Nobody's Perfect

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
19.08.2019
15.10.2019
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Hallihallo ihr Lieben!
Ich wette, einige von Euch werden jetzt die Augen verdrehen ;-)
Drücken wir es so aus: Ich denke, ich habe mich von dem Schock des Geschichtenklaus nun endgültig erholt und will meine Babys alle wieder glücklich vereint auf dieser Plattform wissen. Und da gehört Nobody's Perfect einfach dazu. Ich hoffe, der/die ein oder andere freut sich darüber.
Heute präsentiere ich Euch den Prolog und dann gibt es ab morgen jeden Dienstag ein neues Kapitel.

Und nun, noch einmal zur Erinnerung:

Copyright © Pina Moxlay 2015-2019
Alle Rechte, einschließlich der Vervielfältigung, Veröffentlichung, Bearbeitung und Übersetzung, bleiben vorbehalten

Ich merke hier noch einmal an, dass ich jegliche der oben aufgeführten Kopien, bzw. Bearbeitungen straf- und zivilrechtlich verfolgen werde.
(Ich hasse es, dass ich das anmerken muss)

Eure Pina



                                                               ********************************

Prolog


Der Empfang, den die Einwohner der Kleinstadt ihrem Footballteam der Carmel Highschool bereiteten, war dem eines hohen Staatsbeamten würdig und ging in die Annalen der Geschichte des beschaulichen Örtchens an der kalifornischen Küste ein.
Die Straßen der kleinen Ortschaft waren in den Farben der Padres geschmückt. Überall an den malerischen Häusern hingen silber-rote Fahnen mit dem Bild eines der spanischen Missionare, die das kleine Städtchen mitbegründet hatten. Dazu Luftballons in den gleichen Farben, sowie Girlanden, die zwischen den altertümlich anmutenden Straßenlaternen gespannt waren. Eine Musikkapelle führte den Autokorso an, in dem die jungen Spieler in offenen Cabrios auf den Rückbänken saßen und den jubelnden Einwohnern zuwinkten.
Nur der eigentliche Star des Teams, der siebzehnjährige Logan O‘Malley, saß recht still und mit hochroten Wangen in der Mitte des letzten Wagens, flankiert von zwei strahlenden Cheerleadern mit Zahnpasta-Lächeln, hielt die Trophäe in die Höhe und fragte sich insgeheim, ob dieser nahezu frenetische Jubel überhaupt gerechtfertigt war. Schließlich hatten sie nicht den Superbowl gewonnen, sondern nur die Highschool-Meisterschaft.
Gut, es war die erste seit 28 Jahren und sie hatten ihre Gegner mit 36:8 in Grund und Boden gestampft, was zum größten Teil sein Verdienst war. Behauptete zumindest der Coach. Okay, er hatte auch mehrere seit Jahrzehnten bestehende Highschool-Football-Rekorde gebrochen, aber Logan war nicht so anmaßend zu behaupten, dass er alleine dafür verantwortlich war. Auf die Fragen eines Lokalreporters hatte er verlegen geantwortet, dass das ganze Team eine überragende Leistung abgeliefert habe und er ohne eben dieses nicht in der Lage gewesen wäre, diese Leistung zu bringen.
Etliche Talentscouts hatten dem Spiel beigewohnt. Sie hatten sich davon überzeugen wollen, ob es sich bei dem jungen Mann tatsächlich um das Ausnahmetalent handelte, das sein Coach in ihm sah. Im Laufe des Spiels überschlugen sie sich immer mehr vor Begeisterung und feierten den jungen Mann bereits als den nächsten Joe Montana oder Walther Payton. Nach dem Spiel überschütteten sie den Teenager mit Lobeshymnen, der sich nur verlegen, aber sichtlich geschmeichelt das widerspenstige schwarze Haar aus dem Gesicht strich und seinen Eltern, die vor Stolz fast platzten, immer wieder hilfesuchende Blicke zuwarf.
Coach Boswell prophezeite seinen Eltern, dass ihr Telefon am nächsten Morgen nicht mehr stillstehen und ein Angebot das nächste toppen würde.
Pádraig O‘Malley hatte nur lachend abgewunken und in seinem breiten irischen Akzent geantwortet: „Sollen die nur alle anrufen. Logan wird sich nur für eines entscheiden und da hat er die Zusage schon sicher!“
„Davon hat er mir ja noch gar nichts erzählt“, gab der Coach erstaunt zurück.
„Logan wollte nicht vor dem Spiel mit der Tür ins Haus fallen.“ Olivia konnte ebenfalls vor lauter Stolz auf ihren Jungen nicht aufhören zu strahlen. „Nächste Woche, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, ist es früh genug!“
„Eben, alles zu seiner Zeit“, pflichtete Pádraig seiner Frau bei. „Heute sollen das Team und die ganze Stadt erst einmal ausgiebig den Sieg feiern. Liv und ich machen uns jetzt auf den Heimweg und lassen den Abend bei einem Gläschen alten, irischen Whiskeys ausklingen. Schließlich sind wir nicht mehr die Jüngsten!“

Der Korso endete auf dem großen Parkplatz der Highschool. Bei der Ansammlung an Menschen hätte die Aula alleine nicht ausgereicht, also hatten der Direktor der Schule und der Bürgermeister des Städtchens kurzerhand beschlossen, die Feier bei dem herrlichen Wetter nach draußen zu verlegen.
Es herrschte ausgelassene Festivalstimmung.
Man hatte eine Bühne aufgebaut, wo die Schulband und einige ortsansässige Musiker Livemusik für die verschiedensten Geschmäcker spielten. Hilfsbereite flinke Hände hatten Tische und Bänke herangeschafft, die Geschäfte Getränke und Lebensmittel spendiert und die fleißigen Damen hatten sich sogleich daran gemacht, daraus schmackhafte Salate, Häppchen, Kuchen und andere Leckereien zu zaubern, während die Herren der Schöpfung darum wetteiferten, wer an diesem Tag wohl der Barbecuemeister werden würde.
Man ließ das junge Footballteam wieder und wieder hochleben, trug die Spieler auf den Schultern durch die anhaltend laut jubelnde Menge, allen voran die Assistant Coaches, die Runde um Runde mit dem völlig überforderten Logan auf ihren Schultern über den Parkplatz drehten, bis der schon fast grün im Gesicht war. Coach Boswell klopfte ihm nur gutgelaunt auf den Rücken, als er endlich wieder auf seinen Beinen stand und sich leicht schwankend an seinem Trainer festhalten musste.
„Das ist doch Wahnsinn!“, murmelte der junge Mann und fuhr sich mit gespreizten Fingern durch seinen in alle Himmelsrichtungen stehenden Pony.
Boswell gluckste vergnügt. „Was meinst du wohl, was los ist, wenn du den Superbowl gewinnst, mein Junge? Das war ein wahres Glanzstück, was du da abgeliefert hast. Ich wollte dich erst lynchen, als du die besprochenen Spielzüge über den Haufen geworfen hast, aber ... halleluja, ich bin froh, dass du es getan hast.“
„Hm, Sie haben mir mal gesagt, dass ein guter Quarterback in der Lage sein muss, eigene Entscheidungen zu treffen, Coach“, meinte Logan verlegen.
Boswell klopfte ihm nur den Rücken. „Gute Entscheidung, Junge, gute Entscheidung. Na, dann würde ich sagen, Logan, genieße die Feier! Deine Eltern sind übrigens schon auf dem Weg zum Auto.“
„Oh, ich will ... sorry, Coach“, sagte der Teenager hastig und eilte ihnen nach, um sich zu verabschieden.

„Ma! Pa! Sagt bloß, ihr wollt schon gehen?!“
Logan schob sich durch die ausgelassen feiernde Menge, ohne den Leuten Beachtung zu schenken, die ihm weiter auf die Schulter klopften.
Pádraig zog seinen Sohn in eine kurze, aber kräftige Umarmung. „Du glaubst nicht, wie stolz ich auf dich bin, mein Sohn“, brummte er mit bewegter Stimme.
„Pa, es war die Leistung des ganzen Teams, nicht nur ich alleine“, wehrte Logan bescheiden ab. „Hast du alles gefilmt?"
„Aber sicher doch, was denkst du denn, mein Junge? Du kannst es dir morgen ansehen!“ Er knuffte ihn gegen die Schulter. „Falls du keinen zu dollen Kater hast, mein Sohn!“
„Pa!“, wehrte Logan verschämt ab.
„Ach, nun lass ihn doch!“, mischte Olivia sich gutmütig ein und umarmte ihren Sohn ebenfalls.
„Wir fahren jetzt. Feiert schön, aber treibe es nicht zu doll, in Ordnung?“
„Du weißt doch, dass ich nicht trinke, Mom.“ Er drückte sie kurz. „Kommt gut heim! Macht euch keine Sorgen! Ich bau’ schon keinen Mist.“
„Das wissen wir, mein Schatz“, sagte sie mit einem weichen Lächeln. Sie winkte ihm noch einmal zu, bevor sie ihrem Mann zum Auto folgte, das Pádraig in einer Seitenstraße geparkt hatte.

Feiern war in der Tat genau das, was das gesamte Team, der Rest der Schule und des Städtchens machte. Und natürlich hatten ein paar ganz besonders Schlaue heimlich Alkohol auf die Party geschmuggelt. Und nicht nur die Schnaps- und Bierflaschen kreisten heimlich, auch der ein oder andere Joint wurde in stillen Ecken herumgereicht. Manche gingen sogar noch weiter und schmissen sich irgendwelche Pillen ein.
Logan hielt sein Versprechen, was ihm nicht besonders schwer fiel. Es war nicht so, dass er es noch nicht probiert hatte, aber ihm schmeckte einfach kein Alkohol. Und von Joints oder anderen Rauschmitteln ließ er grundsätzlich die Finger. Immerhin war er Vollblutsportler durch und durch und er würde den Teufel tun, mit dem Konsum von so einem Zeug seine noch in den Kinderschuhen steckende Karriere aufs Spiel zu setzen!

Trotzdem schwebte der junge Mann eine Stunde, nachdem seine Eltern die Party verlassen hatten, auf Wolke sieben. Diesmal war Skylar Jackson der Grund. Ebenfalls siebzehn Jahre alt und Kapitänin des Cheerleaderteams. Logan schwärmte schon für sie, seit er begonnen hatte, sich für Mädchen zu interessieren. Aber er, der Schwarm aller Mädchen, hatte sich nie getraut, sie anzusprechen. Dafür war er viel zu schüchtern.
Aber sie hatte an diesem Abend den ersten Schritt gemacht und ihn einfach auf die Tanzfläche gezogen. Wie gekonnt und verführerisch sie sich zur Musik bewegte! Und wie witzig sie war! Wie ihre Augen funkelten, wenn sie lachte! Sie hatten getanzt und geredet, bis sie plötzlich seine Hand ergriff und ihn in eine ruhige Ecke zog. Logan war zu Anfang ein wenig erschrocken, als sie die Initiative ergriff und ihn zu sich herunterzog, um ihn zu küssen, weil er so etwas noch nie getan hatte. Aber er hatte recht schnell Gefallen daran gefunden und alleine die intensiven Zungenküsse, die sie austauschten, reichten aus, um ihn in allerhöchste Erregung zu versetzen.
Er pfiff gerade darauf, dass sie zu viel getrunken hatte, während er stocknüchtern war. Sie ging ganz schön ran! Ob es am Alkohol lag, dass sie so entfesselt war? Oder fand sie ihn wirklich so heiß? Jesus, wanderte ihre Hand gerade tatsächlich in seine Hose?! Er stöhnte keuchend auf, als sie sein erigiertes Glied zielstrebig mit der Hand umfasste und anerkennend schnurrte:
„Hm, fühlt sich an, als könnten wir beide heute Nacht eine Menge Spaß haben, Logan.“ Sie biss ihn in die Unterlippe und fuhr aufreizend mit der Zunge darüber. „Lass uns von hier verschwinden, Honey“, hauchte sie mit einem verführerischen Augenaufschlag, fasste ihn an den Händen und zog ihn hinter sich her. Mitten durch die tanzende, ausgelassen feiernde Menge. Seine größte Sorge war in diesem Moment, dass jemand die Beule in seiner Hose bemerkte.

Skylar führte Logan zu Derek Cenaros Firebird, wo Logans Wide Receiver damit beschäftigt war, an Monica Wilsons Oberteil herumzumachen.
„Ey, Derek, können wir auf dem Boot von deinen Alten weiterfeiern?“ Sie wippte vielsagend mit den Augenbrauen, während Logans Wangen schon wieder in einem tiefen Rotton erglühten, als Derek sich ein Stück aufrichtete und dann breit grinste, nachdem er den Quarterback von oben bis unten gemustert und die unübersehbare Ausbuchtung seiner Jeans entdeckt hatte.
„Klar, warum nicht?“, antwortete er lässig. „Gute Idee, Sky. Der Kühlschrank ist gefüllt, ich hab auch noch ’n bisschen was dabei, also ... lasst uns ein wenig Spaß haben!“
Monica kicherte albern.
„Hauptsache, du hast genug Kondome da!“
„Ne Großpackung! Extra für dich, Babe“, tönte er großmäulig, bevor er ihr einen kräftigen Klaps auf die Kehrseite gab, was sie mit einem quiekenden Lachen kommentierte. „Na los, Babe, schwing’ deinen heißen Arsch auf die Rückbank! Sky, du auch! Logan wird kaum hinten reinpassen!“
„Ka-Kannst du denn noch fahren?“, fragte Logan unsicher. „Du scheinst mir nicht mehr ganz nüchtern zu sein!“
„Oh, Logan, jetzt sei kein Spielverderber!“, maulte Skylar, verzog ihre vollen Lippen zu einem sinnlichen Schmollmund, bei dessen Anblick allein er schon wieder weiche Knie bekam.
„Ich hab‘ nicht viel getrunken“, schwindelte Derek eiskalt. „Zwei Bier.“ Dass es nicht nur die beiden Biere, sondern noch mehrere Shots, drei Joints und zwei Pillen waren, verschwieg er wohlweislich. Logan war so ein Musterschüler, dass man manchmal das Gefühl hatte, er hätte einen Stock im Arsch. Fand Derek zumindest. „Außerdem sind wir in zehn Minuten da. Ist ja nur die Hauptstraße runter.“
Logan schien noch einen Moment mit sich zu hadern. Skylar schmiegte sich an den drahtigen Körper des jungen Mannes, ließ spielerisch den Zeigefinger über seine Brust tanzen und klimperte mit den Wimpern.
„Komm schon, Honey, jetzt hab’ dich nicht so!“, hauchte sie verführerisch. „Auf dem Boot ist genug Platz. Nur du und ich. Das wird die Nacht deines Lebens!“
Er gab sich geschlagen. Wer konnte sich eines so offensichtlichen Angebots in Anbetracht durchdrehender Hormone schon verwehren?
„Fahr’ aber vorsichtig!“, warnte er Derek noch und schnallte sich hastig an, als dieser mit durchdrehenden Reifen, die Anlage voll aufgedreht, aus der Parklücke preschte und mit schlingerndem Heck auf die Main Street einbog, während den vier jungen Leuten „Living on the Edge“ von Aerosmith ohrenbetäubend laut um die Ohren schallte.
Skylar schlang von hinten die Arme um Logan, knabberte an seinem Ohr und leckte aufreizend über die Halsschlagader, sog die dünne, empfindliche Haut sanft zwischen ihre Lippen. Logan unterdrückte mit aller Willenskraft ein Aufstöhnen und schloss ergeben die Augen, als ihre Hände unter den Kragen seines Shirts glitten und zu seiner muskulösen  Brust wanderten, um mit ihren perfekt manikürten Nägeln über seine Brustwarzen zu fahren. Die Gänsehaut hatte sich mittlerweile auf seinem ganzen Körper ausgebreitet.
„Oh fuck“, entfuhr es ihm und er zog scharf die Luft ein, als sie leicht in seine Nippel kniff, bevor ihre Hände sich ihren Weg in südlichere Gefilde bahnten und über sein leicht angedeutetes Sixpack wanderten.
„Hm, Honey, du bist heiß“, schnurrte sie ihm katzengleich ins Ohr.
Ja, mir ist verdammt heiß, schoss es ihm durch den Kopf. Jeden Moment würde ihm der Dampf aus den Ohren steigen, wenn sie so weitermachte. Alles schien zu kribbeln und in ihm machte sich eine gewisse Vorfreude darauf breit, was ihn in dieser Nacht noch erwartete.
Derek grinste nur breit und trat das Gaspedal voll durch, um mit hoher Geschwindigkeit die Ocean Avenue in Richtung des kleinen Jachthafens entlangzurasen. Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ampeln, Vorfahrtsregeln – all das existierte für Derek nicht. Die Konturen der Häuser verschwammen in einem Lichtermeer, die Farben wurden immer greller und bunter und die Musik dröhnte in seinem mit Alkohol und Drogen berauschten Gehirn, beschleunigte sich zu einem immer schneller werdenden Stakkato.

Dann ging plötzlich alles ganz schnell.
„Pass' auf!“, schrie Logan noch auf, als ein Auto aus der Seitenstraße kam.
Aufblitzende Scheinwerfer, Hupen, quietschende Reifen, kreischendes Metall und berstendes Glas. Schmerzerfülltes Stöhnen. Röcheln. Ersticktes Husten.

Dann wurde es mit einem Mal ganz still ...