gesehen, Willi hatte sich lange Zeit darum gekümmert und mittlerweile war es Bestandteil des Jugendclubs, in dem Willi arbeitete und doch war es befremdlich auf dem Baumhaus zu sitzen und darauf zu warten, dass die anderen zu ihm kamen. Er konnte ihre Stimmen schon von langer Entfernung hören, dass Rasseln der Fahrradketten und schließlich sprang er auf, als seine Freunde unten ankamen. Torte war da, winkte zu ihm herauf.
„Hallo Boss“, rief er, Willi lachte und Steve schien ganz verlegen. Fred wusste, wie schwer es für ihn gewesen war, Trude zu fragen und jetzt, wo es soweit war, schien er noch nervöser als zuvor.
„Komm ihr hoch?“, fragte Fred. Die Pygmäen nickten, dann lächelte sie alle, weil es einfach unheimlich gut war, sie wieder zu sehen.
Willi war zuerst oben und eigentlich waren die beiden Jungen nicht diejenigen, die gerne einen anderen umarmten, aber an diesem Tag fiel Fred Willi wortwörtlich um den Hals, denn viel zu lange hatte er seinen besten Freund wohl nicht gesehen.

„Alter … nicht so stürmisch“, sagte Willi, dann lachte und verzog das Gesicht. „Sorry, aber die Sprache der heutigen Jugend färbt unheimlich ab.“
„Willkommen“, sagte Fred, als er sich zu Torte drehte, der bei Willi einquartiert wurde, auch wenn seine Wohnung unheimlich klein war. Steve und Willi waren in der Nähe der alten Heimat geblieben, Torte war in Dänemark geblieben, aber Fred hoffte innerlich, dass es ihn wieder weiter nach Deutschland zog, denn Flugzeuge mochte er genauso wenig wie vierundzwanzigstündige Autofahrten.
„Willkommen zuhause, Boss!“ Torte lachte. Er war ein Stück gewachsen, Bartflaum zierte sein Gesicht, aber sein Grinsen war genauso dämlich und naiv wie vor vielen Jahren, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten.
„Bei euren Gesichtsausdrücken hätte ich ein paar scharfe Dänen mitgebracht“, murmelte Torte, pflanzte sich neben Fred und lachte, weil ihn keiner ernst nehmen konnte.
„Wir haben deine Scherze echt vermisst“, murmelte Willie, dann setzte sie sich zusammen und lachten, weil ihnen das Leben um sich herum einfach scheißegal in diesem Moment war. Sie versuchten Steve zu beruhigen und sich wieder daran zu gewöhnen, dass sie alle zusammen waren.
„Wisst ihr was fehlt?“, fragte Torte nach einer Weile. Alle sahen zu ihm.
„Ein paar wilde Hühner!“



** ANMERKUNG ** 1 Monat später, ein Kapitel in Extra-Länge. Ich hoffe, dass meine Fanfiktion ein wenig erhalten bleibt, denn die Updates folgen, aber eher unregelmäßig … um Weihnachten sollte es wieder häufiger vorkommen, dass sich ein Kapitel einfügt.
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