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Agonia Luminis

von Sauden
GeschichteAbenteuer, Humor / P12
Apple Jack Fluttershy Pinkie Pie Rainbow Dash Rarity Twilight Sparkle
18.08.2019
04.12.2020
32
205.111
4
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Dieses Kapitel
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14.09.2019 1.229
 
12. Die Ruhe vor dem Sturm

Eigentlich war Gloomy die ganze Zeit schon sehr Müde. Man möchte meinen, er hätte sich hinlegen und sofort einschlafen können. Einmal lag er auch schon, war aber wieder aufgestanden nachdem Twilight eingeschlafen ist. Die Nacht war längst angebrochen und Gloomy blickte gerade aus einem Fenster im Obergeschoss der Golden Oak Library hinaus in den dunklen Sternenhimmel. Niemals hätte er sich erträumen lassen, dass er jemals an so einem so schönen Ort übernachten würde. Noch dazu mit seiner besten Freundin. Als Mitbewohner sozusagen. Sehr zufrieden war er damit allerdings trotzdem nicht. Er fühlte sich unwohl, da ihm immer noch die Worte seiner Mutter in den Ohren lagen. Er wäre mit dem Keller zufrieden gewesen und hat das auch vorgeschlagen, worauf Twilight aber entrüstet widersprach: „Wie bitte? Willst du, dass ich ein schlechtes Gewissen bekomme?“. Als nächstes fiel ihm das Erdgeschoss ein. Er könne sich dort einfach auf die Bank legen oder in eine der kleineren Nischen begeben, die sich oberhalb der Bücherregale befanden. Tatsächlich hatte ihm diese Idee ganz gut gefallen, denn dort gab es auch gleich ein Fenster nach draußen, aber Twilight wurde es zu bunt und sprach ein Machtwort: „So ein Unsinn. Deine Mutter hat das damals bestimmt nur gesagt, weil junge Ponys nun mal dazu neigen zu zanken“. Dann strahlte sie auf einmal bezaubernd über das ganze Gesicht. „Aber wir zanken uns nicht. Wir sind wie Bruder und Schwester…“. Und nun stand Gloomy hier, hin und hergerissen zwischen Freude und… was auch immer. Irgendetwas beschäftigte ihn und die Worte von Twilight hallten immer noch in seinem Kopf wieder. Er war sich nicht sicher, was los war und besah sich noch einmal seinen Anhänger, wo Twilight eines ihrer Lesezeichen als Schleife drumgebunden hatte und strich vorsichtig darüber. Dabei überkam ihn ein mildes Lächeln.
Das Zimmer wurde allem Anschein nach von Twilight bereits schon zur Lernstätte ummodelliert. Typisch für sie, dachte Gloomy nur schmunzelnd. Aber nicht alles hier war vollbepackt mit Büchern. Es war ein hoher Raum, der nochmal aus einer unteren Ebene, quasi dem Arbeitsbereich und einer oberen, dem Schlafbereich bestand. Betrat man ihn über die Treppe, standen gleich vorn zur rechten und zur linken Bücherregale und ein Arbeitstisch, sowie einem Buchständer. Weiter hinten war ein größeres Fenster, mit einem Tisch davor, neben einer Küchenzeile und einem Kamin. Eine Treppe führte an der Seite nach oben zu der Schlafstelle… mit einem weiteren Bücherregal, vermutlich damit Twilight am Morgen gleich ein Buch zu Huf hat und zwei gegenüberstehenden Betten, wovon eines davon für Gloomy bestimmt war. Spike schlief auch hier, in einem Korb zu Twilights Hufen sozusagen. Auch hier befand sich noch ein großes Fenster nach draußen, mit einer Kuckucksuhr daneben. Fenster waren hier überall irgendwo an den verschiedensten Stellen, mitunter auch an der Decke. Vor einem stand sogar ein Fernrohr.
Eigentlich gab es hier alles, was ein wissbegieriges Pony wie Twilight sich wünschen konnte und noch ein bisschen mehr. Kein Wunder, dass sie so gern hierbleiben wollte. Dieses Zuhause war nochmal viel schöner als das in Canterlot. Aber sie behauptete ja, es war wegen der Freunde, dachte Gloomy seufzend und schüttelte ungläubig den Kopf. Er kannte Twilight. Nichts interessierte sie mehr, als Bücher und Lernen. Lernen und Bücher. Wenn man sie dabei störte, reagierte sie gereizt. Oder sollte sich das etwa geändert haben seit sie hier in Ponyville ist? Was sollte nur werden, zwischen ihm und Twilights Freunden? Wer weiß wo das noch hinführte. Gloomy konnte sich nur schwer vorstellen sich mit ihnen gut zu stellen. Wie war es denn damals mit den anderen? Twinkleshine, Lemon Hearts, Minuette und Moon Dancer… eigentlich erinnerte er sich kaum noch daran. Hatten sie auch solche Startschwierigkeiten? Vielleicht lag es an der Schule. Sie haben eben gemeinsam gelernt und irgendwann verstanden sie sich. Mehr oder weniger zumindest.
Während Gloomy im unteren Bereich des Zimmers stand und dort aus dem Fenster andächtig in die Sterne blickte, kam ihm plötzlich eine Idee. Vorsichtig trat er an Twilights Arbeitstisch heran, entzündete eine kleine Flamme in der Laterne, die auf diesem Tisch stand und legte ein Stück Papier und Federkiel bereit, als es ihm auch schon einfiel.
„Verdammich! Manchmal hab ich das Gefühl, ich kann nichts alleine machen!“, fluchte er leise vor sich hin, tapste anschließend auf Hufspitzen die Treppe hinauf und rüttelte Spike behutsam wach.
„Ach. Gloomy? Was ist denn?“, fragte Spike verschlafen, mit halboffenen Augen.
„Schhh!“, machte Gloomy flüsternd. „Tut mir leid, dass ich dich wecke Spike. Aber du musst mir unbedingt helfen einen Brief zu schreiben“.
„Was? Es ist mitten in der Nacht. Kann das nicht bis Morgen warten?“, protestierte Spike ebenfalls flüsternd. Gloomy schüttelte den Kopf und erwiderte besorgt: „Morgen habe ich es vergessen… Naja, eher nicht. Aber es lässt mir sonst keine Ruhe. Bitte Spike“.
„Na wenn ich jetzt sowieso schon wach bin“. Etwas nörgelnd begleitete Spike, Gloomy nach unten in das Erdgeschoss. „Wie weit hast du eigentlich noch vor zu gehen?“, fragte er genervt.
„Ich will Twilight nicht wecken“, erklärte Gloomy und stellte die Laterne neben einem der Buchständer ab. Spike runzelte die Stirn.
„Wie rücksichtsvoll von dir“, bemerkte er sarkastisch, trat an den Buchständer, hüpfte hinauf und nahm Federkiel und Papier in die Klaue.
„Ja, das finde ich auch. Schön wenn es jemandem auffällt“, pflichtete er Gedankenversunken bei. Spike blickte ihm daraufhin nur stumm mit gerunzelter Stirn entgegen. Dann sagte er knapp: „Was soll ich schreiben?“. Gloomy stutzte.
„Ach ja, richtig. Vorher hätte ich allerdings noch eine Frage“. Spike sah ihm weiterhin ungeduldig entgegen, stützte eine Klaue in die Hüfte und wippte ungeduldig mit dem Fuß auf und ab. Davon unbeirrt fragte Gloomy: „Weißt du, was mit Twilight passiert ist?“. Spike hielt inne, blickte überrascht und verwirrt drein und fragte dagegen: „Was meinst du?“.
„Ist dir nicht aufgefallen, wie sie sich verändert hat?“. Spike blickte etwas verunsichert drein und erwiderte nur schulterzuckend: „Doch schon. Aber was spielt das für eine Rolle?“.
„Du erinnerst dich doch noch an unsere Freunde aus Canterlot?“, fuhr Gloomy fort, was Spike mit einem Nicken bestätigte. „Ich verstehe nicht, wie Twilight die anderen und mich vergessen konnte“. Spike überlegte eine Weile und antwortete schließlich: „Naja, sicher bin ich mir auch nicht. Ich weiß nur, dass sie sich hier alle ziemlich schnell sehr gut verstanden haben. Da hatte sie den Wunsch hierzubleiben und dieser wurde ihr gewährt. Vielleicht war sie dann einfach so glücklich, dass sie eben alles andere vergessen hat. Ähnlich wenn sie Bücher liest und alles um sich herum ausblendet. Kennst du ja selbst. Aber eigentlich hat sie dich nicht vergessen. Sie hat dich hier voller Freude erwartet, nachdem sie deinen Brief gelesen hat. Ich weiß es genau. Ich sollte daraufhin nämlich hier alles gründlich putzen“, fügte Spike plötzlich mit grimmiger Miene hinzu. Dann seufzte er und lockerte sich wieder. „Sie hat dich nicht absichtlich vergessen. Ich kann dir nur raten, es nicht persönlich zu nehmen“. Gloomy blickte ihm mit großen Augen entgegen. Er hatte nicht wirklich eine Antwort erwartet, die ihn zufrieden stellen würde, aber Spike hatte ihn überrascht. Er fühlte sich immer noch etwas merkwürdig, aber das war etwas anderes… glaubte er.
Gloomy atmete einmal tief ein und aus und antwortete mit einem Lächeln auf den Lippen: „Danke Spike“. Dieser lächelte daraufhin ebenfalls, allerdings vor Verlegenheit und bedeutete Gloomy dann stumm, dass er ihm nun zu schreiben diktieren sollte. Gloomy holte erneut tief Luft und begann: „Liebe Minuette, Twinkleshine, Lemon Hearts und Moon Dancer...“.
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