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I gave you all I had

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Arthur Morgan Colm O'Driscoll Dutch van der Linde Hosea Matthews John Marston Susan Grimshaw
17.08.2019
17.09.2019
15
41.723
2
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17.08.2019 2.522
 
Vorwort:

Das ist mein weiteres Werk im Fandom von RDR2. Irgendwie hat mich die alte Gang und der komplexe Charakter von Dutch van der Linde gefesselt, weswegen dieser nun auch eine Geschichte erhält. Ich habe mich darum bemüht ihm eine angemessene Story zu widmen und hoffe doch sehr, dass euch meine Ideen gefallen.

Da es leider wenig Informationen zu "Annabelle" gibt, habe ich mich selbst hingesetzt und dieser Figur mit meinen eigenen Ideen etwas Leben eingehaucht. Ich würde nicht sagen, dass sie ein OC von mir ist, da sie ja auch Rockstar gehört, aber ich habe versucht eine Möglichkeit aufzuzeigen, wer diese Frau an der Seite von Dutch van der Linde wirklich war.

Ich habe in diese Geschichte wirklich viel Herzblut gesteckt, daher hoffe ich, dass euch diese Story zusagt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr eure Meinung in den Reviews zum Ausdruck bringen und mir sagen, wenn euch etwas stört.
Genug von dem Geschwafel… Viel Spaß beim Lesen.





Kapitel 1 – Poliertes Besteck in blutigen Händen

Gerade kam aus der Küche die Dame namens Judith Sutton mit den Porzellantellern in ihren Händen, die sie für den heutigen Abend aus der Biedermeier-Vitrine herausgeholt hat. Nachdem die zweifache Mutter die Teller abgestellt hat, strich sie mit ihren zierlichen Fingern die weiße Tischdecke aus Baumwolle glatt, welche nach wenigen Sekunden wieder Falten schlug. Seufzend faltete die Hausfrau die Hände zusammen und legte anschließend die sechs Geschirrservices auf die vorgesehenen Plätze.
Zwei Gäste erschienen zum heutigen Abendessen und Judith wollte um jeden Preis einen positiven Eindruck erwecken. Denn diese Gäste waren Vertreter der Bank, die mit ihrem Ehemann William über die unterschiedlichsten Geschäfte sprachen. Der Familienvater selbst war ein Mann des Handels und arbeitete seit nun über 10 Jahren in der Bank Armadillos, New Austin. Neben der Einrichtung und Verwaltung von Konten, war William zugleich zuständig für Darlehen und Kredite, die er an verzweifelte Bürger ausschrieb und mit äußerst hohen Zinsen wieder in das Haushaltsgeld der Bank holte. Daher war er auch ein so angesehener Angestellter unter den Kollegen und ein unliebsamer Beamter unter der Bevölkerung. Aber nichts könnte Judiths Liebe zu ihrem Mann verringern, den sie vor 28 Jahren geheiratet und mit dem sie zwei Kinder in die Welt gesetzt hat.
Ihre beiden Nachkommen waren von ihren Eltern dazu verpflichtet worden an diesem Abendessen teilzunehmen, auch wenn die jüngere Tochter Annabelle mit ihren 23 Jahren keinen triftigen Grund für ihre Anwesenheit sah. Trotzdem musste sie in einem ausgeschmückten Kleid aus hochwertigem, blauem Leinenstoff, der ihre grünblauen Augen ins Szene setzte, auftauchen. Die weiße Schleife in ihren braun, gelockten Haaren gab ihr einen mädchenhaften Touch und ließ sie deutlich jünger erscheinen, als sie eigentlich war. Missmutig stellte sie sich in die Tür zum Esszimmer und beobachtete ihre aufgeregte Mutter dabei, wie sie zentimetergenau das polierte Besteck auf den gefalteten Servietten neben den Tellern anordnete. Verschiedene Messer, Gabeln, Löffel brauchte man für Vor-, Haupt- und Nachspeise am Abendessen. Es war ein Festmahl feinster Klasse, das dieses Mal nicht ihr Dienstmädchen zubereitet hatte. Ja, es entsprach der Wahrheit. Ihre Familie hat vor einigen Wochen ein Dienstmädchen eingestellt. Sie trug den Namen Silence und war das, was ihr Name versprach: schweigsam. Das dunkelhäutige Mädchen verdiente für ihre Großfamilie, die als Hilfsarbeiter auf der Ridgewood Farm hart ackerten, einen kleinen Nebenverdienst dazu. Aber das ist eine andere Geschichte. Denn für den heutigen Abend bekam das 15-jährige Mädchen frei und suchte womöglich im Saloon eine andere Geldquelle als die Mahlzeit für Familie Sutton vorzubereiten.

Annabelle stellte sich an das Fenster und blickte durch die gläsernen Scheiben in die Ferne hinaus, wo sie hinter den Hügeln eine brennende Öllampe sehen konnte. Anscheinend war ihr Vater mit seinen Kollegen bereits unterwegs und das Pack würde in ungefähr einer Viertelstunde das Landhaus im Vintage-Stil erreichen. Schon längst spürte die Tochter aus der reichen Familie die Hände ihrer Mutter an ihren Haaren herumfummeln. Ihre Fingerspitzen zupften vereinzelte Locken zurecht, obwohl Annabelle seit einer halben Stunde vor dem Spiegel gesessen ist, um diese zu einer angemessenen Frisur zu formen. „Heute muss alles perfekt sein. Auch du, mein Täubchen.“, sagte Judith voller Stolz mit einem Blick auf ihrer Tochter, die gar zu brav für ihren wilden Freigeist wirkte. Im Grunde hoffte die zweifache Mutter einen heiratswilligen Mann unter den heutigen Gästen zu finden, die sich bereit sahen dieses hübsche Mädchen zur Frau zu nehmen. Denn was für eine bessere Partie gab es denn, als einen Bankier?

Annabelle sprintete mit lauten Sprüngen die Treppen hinauf und musste dabei aufpassen nicht über ihren Faltenrock zu stolpern. Ganz freudig und mit ausfallenden Bewegungen hüpfte die junge Frau in die Räumlichkeiten ihres Bruders, der ganz vertieft über einen Brief saß und versuchte das kindische Gehabe seiner Schwester auszublenden. Nur ihre laute Stimme war so ohrenbetäubend und nervtötend, dass man nichts anderes machen konnte als Annabelle Aufmerksamkeit zu schenken. „Schreibst du wieder Liebesbriefe an die Huren im Saloon?“, lachte sie und erntete einen verachtungsvollen Blick von Thomas, der fünf weitere Jahre als sie auf der Erde zählte. Im Gegensatz zu seiner Schwester war auch er im Bankwesen tätig. Früher musste er als Einsteiger in das Geschäft noch die Postkutschen von Bank zu Bank führen, doch nun arbeitete er als Makler und machte Grundstücke zu Wucherpreisen an interessierte Käufer schmackhaft. Eines Tages könnte er auch in die Fußstapfen seines Vaters treten, aber dafür müsste er noch einige Jahre fleißig arbeiten, ehe er sich eine Beförderung verdient hätte. Thomas stand von seinem Stuhl auf, zog die unordentlich gebundene Krawatte vom Hals und begann von Neuem. Lieber antwortete er nichts auf die beleidigende Frage seiner jüngeren Schwester, für die er in den letzten Jahren immer weniger Sympathie empfand. Sie war das komplette Gegenteil ihrer konservativen Familie: sozialistisch, liberal und maßlos. Oft fehlte ihr die feste Hand eines Vaters, der zu wenig Interesse in die Erziehung seiner Tochter steckte, stattdessen auf ein Wunder in seinem Sohn hoffte. Wahrlich ein nachlässiger Vater, der nun mit den Konsequenzen seiner misslungenen Unterweisung zu kämpfen hatte.

Genau dieser Mann öffnete nun die Haustür und führte seine Kollegen in das ländliche Heim hinein, wo bereits die manierliche Ehefrau die Gäste empfing und mit einem breiten Lächeln die Mäntel der Herrschaften abnahm. Der erste Arbeitskollege war ein Mann namens Rufus – ein älterer Herr der alten Schule, welcher auf die Knie ging und der Hausfrau den Handrücken küsste. Dagegen war der andere – Alastor Payne – ein junger Knabe von gutem Aussehen, der nur höflich ihre Hand schüttelte.
Sofort wurden die beiden Gäste in das Esszimmer geführt, wo bereits die Kinder von Mr. Sutton warteten. Sein Sohn Thomas war der Erste, der die beiden Herren begrüßte, während hinter ihm ganz brav und scheinheilig die hübsche Annabelle mit der weißen Schleife in den Haaren wartete. Diese drückte nur kurz die Hände der beiden Männern, für die sie nicht viel übrig hatte, und wich einem intensiven Blickkontakt aus. Alle Bänker auf dieser Welt waren in ihren Augen Schmarotzer, eingeschlossen ihre Familienmitglieder. Nur kam sie nicht darum herum an diesen Abendessen teilzunehmen und musste zu ihrem Leideswesen nicht ihrer Mutter in der Küche helfen, sondern durfte ganz besonnen den langweiligen Unterhaltungsthemen der Handelsmänner beiwohnen. Hierbei sprachen die wohlhabenden Herrschaften angeregt über die Vorzüge der kapitalistischen Marktwirtschaft, dem derzeitigen Wert des Dollars und einer mögliche Erhöhung der Zinsen auf einkommende Kredite. Alles Dinge, von denen Annabelle keinen blassen Schimmer hatte. Und trotzdem saß die Lady hier und nippte mit ihren vollen Lippen von dem blutroten Burgunderwein.
Aber noch viel schlimmer war wohl der vermeintliche Versuch seitens Mr. Paynes, der angeregt die Aufmerksamkeit des Sutton-Mädchens zu suchen vermochte. Direkt gegenüber von ihr saß der Schützling ihres Vaters und schien sich ganz langsam aus den andauernden Gesprächen herauszuklinken, um die vor ihm sitzende Schönheit näher kennenzulernen.
„Das Kleid, das Sie tragen, steht Ihnen ausgezeichnet, Madam.“, entgegnete Alastor mit einem Blick auf ihr Dekolleté, an dem eine silberne Halskette funkelte. Ihre grünen Augen waren nicht giftig genug, um den Interessenten zu verschrecken, aber blickte Annabelle ihn lange genug an, um ihn in Verlegenheit zu bringen. Sie entgegnete nur ein stummes Nicken und blickte verächtlich auf ihren leeren Teller. Unartikuliert warteten die beiden am Tisch auf das Essen, das in den nächsten Momenten von der Hausfrau Judith hereingetragen wurde. Ein großer Rinderbraten, der für die Kochkünste ihrer Mutter nicht einmal verkohlt war, landete in der Mitte des Tisches. Nein. Er war sogar perfekt gebraten. Das Fleisch war saftig und noch leicht rosa, als sie mit einem Messer eine Scheibe herabschnitt. Den Gästen wurde die Mahlzeit als Erstes zu Teil, indem Williams Frau die Teller anrichtete. Ihnen lief bereits beim Anblick das Wasser im Mund zusammen und sie konnten es kaum erwarten über die Köstlichkeit herzufallen.
Leider musste das Abendessen warten, denn die Suttons waren eine streng gläubige Familie, die vor jeder abendlichen Mahlzeit ein Tischgebet sprach. Und wie immer musste eines der Kinder das Gebet vollziehen. Diese Aufgabe fiel zum Leideswesen des Familienvaters in die Verantwortung seiner zügellosen Tochter Annabelle, die mit einem verschlagenen Grinsen die Hände zusammenfaltete. Auf einen solchen Moment hatte das hübsche Mädchen gewartet und auch Judith glaubte mit ihrem Auftrag für Empörung bei den Besuchern zu sorgen.
Schließlich sammelten sich alle zu dem Gebet, Annabelle öffnete den Mund und eine liebliche Stimme ertönte: „Lieber Gott. Wir danken dir für jeden weiteren Tag unseres Lebens auf dieser Erde. Wir danken dir auch für Speis und Trank auf diesem Tisch, das du uns heute in so großen Mengen geschenkt hast. Und danken wir dir auch, dass du heute Abend solch vornehme Herren an unseren Tisch geführt hast, mit denen wir deine geschenkten Gaben teilen können. Auch wenn diese Männer egoistische und hinterhältige Schweine wie Papa sind, möchten…“, sofort stieß ihre Mutter unter dem Tisch mit dem Fuß gegen ihr Schienbein und Annabelle zuckte mit zusammengepressten Lippen auf. Alle Blicke waren auf das Mädchen gerichtet, aber niemand traute sich etwas gegen ihre Bemerkung einzuwenden. Also nahm nach dieser peinlichen Stille Judith das Wort an sich: „Gott, wir danken dir für alles, was du uns an diesem Tag gegeben hast. Unser Leben, unser Haus, unser Brot und Wasser. Da wir deiner Schöpfung teilhaftig werden, ist es unsere Aufgabe sie zu ehren und zu schützen. Und wir hoffen noch viele weitere Jahre auf der Erde in Frieden und Harmonie verweilen zu dürfen. Amen.“. „Amen.“, stimmten alle Gäste mit ein und fielen wie ausgehungerte Wölfe über den Rinderbraten her. Es war ein Schauspiel, das Annabelle gar verabscheute. Mit dem polierten Silberbesteck schnitten sie wie edle Herren das blutige Rindfleisch in kleine Stückchen her, obwohl eigentlich ihre sauberen Hände von Blut befleckt waren. Wie konnten die anwesenden Menschen hier von Frieden und Harmonie sprechen, wenn sie draußen in der Welt die verzweifelte Situation armer Menschen ausnutzten?

Als Mr. William Sutton nach dem Essen erneut eine Flasche des teuren Weines öffnete und in die Gläser seiner Kollegen einfüllte, wischte sich der ältere Bänker Rufus mit der Serviette den Mund ab und war noch immer erstaunt von Judiths Worten im Gebet. Angeregt durch ihre Gedanken, meinte der Bänker: „Frieden und Harmonie ist wirklich eine ehrbare Sache, für die wir alle dankbar sein können.“, mit vollem Ranzen lehnte er sich gegen die Lehne des hochwertigen Stuhls aus Kirschholz und blickte zu seinem jüngeren Begleiter Alastor hinüber: „Ich will gar nicht an die unbeugsamen Banditen und Gesetzlosen denken, die da draußen herumlungern und für Chaos sorgen. Wer weiß, ob nicht auch bald die Bank von Armadillo in Gefahr ist.“, Alastor musste grinsen und war von den vorherigen Gläsern Wein etwas benebelt. Mit roten Wangen griff der junge Bursche nach dem Stiel des Weinglases und fügte an die Worte seines Vorgesetzten an: „Naja, noch immer hängen diese Idioten an den Idealen der Alten Welt. Der wilde, wilde, wilde Westen…“. Letzteren Satzteil betonte er mit einer gehässigen Ironie, die Rufus, Thomas und William zum Lachen brachte. Alle schienen erheitert über dieses Thema zu sein, abgesehen von Annabelle.
Sie saß gar zu provokant auf ihrem Stuhl und beobachtete wie die anwesenden Herrschaften ein Glas nach dem anderen tranken. Die gesprochenen Worte machten sie in einer gewissen Form zornig, auch wenn sie kein Fan von Revolverheldengeschichten war. Ihr Vater beobachtete ihren leeren Gesichtsausdruck mit Besorgnis, da dies oftmals eine Vorwarnung für einen Wutausbruch gewesen ist. Der braunhaarige Lockenkopf hob den Kopf und setzte ein gespieltes Lächeln auf, was ihren sanften Zügen schmeichelte. Thomas stieß mit dem Ellbogen zu seiner Schwester und scherzte: „Weißt du noch am Unabhängigskeitstag? In der Schule?“, Tommy lachte beschwipst und führte erneut das Glas zu seinem Mund. Alle blickten interessiert auf die Unterredung zwischen den Sutton-Kindern, wobei Annabelle bedrohlich den Kopf neigte und die Augenbrauen zusammenzog. Leider missachtete der große Bruder die Warnung und erzählte allen Anwesenden in einem schwerfälligen Ton die Geschichte aus Kindertagen: „Ich denke da war ich 12 und sie 7 Jahre alt und wir durften uns zum Independence Day in der Schule verkleiden. Als Anreiz sollten wir uns zu dem verkleiden, was wir in Zukunft einmal werden wollten. Und Mädchen haben es geliebt als edle Damen in ausgefallenen Kleidern aufzutauchen, abgesehen von Anney.“. Kurz setzte er eine dramatische Pause ein und schenkte seiner Schwester ein Schulterklopfen, ehe der Sutton-Junge fortfuhr: „Sie war die einzige in der Klasse, die sich als Outlaw verkleidete. Mit viel zu großen Cowboy-Stiefeln und einem ledernen Hut trottete sie in das Klassenzimmer, zielte mit ungeladenen Revolvern auf die Lehrerin und rief laut >>Hände hoch! Oder ich schieße!<<.“.
Die Gäste mussten über diese Anekdote gackern, da man nicht mit diesem Gemüt der ruhigen Dame rechnete. Mit zusammengepressten Lippen senkte sie ihren Kopf und ließ weiterhin die Demütigung über sich ergehen. „Wirklich? Das ziemt sich nicht für die Tochter eines Bankinhabers!“, fügte Alastor an, aber hatte ihr Vater William genauso wenig über diese Geschichte zu lachen wie Annabelle. Dieser wartete gespannt einen unheilsamen Ausbruch seiner jüngsten Tochter ab, welche ungewöhnlicherweise die Nerven bewahrte und unruhig an der Haut ihrer Fingernägel herumzupfte. Nur leider war Thomas noch nicht fertig: „Sie hat auch gewaltig Ärger bekommen, denn wir alle haben geglaubt die Waffen wären geladen gewesen! Wie oft musstest du nochmal ´Ich werde nie ein Outlaw werden´an die Tafel schreiben?“.
Keine Sekunde länger ertrug sie die Bloßstellung ihres Bruders. Mit hochgezogenen Augenbrauen beobachtete William, wie sie zynisch von ihrem Stuhl aufstand, das Weinglas von Thomas nahm und den Inhalt über sein frischgewaschenes Hemd schüttete. Mit erhobenem Haupt wandte sie sich von den Gästen ab und hinterließ eine unangenehme Stimmung im Esszimmer. Nur kümmerte diese Folge ihres Verhaltens das wohlerzogene Mädchen wenig, eher stürmte sie in zügigen Schritten in ihr Zimmer hoch und knallte hinter sich die Tür zu. Sie schlüpfte hastig aus ihren Schuhen und blickte verzweifelt in den Spiegel. Erzürnt riss sich Annabelle das weiße Haarband aus den Haaren und betrachtete die weiße Schleife daran. Sie warf diese in die Ecke und stürzte sich Halsüberkopf auf die Matratze ihres Himmelbettes. Enttäuscht von diesem Abend umarmte sie ihr weiches Federkissen und brauchte lange bis sie ein Auge zudrücken konnte. Noch immer brannte die Öllampe auf ihrem Schreibtisch. Und sie machte sich keinen Hehl daraus das Gas abzudrehen. Eher beobachtete sie weiterhin eine halbe Nacht lang das flackernde Licht im gläsernen Gehäuse.
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