Babyplüsch

OneshotFreundschaft / P6
Banzai Ed Shenzi
18.08.2019
18.08.2019
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HAHA! Da guckt ihr, ne? Ein OS... über meine 3 Lieblingshyänen (und eins meiner unproblematischsten ships die ich überhaupt habe, yay. Aber das hier sind noch Kinder, also lassen wir alles schön platonisch, klar?! ò.ó), ich kanns nicht fassen! Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser OS zu 70% an einem fucking Tablet geschrieben wurde und meine Finger jetzt Burnout haben.
Ja, Shenzi ist eine coole Zweitklässlerin, während Banzai und Ed noch in den kindischen Kindergarten gehen. Oder so. Und ja, das Zeug zu den Familien der dreien ist alles mein persönliches HC, diese nix canon. NA KOMM DISNEY, VERKLAG MICH HALT!

Ich weiß gar nicht wie ich darauf gekommen bin das hier zu schreiben, aber mir is so aufgefallen 'Fuck, ich hab noch nie was über die als Babys geschrieben, FUCK!!!' Dabei sind Hyänen so sweet als Babys und ARGH!
Mit Babyplüschfell ist bzw dieses braune Fell gemeint, was sehr kleine Babyhyänen noch haben. Ich liebe sie.

Des weiteren hoffe ich natürlich, dass alle IC sind und so. Viel Spaß.

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„Finde Mama was zu essen, Shenzi! Pass auf deine Geschwister auf, Shenzi! Du bist die Älteste, Shenzi! Übernehm Verantwortung, Shenzi! Diese faule, alte…“ Das Hyänenjunge brachte den Satz nur in Gedanken zu Ende. Zu hoch war das Risiko, dass irgendwer sie hören und bei ihrer Mutter anschwärzen würde. Sie wollte ihr ja beweisen, dass sie reif und erwachsen war, aber nicht indem sie ihr ständig irgendwelche Arbeit abnahm und zum Kindermädchen degradiert wurde. Und ihre Geschwister waren entweder alle blöde, kleine Babys oder ihre noch blöderen, älteren Brüder, die sich einen Spaß daraus machten sie ständig zu ärgern. Das hörte inzwischen allmählich auf, aber es war trotzdem anstrengend.
Shenzi hatte es sich nicht ausgesucht die älteste Tochter von einem riesigen Haufen Geschwistern zu sein. Warum musste ihre Mutter auch jeden–
„Au!“ Ein erschrockenes Quieken riss sie abrupt aus ihren Gedanken und sie machte einen Satz zurück, als irgendwas in ihre Seite prallte.
Sie knurrte instinktiv in die Richtung des Quiekens und sah ein ebenso erschrocken wie sie dreinblickendes Hyänenjunge. Es war jünger und kleiner als sie und dazu noch ein Männchen, aber die Wucht mit es ihr in die Seite gerannt war, war genug gewesen um sie taumeln zu lassen.
„Pass doch auf!“, bäffte der Fremde sie an und richtete sich laut grummelnd auf. Wahrscheinlich hätte Shenzi ihm einfach nur einen bösen Blick zugeworfen und wäre dann weiter ihres Weges gegangen, aber jetzt hatte dieser Giftzwerg auch noch tatsächlich die Unverfrorenheit sie anzufahren! So viel Mut in einem so kleinen Körper war gefährlich.
„Ich soll aufpassen?! Du bist in mich reingerannt, sei also bloß ruhig!“, fuhr Shenzi ihn erbost an und stand mit zwei großen Schritten vor ihm. Sie war einen guten Kopf größer als diese halbe Portion und selbst als er sich vor ihr aufzubauen versuchte, musste er immer noch aufsehen um ihr in die Augen zu blicken. Sie ließ sich davon also bestimmt nicht einschüchtern, doch nicht von dem da!
„Dann schau eben wo du lang läufst!“ Mit diesen Worten senkte die andere Hyäne den Blick und stapfte wütend davon. Mädchen waren so kackdumm, er hasste Mädchen! Sie waren blöd und doof und zickig und gemein und er hasste sie weil sie doof waren!
„Du hast echt eine verdammt große Klappe für jemanden der noch so viel Babyplüschfell am Hals hat!“, rief Shenzi ihm wütend hinterher. Sie hatte nicht vor dieses sinnlose Herumgestreite fortzuführen, aber sie hatte ihm einfach gefälligst eine Beleidigung hinterherzubrüllen, einfach nur weil sie immer das letzte Wort haben musste und wollte. Obwohl Shenzi sich umdrehen und ihren Weg fortsetzen wollte, schien sie mit ihrer Bemerkung jedoch einen Nerv getroffen zu haben.
„Hey, nimm das zurück! Das ist meine Mähne!“, wiedersprach die andere Hyäne hastig und stapfte wieder auf sie zu. Das war ja so erniedrigend und peinlich, er hasste Mädchen so sehr!
„Baby. Plüsch. Fell.“, wiederholte Shenzi provokant und grinste breit, als Scham in das Gesicht ihres Gegenübers kroch. Man sah ihm an wie unangenehm ihm die Bemerkung war und er war äußerst schlecht darin es zu verstecken. Zudem machte es Shenzi Spaß ihn bloßzustellen, immerhin hatte er den Streit angefangen und jetzt hatte sie sogar eine Schwachstelle gefunden. Er hatte sich mit der Falschen angelegt und das sollte er auch zu spüren bekommen.
„Flauschiges, weiches Babyplüsch! Du bist ein kleiner Plüschi!“, stichelte Shenzi weiter und lachte amüsiert. Zumindest so lange, bis sie ein Knurren hörte und zu Boden geworfen wurde.
Dieses kleine, dumme Aas hatte es also tatsächlich gewagt sich mit ihr anzulegen. Bitte, sie würde ihm zeigen was das bedeutete! Sie war älter, stärker und größer und vor allem hatte sie vier ältere Brüder die sie jeden Tag aufs Neue in ihre Schranken zu weisen hatte, was war da schon dieser Vollidiot? Wenn er erst handelte bevor er nachdachte, bitte, das war sein Problem und Shenzi würde gar nicht daran denken ihn zu verschonen.
Augenblicklich warf sie ihn mit einem kräftigen Tritt in den Bauch von sich herunter und sprang wieder auf die Beine. Ein lautes Knurren entwich ihr und im selben Moment hing sie ihm auch schon am Hals und warf ihn zu Boden.
Es kam zu einem energischen, aber unspektakulären Versuch seinerseits Shenzi wegzubeißen und da war es auch schon vorbei mit dem großen Kampf um Ehre und Stolz.
Die ältere Hyäne setzte sich kurzerhand breitbeinig auf ihren Kontrahenten und drückte ihre Vorderbeine so stark wie möglich in seine Brust.
„Hör auf!“, quiekte er wütend und unternahm einen kläglichen Versuch sich freizustrampeln, der jedoch zum Scheitern verurteilt war, als Shenzi den Kiefer um seine Kehle legte. Das war ein recht einfacher Trick, den sie mal von ihrer Mutter beigebracht bekommen hatte. Jedenfalls war so fast jeder ruhigzustellen. Zumindest Plüschi. Ja, der Name gefiel ihr, sie würde ihn ab jetzt einfach nur Plüschi nennen.
Shenzi ließ ihn schmoren. Nur ein paar Sekunden, aber Plüschi unter ihr schien tatsächlich Angst vor ihr zu haben und um ehrlich zu sein gefiel Shenzi der Gedanke. Zum ersten mal war sie tatsächlich eine ernstzunehmende Bedrohung, ihre Mutter wäre so stolz auf sie!
„Also gut, du hast gewonnen.“, murrte er schließlich geschlagen und wand den Blick von ihr ab. „Und jetzt geh runter von mir!“ Blöde, erniedrigende Mädchen! Er hasste sie alle, besonders diese hier! Wenn er nur ein bisschen älter wäre, er hätte sie an ihrem blöden Pony über den Boden geschleift, ganz sicher.
Shenzi hatte inzwischen von seinem Hals abgelassen, rührte sich jedoch noch immer keinen Zentimeter. Sie musste diesen Sieg auskosten und zwar alles davon.
„Nur wenn du dich entschuldigst.“, verlangte sie und sah ihn entschlossen an.
„Nein! Du bist in mich reingerannt und jetzt geh von mir runter!“
„Hör mal zu Plüschi, du–“
„Ich bin kein Plüschi!“, widersprach dieser lautstark. Er machte einen letzten halbherzigen Versuch sich unter ihr hervorzuwinden, doch scheiterte erneut. Er bebte vor Aufregung und wenn Shenzi sich nicht irrte, dann sah er genau so aus wie ihre kleinen Geschwister, wenn sie kurz davor standen in Tränen auszubrechen. Toll, jetzt fühlte sie sich schlecht und dieser dämliche Vollidiot hatte ihr den Spaß verdorben!
„Ach, sei keine Heulsuse! Du bist so ein Spielverderber!“, fuhr sie ihn frustriert an und stieg ohne weitere Anstalten von ihm herunter. Blöde, heulende Babys mit ihrem blöden Plüschfell! Sie war so viel reifer als die, vor allem dieser hier. Da hatte sie einmal einen richtigen Kampf, mit Beißen und so gewonnen und Plüschi war ein schlechter Verlierer! Und doof war er auch.
Sie sah ihn nicht mal mehr an als sie ihren Weg fortsetzte, so wütend war sie auf ihn. Sollte er doch heulen, sie jedenfalls würde nicht dabei stehen und zusehen. Sie hasste es wenn andere heulten, das nahm den ganzen Spaß aus der Sache.
„Hey! Warte noch ganz kurz!“, rief Plüschi ihr plötzlich nach einigen Sekunden hinterher und sie hörte wie er sich aufrappelte und den Staub von sich schüttelte.
„Was denn noch?! Soll ich dich etwa nochmal verprügeln?“, bäffte sie und legte die Ohren an, als er auf sie zu kam.
„Hast du meinen Bruder gesehen?“, fragte er ungeduldig. Die aufsteigenden Tränen von eben waren weggeblinzelt und der selbe, grimmige Ausdruck wie vorhin war wieder auf seinem Gesicht zu sehen.
„Nein und jetzt verschwinde, Plüschi.“, murrte Shenzi nur schlecht gelaunt. Toll, erst verdarb er ihr den Spaß und jetzt tat er so als ob ja nichts gewesen wäre. Er war so doof!
„Hör doch mal auf damit! Ich heiße Banzai! Banzai! Und ich suche meinen Bruder, Ed, er ist etwa so groß wie ich.“, erklärte Banzai unbeirrt, auch wenn dieser dumme Spitzname immer noch verletzend war. Aber vielleicht hörte sie ja jetzt auf damit, wo sie nun seinen Namen kannte. Oder sie würde sich auch dafür einen dummen Spitznamen ausdenken.
„Schön für dich, ich heiße Shenzi und ich suche einen Weg meinen Brüdern aus dem Weg zu gehen, also nerv mich nicht.“, schnaubte sie und wurde etwas schneller. Banzai tat es ihr gleich.
„Hör auf mir zu folgen!“ Shenzi stoppte nach ein paar Metern apprupt, wobei Banzai um ein Haar in sie reingelaufen wäre. Erneut.
„Ich folge dir nicht, aber ich wollte zufällig auch in die Richtung!“, verteidigte Banzai sich und hob den Kopf etwas an in der Hoffnung vielleicht zumindest ein bisschen größer zu wirken als er tatsächlich war.
„Ach komm schon, dein Bruder wird schon allein zurück finden, das tu ich auch ständig.“, meinte Shenzi genervt und blies sich ein paar Strähnen aus den Augen.
„Nein, wird er nicht, er war noch nie in diesem Teil des Friedhofs und ich sollte eigentlich auf ihn aufpassen.“, erklärte Banzai schuldbewusst und für einen Moment schien er regelrecht besorgt um Ed zu sein.
„Wie alt ist dein Bruder denn, dass du auf ihn aufpassen sollst? Du kannst ja kaum auf dich selbst aufpassen.“
„Ich kann sehr gut auf mich aufpassen!“, verteidigte Banzai sich energisch und stampfte empört auf.
„Nur anscheinend nicht auf deinen Bruder.", entgegnete Shenzi schnippisch und grinste als Banzai ein lautes Knurren von sich gab. Er würde sie im Leben nicht angreifen, nicht schon wieder. Für's erste schien er seine Lektion gelernt zu haben und das Knurren verstummte sehr schnell, als Shenzi kurz stehen blieb. Es war schon lustig, sie musste nicht mal was tun, allein die Möglichkeit, dass sie sich gleich zu ihm umdrehen und einen Kampf anfangen könnte war genug um ihn in seine Schranken zu weisen. Aber zumindest musste sie keine Energie mehr in unnötige Kämpfe mit kleinen Plüschfellbabys stecken. Von denen hatte sie nämlich zu Hause einen ganzen Wurf voll.
„Sag mal...“, sprach Banzai plötzlich in die Stille. „Wohin gehst du eigentlich?“
„Futter suchen.“
„Machen sowas nicht deine Eltern? Also bei uns macht mein Vater das immer.“, erzählte Banzai überrascht.
„Du hast einen Vater?“ Mit dieser Antwort hatte Banzai nicht gerechnet, aber zumindest redete sie mit ihm und war dabei nicht fies.
„Eigentlich auch meine Mutter, aber die ist grade krank. Sie schläft viel.“
Ah, endlich ein Thema zu dem Shenzi sogar etwas wusste! Sie war zwar immer noch von ihrem Anhang genervt, aber wenigstens konnte sie ein bisschen mit ihrem Wissen prahlen.
„Sie muss ganz viel fressen! Meine Tante war auch mal krank und lag nur rum und mein Onkel hat ihr dann immer extra was aus dem Geweihten Land gewildert und dann ging es ihr besser. Und sie braucht Ruhe, meine Tante war auch immer am Schlafen, aber dann ging es ihr danach besser.“, erklärte Shenzi enthusiastisch und schaffte es mit ihren Ratschlägen sogar Banzai für einen kurzen Moment ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Er würde auf jeden Fall seinen Eltern davon erzählen, vielleicht half das tatsächlich was.
„Du weißt echt viel darüber.“, stellte Banzai fest und Shenzis Grinsen wurde noch breiter.
„Mhm, danke.“ Es tat gut sowas von Außenstehenden zu hören, denn von ihren Geschwistern konnte sie lange auf Anerkennung warten. Vielleicht war dieser Banzai ja doch nicht ganz so doof wie er sich ihr gegenüber bis jetzt angestellt hatte.
Shenzi sprang einen kleinen Felsen hoch um einen besseren Überblick auf die Gegend und potentielles Futter zu haben und Banzai blieb ebenfalls stehen. Gut, das war seltsam.
„Ich dachte du läufst nur zufällig in die selbe Richtung wie ich...“, meinte Shenzi, als Banzai sich auch nach ein paar Sekunden immer noch nicht vom Fleck rührte.
„Und?“
„Warum wartest du auf mich?“
„Tu ich gar nicht! Ich schaue nur kurz ob ich was von Ed sehe und dann such ich weiter.“, erklärte Banzai und machte demonstrativ ein paar Schritte von Shenzi weg. Konnte ihr nur recht sein, Plüschi war ein schlechter Schauspieler.
Also, wo gab es hier Futter? Shenzi sah sich die von tiefen Furchen durchzogene Landschaft von sich genauestens an und setzte sich nachdenklich. Also an dem Gnukadaver in der Ferne könnte vielleicht noch ein bisschen Fleisch hängen... Das war aber ziemlich nah am Geweihten Land und Shenzi hatte sich dort noch nie so nah ohne ihre Mutter hingetraut. Sie fühlte sich allein bei dem Gedanken dort zu sein unwohl, denn sie hatte genug Geschichten über Löwen gehört um zu wissen wie gefährlich es war auch nur in Grenznähe zu sein.
Aber nur bis zum Kadaver, dafür würde ihr Mut schon reichen.
Shenzi sprang vom Felsen und zu ihrer Überraschung folgte Banzai ihr nicht. Sie hatte fast schon damit gerechnet, dass er sie heute gar nicht mehr in Ruhe lassen würde, aber die Suche nach seinem Bruder schien wohl endlich wieder wichtiger zu sein.
Mit schnellen, geübten Sprüngen hüpfte Shenzi über die unzähligen größeren und kleineren Furchen im Boden und als sie ihr Ziel schon fast erreicht hatte, stockte sie vor einem besonders tiefen Riss.
Den würde sie nicht schaffen, soweit konnte sie auf keinen Fall schon springen und alle anderen Wege zu dem Kadaver waren doch steile Felsbrocken versperrt.
„Ach, verdammt nochmal, sowas dummes kann aber auch nur mir passieren!“, schimpfte sie frustriert. Und dann lachte sie plötzlich jemand aus. Erst dachte sie Banzai wäre ihr dich heimlich gefolgt um sich jetzt über ihren Misserfolg lustig zu manchen, aber das Gelächter kam von unten, aus der Bodenfurche. Na wer auch immer sich da versteckte konnte was erleben! Warum war heute wirklich jeder auf Ärger mit ihr aus?
„Was ist da so lustig?“, keifte Shenzi in das Loch und für einen Moment war es still, bis das Gelächter von vorn begann.
Da saß doch tatsächlich ein Hyänenjunges im Loch. Dreckig, aber anscheinend glücklich. Es war kleiner als Shenzi und außer dem Gelächter hatte es bisher noch nichts gesagt.
„Pf, witzig, soll ich etwa runter kommen und dir noch mehr lustige Sachen erzählen?“
Eigentlich war das als Drohung gedacht, aber erneut bekam Shenzi nur Lachen zu hören. Ja, das war wirklich nicht ihr Tag.
Das Hyänenjunge in dem Loch beruhigte sich nach ein paar Sekunden wieder und stellte sich auf die Hinterbeine um Shenzi genauer betrachten zu können. Sie tat es ihm gleich und das erste was ihr auffiel war die Zunge. Keine Ahnung warum es ihm schwer fiel sie im Maul zu behalten, aber was wusste sie schon?
„Du spricht nicht gerne, hm?“ Eigentlich war es mehr eine Feststellung als eine wirkliche Frage, aber Shenzi bekam sowieso keine Reaktion zu sehen, was in diesem Fall wohl die beste Antwort war.
Für ein paar Sekunden starrten die beiden Hyänenjunge sich einfach nur an und dann begann das fremde an zu wimmern.
„Was ist, kommst du da nicht mehr raus?“, fragte Shenzi abschätzig und bekam ein Nicken zur Antwort. Na also, es wurde doch langsam mit der Verständigung zwischen den beiden.
Doch ein Gedanke kam ihr in den Sinn und sie hätte sich am liebsten dafür geohrfeigt, dass sie nicht früher auf die Idee gekommen war.
„Heißt du zufällig Ed?“
Ein eifriges Nicken bestätigte ihre Vermutung und Shenzi grinste breit. Nein, sie freute sich natürlich nicht darüber Banzai geholfen zu haben, es ging selbstverständlich nur um Eds Rettung und die Tatsache vor Banzai damit angeben zu können, dass sie ihn gefunden hatte.

„Banzai? Hallo? Bist du noch da oder hast du schon aufgegeben?“
Keine Antwort. Unglaublich, da war sie fünf Minuten weg und schon war Plüschi verschwunden.
Doch zu ihrer Erleichterung erklang ein Stück hinter ihr das Bröckeln vom Steinen und Banzai rutschte in sich hineingrummelnd einen kleinen Abhang herunter.
„Was ist denn? Ich dachte du willst nicht, dass ich dir Folge.“, meinte er schlecht gelaunt und trottete auf sie zu.
„Gut, wenn du mir so kommst, dann erzähl ich dir natürlich nicht wo ich Ed gefunden habe.“, meinte sie non-chalant. Auf Banzais Gesicht machte sich sofort ein besorgter Ausdruck breit und sein Schwanz wedelte aufgeregt den Staub hinter sich auf.
„Wo- Warte, lügst du etwa?“, hakte er misstrauisch nach.
„Warum sollte ich?“
„Weil du mich einfach ärgern willst?“
„Find's doch raus.“, entgegnete Shenzi schulterzuckend.
„Woher weißt du überhaupt, dass es mein Bruder ist? Hat er's dir gesagt?“, hakte Banzais nach und hob misstrauisch eine Augenbraue. Je nachdem wie Shenzis Antwort gleich ausfallen würde, wusste er ob sie log oder nicht.
„Naja, er hat zwischen dem dummen Gelächter nicht direkt was gesagt, aber–“
„Jaaaa, das ist Ed.“, unterbrach Banzais sie stöhnend. „Also, wo ist er?“
Shenzi seufze. Das würde könnte ja noch lustig werden. „Folge mir.“  

„Ed?!“ Banzai und Shenzi streckten die Hälse über die Furche, in der er sitzen musste. Ed meldete sich mit einem kurzen Winseln und begann augenblicklich mit dem Schwanz zu wedeln, als er seinen Bruder erkannte. Die Erleichterung war Banzai anzumerken und er grinste sogar kurz.
„Ed, was hast du wieder gemacht?! Ich sage doch du darfst das nicht, Mama wird sonst wieder traurig und dann gibt's Ärger!“, schimpfte Banzai und sah sich währendessen nach einer Möglichkeit um seinen Bruder aus dem Loch zu holen.
Ed antwortete nur mit einem kurzen Lachen und allmählich fand Shenzi ihn wirklich seltsam.
„Warum sagt er nichts?“, fragte sie schließlich an Banzai gewandt und betrachtete Ed einen Moment genauer. Er schielte etwas und seine Zunge hing ihm noch immer aus dem Maul, aber sonst...
„Er hatte Mal einen Unfall mit einem Elefanten, der zum Sterben herkam. Dummes Mistvieh! Wir haben ihn danach zwar gegessen, aber Ed hat ziemlich was abbekommen. Er spricht seit dem nicht mehr, aber man gewöhnt sich daran. Nicht, Ed?“
Ed nickte breit grinsend.
„Aha.“, antwortete Shenzi und setzte sich. Es könnte interessant werden Banzai dabei zuzusehen, wie er versuchte Ed aus dem Loch zu holen, denn trotz seiner Entschlossenheit war er kaum größer als sein Bruder und würde allerhöchsten selber noch hinterher fallen.
Banzai unternahm nach einigem unruhigen Umherlaufen schließlich einen Versuch Ed zu ergreifen und reckte den Hals nach ihm. Jedoch vergebens.
„Brauchst du Hilfe?“, fragte Shenzi schließlich, als sie diesem Trauerspiel nicht mehr kommentarlos zuschauen konnte.
„Nein! Ich kann das!“, widersprach Banzai energisch und machte demonstrativ einen neuen Versuch Ed zu fassen zu bekommen. Es reichte immer noch nicht und das frustrierendste für Banzai war, dass es hierbei nur auf Zentimeter ankam.
„Nein, das machst du falsch! Lass mich das regeln!“, entschied Shenzi genervt und stieß ihn ein Stück zur Seite.
Jungs schafften aber auch gar nichts allein! Was für ein Glück dass sie da war.
Banzai rieb sich die Schulter und warf Shenzi einen vernichtenden Blick zu. Er hatte grade angefangen sie zu mögen und jetzt musste sie wieder doof werden.
„So... Ed, spring jetzt mal so hoch du nur kannst.“, befahl Shenzi und streckte den Hals so weit sie nur konnte in das Loch hinunter. Sie war zwar größer als die beiden Brüder, doch sie konnte nur hoffen, dass es hierfür reichte. Sich jetzt, nachdem sie sich vor Banzai so großmäulig gegeben hatte, zu blamieren wäre die vielleicht größte Schande ihres bisherigen Lebens gewesen.
Ed tat wie ihm geheißen und nach ein paar Anläufen schaffte es Shenzi tatsächlich ihn am Genick zu packen. Er war schwerer als er aussah und im ersten Moment befürchtete Shenzi gar, sie würde mit ihm zusammen ins Loch fallen, aber zum Glück schien Ed seinen Teil zu seiner Rettung beizutragen, da er augenblicklich anfing sich mit den Hinterbeinen an dem Fels abzustützen. Shenzi zog mit aller Kraft die sie aufbringen konnte an dem Hyänenjunge herum und schaffte es nach einigen anstrengenden Sekunden zumindest Eds Kopf über die Kante der Furche zu ziehen. Er hatte jetzt einen besseren Griff an den Felsen und auch wenn es vor allem für Shenzi unglaublich anstrengend war, so konnte sie jetzt nicht einfach aufhören. Diese Schmach wäre untragbar gewesen.
Sobald Eds Vorderbeine festen Boden unter sich hatten, war der Rest ein kein Problem mehr für ihn. Shenzi wagte es dennoch erst seinen Hals loszulassen, als er mit allen vier Pfoten auf festem Grund stand. Banzai hatte es bis eben kaum gewagt auch nur einen Laut von sich zu geben, aus Angst es könnte Shenzi stören. Erst jetzt hörte sie ein Aufatmen von ihm.
„Ed, ich bin so froh sich zusehen! Mach das nie wieder, klar?!“ Wie schnell Banzais Tonfall von erleichtert und glücklich auf vorwurfsvoll umschlug, war auch für Shenzi überraschend, aber während die beiden ihr Wiedersehen feierten rieb sie sich mit unterdrücktem Knurren den Kiefer. Ed da rauszuziehen war schwerer gewesen als gedacht und ihr Maul tat noch immer ziemlich weh. Aber nein! Niemand, gar niemand, vor allem nicht Banzai, durfte merken, dass es sie angestrengt hatte! Ihre Mutter sagte immer, alles was sie tat musste mühelos aussehen, das machte vor anderen mehr Eindruck und sie hatte recht.
„Das war der Wahnsinn, du bist so stark!“ Banzai wandte sich nun wieder Shenzi zu und grinste sie breit an. Er sah fast schon bewundernd zu ihr auf und auch Ed unterstrich die Aussage seines Bruders mit energischen Nicken.
„Ach, das war ein Klacks!“, meinte Shenzi großspurig, konnte das stolze Grinsen aber einfach nicht unterdrücken. Niemand hatte sie bisher stark genannt! Ihre Mutter sagte immer sie sei entschlossen und flink, aber stark? Es tat so gut das endlich zu hören, schließlich wurde es auch höchste Zeit, dass das endlich jemand erkannte und wertschätzte.
„Trotzdem, danke dass du uns geholfen hast.“, sagte Banzai und grinste sie einen Moment lang nachdenklich an. Wie konnte er ihr wohl am besten zeigen, wie dankbar er ihr war? „Weißt du was? Wenn unser Vater uns das nächste Mal was jagt, bekommst du was davon ab! Also wenn du magst.“
Shenzi ließ sich das bestimmt nicht zwei Mal sagen.
„Gerne! Wenn du mich suchst, ich bin oft bei dem Elefantenschädel, in der Nähe der Stelle wo wir uns getroffen haben.“, erklärte sie und sie musste ehrlich zugeben, dass sie einen Funken Aufregung in sich nicht ganz unterdrücken konnte. Sie hatte es bisher nicht wirklich geschafft Freundschaften zu anderen Hyänenjungen in ihrem Alter aufzubauen, aber vielleicht würde es bei diesen beiden ja klappen. Und irgendwie waren sie ja ganz lustig, Banzai zumindest.
„Gut! Dann sehen wir uns irgendwann. Aber wir müssen jetzt wirklich nach Hause, es wird schon dämmerig.“ Banzai deutete gen Himmel und auch Ed nickte zustimmend.
„Also gut. Dann bis zum nächsten Mal. Und verlier Ed nicht wieder.“ , verabschiedete Shenzi sich und sah ihnen hinterher bis sie hinter dem nächsten Felsen verschwunden waren.
Sie sah kurz in Richtung Westen, wo die Sonne dem Horizont schon gefährlich nah kam. Hier auf dem Elefantenfriedhof wurde es wegen all der hohen Felswände manchmal so plötzlich dunkel, dass sie schon mehrfach nur mit viel Angst in tiefster Nacht nach Hause gekommen war. Sich auf den Heimweg zu machen schien also eine ziemlich gute Idee zu sein.
Ihre Mutter würde auch bestimmt gerne hören was sie heute alles geleistet hatte, immerhin wurde sie stark genannt!
Hm. Vielleicht waren Banzai und Ed ja doch nicht so doof. Jedenfalls freute Shenzi sich auf ihr nächstes Treffen, was sie jedoch niemals laut gesagt hätte. Nicht dass sie sich noch was darauf einbildeten. Sie musste trotzdem grinsen.
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