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Agonia Luminis

von Sauden
GeschichteAbenteuer, Humor / P12
Apple Jack Fluttershy Pinkie Pie Rainbow Dash Rarity Twilight Sparkle
18.08.2019
04.12.2020
32
205.111
4
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1 Review
 
07.03.2020 5.965
 
3.5. Schweigen ist Gold

„Und ich dachte immer, Canterlot wäre ein magischer Anblick. Aber das hier…“. Rarity schwieg und es war auch gar nicht nötig weiterzusprechen, denn jeder wusste, was sie meinte.
Es war eine erstaunliche Stadt, die wahrhaftig vor ihnen schwebte. Jedenfalls soweit sie es erkennen konnten. Eine hohe und hell schimmernde Mauer, aus einem nicht erkennbaren Material umgab sie, verbarg aber nicht die Bauten, die darüber langsam auf und ab levitierten. Diese blau, lila gefärbten, marmornen Gebäude waren sehr hoch und zur Mitte hin immer dicker. Nach oben wurden sie wieder schmaler und wiesen ein kugelförmiges Dach auf. Außerdem waren sie mit prunkvollen Fischköpfen verziert, die Teilweise als Statue aus ihnen herausragten. Wenn man es so nennen wollte, denn auf die Freunde wirkte es doch etwas merkwürdig. Aber das wurde von der eindrucksvollen Atmosphäre überlagert. Ein riesiger, langsam rotierender, funkelnder Kristall schwebte über der Stadt und warf ein grelles Licht, etwas ähnlich wie eine Sonne. Die Luft schien hier noch feuchter zu sein als zuvor, aber auch hier wurden sie nicht nass. Hie und da glitt sogar etwas der wasserartigen Blase über ihnen entgegen nach oben, was wie Wassertropfen aussah.
„Das ist einfach… wow“, bemerkte Applejack erneut, wie zuvor bereits einmal. Sie liefen schon der Stadt entgegen, auf eine Art hochgezogene Zugbrücke zu und staunten immer noch mit offenen Mäulern. Dafür mussten sie über eine nicht allzu weite hügelige Wiese, dessen Rasen sich immer noch unter ihren Hufen zurückzog.
„Wirklich eindrucksvoll. Aber etwas zu nass für meinen Geschmack. Zumindest fühlt es sich so an“. Etwas verstört besah sich Rarity ihr eigenes Fell, welches sie scheinbar hin und wieder heimlich pflegte, denn sie sah bei weitem nicht so dreckig aus wie die anderen. Fluttershy besänftigte sie sogleich: „Du bist nicht nass. Aber ich fühle es auch“.
„Dieser Ort fühlt sich an“, begann Twilight Sparkle und zögerte einen Moment, in dem sie sich weiter umsah. „Als wäre er durch und durch mit Magie erfüllt. Dieses Gefühl habe ich schon, seit wir ihn betreten haben“.
„Das haben wir alle gespürt. Trotzdem finde ich es hier etwas beunruhigend. Mit dieser Begrenzung da oben…“. Rainbow blickte nervös hinauf. Eigentlich war hier jede Menge Platz zum Fliegen, aber trotzdem vermisste sie den freien Himmel. Als nächstes stutzte sie und fügte eilig mit lässiger Stimme hinzu: „Ich meine, ich habe natürlich keine Angst. Es ist nur etwas einengend“.
„Wir sollten bald auf die ersten Bewohner stoßen“, klinkte sich nun Gloomy Arcane ein. „Und wir wurden ja gewarnt, dass diese Chubbis sehr unangenehm sein können“.
„Gut, dass du bei uns bist“, wandte Fluttershy zuversichtlich mit einem sanften lächeln ein, worauf Gloomy kopfschüttelnd widersprach: „Hey, ich bin hier auch noch nie gewesen. Aber unabhängig davon, finde ich diesen Ort einfach faszinierend! Es ist wie du gesagt hast Twilight“. Er wandte sich begeistert an sie, die ihm darauf überrascht entgegenblickte. „Ich glaube deswegen sind wir auch alle so gut drauf. Dieser Ort quillt förmlich über vor positiven Magieschwingungen. Es ist beinahe wie eine Droge… es macht mich ganz hibbelig!“. Gloomy sprach plötzlich mit merkwürdig hoher Stimme vor Aufregung, worauf die anderen ihm amüsiert mit großen Augen entgegenblickten.
„Immer langsam mit den jungen Ponys“, warf Applejack glucksend ein.
„Ich kann nicht! Ich muss einfach etwas ausprobieren… hoffentlich schade ich diesem Ort damit nicht“. Gloomy ließ sein Horn dunkelblau aufleuchten, als auch schon kurzerhuf ein Rasenmäher erschien, der laut brummend in der Nähe hin- und herfuhr. Zunächst hatte er erwartet, dass der Rasen dem Mäher ausweichen würde… vielleicht reagierte er nur auf lebendige Objekte? Dem war nicht so. Der Rasenmäher zerschnitt den Rasen aber auch nicht, sondern brachte ihn stattdessen in unterschiedlichen Größen hinter sich wieder zum Vorschein, bis er anfing laut zu knallen und sich ratternd und knatternd den Ponys zuwandte.
„Ähm…“, machte Gloomy besorgt und wusste vor Aufregung nicht, was er tun sollte. Da düste der Rasenmäher auch schon los, auf die verängstigt rufenden Ponys zu, bis Twilight ihn schließlich ohne Probleme wieder verschwinden ließ. Gloomy seufzte missmutig und sprach: „Ich hatte gehofft die viele Magie hier würde Wirkung zeigen“. Twilight trat kopfschüttelnd an ihn heran und begann zu erklären: „Und ich habe dir schon gesagt, dass es nichts mit mangelnder Magie zu tun hat“.
„Immerhin kannst du besser Magie wirken als ich“, versuchte Rarity, Gloomy aufzumuntern. Dieser stöhnte unruhig auf: „Du kannst aber wenigstens das richtig, was du tust“.
„Du versuchst dich aber auch immer an den verschiedensten Zaubern. Vielleicht solltest du dich mal auf einen Magiezweig konzentrieren?“, fuhr Twilight geduldig fort. „Ich kann auch nicht einfach jeden beliebigen Zauber aus den verschiedensten Magieschulen anwenden“. Gloomy warf ihr einen finsteren Blick zu.
„Machst du Witze? Du liest dir einen Zauber durch, wendest ihn an und hast ihn fast schon gemeistert“, erwiderte er und wandte sich eingeschnappt ab. Twilight lief rot an vor Verlegenheit und antwortete stotternd: „Ähm, ganz so ist es ja auch nicht…“.
„Doch. Genauso“, bestätigte der schon wieder auf Gloomys Rücken sitzende Spike urplötzlich, worauf Twilight die Stirn runzelte und ihn etwas grob mit einem Huf anstieß.
„Ähm, wie geht es eigentlich deinem Kopf?“, versuchte sie nervös abzulenken. Stimmt, da war ja was, dachte Gloomy. Irgendwie hatte er das bei der Aufregung schon völlig vergessen. Aber nun verspürte er sogleich einen stechenden Schmerz im Schädel.
„Autsch! Ja... Danke, dass du mich daran erinnerst“, bemerkte er leidend, worauf Twilight mit einem verlegenen lächeln erwiderte: „Oh, tut mir leid“. Dann wandte sie sich an Spike um eilig das Thema zu wechseln. „Du hast dich noch gar nicht zu diesem Ort geäußert“. Spike winkte darauf nur ab und antwortete lässig: „Ach das. Pfft. Ja, ja, ist schon ganz okay. Aber mich beeindruckt das nicht so wie euch“. In Wahrheit hatte er bis eben noch ganz baff die Stadt angesehen. Als nächstes wandten sie sich alle an Pinkie Pie, die immer noch trübsinnig auf den Boden blickte.
„Pinkie?“, fragte Applejack vorsichtig. „Sieh doch mal. Ist das nicht ein schöner Anblick?“. Es war nicht sicher, ob Pinkie es überhaupt schon aufgefallen war. Sie seufzte schwermütig, hob für einen kurzen Moment den Blick, sprach mit heiserer Stimme: „Ja. Sehr schön“ und senkte ihn auch schon wieder.
„Ach Pinkie…“. Diese schüttelte nur den Kopf und fügte plötzlich mild lächelnd an Gloomy gewandt hinzu: „Das muss dir doch gefallen. Jetzt grinse ich nicht mehr“. Gloomy erwiderte erschrocken: „Wie, was? Das habe ich nie verlangt! Du hast doch auf der ganzen Reise schon gegrinst. Jetzt brauchst du auch nicht mehr aufhören“. Pinkie ließ erneut mutlos seufzend den Kopf hängen, wobei ihre Mähne nach wie vor ganz kraftlos und seidig an ihr hinunterhing. Dann wurden sie jedoch abgelenkt.
„Oh, hört ihr das?“, bemerkte Rarity mit gespitzten Ohren. Als sie der Stadt schon langsam näher kamen, ertönte deutlich erneut ein harmonisches Windspiel aus ihr heraus, wie sie es zuvor schon gehört hatten. Das, zusammen mit dem Rasen, der sich in einem nicht vorhandenen Wind wog, ließ sie genüsslich aufatmen. Dann dröhnte es plötzlich über die Mauer: „RUUUHEEEE!“, worauf das Windspiel schlagartig verstummte und die Freunde ganz verstört innehielten.
„Anscheinend empfinden das hier nicht alle so wie wir“, warf Rainbow Dash trocken ein. Sie näherten sich der Zugbrücke und erblickten auch schon in einem kleinen Häuschen sitzend, eine kugelfischartige, blau geschuppte Kreatur, mit dicken Ärmchen und kurzen Beinen, die bei dem ganzen Fett schon kaum zu sehen waren. Das Häuschen wirkte viel zu klein, als ob sie sich gerade so dort hineinzwängen konnte. Für die Ponys ziemlich riesig, da dieses Wesen sie ungefähr um das Zweifache überragte.
„Das ist dann wohl ein Chubbi?“, flüsterte Twilight aufgeregt. „Also schön. Gehen wir es an!“. Niemand sagte noch etwas. Sie waren nun alle etwas angespannt. Der Chubbi hatte sie noch nicht bemerkt und starrte völlig Regungslos mit seinen Glubschaugen auf eine Mattscheibe vor ihm, wo sich allem Anschein nach das Tal außerhalb dieser Blase befand. Es war doch etwas merkwürdig, aber sie ließen sich nicht davon beirren.
„Guten Tag!“, sprach Twilight. Der Chubbi erschrak und blickte sich ganz verstört um. Sein Blick verharrte einen Moment auf den lächelnden Freunden, worauf er sich langsam wieder mit einem tiefen stöhnen abwandte und dabei langsam den Kopf sinken ließ. Die Freunde tauschten unsichere Blicke, bevor Twilight fortfuhr: „Ist…?“.
„Nein“, unterbrach der Chubbi sofort und offensichtlich genervt.
„Wie…?“.
„Nein“.
„Aber…“.
„Nein!“. Twilight hielt irritiert blinzelnd inne und versuchte es erneut: „Ähm…“. Da hob der Chubbi plötzlich wieder den Kopf, zischte laut auf und warf den Freunden einen drohenden Blick zu, der sie sofort verstummen und etwas zurückweichen ließ. Er hob seine fette, flossenartige Hand und deutete auf etwas, dass vor seinem Häuschen an der Wand hing. Nämlich eine Art Tafel, von der sie erst dachten, sie würde zur Zierde gehören. Aber nun stand etwas darauf, was sie zunächst nicht lesen konnten. Dann wandelte sich die Schrift auf einmal um. Willkommen in Chuba. Darunter war noch freie Fläche, als wenn dort noch mehr folgen würde. Aber sie blieb leer. Unsicher wandten sie sich wieder an den Chubbi.
„Danke, aber…“, begann Twilight, als sie auch schon wieder unterbrochen wurde: „Das gibt’s doch nicht!“. Er zwängte sich aus der Hütte und es sah wie Schwerstarbeit aus. Mit einem dumpfen blum schwabbelte ihm das Fett hinterher. Er war nun aufgerichtet nicht viel größer als vorher und die Beine waren immer noch kaum zu sehen, während er selber einen Blick auf die Anzeigetafel warf. Zunächst wirkte er aufgebracht, aber dann wandelte sich seine Stimmung und wurde scheinbar ganz verzweifelt. Wieder ließ er den Kopf hängen, stöhnte laut auf und rief: „Och nö! Haben etwa wieder die Tage des Redens begonnen?“. Er wirkte dabei unheimlich leidend. Die Freunde wussten gar nicht, wie sie darauf reagieren sollten.
„Tage des…“.
„Bildet euch ja nichts darauf ein! Man muss es nicht übertreiben!“. Der Chubbi hatte wieder seinen Kopf gehoben, ruderte nun scheinbar aufgeregt mit seinen Flossen, als würde er schwimmen und sah den Ponys aufgebracht entgegen.
„Wir…“.
„Oh!“, unterbrach der Chubbi schon wieder laut aufstöhnend. „Wenn ich euch reinlasse, hört ihr dann auf zu reden?“. Die Freunde waren völlig fassungslos. Twilight bekam sich schließlich ein und wollte schon begeistert antworten, da hielt Gloomy ihr das Maul zu und sagte stattdessen nur: „Ja!“. Der Chubbi wandte sich ab, der Zugbrücke entgegen und plusterte sich auf. Erstaunlich das er tatsächlich noch dicker werden konnte. Seine Wangen schwollen immer weiter an, bis er schließlich aus voller Kehle brüllte: „TÜR ‘OFF!“, dass es den Freunden folglich noch in den Ohren klingelte. Damit machte er sich auch schon wieder daran, sich in das kleine Häuschen zu zwängen. Zunächst passierte sonst gar nichts, dann ratterte es, die Brücke setzte sich in Gang und legte sich auch schon bald direkt vor ihren Huf ab. Dann war es still. Die Freunde zögerten und blickten unsicher zu dem inzwischen wieder auf die Mattscheibe starrenden Chubbi, der sie nicht mehr weiter beachtete. Sie getrauten sich nicht, ihn noch einmal anzusprechen und liefen schweigend über die Brücke, der Stadt entgegen, die ihnen aus der Öffnung bereits entgegenfunkelte.
„Das war…“, begann Applejack schließlich, nachdem sie genug Abstand zu dem Chubbi aufgebaut hatten. „Eines der merkwürdigsten Dinge, die ich je erlebt habe. Ob hier alle so sind, wie er?“. Sie waren alle nicht weniger perplex und noch viel zu erstaunt von dem Anblick der sich vor ihnen auftat, sodass ihr zunächst niemand antwortete. Sie traten schließlich durch das Tor, als auch schon aus einer kleinen Öffnung an der Seite der Mauer der Bauch eines Chubbis hervorragte, gefolgt von dem Kopf, der ihnen verwundert entgegensah. Als er die Freunde erkannte, stöhnte er hörbar ebenso genervt auf, wie der Chubbi zuvor und verschwand auch schon wieder.
„Was denkst du?“, fragte Rainbow trocken, als sie alle nur wortlos und blinzelnd innehielten. Kurz darauf trat wieder jemand aus der Öffnung hervor, mit einem drohenden Ausdruck auf dem Gesicht und watschelte den Ponys mit einem festen Schritt langsam entgegen. Langsam, weil es schneller offenbar nicht ging.
„Ich bin euer Touristenführer“, grummelte er kurz angebunden. Die Freunde lächelten im unsicher entgegen.
„Schön…“.
„Das heißt aber nicht, dass wir reden müssen, wenn es sich vermeiden lässt!“, fügte er sogleich hinzu. Er sprach langsam, mit einer tiefen und dröhnenden Stimme, so wie alle Chubbis. Rarity schnaubte empört.
„Also wirklich. Wir haben uns noch nicht einmal begrüßt! Was sind denn das hier für Sitten?“, sprach sie aufgebracht, worauf der Chubbi nur mit einer verstörten Miene reagierte.
„Wir sind dir jedenfalls dankbar, dass du uns so behilflich bist“, bemerkte Fluttershy freundlich lächelnd. Da verzog der Chubbi auf einmal ganz angewidert das Gesicht und begann schwer atmend zu sprechen: „Und für diese Information hast du geredet?“. Fluttershy stutzte und machte sich ganz klein.
„Tut mir leid…“.
„Denk ja nicht, ich wollte freiwillig die störenden Touristen hier herumführen. Das ist meine Wiedergutmachungsleistung, weil ich mich strafbar gemacht habe“.
„So? Was hast du denn angestellt?“, warf Rainbow neugierig und mit gerunzelter Stirn ein.
„Oh…“, stöhnte der Chubbi schon wieder auf. „Ich habe öffentlich geredet“. Für einen Moment trat schweigen ein.
„Wieso überrascht das eigentlich so?“, fragte Gloomy unbeeindruckt in die Runde. „Aber jetzt dürft ihr doch reden? Schließlich sind doch die Tage des…“.
„Was hab ich vorhin gesagt?“, unterbrach der Chubbi ihn ungeduldig. Dann ließ er plötzlich den Kopf hängen und schien im nächsten Moment zu wimmern. Die Freunde zögerten, unsicher darüber, ob mit ihm alles in Ordnung war. Dann fuhr er aber mit fester Stimme fort: „Nun redet schon, meine geschwätzigen Gäste. Wo wollt ihr hin?“. Das war eine gute Frage. Wo wollten sie eigentlich hin? Das hatten sie doch bei all der Aufregung tatsächlich vergessen. Gerade als sie schon begonnen hatten, ganz unruhig durcheinander zu diskutieren, erinnerte Gloomy sich wieder und wandte ein: „Chanubal!“. Die anderen warfen ihm überraschte Blicke zu. „Wir möchten mit Chanubal sprechen“. Des Chubbis Gesichtszüge wurden plötzlich ganz locker. Vielleicht war er überrascht, woher sie diesen Namen kannten. Kurzerhuf runzelte er jedoch wieder die Stirn und sprach aufgeregt: „Chanubal hat nichts getaugt“.
„Und… was heißt das?“, fragte Gloomy verwundert.
„Oh!“. Der Chubbi plusterte sich auf. „Offensichtlich bist du nicht der hellste! Wenn ich sage, er hat nichts getaugt, dann heißt das, er hat nichts getaugt!“.
„Aber…“.
„So, mir reicht’s!“. Der Chubbi wandte sich von ihnen ab und watschelte allmählich davon. „Ich führe euch einfach zum Chabel! Soll der sich doch mit euch herumschlagen“. Sie blickten ihm alle wortlos hinterher. In diesem Tempo, würden sie wohl für eine lange Zeit nirgends so schnell ankommen. Applejack räusperte sich unauffällig, sodass nur die anderen sie hören konnten und flüsterte: „Vielleicht sollten wir uns ruhig verhalten und nicht weiter sprechen, bevor wir ihn noch mehr verärgern“. Die anderen stimmten zu, bis auf Pinkie, die plötzlich so ähnlich wie die Chubbis genervt aufstöhnte: „Ja klar! Schweigen ist Gold stimmt’s? Das ich nicht lache! Ha – Ha – Ha“. Pinkie machte einen überaus launischen Eindruck. Die anderen blickten ihr mit großen Augen entgegen. Dann wandte Rainbow ein, als wäre nichts gewesen: „Weiß jemand, was er mit Chabel meinte?“.„Vielleicht ist das einfach nur ein Name von einem anderen Chubbi?“, antwortete Rarity.
„Ich verstehe nicht, wieso wir nicht zu Chanubal dürfen. Was meinte er mit, er hat nichts getaugt? Angeblich können wir doch bei ihm unser Anliegen vorbringen“, bemerkte Gloomy besorgt. Twilight schüttelte auf einmal den Kopf.
„Ich weiß, wir haben nicht viel Zeit und müssen so schnell wie möglich die Obrigkeit von der drohenden Gefahr in Kenntnis setzen. Aber wir sollten realistisch bleiben. Wir kennen uns hier nicht aus, sind alle erschöpft und müssen uns ein wenig erholen. Am besten wäre es, wenn wir sogar einen Arzt oder etwas Vergleichbares finden würden“. Niemand antwortete ihr zunächst. Gloomy fühlte nochmal seinen Kopf.
„Also wegen mir nicht. Mein Kopf tut gar nicht mehr weh“, bemerkte er verwundert, worauf die anderen ebenfalls überrascht beteuerten, dass sie überhaupt nicht mehr müde seien. Twilight zog irritiert die Augenbrauen hoch und sprach: „Dann bilde ich mir das also doch nicht ein. Ich fühle mich nämlich auch wieder topfit...“.
„Ja, ja, das hätten wir jetzt geklärt“, warf Pinkie plötzlich gereizt dazwischen und sah dem immer noch langsam watschelnden Chubbi mit grimmiger Miene hinterher. „Vielleicht kann der Dicke sich mal beeilen, damit wir heute noch ankommen?“.
„Pinkie!“, rief Twilight entsetzt, als der Chubbi sich auch schon aufgebracht umgewandt hatte.
„Bist du wohl still!“, kam es ebenfalls laut von ihm, wobei er aber überraschenderweise Twilight anblickte, die sich sogleich erschrocken die Hufe aufs Maul drückte. „Wegen euch muss ich jetzt auf primitive Fortbewegungsmethoden zugreifen“, fügte der Chubbi missgelaunt hinzu und ließ sich auf einem Stapel Teppiche nieder, die direkt an der Seite der Öffnung auf dem Boden lagen. Es machte kaum einen Unterschied, ob er stand oder saß.
„Ähm, wie heißt du denn?“, fragte Fluttershy vorsichtig. Nicht ohne ein erneutes genervtes Stöhnen und mit hängendem Kopf, antwortete der Chubbi: „Ich nehme mal an, mein Name ist gemeint. Und der ist Chawulz“. Die Freunde überkam ein Lächeln. Vielleicht konnten sie ja… „Spart es euch aber, mir jetzt die euren zu nennen. Die will ich gar nicht wissen“, womit ihr Lächeln auch schon wieder gefror. Unter ihren erstaunten Blicken erhob sich der Teppich auf einmal und schwebte dabei nur knapp über dem Boden. Das aber deutlich schneller, als wenn er zu Fuß war! Damit glitt er auch schon voraus, dicht gefolgt von den Ponys, die in einen einfachen Trab überwechseln mussten, um mithalten zu können. In jenem Moment hielt Gloomy inne, als er glaubte, dicht an der Mauer etwas entlangeilen zu sehen, was einem Rattenschwanz sehr ähnlich sah. Aber bei genauerer Betrachtung war dort nichts.
„Gloomy?“. Die anderen waren ebenfalls stehengeblieben und sahen ihm verwundert entgegen. Er schüttelte den Kopf und sagte nur: „Alles gut. Gehen wir“. Hatte er sich das nur eingebildet? Allerdings erinnerte er sich noch gut an Ponyville und was Sniven ihnen erzählt hatte. Hatten die Saudens dieses Gebiet vielleicht ebenfalls schon vollständig untergraben?
Sie liefen nun also dem Chubbi hinterher und verhielten sich Still, um ihn nicht unnötig aufzuregen. Obwohl ein gesprächiger Touristenführer doch nett gewesen wäre, denn die Stadt warf einige Fragen auf. Allgemein war es hier sehr ruhig und es war auch weit und breit kein Chubbi zu sehen. In diesem Teil der Stadt schien es sich um normale Wohngebäude mit runden Fenstern zu handeln. Die Grundstücke hatten einen tristen Vorgarten, der lediglich aus wildem Rasen bestand. Das merkwürdigste aber war die Umgebung an sich. Außerhalb der Stadtmauern dachten sie noch, die Gebäude würden schweben. In Wahrheit wurden sie von einem sich ständig verändernden Boden auf und ab getragen. In der Ferne konnten sie mehrere Kugeln sehen, die auf den dunkelblauen, marmornen Straßen die verformten Hügel hinabrollten. Im nächsten Moment senkten die Hügel sich wieder herab und andere Hügel stiegen hinauf. Gerade liefen die Ponys auf der Straße einen Hügel aufwärts, als direkt zwischen ihnen im rasenden Tempo eine weitere Kugel an ihnen vorbeistieß und sie dabei nur knapp verfehlte.
„War das etwa…“, flüsterte Rainbow Dash völlig baff. Ja war es. Die Kugel hatte eindeutig blaue Schuppen. Da stöhnte Chawulz vor ihnen plötzlich auf und sprach: „Na gut, ich sollte euch wohl sicherheitshalber etwas mitteilen. Bewegt euch nur abseits der Straßen, bevor euch ein Chubbi mit der üblichen Fortbewegungsmethode umwalzt! Die machen nämlich sicher nicht Stopp, nur weil ihr da im Wege herumlatschen müsst“. So richtig verstanden sie es noch nicht, aber sie taten, wie ihnen geheißen. Im Zentrum der Stadt, worüber auch der funkelnde Kristall schwebte, stand auf einem großen, pyramidenartigen Felsen ein großes Gebäude, was äußerlich ein bisschen an einen Tropfen erinnerte. Ob es hier sowas wie das Rathaus darstellen sollte?
Plötzlich wurde der Boden unter ihnen ganz unruhig. Der Hügel senkte sich nach unten! Die Ponys hielten erschrocken inne und versuchten sich auf den Beinen zu halten. Sie standen nun auf einer geraden Fläche, aber das Gelände senkte sich noch weiter. Spike rutschte auf Gloomys Rücken nach vorne, um seinen Hals herum und bekam ihn gerade noch zu fassen.
„Hey!“, empörte Gloomy sich, als Spike ihm auf einmal direkt im Gesicht hing. Ihm selbst, sowie auch Pinkie, war es gerade noch gelungen das Gleichgewicht zu halten. Rainbow und Fluttershy hatten sich eilig in die Luft erhoben, aber Rarity war in Panik geraten und nach vorn gestolpert, worauf sie Applejack und Twilight mit sich riss, die direkt vor ihr liefen. Sie konnten nicht mehr bremsen und stießen mitten in Chawulz, von dem sie allerdings einfach abwabbelten. Er selbst schien es gar nicht mitbekommen zu haben und schwebte weiter auf seinem Teppich voraus, als wäre nichts gewesen.
„Macht nicht so eine Unruhe!“, wies er sie nur an, ohne sich umzudrehen. Pinkie sah ihm ganz erbost hinterher und äffte ihn heimlich nach. Gloomy und Spike blickten sich gerade gegenseitig direkt in die Augen.
„Ist mit dir alles okay?“, fragte Gloomy.
„Ähm, ja klar“, erwiderte Spike glucksend.
„Kannst du dann vielleicht aus meinem Gesicht gehen?“.
„Oh… sicher. Kein Problem“. Spike krabbelte wieder um ihn herum und ließ sich erneut auf seinem Rücken nieder.
„Eine kleine Warnung wäre freundlich gewesen“, beschwerte sich Rarity leise, nachdem sie sich wieder aufgerichtet hatten.
Sie gingen weiter, nun allerdings nicht mehr einen Hügel hinauf sondern hinab in eine Senke, wo sich vier Straßen miteinander kreuzten. Was genau hatte das zu bedeuten? Da rollte schon wieder etwas an ihnen vorbei, aus der Richtung, von wo sie gekommen waren, die Senke hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf. Dabei blieb es aber nicht. Es folgte unmittelbar eine weitere Kugel, die allerdings um einiges langsamer war als die vorherige und mitten auf der Kreuzung Halt machte. Dann sprang sie plötzlich auf und offenbarte einen Chubbi. War das gemeint mit üblicher Fortbewegungsmethode? Sie rollten sich zu Kugeln zusammen und kullerten über das Gelände? Der Chubbi stand einfach nur da und schien auf etwas zu warten.
„Hat schon was praktisches, wenn man so dick ist, was?“, kam es plötzlich aus heiterem Himmel von der bis über beide Ohren grinsenden Rainbow, was Chawulz unmöglich überhört haben konnte. Allerdings schien es ihn nicht großartig zu kümmern. Bald schon kamen noch zwei weitere Chubbis angerollt und verharrten dort unten ebenfalls wie angewurzelt. Die Touristengruppe betrachtete das Schauspiel ganz fasziniert, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Gerade als sie unten angekommen waren, rührte sich der Boden erneut und hob sich auch schon wieder an. Sicherlich war es das, worauf die Chubbis in der Mitte warteten und tatsächlich machten sie auch schon Anstalten sich wieder zusammenzurollen, wenn da nicht Chawulz gerade ganz gemütlich mit seinem Teppich an ihnen vorbeischweben würde. Es wirkte wirklich, als würde er das mit Absicht tun, worauf die Chubbis sofort gereizt durcheinander brüllten: „Du Mauler!“. „Verzieh dich da!“. „Hau ab man!“. Chawulz schwebte einfach weiter, wandte aber seinen Kopf ebenfalls um und erwiderte mit wild rudernder Flosse: „Haltet’s Maul! Ich schwebe hier!“. Wer nun dachte, dass es damit erledigt war, irrte gewaltig. Plötzlich ertönte ein knallen von oberhalb aus den Gebäuden, als ein Chubbi seinen Kopf durch ein Fenster hinausstreckte und sich empörte: „Was ist denn das für eine Unruhe da draußen!“. Sofort richteten sich alle Blicke der anderen vier Chubbis nach oben und brüllten zurück: „Was mischt du dich denn ein! Mach das du wegkommst und maul woanders rum!“. Aber das war immer noch nicht alles. Mit einem Mal stellte sich die Stadt als quicklebendig heraus, als noch mehr Fenster aufgeschlagen wurden und einige sogar aus ihren Häusern gewatschelt kamen. Eine wahre Brüllorgie hatte nun begonnen, die sich aber nicht auf den eigentlichen Verursacher richtete. Hier schrien sich sogar Chubbis gegenseitig an, die eigentlich zuvor völlig ruhig nebeneinander gewohnt hatten. Einige watschelten sogar aufeinander zu und prallten mit wild rudernden Flossen zusammen, als würden sie versuchen sich gegenseitig wegzustoßen. Der Touristengruppe, die derweil ganz beschämt und erschrocken mit hängendem Kopf ihrem Touristenführer hinterhertrottete, schenkte dabei niemand Beachtung. Glücklicherweise blieb dieser nicht stehen, sondern schwebte weiter, während er nebenbei die eine oder andere Beleidigung ausrief. Langsam entfernten sie sich von dem Aufruhr. Oben auf dem Hügel angekommen, tat sich ihnen zunächst eine freie Fläche auf, wo sie alle das Verlangen überkam, erst einmal tief durchzuatmen.
„Was war denn das?“, äußerte Applejack als erstes erschrocken. „War das… normal für ihre Verhältnisse?“. Sie blickten alle gleichzeitig auf ihren Begleiter, der sie allerdings nicht beachtete und einfach weiterschwebte. Die Ponys allesamt hinterdrein.
„Wie kann man nur mit so viel Zorn und Zwietracht leben“, piepste Fluttershy kleinlaut dazwischen und warf einen bekümmerten Blick zurück auf die streitenden Chubbis.
„Anderes Volk, andere Verhältnisse“, erklärte Gloomy schulterzuckend. „Für sie ist es vielleicht ganz normal“. Da ertönte plötzlich ein knurren direkt neben ihnen. Es kam von Pinkie, auf deren Gesicht gerade ein sehr finsteres Lächeln lag, mit dem sie Gloomy nun entgegensah. Außerdem waren ihre Augen unnatürlich weit aufgerissen.
„Du willst mir das als normal verkaufen? Natürlich! Das ist normal! Keiner hier lacht, jeder brüllt sich nur an und ist zutiefst traurig“.
„Traurig? Davon habe ich aber nichts gemerkt. Sie wirkten überaus zornig“, erwiderte Gloomy nachdenklich, worauf Pinkie ein merkbar falsches Lachen von sich gab, was sie alle mit Unbehagen erfüllte: „Du merkst aber auch gar nichts. Natürlich sind sie traurig. Sie zeigen es nur nicht! Ich wette hier würdest du dich viel wohler fühlen, als in Equestria stimmt’s? Niemand der dich angrinst, niemand der dich belästigt oder was auch immer“. So Unrecht hatte sie damit nicht mal, dachte Gloomy sogar, als ihm erst klar wurde, dass etwas nicht mit Pinkie stimmte.
„Ähm“, machte er unsicher, bevor er fröhlich lächelnd hinzufügte: „Nicht ganz. Hier ist es doch etwas komisch und außerdem würdet ihr mir fehlen“.
„Oh, das hast du aber wirklich schön gesagt“, bemerkte Fluttershy erfreut.
„Pinkie, Schätzchen?“, kam es sogleich vorsichtig von Rarity. Sie war nicht die einzige, die ihr gerade ganz besorgte Blicke zuwarf. „Ist mit dir alles…“. Sie stockte, denn Pinkie war mit einem mal vor ihr erschienen und grinste ihr so breit entgegen, dass es einem schon kalt den Rücken hinunterlief. Zumindest Gloomy überkam ein Schaudern, da ihn das unmittelbar an das unheimliche Grinsen des schwarzen Ponys aus dem Nichts erinnerte. Dabei sprach sie verschwörerisch: „Mir geht es hervorragend, Rarity! Ich zeig euch mal was, okay?“. Mit einem Mal wandte sie sich wieder ab, trabte mitten auf die Straße und kreischte aus voller Kehle: „Kommt heraus! Redet allesamt! UNRUHE!“. Die Freunde erschraken daraufhin, aber für viel mehr war auch keine Zeit. So wie es gerade noch still war, schlugen plötzlich überall um sie herum Fenster und Türen auf. Chubbis sahen hinaus oder kamen mit empörten, genervten und zornigen Blicken angewatschelt und brüllten ebenfalls durcheinander: „Schnauze!“, „Wer redet da!“, „Vermaul dich!“, „Ich walz dich gleich!“. Das wenigste dabei richtete sich nur im ersten Moment an Pinkie, bis die Chubbis sich nur noch gegenseitig beharkten und teilweise sogar schon auf die Straße liefen, während Pinkie mit einem finsteren Lachen mittendrin stand. Eilig nahmen die anderen sie in ihre Mitte, führten sie von dort weg und wieder Chawulz hinterher, der immer noch auf seinem Teppich weiterschwebte. Nebenbei beteiligte er sich sogar an dem Gebrüll.
„Pinkie! Was sollte das?“, fragten sie diese alle ganz entsetzt.
„Na ist doch lustig!“, erklärte Pinkie immer noch merkwürdig lachend.
„Nein, das ist es nicht!“, erwiderte Applejack ungehalten und warf nochmal einen Blick auf den Aufruhr hinter ihnen. Niemand interessierte sich mehr für sie. „Das war echt unnötig!“. Pinkie ging nicht mehr weiter darauf ein und folgte ihnen nun leise, aber immer noch mit einem unheimlichen, falschen Lächeln. Der Rest ihres Ganges verlief ohne weitere Zwischenfälle. Sie liefen auf und ab oder ab und auf, wenn die Höhe des Geländes sich mal wieder direkt unter ihnen veränderte. Daran würden sie sich wohl niemals gewöhnen und es war immer wieder etwas gruselig. Der Aufstieg zu dem Tropfenartigen Gebäude im Zentrum, welches sich auf dem pyramidenförmigen Felsen befand, erwies sich als sehr Steil. Es dürfte äußerst beschwerlich werden, wenn man nicht gerade auf einem Teppich schwebt und im ersten Moment, sah es auch so aus, als würde Chawulz genau das tun. Plötzlich war er aber von seinem Teppich hinuntergetreten. Sie hatten gar nicht bemerkt, dass er aufgestanden war.
„Also, für uns ist das ja kein Problem“, sprach Rainbow feixend und deutete dabei auf sich und Fluttershy. „Aber was ist mit den anderen und vor allem dir selbst? Rollst du da nicht einfach wieder herunter?“.
„Also wirklich, Rainbow“, warf Rarity kopfschüttelnd ein, während Rainbow in sich hinein kicherte. „Dein Mundwerk wird uns noch in Schwierigkeiten bringen“.
„War doch nur ‘ne Frage“, erwiderte sie lässig.
„Wieso habt ihr keine Treppen? Hier würde sich das wirklich anbieten“, bemerkte Applejack. Da zischte Chawulz sie plötzlich mit einem aufgebrachten Blick an und sprach: „Wie soll denn ein Chubbi eine Treppe hochkommen? Außerdem ist das viel zu primitiv. Und jetzt redet nicht! Folgt mir lieber schweigend!“. Er watschelte ganz gemächlich auf den steilen Weg vor ihnen zu. Selbst die Ponys würden sich dort ziemlich ins Zeug legen müssen. Aber wie sollte ein Chubbi das schaffen? Mit großen Augen sahen sie, wie auf dem steilen Fels plötzlich ein Weg bis nach oben aufleuchtete. Chawulz war stehengeblieben und wurde scheinbar von ganz allein nach oben getragen. Die Freunde warfen sich gegenseitig erstaunte Blicke zu und folgten ihm geschwind. Erst erschraken sie, als sie den leuchtenden Weg betraten. Es schien sich nicht um eine feste Oberfläche zu handeln, aber bevor sie richtig das Gefühl bekamen zu fallen, schwebten sie auch schon nach oben direkt Chawulz hinterher. Es war wie ein Fahrstuhl und schon bald legte sich auch ihre Unsicherheit und ging in Freude über.
„Seht nur!“. Sie stiegen immer höher und konnten nun den Großteil der Stadt hinter ihnen überblicken, wo sich an den verschiedensten Stellen immer wieder die Höhen veränderten. Man konnte sogar die zwei Stellen sehen, wo immer noch der Aufruhr von mehreren Chubbis im Gange war. Sie schienen dabei nicht gewalttätig zu werden, aber es war dennoch erstaunlich, wie lange sie sich gegenseitig beschimpften. Über ihnen funkelte der gewaltige, rotierende Kristall, der sein grelles Licht über die ganze Stadt warf. Je näher sie ihm kamen, desto mehr vernahmen sie ein merkwürdiges surren, gefolgt von einem schwingenden Geräusch. Oben kamen sie schließlich auf einer breiten Plattform an, wo Chawulz keinen Moment zögerte und sie ohne weiteres durch ein großes Rundbogentor direkt voraus führen wollte. Das surren war hier sehr laut, wenn auch nicht unangenehm. Große Säulen standen überall an den Wänden. Zu beiden Seiten vom Tor, befanden sich noch zwei andere Durchgänge, von denen einer hinunter und der andere hinaufführte. Das Tor vor ihnen wurde aufgesperrt und ein weiterer Chubbi trat hinaus. Eilig schloss er es wieder hinter sich und kam ihnen entgegengewatschelt.
„Ihr Ponys!“, dröhnte seine Stimme. Dann fiel sein Blick auf Spike und er fügte hinzu: „Und andere“. Spike runzelte die Stirn und erklärte sofort: „Ich bin ein Drache!“. Der Chubbi sah ihm nur kurz entgegen. Es war schwer zu sagen, ob er es glaubte oder nicht. Dann fuhr er einfach fort: „Ich habe euch schon erwartet“. Sie waren noch viel zu erstaunt von dem Anblick der palastartigen Umgebung. Da wandte der Chubbi sich an Chawulz: „Du bist erlöst“. Chawulz atmete erleichtert auf und erwiderte nur: „Endlich“.
„Danke für deine Hilfe“, bemerkte Fluttershy nochmal freundlich lächelnd, worauf Chawulz ihr plötzlich ganz leidend entgegenblickte und zu wimmern begann: „Schon wieder geredet…“. Damit trat er zurück und wurde auch schon wieder auf dieselbe Weise hinuntergetragen, wie er hinaufgekommen ist.
„Herzlich willkommen im Chuba!“, sprach der Chubbi vor ihnen sie plötzlich überraschend förmlich an. Außerdem hatte er eine viel höhere Stimme als all die anderen Chubbis, die sie bisher gehört hatten. „Es ist wirklich eine große Ehre, ausgerechnet Ponys… und andere aus dem geheimnisvollen Equestria hier bei uns begrüßen zu dürfen. Vor euch steht Chamumps für sämtliche Fragen zur Verfügung“. Alle blickten sie ihm ganz überrascht mit offenen Mäulern entgegen, während Spike empört wiederholte, dass er ein Drache sei.
„Wow“, begann Applejack glucksend. „Was ist denn mit dir los?“.
„Hm?“, brummte Chamumps verdutzt.
„Naja. Alle Chubbis, denen wir bisher begegnet sind, waren nicht sehr erfreut von unserer Anwesenheit. Du bist gerade das komplette Gegenteil“.
„Ja, das kommt schon eher einem Empfang nach, wie ich es mir vorgestellt habe. Deine Kollegen könnten sich wirklich mal ein Beispiel an dir nehmen“, fügte Rarity mit einem charmanten Augenzwinkern hinzu.
„Oh… ähm…“, stotterte Chamumps plötzlich ganz nervös. „Ich… bin normalerweise auch für den Empfang der Gäste zuständig… Genau! So ist das. Ich war nur… verhindert! Genau“.
„Ha, ist doch alles gut“, wandte Rainbow kumpelhaft ein und flog zur Begrüßung dichter an ihn heran. Auch die anderen stellten sich ihm vor, worauf sich sogar ein Lächeln auf Chamumps Gesicht bildete, was schon ziemlich erstaunlich war, da sie zuvor noch keinen Chubbi haben Lächeln sehen. Pinkie selbst enthielt sich und beobachtete ihn nur mit gerunzelter Stirn.
„Ihr habt ja einen ganz schönen Aufruhr verursacht“. Chamumps war an den Rand der Plattform getreten und blickte skeptisch hinunter in die Stadt. Sie alle warfen Pinkie nun vorwurfsvolle Blicke zu, die das wiederum überhaupt nicht interessierte.
„Ähm… ja. Tut uns sehr leid. Es war wirklich keine Absicht…“, begann Twilight schuldbewusst aber Chamumps besänftigte sie sofort wieder: „Es ist wirklich nicht schwer einen Chubbi aufzuregen. Macht euch deswegen keine Gedanken“.
„Komisch. Dabei machen sie doch einen so freundlichen und putzigen Eindruck“, äußerte Fluttershy. Chamumps blickte ihr mit seinen großen Glubschaugen entgegen, aber da wandte Spike auch schon ein: „Sie sollten vielleicht mal ordentlich Luft ablassen. Mit weniger Druck sind sie vielleicht auch wieder netter“. Die anderen warfen ihm tadelnde Blicke zu, bis auf Rainbow, die hinter vorgehaltenem Huf zu kichern begonnen hatte. Chamumps dagegen zeigte keine Reaktion.
„Kannst du uns sagen, wo wir Chanubal finden?“, fragte Twilight schließlich ohne weiteres. Chamumps zögerte. Er wirkte sehr verunsichert.
„Hat Chawulz euch deswegen hier hinaufgeführt? Was hat er euch denn über Chanubal erzählt?“.
„Er meinte nur, er habe nichts getaugt. Was immer das auch heißt“, erklärte Twilight mild lächelnd.
„Oh“. Chamumps machte auf einmal einen sehr überraschten Eindruck. „Ja, so kann man es auch nennen“. Auf die verwirrten Blicke der Freunde fügte er nur hinzu: „Es bedeutet nichts weiter, als das er eben einen Fehler gemacht hat. Deswegen dürft ihr euch nicht wundern, wenn ich euch jetzt an einen ungewöhnlichen Ort führen muss“.
„Ach ja? Na so ein Zufall. Und was hast du dann da mit uns vor?“, warf Pinkie plötzlich überaus misstrauisch ein. Chamumps zögerte und antwortete stotternd: „Ich führe euch zu Chanubal“.
„Pinkie, lass das!“, wies Twilight sie zurecht, als sie schon wieder das Maul aufreißen wollte. „Tut mir leid. Normalerweise ist sie eigentlich ganz nett“. Chamumps winkte nur mit seiner Flossenartigen Hand ab und bedeutete ihnen zu folgen. Dabei watschelte er allerdings auf den Seitengang daneben, der nach unten führte.
„Müssen wir gar nicht dort hindurch? Chawulz wollte uns zu irgendeinem Chabel führen“, bemerkte Applejack. Sie war nicht die einzige, die ganz neugierig darauf war, was sich hinter dem großen Tor befand. Aber Chamumps sprach augenblicklich dagegen und wirkte dabei plötzlich sehr aufgeregt: „Auf keinen Fall! Da dürft ihr nicht rein! Das… ähm… Würdet ihr bereuen! Genau. Ja darin ist der Chabel oder mit anderen Worten, der hohe Rat und der hält gerade eine Besprechung ab. Aber… ähm… Euch würde eine deftige Strafe erwarten, wenn ihr da plötzlich anfangt zu reden! Genau. Also tut es besser nicht!“. Sie tauschten daraufhin alle verwirrte Blicke.
„Wenn wir da anfangen zu reden? Reden die da in einer Besprechung nicht alle?“, fragte Rarity.
„Eben nicht“.
„Mach dich nicht lächerlich“, wandte Rainbow glucksend ein. „Du willst uns doch nicht etwa weißmachen, dass die sich da drinnen alle nur anschweigen? In einer Besprechung?“. Alle fingen sie nun an zu lachen. Chamumps antwortete nicht, sondern blickte ihnen nur starr entgegen. Rainbow, sowie auch die anderen verstummten allmählich und sie fügte fassungslos hinzu: „Oh… willst du doch? Alles klar. Dann hab ich nichts gesagt“.
„Ja, wir wollen gar nicht erst erwähnen, dass man es sich dann auch gleich sparen kann“, fügte Rarity stumpf hinzu. Gloomy war sich nicht sicher, was er von Chamumps halten sollte. Wieso war dieser Chubbi auf einmal so umgänglich? War er wirklich für den Empfang der Gäste die zuständig?
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