Blutmond

von Nici2017
GeschichteAllgemein / P16 Slash
Boris Saalfeld Tobias Ehrlinger / Saalfeld
19.08.2019
12.10.2019
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Es war ein wunderschöner Sommertag in Bayern, wunderschön und sauheiß. Die 30 Gradmarke war schon lange geknackt und auch Abends gab es kaum mehr Abkühlung. Heute sollte laut Wetterexperten der Höhepunkt der Hitze stattfinden, bevor dann heute Nacht der lang ersehnte Temperatursturz durch ein Gewitter eintreten würde.
Tobias störte die Hitze des heutigen Tages allerdings recht wenig. Er saß schon seit Stunden im Vollklimatisierten Zug und wartete sehnsüchtigst darauf, endlich den Bahnhof Bichlheims zu erreichen.
Es war bereits später Nachmittag, als der Zug quietschend zum stehen kam. Er streckte sich intensiv und erhob sich von seinem Sitz. Endlich! Er spürte, wie wieder Bewegung in seine bisher recht steifen Knochen aufkam. Als er sein Bein streckte, knackte es kurz gefährlich. Aber das kannte er ja bereits. Nach langem Sitzen musste sein Bein sich immer erstmal wieder richtig "sortieren".  Die Fahrt hatte für ihn unendlich lange gedauert. Umso erfreuter war er, dass er nun endlich hier raus kam. Als die Schiebetür sich öffnete, wurde er sogleich mit einer unfassbar erdrückenden Hitze begrüßt. Ein Blick auf die Bahnhofsanzeige verrieten ihm, dass gerade 35 Grad direkt und mit voller Wucht auf ihn einprasselten. Die Zahl allein war schon erdrückend genug, aber durch die angenehme Kühle im Zugabteil kam ihm dies Hitze noch viel unerträglicher vor.  
"Huuhu! Tobias! Hier sind wir!" Er drehte sich um und sah seine Cousine im kurzen bunt geblümten Kleid am Bahnsteig, zusammen mit ihrem Verlobten Paul, welcher ebenfalls kurz bekleidet da stand und ihm freudig zuwinkte. Fröhlich winkte er zurück und schritt auf sie zu. Bei ihnen angekommen schlossen sie sich schnell in die Arme. "Es ist schön, dass du wieder hier bist." Sagte Romy, als sie Tobias endlich wieder frei gab. "Und gut schaust du aus." Ergänzte sie, als sie ihren Blick herunter zu seinen Beinen schweifen ließ. Tobias, welcher noch Paul begrüßte, konnte nur grinsen. "Tja, ich hab doch gesagt, die in Berlin sind gut." Drei Jahre waren es her, seit seinem furchtbaren Gift-und Motorradunfall. Vor drei Jahren hatte die Welt für ihn so grau und trist ausgesehen, doch nun hatte das helle Licht das Grau vertrieben. In seiner Zeit in Berlin hatte er diverse Ärzte aufgesucht und tatsächlich einen Spezialisten gefunden, der ihm helfen konnte. Mit diversen Operationen konnte sein Rückenmark und sein Bein tatsächlich wieder so hergestellt werden, dass er sein Bein wieder spüren und bewegen konnte. Vor ein paar Monaten war seine Rehatherapie diesbezüglich beendet und er wurde als geheilt entlassen. Und nun.... nun steht er wieder hier, gesund, fröhlich .... nur nicht glücklich. Aber dies hatte er sich fest vorgenommen zu ändern. Am liebsten heute noch, auch wenn er genau wusste, dass dies nicht möglich war. Da der Bahnhof nicht allzu weit entfernt von Romys und Pauls Wohnung in Bichlheim lag, hatten sie beschlossen ihn zu Fuß abzuholen. Den Koffer konnte man schließlich rollen und Tobias war sicher froh, wenn er sich  nach der langen Zugfahrt etwas bewegen konnte. "Und.... musst du noch Übungen machen wegen deinem Bein?" Fragte Romy auf dem Weg interessiert. "Ja, allerdings. Jeden Tag ein Paar und am besten nicht so viel sitzen, wie ich es bis eben getan habe. Aber ich mach das ja nicht täglich, von daher war das schon okay."
"Oh... na dann war der Fußmarsch ja der perfekte Einfall von uns."
"Allerdings. So kommt wieder Bewegung in mein Bein." Lächelte er ihnen zu. Sie kamen langsam an einem kleinen Park an, welcher ihnen zum Glück mehr Schatten spendete, als die voll von der Sonne bestrahlte Landstraße, auf der sie eben noch unterwegs gewesen waren. "Puh... hier ist es doch gleich ein wenig angenehmer." Seufzte Paul auf, der solch Hitze nicht wirklich leiden konnte. Er sehnte schon seit Tagen dieses vorhergesagte Gewitter herbei. Fahrrad fahren machte mit etwas kühlerer Luft viel mehr Laune, aber da er im Training bleiben musste, war er gezwungen auch bei diesem Wetter weiter sich fleißig aufs Rad zu setzen. Während sie durch den Park gingen, sahen sie auch tatsächlich ein paar andere sportlich motivierte, denen es scheinbar ähnlich ging wie Paul. Es war eigentlich alles vertreten. Radfahrer, Inlineskater und natürlich auch die Läufer. Tobias blieb stehen, als er einen Jogger in der Ferne erblickte. Ein Grinsen stahl sich sofort auf sein Gesicht. Da war er! Boris! Er war tatsächlich hier! So schnell hatte er nicht damit gerechnet ihn zu sehen. Boris schaute sogar kurz einmal in ihre Richtung, was Tobias dazu veranlasste kurz den Arm zu heben, allerdings schien er sie nicht zu bemerken, denn er lief stur weiter gerade aus. Zum rufen war er viel zu Weit weg, zumal er wahrscheinlich eh Musik am Ohr hatte. Schade eigentlich. Aber um ihm den Weg zur Wohnung zu versüßen hat es alle male gereicht. Boris sah toll aus! Genauso, wie er ihn in Erinnerung hatte. Wenn nicht sogar noch sportlicher, als vorher. Vermutlich hatte er sich voll auf Musik und Laufen konzentriert und sie daher gar nicht wahrgenommen. Er erschrak, als er plötzlich Pauls Hand auf seiner Schulter spürte. "Alter, das wird nicht leicht! Das ist dir bewusst oder?" Oh ja, das war ihm leider mehr als bewusst.

***

Völlig erschöpft kam Boris in seiner Wohnung an. Der Arbeitstag heute hatte es echt in sich gehabt und gleich musste er auch weiter zur Eröffnung des Frühlingsfestes, welches vom Fürstenhof organisiert wurde. Um ein wenig abzuschalten, hatte er sich vorgenommen eine kleine Runde zu laufen auch wenn es dafür eigentlich viel zu heiß draußen war. Aber das Joggen entspannte ihn irgendwie. Er konnte ja nicht ahnen, dass seine Runde so ausarten würde. Eigentlich wollte er nur seine übliche Laufrunde angehen, aber dann im Park, als er Romy und Paul erblickt hatte, da war ihm fast als hätte er IHN bei ihnen gesehen. Eigentlich hätte er nur ein zweites mal hinblicken müssen um sich zu vergewissern, dass ER eben nicht da gewesen war. So, wie er auch bisher nie da war, aber er hatte sich nicht getraut, war einfach weitergelaufen und gelaufen und gelaufen. Und so kam es, dass seine Laufrunde dreimal so lang wie üblich wurde. Aber sein Kopf fühlte sich nun wieder ein wenig freier an. Wenn auch noch nicht völlig. Er goss sich etwas Wasser in sein Glas und nahm ein paar Schlucke. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er allerdings schnell unter die Dusche sollte. Schließlich began das Fest bald und er musste, nachdem der Bürgermeister das Fest eröffnet hatte, die offizielle Ansprache vom Fürstenhof halten. Schließlich waren sie der Initiator des Festes. So stellte er sein immer noch halbvolles Glas ab und eilte schnell ins Bad. Gedanklich immer noch bei diesem Erlebnis festhaltend hielt er den Kopf gegen den kühlen Wasserstrahl und versuchte sich irgendwie zu entspannen. So bekam er auch nicht mit, dass die Duschwand geöffnet wurde und erschrak, als sich plötzlich zwei Arme um ihn legten. "Oh entschuldige Schatz." Zart wurde er im Nacken geküsst. "Ich wollte dich nicht erschrecken." Hauchte Gregor ihm ins Ohr und küsste zart sein Ohrläppchen. Boris spürte, wie dieser seinen Unterleib weiter gegen ihn drückte und spürte dessen Erregung genau. "Ein schneller Quickie? Wie wäre es?"
Oh nein .... nicht jetzt. Das passte ihm eigentlich gerade gar nicht. Zum einen war er absolut nicht in Stimmung und zum anderen hatte er auch nicht mehr wirklich Zeit. "Greg, ich...."
"Bitte....ich muss doch noch zu dieser Versammlung der Kollegen, bevor ich dir auf dem Fest Gesellschaft leisten kann.... ich brauch das jetzt als Motivation, dringend!" Unterbrach Gregor ihn und drängte ihm einen leidenschaftlichen Kuss auf, welchem Boris sich dann doch einfach hingab. Ihm zu liebe.

***

In Windeseile hatte Boris sich angezogen. Gregors kleine Aktion hatte seinen eh schon knappen Zeitplan doch ganz schön an seine Grenzen getrieben. Und dazu kam auch noch eine leichte Übelkeit, die ihn gerade erfasste, welche seine derzeitige Situation gerade nicht sonderlich angenehmer machte.
Als er schnell seinen Schlüssel griff, wurde er erneut von Gregor aufgehalten. "Hey.... warte doch noch kurz."
"Ich muss wirklich los, das Fest beginnt gleich."
"Ich weiß." langsam trat Gregor auf Boris zu und hielt seine Hände. "War eben nicht ganz so deins oder?" Fragte er leicht schüchtern. Boris erschrak kurz. Hatte Gregor das etwa bemerkt? Durch Boris Blick lachte Gregor kurz auf. "Naja, du warst nicht so ganz bei der Sache." Schnell gab er ihm einen flüchtigen Kuss auf den Mund. "Aber trotzdem Danke, dass du mir diesen Gefallen getan hast. Ich revanchier mich dann auch." zwinkerte er ihm zu, was Boris ein Lächeln auf die Lippen stahl. Er warf ihm noch einen Luftkuss zu und verließ schnellen Schrittes die Wohnung. Das halbvolle Wasserglas stellte Gregor weg und began sich dann ebenfalls fertig zu machen.

*****

Hallo ihr Lieben,

da bin ich schon wieder *zwinker*. Ich weiß.... Wetter ist NordSturms Spezialität, aber ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht krumm... Aber ich brauch die Hitze später noch ;-) Ihr merkt dann, wenn es soweit ist. :-) Ich hoffe der Start hat euch gefallen, wie fast überall muss das ganze ja auch erstmal anlaufen ;-)
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