tear in my heart

von Taissa
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Hannes Maria
20.08.2019
10.11.2019
4
8.114
3
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.08.2019 946
 
Hallo :)
Das hier soll nur als kleiner Ausschnitt, bzw. als ‚Teaser‘ für die Fanfiktion dienen. Bevor ich mich in Plotbunnies verrenne, will ich erstmal schauen ob 2019 überhaupt noch Vorstadtkrokodile FFs gelesen werden :D
Der Focus dieser FF wird auf Hannes und Maria liegen, da die beiden zu meinen absoluten OTPs gehören, andere Charaktere werden aber natürlich auch nicht zu kurz kommen.
Ich würde mich freuen, wenn ihr eine kleine Rückmeldung da lassen würdet. Viel Spaß beim Lesen,
Taissa x










***









Und, hast du schon ein Geburtstagsgeschenk für Maria?“, fragt Olli mich. Oh fuck.
„Ja klar“, entgegne ich und versuche, so selbstsicher zu klingen, wie ich mich gerne fühlen würde, obwohl ich Olli am liebsten sagen würde ‚nein, ich habe absolut keine Ahnung, was ich ihr schenken soll, immerhin wird sie schon fünfzehn, und ich will, dass es etwas besonderes ist und nicht einfach nur der nächste Teil von ‚Bis ins Herz‘. Aber das sage ich nicht, natürlich nicht. Immerhin ist Olli Marias Bruder.
„Hast du denn schon ein Geschenk für sie gefunden?“, frage ich ihn, um ihn – und eigentlich auch mich – von mir und der Tatsache, dass ich eigentlich keine Ahnung habe, was ich Maria schenken soll abzulenken.
„Einen ‚Journalismus für Anfänger Guide‘ und der nächste Teil von dieser komischen Buchreihe, wie hieß die nochmal, die mit den Vampiren?“, meint er achselzuckend.
„Bis ins Herz“, entgegne ich.

„Ach genau, die“, meint er lachend.
„Hat sie dich gezwungen, die Filme mit dir zu gucken?“ Gezwungen? Eigentlich nicht. Maria und ich entscheiden immer zusammen und immer abwechselnd, was wir machen wollen, welchen Film wir gucken, ob wir rausgehen oder nicht, wo wir hingehen, zu mir oder zu ihr.
Aber Max. Max hat diesen Film freiwillig mit ihr geguckt. Und mir hat Maria eines der Bücher letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt, während ich mich kurz vorher noch darüber lustig gemacht habe und meinte, dass sie mir hoffentlich kein Buch schenken wird.
Oh, fuck. Fuck.
„Hannes? Erde an Hannes, bist du noch da?“, reißt Ollis‘ Stimme mich aus meinen Gedanken.

„Was? Ja-„, murmele ich abgelenkt. Olli klopft mir auf die Schulter und schenkt mir einen mitleidigen Blick.
„Mein Beileid“, meint er. Was?
„Genau deswegen habe ich mich von Sara getrennt, sie wollte die ganze Zeit diese schrecklichen Filme gucken und Bücher mit mir lesen, das ist doch kaum auszuhalten“, fährt Olli mittlerweile fort. Ihm scheint es zum Glück gar nicht aufzufallen, dass ich mit den Gedanken ganz wo anders bin.
Kaum auszuhalten? Klar, kitschige Vampirfilme sind jetzt nicht so unbedingt mein Ding, aber wenn Maria sie eben mit mir zusammen gucken will, dann lasse ich es halt über mich ergehen, wenn es Maria glücklich macht.
Und ob wir jetzt einmal bei schlechtem Wetter einen schlechten Film gucken oder zusammen an den See fahren ist doch auch egal, solange wir Zeit miteinander verbringen, oder?

„Ja, wirklich kaum auszuhalten“, murmele ich, ohne Olli dabei anzusehen. Olli wirft mir einen verwunderten Blick zu.
Kann es sein, dass Olli recht hat? Vielleicht gehen meine und Marias Interessen ja doch zu weit auseinander. Vielleicht bin ich ihr ja doch zu jung und kindisch.
In diesem Moment rumst es einmal laut im Flur, gefolgt von einem „Scheiße!“, von Maria. Olli grinst.
„Na Pippimaus, hast du schon wieder vergessen, dass du deine aussortierten Bücher im Flur abgelagert hast?“, ruft er und lacht.

Für einen Moment antwortet Maria nicht, ich kann nur hören, wie sie sich im Flur hin und her bewegt, ihre Schuhe auszieht und dann ihren Mantel aufhängt. Als sie schließlich zu uns ins Wohnzimmer kommt, sieht sie Olli gereizt an.
„Schon mal darüber nachgedacht, dass das ganz eventuell auch daran liegen könnte, dass ein gewisser Jemand diese Bücher immer wieder wo anders im Flur platziert, Pupsi?“, entgegnet sie. Ollis Grinsen wird noch breiter.
Maria wirft ihm einen letzten entnervten Blick zu, bevor sie nach meiner Hand greift und mich hochzieht.
„Komm Hannes, wir gehen“, meint sie.

Energischen Schrittes zieht sie mich aus dem Wohnzimmer, in Richtung Treppe.
„Bleibt schön brav, Pippimaus“, ruft Olli uns hinterher. Maria verdreht erneut genervt die Augen.
„Er ist so unausstehlich geworden seit Mama und Papa gesagt haben, dass ich unser Zimmer behalten werde und nicht er, wenn sie fertig damit sind, das Gästezimmer zu renovieren“, murmelt sie gereizt sie und öffnet die Tür zu ihrem Zimmer, welches sie sich momentan noch mit Olli teilen muss.
Ich überlege noch, was ich ihr antworten kann, da dreht sie sich auch schon um, um mich zu küssen.
Irgendwas stimmt mit ihr in letzter Zeit nicht, dessen bin ich mir sicher. Während ich mich normalerweise über den Kuss freuen würde, kann ich jetzt nur daran denken, wie fertig und abgekämpft sie heute aussieht.

In den letzten Wochen habe ich schon mehrmals versucht, sie darauf anzusprechen, aber sie ist der Frage immer ausgewichen oder hat mir mit einer Gegenfrage geantwortet oder mich gefragt, wie ich denn überhaupt darauf komme, es wäre doch alles in Ordnung?
Ja klar, und ich bin die Kaiserin von China oder was?
Die Zweifel, die ich schon vorhin, als ich mit Olli geredet habe, empfunden habe – und die sowieso in der letzten Zeit immer stärker werden – überrollen mich jetzt geradezu.
Vielleicht bin ich ihr ja wirklich zu jung. Vielleicht will sie ja wirklich nicht mehr mit mir zusammen sein. Vielleicht-

„Hannes?“, fragt Maria irritiert, nachdem sie sich von mir gelöst hat, als sie gemerkt hat, dass ich den Kuss gar nicht erwidert habe – ich bin so ein Idiot, wirklich.
„Stimmt irgendwas nicht?“, fährt sie fort und sieht mich immer noch an, wobei sie einen zögerlichen Schritt von mir zurücknimmt.
Wenn ich nur wüsste, wo ich anfangen sollte, um ihr meine ganzen Gedanken und Zweifel der letzten Wochen zu erklären.
Review schreiben