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Tailoring Shorts

von DieBunny
OneshotÜbernatürlich / P12 / Gen
OC (Own Character)
17.08.2019
28.09.2019
4
15.920
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Dieses Kapitel
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28.09.2019 2.364
 
Seid Jack Frost denken kann ist er einsam. Nur für einen kurzen Moment hatte der Mann im Mond ihm seine Aufmerksamkeit geschenkt, bevor selbst er den Wintergeist scheinbar im Stich ließ. Eines Tages stellt der Junge mit den weißen Haaren jedoch fest, dass er nicht der einzige einsame Geist auf dieser Welt ist...
(Ich kann euch wieder nichts vormachen, oder? Hach, was sind Shippings denn auch immer so schwer in einem Vorwort geheim zu halten?! Und auch wie beim letzten Mal: Dieses Kapitel ist ebenfalls nicht Canon. Aber: Please enjoy! ;D)


~*~

Leere. Nichts als Leere.
Es war das einzige Wort, dass für ihn seine Welt perfekt beschreiben konnte. Kein Mensch sah ihn oder konnte ihn berühren. Bisher war ihm auch kein anderes Wesen untergekommen das so war wie er. Seine einzigen Freunde schienen bisher nur ein paar Tiere und der Wind zu sein, der den Jungen seid seinem ersten Erwachen begleitete. Egal wo er und sein Wind auftauchten, ihnen folgte stehts die Kälte und brachte meist auch den Winter mit sich. Viele Vögel mieden den Weißhaarigen und zogen gen Süden. Andere Tiere zogen sich in Höhlen zurück und warteten darauf, dass er weiter zog. Die wenigen Tiere, denen die Kälte die er ausstrahlte nur wenig auszumachen schien, waren häufig dennoch recht scheu. Zumindest sahen oder bemerkten sie den Jungen, was er ihnen hoch anrechnete. Allerdings änderte es nur wenig an dem Gefühl, das ihm immer mehr zu schaffen machte. Einsamkeit. Jack fühlte sich mehr als einsam. Mit jedem Jahr das verstrich, wurde es schlimmer. Inzwischen hatte er auch aufgehört zu zählen. Doch eines Tages sollte sich alles ändern.
Wieder einmal hatte er den Winter in einer Stadt einziehen lassen. Längst hatte sich Jack daran gewöhnt und sah es fast schon als seine Pflicht mit den Jahreszeiten zu ziehen und es kälter werden zu lassen. Hin und wieder vergas er sogar das schmerzende Gefühl der Einsamkeit, wenn er die Kinder der Menschen beobachtete, die recht sorglos im Schnee spielten. Sie waren dann so fröhlich und manchmal mischte sich Jack auch heimlich in ihre Spiele ein oder spielte ihnen Streiche. Die Erkenntnis das sie ihn trotz allem nicht sahen, würde ihn erst später mit aller Härte treffen.
Auch an diesem Tag folgte er ein paar Kindern die Straße entlang, als diese zum nahegelegenen Wald laufen und dort mit ihren Freunden spielen wollten. Plötzlich liefen sie ein wenig langsamer, als sie an einem alten Haus vorbei kamen, dass recht verlassen und marode aussah. Fast schon ängstlich waren ihre Blicke.
"Rousel..?", fragte der jüngste Bursche der Truppe seinen großen Bruder und zog an seinem Ärmel. "Ist das nicht das Geisterhaus, von dem Madame Martinez gestern gesprochen hat?" Der ältere Bruder schluckte kurz, bevor er seine Nervosität überspielte und seinen kleinen Bruder sowie die anderen Kinder dazu anreizte weiter zu gehen.
"So ein Unsinn. Es gibt keine Geister, dass weiß doch jeder." Der Rest der Rasselbande nickte und zog zusammen mit dem älteren Bruder weiter. Nicht jedoch Jack Frost. Ein Geisterhaus? Hier soll es spuken? Schon früh hatte er herausgefunden, dass er das war, was viele Menschen einen Geist nannten und oft genug hatte er sich die Frage gestellt, ob es nicht noch andere Geister außer ihm gab. Kinder waren sensibler für Magie, das spürte er. Vielleicht könnte in diesem Haus tatsächlich ein Geist wohnen. Innerlich wollte Jack diesem Gedanken nicht ganz glauben, doch was sollte denn anderes passieren, als im schlimmsten Fall nur wieder enttäuscht zu werden? Im Besten würde er vielleicht endlich mit einer anderen Person sprechen können. Also nahm der Weißhaarige seinen Mut zusammen und bewegte sich auf das alte Haus zu. Je näher er kam, desto zerfallener wirkte das einst prächtige Anwesen. Überall war die geblichene Farbe schon großflächig abgeblättert. Die Mauern hatten Risse und der Vorgarten glich eher einem Jungel, als einem getrimmten Rasen. Auf dem Dach begann bereits Unkraut zu sprießen und vermutlich gab es dort auch einige Löcher. Die Stufen die hinauf zu Haustür führten waren ebenfalls überwuchert mit Unkraut. Nicht zu übersehen war auch der Efeu, der dabei war die Villa zu verschlingen und unter sich zu begraben.
Hinein zu kommen war nicht schwierig. Sein Freund der Wind wehte etwas kräftiger gegen die Haustür, sodass diese vorsichtig aufschwang, als Jack kurz zögerte. Mit bedachten Schritten und seinem Stab fest in den Händen haltend, bewegte er sich durch die alten Flure des Hauses. Ein wenig gruselig war es schon und wieder einmal fühlte sich der Junge ganz alleine. In der unteren Etage sah er sich zuerst gründlich um und suchte nach Anzeichen für einen anderen Geist. Doch hier war scheinbar nichts als Staub und Schutt. Er kehrte zurück in die Empfangshalle mit der großen Treppe, in der er zu beginn seiner kleinen Besichtigung bereits war. Wie zuvor lagen auch hier nur Scherben, Schutt und eine menge Staub, doch etwas hatte sich verändert. Sobald er seinen Blick die Treppe empor gleiten ließ, entdeckte er am oberen Ende, hinter einer Wand hervor schauend, eine Gestalt. Kurz erschrak er, als er sie sah. Tatsächlich war hier jemand. Er konnte es kaum glauben. Ein jugendlich aussehendes Mädchen mit braunen Haaren sah neugierig, wenn auch etwas ängstlich, in seine Richtung. Beobachtete sie vielleicht sogar etwa ihn? Ihn?! So wie sie dort stand im weißen Nachthemd und sich mit ihrer kleinen zarten Hand an die Ecke der Wand klammerte, schien sie sich zu fürchten. Würde sie ihn nicht sehen, würde sie nicht so scheu in seine Richtung blicken, wenn sie tatsächlich in diesem Haus wohnte. Noch wollte Jack sich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, allerdings wusste er auch nicht, was er nun tun oder wie er reagieren sollte. Somit starrte er nur zurück in ihre blaugrünen Augen, die ihn so scheu musterten. Beide rührten sich kein Stück. Erst nach einer ganzen Weile kam das Mädchen vorsichtig näher. Ganz langsam. Jack bewegte sich noch immer nicht, folgte ihr aber mit seinem Blick. Die Brünette wurde immer ein kleines Stück mutiger, bis sie schließlich vor ihm stand. Jack war inzwischen klar, dass sie ihn sehen konnte und sein Herz flatterte wie wild. Das war bisher nie vorgekommen. Noch nie! Doch diese Situation schien für das Mädchen ähnlich zu sein, so wie sie sich verhielt. Konnte sie ihren Augen einfach nicht trauen, einen Jungen mit weißen Haaren zu sehen, oder war sie ein Geist wie er? Hatte sie auch nie jemand anderen gesehen? Vorsichtig streckte er seine Hand nach ihr aus. Konnte er sie auch berühren? Diese blasse Haut? Als er unter seinen Fingern dann die Haut ihrer weichen Wange spürte wäre er am liebsten aus allen Wolken gefallen und hätte einen Freudentanz aufgeführt. Doch er konnte bei seinem Herzrasen nur anfangen immer breiter zu lächeln.
Das Mädchen machte ebenfalls große Augen, als sie die kalten Finger ihres Gegenübers auf ihrer Wange spürte. Sie griff nach seiner Hand, die ihre Haut berührte um ganz sicher zu gehen, dass sie sich nicht täuschte. So lange war sie schon hier. So lange hatte sie mit niemandem sprechen können. Und jetzt, wo dieser fremde Junge auftauchte, fehlten ihr die Worte. Doch irgendetwas wollte sie sagen. Sie musste!
"Du...", fing sie nuschelnd und leise an, bevor sie versuchte etwas lauter zu sprechen. "Du siehst mich..." Der Weißhaarige nickte. "Du verstehst mich..." Wieder ein Nicken. "W...Wer... Wer bist du..?"
"Mein Name ist Jack. Jack Frost.", antwortete er und lächelte breit. "Du wirst mir nicht glauben, wie lange ich schon niemanden mehr getroffen habe, der mich sieht." Doch das Mädchen lächelte nur traurig und in ihren Augen erkannte Jack etwas sehr Vertrautes. Einsamkeit.
"Doch, ich denke ich weiß, was du meinst.", antwortete sie.
"Bist du etwa auch wie ich? Bist du ein Geist?" Auf seine Frage hin, hob die Brünette plötzlich etwas vom Boden ab. Sie... Sie schwebte!
"Es scheint so.", sagte sie niedergeschlagen. "Und mein Ableben war auch nicht gerade das Gelbe vom Ei."
"Du bist gestorben?", fragte Jack ein wenig verblüfft.
"Natürlich.", antwortete das Mädchen. "Du etwa nicht, Dummerchen?"
Und so begannen die beiden Geister sich einander zu erzählen, was sie seid ihrem Erwachen als diese nie jemanden hatten erzählen können. Einfach alles, was sie bisher erlebt und gesehen hatten. Jack stellte schnell fest, dass die Brünette dieses Haus offenbar nie verlassen hatte und im Gegensatz zu ihm nie die Welt bereist hatte. Sie hingegen schien ganz im Gegensatz zu ihm ein Leben vor ihrem jetzigen Zustand gehabt zu haben und konnte sich zumindest an ein paar Dinge erinnern.
"Dir hat der Mond gesagt wie du heißt?!", fragte sie ungläubig. Inzwischen hatten sich die Zwei auf die alten Treppenstufen gesetzt und unterhielten sich dort. "Das klingt ja mehr als bescheuert.", lachte sie anschließend. Spitzbübisch zog Jack eine Augenbraue hoch.
"Und trotzdem sitzen wir hier. Als Geister. Zumindest weiß ich wer mich hergeholt hat, auch wenn ich nicht weiß, wieso." Für die Brünette schien der Junge mit seinem Kumpel, dem Zauber-Mond, vor ihr angeben zu wollen. Momentan war ihr bei dieser lockeren Stimmung zwischen ihnen nach Scherzen zu mute. Also fing sie an frech zu grinsen.
"Soso. Zumindest habe ich meinen Hintern von alleine wieder an die Oberfläche befördert und brauchte niemanden, der mir dabei hilft.", stichelte sie. Als Jack daraufhin eine Schnute zog, musste sie herzhaft auflachen.
"Dafür habe ich in der ganzen Zeit nie jemanden umgebracht." Als seine neue Freundin ihm von ihrer Rache erzählt hatte, wusste er zuerst nicht so recht, was er davon halten sollte. Ihre Gründe klangen für ihm plausibel, aber einer anderen Person schaden..? Das brachte sie doch nicht wirklich weiter.
"Sensibles Thema, Freundchen.", schnaubte sie, behielt aber ihr freches Grinsen. Die Brünette schien dieses Thema lieber vermeiden und mit ihrem Opfer begraben zu wollen. "Lass uns lieber über etwas anderes sprechen."
Weder Jack, noch seine namenlose neue Bekanntschaft, wollte aufhören zu reden. Stundenlang unterhielten sie sich und konnten einfach nicht schweigen. Danach zeigte die Brünette dem Weißhaarigen das Haus. Jeden einzelnen Winkel. Sie scherzen viel zusammen und lachten wie schon seid Ewigkeiten nicht mehr. Dabei blendeten sie ohne es zu wissen eine wichtige Tatsache aus. Erst Tage, wenn nicht sogar Wochen später mussten sie sich eingestehen, dass es selbst zu zweit in diesem Haus auf Dauer langweilig wurde. Jack konnte gehen wann immer er wollte, doch seine neue Freundin leider nicht. Sie war, wie sie ihm erzählt hatte, an dieses alte Haus gebunden und würde es vielleicht nie verlassen können. So gerne würde Jack ihr die Welt zeigen und mit ihr die unterschiedlichsten Winkel dieser Welt besuchen. Auch die Grünäugige hatte mehr als nur große Lust ihm zu folgen, doch sie konnte nicht.

"Aber ich kann dich nicht einfach hier zurück lassen.", meinte Jack nach einiger Zeit wehleidig zum Hausgeist, nachdem sie sich eine ganze Weile darüber unterhalten hatten. Jack war nun schon seid gut drei Monaten bei ihr und es war längst an der Zeit weiter zu ziehen. Er wollte und spürte den Drang sich in die Luft zu schwingen und sich aus dem Staub zu machen, doch seine neu gewonnene Bekanntschaft hier zu lassen stimmte ihn traurig. Die Brünette griff nach seinen kalten Händen und sah ihm tief in die Augen. Ihr eigener Blick war so traurig, dass es Jack glatt das Herz brach sie anzusehen.
"Du musst. Wenigstens du solltest deine Freiheit genießen, bevor du dich auch noch an diesen Ort bindest." Es war ihre größte Sorge, diesem sorglosen weißhaarigen Jungen das selbe Schicksal aufzubürden, das sie ereilt hatte. Seid sie Jack das erste Mal gesehen hatte, hatte er sie mit seiner recht sorglosen Art, seinem Humor und seiner Herzlichkeit verzaubert. Sie hatte den Wintergeist fest in ihr Herz geschlossen und wollte ihn am liebsten nicht gehen lassen. Doch es musste sein. Wenigstens er sollte die Welt sehen können. Jack ließ ihre zarten blassen Hände los und zog sie dafür in eine feste Umarmung. Er drückte sie an sich, als würde sie sich in Luft auflösen, wenn er sie loslassen würde. Dabei war er derjenige, der verschwinden würde. Über die Wangen seiner neuen Freundin flossen bereits viele Tränen. Sie würde ihn schrecklich vermissen und sich einsamer denn je fühlen.
"Ich komme wieder, versprochen.", wisperte er in ihr Ohr, bevor er sie vorsichtig los ließ und in die blaugrünen tränenverschmierten Augen sah. "Wenn du einsam bist, denk einfach an mich. Und wenn der nächste Schnee fällt, bin ich wieder da." Sanft gab er ihr zum Abschied noch einen Kuss auf die Stirn und lächelte Sanft. "Kannst du so lange auf mich warten?" Vorsichtig nickte die Brünette und bemühte sich zu lächeln. Sie wollte nicht, dass er sie so traurig in Erinnerung behielt.
"In Ordnung. Ich werde hier auf dich warten. Versprochen. Sieh dir für mich die Welt an und erzähl mir wieder von ihr wenn du zurück bist."

~*~*~*~*~*~

*nächsten Kaffee schlürf*
Boar, ich bin im Eimer und hab noch einiges zu tun, aber das schieben wir mal kurz bei Seite.
Plag und Jack zu schippen ist wesentlich einfacher gewesen, als bei Faye und Pitch, aber dieses Kapitel hier spielt schließlich über einen etwas längeren Zeitraum also denke ich kann man es eigentlich nur schwer vergleichen.
Übrigens hatte ich für heute einen ganz anderen OneShot geplant, doch ich hatte jetzt momentan wieder viel zu tun und der braucht noch Zeit. Also habe ich das hier in einer Nacht und Nebel Aktion (ja, vergangene Nacht) fertig gemacht. ^^' Ihr glaubt gar nicht wie müde ich bin, aber am Ende hat sich dieser OneShot Gott sie Dank beinahe wie von selbst geschrieben.
Und wisst ihr was? Wir sind jetzt quasi schon mehr oder weniger am Ende der Spätsommerpause! ;D Heißt, in zwei Wochen geht es dann endlich bei Tailoring Fowler weiter. Hier wird auch gelegentlich... oder selten... nochmal was kommen. Ich hänge mich auch dran, noch Reviews und Nachrichten zu beantworten. Hab ich in letzter Zeit sehr übel vernachlässigt, Sorry! >w<
Bis dann!

LG Laura
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