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Tailoring Shorts

von DieBunny
OneshotÜbernatürlich / P12 / Gen
OC (Own Character)
17.08.2019
28.09.2019
4
15.920
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.09.2019 5.657
 
Eines Nachts, mitten in den USA, suchen sowohl Pitch, als auch Faye, in einer alten Lagerhalle Schutz vor Jägern und treffen in Zweisamkeit aufeinander. Mit vergehender Zeit stellt sich die Frage, ob es wirklich nur die Rachepläne gegen Clara sind, die sie vereinen. Oder ist mehr dahinter, als sie zugeben wollen..?
(Wem will ich eigentlich etwas vormachen?! Ihr wisst doch schon seid der Überschrift und dem Moment, als ich die Namen gedroppt habe, was hier vor sich geht! Genießt einfach mal diesen romantischen Exkurs und ich möchte das ihr folgendes im Hinterkopf behaltet: Dieses Kapitel ist NICHT Canon! Nur ein kleines Shipping aus Spaß, auf dessen Idee ich zusammen mit der lieben Bookgirl617 gekommen bin ;D)


~*~

Irgendwo, mitten in den USA, streifte der schwarze Mann durch die dunklen Gassen und suchte nach Etwas. Besser gesagt suchte er nach Jemandem. Es war nun schon eine Woche her, seid Claras Schwester ihn in ihre Pläne eingeweiht hatte, um ihm einen Deal zu offenbaren.
Faye hatte ihm so einiges über ihre Schwester erzählt. Über die letzten Gefühle, die sie noch besaß, den Tod des Vaters, für den Faye Clara verantwortlich zu machen schien und warum sie Angst um ihre Schwester hatte. Die Brünette hatte große Angst davor, schlussendlich von Clara abserviert und hintergangen zu werden. Warum sollte sie ihr also nicht zuvor kommen? Des Weiteren hatte die Hexe ihm das Angebot gemacht ihr zu helfen, um sich ebenfalls seiner Rachegedanken zu entledigen. Faye selbst schien es entgegengekommen zu sein, als sie seinen Groll gegen Clara bemerkt hatte. Warum also nicht zusammenarbeiten? Für Pitch war es ein gefundenes Fressen, eine günstige und einmalige Gelegenheit, die sich ihm bot. Wie hätte er dieses Angebot ausschlagen können? Vor allem, wenn die ach so tapfere Schneiderin von ihrer eigenen Schwester ans Messer geliefert wird? Die Vorstellung an ihr vor Angst und Reue verzerrtes Gesicht allein war schon köstlich. Wie würde es wohl sein, es Realität werden zu lassen? Grausam und zerstörend für die Eine, wundervoll und herrlich für den Anderen. Faye hatte vor, ihrer Schwester einen Trank unterzujubeln, mit dem sie Clara für 24 Stunden wieder Gefühle einverleiben konnte. Doch für jedes Gefühl, dass wieder im Leib der Hexe existieren sollte, brauchte Faye dessen Essenz. Ein kleiner Teil, wie ein helles Licht, von diesem. Dafür mussten sie natürlich jeden Vertreter einzeln aufsuchen und um genau diesen kleinen Funken Essenz bitten. Für die Angst würde der Albtraumkönig selbst eine gute Prise bereitstellen, damit gab es kein Problem. Das Problem waren die anderen Mythen. Verzweiflung, Trauer, Einsamkeit, Ekel, Scharm, Schmerz, ... Die Liste an den Gefühlen, die manche als schrecklich oder böse einstufen würden, war lang. Vor allem für die Vertreterin der Einsamkeit musste er sich noch etwas einfallen lassen. Natürlich hätte er Plag auch einfach der Hexe überlassen können, was wesentlich einfacher und unkomplizierte gewesen wäre, doch Pitch hatte noch eine alte Rechnung mit dem Quälgeist offen und konnte sich ein Grinsen bei dem Gedanken nicht verkneifen, diesen Geist zu foltern.
Aktuell befand er sich auf einem verlassenen Gelände einer alten Fabrik. Seid einigen Stunden hatten er und seine Albträume nach der Mythe der Verzweiflung, dem Saci, gesucht, der es ihm unheimlich schwer machte, ihn zu finden. Doch noch bevor er sich weiter Gedanken über die Mythe machen konnte, erregte eine große menge Angst seine Aufmerksamkeit. Er konnte sie spüren, fast schon schmecken. Die Angst kam aus einer der naheliegenden Lagerhallen und kam ihm äußerst vertraut vor. Er konnte sie allerdings niemandem zuordnen, er hatte gerade kein Gesicht vor Augen. Mit etwas Glück war es womöglich der Saci, obwohl er es stark bezweifelte. Das war allerdings nicht die einzige Veränderung, die hier gerade stattfand. Ein Auto kam auf dem Gelände zum Stehen. Ein Impala. Innerlich verdrehte Pitch schon die Augen, als er das Auto sah. Natürlich mussten es Jäger sein, die ihm in dieser Nacht noch zusätzlich auf die Nerven gehen mussten. Erwachsene Menschen, die ihn zwar sehen konnten, dafür aber lieber auf ihn schossen, als sich vor Angst in die Hosen zu machen. Heute Abend hatte er seine Kräfte schon genug für die Suche nach der Verzweiflung verschwendet, einen Kampf gegen Jäger wollte er lieber vermeiden. Er zog sich in die Schatten zurück und betrat hingegen die Lagerhalle. Sein Interesse an dem Angsthasen hatte schließlich keineswegs abgenommen. Vor ihm zu fliehen schien in der aktuellen Lage keine bessere Option für sein Opfer zu sein, da die Angst gegenüber der Jäger nicht gerade klein war. Angekommen in den Schatten der Lagerhalle hätte er fast angefangen zu Lachen, als der die ängstlichen blauen Augen von Faye Fowler sah, die durch einen Spalt zwischen den Brettern des vernagelten Fensters blickte. Sie hatte doch tatsächlich mehr Angst vor den beiden Jägern, als vor ihm, dem Albtraumkönig. Fraglich war nur, was die vermögende Engländerin auf einem alten Gelände einer verlassenen Fabrik in den USA mitten in der Nacht verloren hatte?
Faye konnte ihre Arme und Beine zittern spüren, doch versuchte es, zusammen mit ihrer verstaubten und verrotteten Umgebung, auszublenden. Durch den Schlitz, der ihr einen Blick durch das verrammelte Fenster ermöglichte, beobachtete sie die beiden Jäger, die sich bewaffnet an die Arbeit machten, die Gegend abzusuchen. Sie waren nicht hinter ihr her, das war sicher. Doch sollten sie sie bemerkt haben oder sogar finden, könnte es kein gutes Ende für sie nehmen. Sie musste sich jetzt möglichst leise und unauffällig verhalten.
"Guten Abend, kleine Hexe.", hörte sie plötzlich eine düstere unheilvolle Stimme direkt neben ihrem Ohr flüstern. Sie konnte sogar den Lufthauch der Stimme spüren. Während sie sich umdrehte fing sie automatisch an zu kreischen. Doch eine Hand legte sich sofort auf ihren Mund, sodass nicht einmal der kleinste Ton aus ihrer Kehle entweichen konnte. Geschockt und mit klopfendem Herz starrte sie in die goldenen Augen des Albtraumkönigs. Mit Freude betrachtete dieser die geweiteten angsterfüllten blauen Augen der Hexe. Faye war so auf die Jäger fokussiert gewesen, dass sie nicht mal seine Aura gespürt hatte. "An deiner Stelle würde ich laute Töne vermeiden. Wir wollen doch nicht den Feind auf uns aufmerksam machen, oder?", fragte er und lächelte siegessicher. Am liebsten hätte die Brünette in auf der Stelle umgebracht oder aus Wut angeschrien, doch Pitch hatte leider recht. Besser sie hielt den Mund und erdolchte ihn fürs Erste nur mit ihren Blicken.
Ihre Wut belustigte den schwarzen Mann zurzeit eher, als dass ihn ihre finsteren Blicke berühren würden. Dann hörte sie erneut Geräusche von draußen. Pitch konnte spüren, wie sich ihr Herzschlag erneut beschleunigte, als sie sich von ihm loslöste und aus dem Fenster sah.
Die Jäger hatten die Gegend fürs erste abgesucht und entfernten sich von der Halle, in der sie sich versteckt hielten. Das Auto hingegen ließen sie stehen, sie würden also zurück kommen. Sobald Faye beobachten konnte, wie sie hinter der nächsten Halle in Richtung Wald verschwanden, drehte sie sich erneut zum Albtraumkönig um. Dieser beäugte sie mit unschuldiger Mine.
"Was zum Teufel machst du hier?! Und wie kannst du es wagen, mich so zu erschrecken?! Die hätten mich umgebracht, hätten sie mich gefunden!", fauchte sie mit gedämpfter Stimme, falls die Jungs lautes Geschrei noch immer hören könnten.
"Das selbe könnte ich dich fragen.", konterte Pitch mit einem schiefen selbstsicheren Grinsen. "Ich habe die ganze Gegend nach der Mythe der Verzweiflung abgesucht. Doch wen finde ich? Die kleine böse englische Hexe. Mitten in der Nacht. Weit weg von ihrer Schwester. Weit weg von zuhause." Er hatte sich während seiner Ansprache leicht genähert und nach vorne gebeugt. Es interessierte ihn sehr, was Faye an einem Ort wie diesem wollte. Keine einzige Mythe, die sie aufsuchen wollte, sollte in dieser Gegend zu finden sein. Es war noch zu früh, ihr komplett zu vertrauen, zumal Pitch schon aus Prinzip niemandem vertraute. Vor allem keiner Hexe. Doch Faye hatte es geschafft, einen kleinen Vorsprung bei ihm zu ergattern. Ihr Plan schien für ihn Wasserdicht zu sein, was ihre Motivation und Überzeugungskraft anging. Sie wollte es ihrer Schwester wirklich heimzahlen, das kaufte er ihr ab. Ihn bei einem gemeinsamen Vorhaben zu hintergehen, dass traute sich sowieso niemand, warum sollte also ausgerechnet diese Hexe damit anfangen? Aber man kann nie wissen...
"Es ist zwar klug, mir nicht zu trauen, Black, doch heute Abend ist dein Misstrauen verschenkt.", antwortete die Hexe und verschränkte die Arme. In ihrem Unterton flammte noch immer etwas Wut auf, doch sie versuchte sich zu beruhigen und atmete tief durch. "Ich bin aus anderen Gründen hier. In der Stadt gibt es einen Kräuterhändler zu dem ich wollte.", klärte sie ihn auf. Ihrem ausweichenden Blick zufolge musste etwas nicht ganz nach Plan gelaufen sein, wie Pitch feststellte. "Er wurde umgebracht und dann tauchten die Jäger auf. Es war dann schon zu auffällig, einfach wieder zu verschwinden. Eins kam zum Anderen und tja, jetzt bin ich hier." Das war allerdings nur die halbe Wahrheit. Auch Faye war hinter einer Mythe her gewesen, doch keiner der "bösen" Art. Während Pitch nach so gut wie allen "negativen" Emotionen suchte, unter dem Vorwand, Clara damit zu schaden, suchte Faye nach den "positiven" Emotionen, um Clara ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenkt zu machen. Ihre vollständige Gefühlswelt. "Aber musstest du mich so erschrecken?!"
"Ich musste es nicht, nein. Aber ich wollte es.", gestand er. Bei seinem Grinsen entblößte er seine raubtierartigen Zähne, die jedem Kind beim bloßen Anblick einen Schauer über den Rücken jagten. Faye war allerdings schon lange kein Kind mehr mit ihren 699 Jahren. Sie lehnte sich zurück und ließ sich mit verschränkten Armen gegen die Wand fallen.
"Schön. Jetzt hast du mich erschreckt und weist warum ich hier bin. Warum gehst du dann nicht einfach wieder oder suchst weiter nach der Verzweiflung?", fragte Faye etwas genervt. Gerade war ihr zwar nach etwas Gesellschaft, während sie noch hier ausharrte und darauf wartete, dass die Jäger endlich samt Auto vom Gelände verschwanden, doch der Albtraumkönig wäre jetzt nicht unbedingt ihre erste Wahl gewesen.
"Natürlich könnte ich das.", antwortete er desinteressiert. "Aber ich muss warten, bis der Elch und sein Eichhörnchen wieder aus dem Wald gestiefelt kommen. Es ist der letzte Ort, an dem ich noch nicht nach dem Saci gesucht habe. Mit etwas Pech hat sich meine Suche vielleicht sogar in wenigen Minuten erledigt, falls die zwei ihn finden."
"Das werden sie schon nicht. Die suchen gerade nach einem Vampir, nicht nach einem einbeinigem Kobold.", meinte die Brünette. "Außerdem wäre der Saci wohl kaum die Mythe der Verzweiflung, wenn man nicht verzweifelt nach ihm suchen müsste." Bei ihrem letzten Satz musste Faye etwas schmunzeln, da auch Pitch genau diese verzweifelte Suche ins Gesicht geschrieben stand. Ihre Bemerkung ließ ihn kurz angesäuert knurren.
"Warum teleportierst du kleine Hexe dich eigentlich nicht einfach zurück zu deiner Schwester? Dein Kräuterhändler ist sowieso längst Geschichte und diese zwei Jäger werden finden und töten was sie suchen. Dein Verschwinden ist ihnen dann schließlich auch egal."
"Ich würde, wenn ich könnte, doch ich muss ebenfalls noch in den Wald.", seufzte sie geschlagen. "Die Kräuter die ich brauche sind ausgesprochen wichtig und ich brauche sie dringend. Wenn ich sie schon nicht vom Händler bekomme, dann muss ich sie wenigstens noch aus dem Wald holen. Aber so lange die Jäger noch dort sind..."
"Dann sitzen wir zwei hier wohl erst mal zusammen fest.", stellte Pitch nüchtern fest. Von Faye kam ein geschlagenes Nicken.
"Na großartig. Mein Samstagabend wäre damit wohl gelaufen."
"Glaubst du nur du hättest besseres zu tun?", hackte der schwarze Mann nach. "Ich könnte weitaus produktiver sein, würde ich nicht für dich nach dieser albernen Essenz suchen und hier darauf warten, dass diese zwei Störenfriede endlich abziehen."
"Du hättest mein Angebot ja nicht annehmen müssen! Selbst schuld, würde ich sagen!", pampte die Blauäugige zurück und entfernte sich von ihrem Platz. Sie begann damit, durch die Halle zu laufen und sich etwas umzusehen. Viel gab es hier allerdings nicht zu bestaunen, zwischen all den uralten Flaschen, vermodernden Möbeln und tonnenweise Staub.
Pitch folgte der Hexe nur mit seinen Blicken. Es würde hier noch langweilig genug werden, vielleicht würde sie ihm wenigstens etwas Unterhaltung bieten. Eine Weile lang herrschte Stille zwischen beiden und draußen setzte bereits der Regen ein. Während Faye sich weiter umsah, ließ Pitch sie kaum aus den Augen. Momentan lag in ihrem Blick etwas... Etwas nostalgisches. Ihre Augen und das seichte Lächeln, dass sich auf ihren Lippen gebildet hatte, wirkten auf den Albtraumkönig so, als würde sie sich an etwas längst Vergessenes erinnern.
"Irre ich mich, oder werden alte Erinnerungen wach?", fragte er sie also. Für einen kurzen Moment erlosch ihr Lächeln, als sie in seine Richtung sah.
"Hast du nichts Besseres zu tun, als mich die ganze Zeit zu beobachten?", konterte sie und ließ das Lächeln zurückkehren.
"Offensichtlich nicht.", antwortete er und ging auf sie zu. Die Hexe hatte zuvor vor einem alten Bild halt gemacht. Ein schwarzweißes Foto mit einigen Männern darauf. Im Hintergrund die Fabrik, in der sie sich gerade befanden. Damals war alles noch nicht so heruntergekommen, sondern in betrieb. "Jetzt sag schon, woran dich dieser Haufen Schutt und Asche erinnert. Ich beiße nicht, versprochen." Auf seinem Gesicht zeichnete sich ein spitzbübisches Grinsen ab, bei dem die Brünette nur die Augen verdrehte und erneut das Bild ansah. Ein lautes Seufzen entwich ihrer Kehle.
"Es ist wirklich keine große Sache.", quittierte sie. "Es war das Jahr, in dem das Foto gemacht wurde." Sie deutete auf das leicht verblichene Datum in der unteren rechten Ecke des Bildes. 17.06.1876. "1876 habe ich mich von meinem Mann getrennt, oder zumindest, habe ich ihn zum Teufel gejagt." erklärte sie und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. "Es war nicht das schönste Jahr für mich. Den Betrug des eigenen Mannes aufdecken, der einem im Anschluss auch noch das eigene Kind entreißt, das danach nichts mehr mit mir zu tun haben wollte und zu allem, was Daddy sagt, nur Ja und Amen antwortet." Faye atmete erneut kurz aus und blickte dem Albtraumkönig mit glasigeren Augen als zuvor entgegen. "War diese Antwort zufriedenstellend?", hackte sie nach.
Seine Frage war damit zwar bereits tatsächlich beantwortet, aber aus irgendeinem Grund wollte er mehr wissen. Diese aufkommende Neugierde, die sich anbahnte, wollte ihm nicht so recht gefallen. Sie war gerade zu nervtötend. Beinahe würde er schon Plag Vaxatue dahinter vermuten, doch ihr Spezialgebiet blieb die Einsamkeit, nicht die Neugierde. Ob er es wollte oder nicht, der Ursprung seines Wissensdurstes über diesen Teil hinter der Geschichte von Faye Fowler war das Schicksal, das ihn vor so langer Zeit ereilt hatte. Ein recht ähnliches. Von Ehepartner und Kind verlassen. Doch dass genau das der Ursprung dieser wissbegierigen Laune war, verdrängte Pitch erfolgreich. Zumindest fürs Erste.
"Du siehst nicht so aus, als hättest du das schon hinter dir gelassen.", kommentierte er die glasigen Augen von Faye. Die wischte sich kurz unter den Augenwinkeln die Tränenflüssigkeit weg.
"Eigentlich schon.", meinte sie dabei ruhig. Ihn ihrer Stimme lag weder ein Zittern, noch flossen Bäche an Tränen ihre Wangen hinunter. Nicht mal die Augen waren gerötet. Als sein die Tränen bloßer Müdigkeit geschuldet. Sie trauerte tatsächlich kaum um diesen verlorenen Teil ihrer Familie. "Es kamen nur Erinnerungen an die schönen Zeiten hoch, die wir allem zum Trotz auch hatten. Und auch wenn ich meinen Sohn dafür hassen könnte, dass er sich auf die Seite seines Vaters gestellt hat-"
"Als Mutter liebst du dieses Balg trotzdem.", beendete der schwarze Mann monoton ihren Satz. Natürlich würden Eltern ihre Kinder lieben, egal was sie oder man selbst auch für schreckliche Dinge tun würde. Da war selbst Pitch Black keine Ausnahme. Nun kratzte auch erneut die Erkenntnis der ähnlichen Schicksale an ihm. Dieses mal jedoch viel hartnäckiger. Hartnäckig genug, dass es für einen kurzen Moment durch seine sonst so unantastbare Maskerade glitt, sodass Faye den ebenso melancholischen Blick in den goldenen Augen sehen konnte, der auch in ihren ruhte.
"Sag mal...", begann sie etwas zögernd. "Das hört sich so an, als ob du..." Faye wollte ihm nicht zu nahe treten, bevor der Albtraumkönig noch etwas in den falschen Hals bekam. Trotzdem erweckte dieser untypische Ausdruck des schwarzen Mannes nun auch ihre Neugierde. Sie konnte fast schon spüren, dass dort etwas in ihm schlummerte, das ganz ähnliche Narben hatte, wie sie.
"Mach dich nicht lächerlich." antwortete er nur kalt auf ihre Aussage, wand sich von ihr ab und trat zurück zum Fenster. "Als ob es jemals jemanden gegeben hätte, der sich in den Albtraumkönig verliebt hätte." Inzwischen breitete sich auch erneut ein altbekannter Schmerz in seiner Hand aus. Das leichte Ziehen in der Brust, blendete er noch so gut es ging aus.
Für Faye enttarnte die schneidende Kälte in seiner Stimme die Lüge seiner Worte. Vielleicht stimmte es ja, dass sich niemand in Pitch Black verlieben würde, oder dieser zumindest nie ein Gefühl wie Liebe zulassen würde. Allerdings kannte die Hexe auch nicht die Geschichte hinter dem Mann, der die Angst in die Welt der Menschen trägt und den Kindern nachts den Schlaf mit seinen Albträumen raubt. Vielleicht gab es etwas über ihn, das sie noch nicht wusste.
"Vielleicht.", antwortete sie also leise seufzend auf seine Aussage und wand ihren Blick nun ebenfalls von ihm ab. Vielleicht täuschte sie sich ja auch tatsächlich und maßte ihm etwas an, das nicht der Wahrheit entsprach.
Erneut kehrte Stille zwischen den beiden magischen Kreaturen ein, die nur von dem Regen und dem sanften Donnern des aufziehenden Gewitters gestört wurde. Ob er es wollte oder nicht, Pitch musste einsehen, dass die Hexe im Recht war. Er fragte sie über ihren familiären Trümmerhaufen aus und selbst war er sich dann zu fein, um seine Wunden einzugestehen, die er schon so lange mit sich herum trug. Man konnte ihm vieles nachsagen, jedoch nicht, dass er Rechnungen nicht ausgleichen würde. Dieses Mal kostete es aber wesentlich mehr Überwindung darüber zu sprechen, da er sonst nie mit jemandem darüber gesprochen hatte. Seufzend gab er sich dann geschlagen und durchbrach gemeinsam mit einem weiteren Donnergrollen die Stille.
"Vor meiner Zeit auf der Erde... Da gab es jemanden.", gestand er. "Sie weilt allerdings schon lange nicht mehr unter uns." Erstaunt über sein plötzliches Eingeständnis sah Faye in seine Richtung. Allerdings hatte Pitch ihr den Rücken zugekehrt, sodass sie sein Gesicht nicht sehen konnte. Zu gern hätte sie es in diesem Moment gesehen, doch es tat ihr jetzt bereits selbst weh, zu erfahren, dass er verwitwet war. Sie realisierte zunächst gar nicht, welchen Gedanken sie gerade zugelassen hatte. Der gefürchtete Albtraumkönig, der schwarze Mann, Pitch Black, tat ihr leid. Er hatte ihr vollstes Mitgefühl. Sie traute sich kaum noch eine weitere Frage dranzuhängen, da sie sich vorstellen konnte, dass es auch für ihn schmerzhaft sein musste, darüber zu sprechen. Hätte er es sonst anfangs geleugnet?
"Kinder?", fragte sie daher nur vorsichtig. Sein Blick, der stur geradeaus gewandt war, senkte sich etwas und er drehte den Kopf leicht nach rechts. Trotzdem erhaschte Faye nicht auch nur den kleinsten Blick auf sein Gesicht.
"Eine Tochter.", antwortete er ebenso knapp. "Allerdings will sie nichts mehr mit mir zu tun haben. Das kann ich ihr auch schlecht verübeln." Für die Blauäugige stand somit fest, dass ihre erste Vermutung, was die Gemeinsamkeit der beiden betraf, richtig gelegen hatte. Selbst Pitch hatte eine Familie gehabt und teilte ihren Schmerz. Wenn auch, in einer etwas anderen Form und bereits eine ganze Weile länger als sie. Vorsichtig kam sie näher an ihn heran getreten. Die Stimmung war inzwischen gedrückt und nicht gerade angenehm. Würden sie jetzt erneut in ein langes Schweigen ausbrechen, wäre es eher kontraproduktiv. Somit versuchte die Hexe das Ruder erneut rumzureißen mit einer Wahrheit, die sie sich in ihrem Kopf festgesetzt hatte und sie stehts an ihrem eigenem Kind festhalten ließ.
"Vielleicht mag das sein.", antwortete die Blauäugige also sanft und blieb neben dem Albtraumkönig stehen. Ihr ruhiger Blick auf ihm ruhend. "Doch nicht nur Eltern werden ihre Kinder lieben, egal was passiert. Auch sie werden immer an uns festhalten, mögen sie uns noch so sehr verachten." Tatsächlich regte sich der hochgewachsene Mann aus seiner starre. Er drehte den Kopf wieder nach vorne und schenkte der Hexe einen leichten Seitenblick. Doch nicht nur das. Faye bekam nun ein einmaliges Bild zu sehen, was wohl kaum ein magisches Wesen je zu glauben gewagt hätte. In seinen Augen lag Trauer. Schmerz. Vielleicht sogar ein Funken Einsamkeit. Seine Mine spiegelte währenddessen etwas völlig desinteressiertes und monotones wieder, als würde er versuchen, seine Maske weiterhin aufrecht zu erhalten. Seine Gold glänzenden Augen sprachen allerdings etwas ganz anderes. Wahrscheinlich fiel es Pitch nicht einmal auf, da er den Blick der Hexe kreuzte und für eine ganze Weile aufrecht erhielt. Dann sah er wieder stur geradeaus zum Fenster.
"Sie trauert jemandem hinterher, den es schon längst nicht mehr gibt. Für sie bin ich nicht mehr ihr Vater." Doch Pitch musste zugeben, auch Emily würde sich mit Sicherheit bis heute noch an den Glauben klammern, dass er, ganz tief in seiner Brust, noch immer der Mann aus dem goldenen Zeitalter war. "Wieso stehst du eigentlich noch hier und hörst dir dieses Gejammer an? In dieser alten Bruchbude wird es doch wohl etwas interessanteres geben, als dir meine Lebensgeschichte anzuhören.", ergänzte er dann noch in einem leicht aggressiven Ton, der die Brünette jedoch in keinster Weise beeindruckte. Sie hatte fast schon damit gerechnet, dass der schwarze Mann in naher Zukunft aggressiver antworten würde. Er hatte ihr einen sehr wunden Punkt offenbart und sich verletzbar gezeigt. Einer Persönlichkeit wie ihm missfiel es natürlich, solches Verhalten gegenüber einer einfachen Hexe wie ihr an den Tag zu legen.
"Du hast dir mein Gejammer angehört und ich mir deins, wir sind also quitt. Außerdem ist es besser, über seine Probleme zu reden, als sie stehts für sich zu behalten. Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich glaube, das hast du bisher nie so wirklich gemacht." Ihre Vermutung war auch nicht allzu weit hergeholt. Ihre eigene Trennung war nicht mal annähernd so lange her wie der Verlust, den er durchgemacht zu haben schien. Doch irgendwie schien er es im Gegensatz zu ihr noch immer nicht richtig verarbeitet zu haben. Bevor Pitch aber nun komplett ausrasten konnte, hob sie beschwichtigend die Hände.
"Aber ich will mich wirklich nicht zu sehr in deine Angelegenheiten einmischen. Es ist dein Leben, nicht meins. Du wirst schon deine Gründe haben, auch, wenn ich sie nicht verstehe. Ich bin dir trotzdem dankbar, dass du mit mir gesprochen hast. Vielleicht hast du doch mehr Herz, als du denkst.", sagte sie und schenkte ihm noch ein letztes Lächeln, bevor sie sich nun selbst von dem leicht verdatterten Albtraumkönig abwandte. Sie wollte sich eh noch die restlichen Bilder ansehen.
Wieder richteten sich die Blicke von Pitch zur Hexe, deren Gang und Haltung so würdevoll und grazil wirkten, als käme sie direkt aus einer längst vergangenen Epoche. Der Blick in ihren mandelförmigen Augen unterstrich dies perfekt. Natürlich war ihm ihr letzter Satz leicht sauer aufgestoßen. Allerdings musste er sich eingestehen, dass er ihr darum kaum böse sein konnte. Sie brachte ihm gegenüber etwas Respektvolles entgegen. Ja, zeitweilig war sie auch mal unverschämt, keifte oder hatte einen leichten Spott im Unterton, doch er konnte spüren, dass sie stehts Respekt vor ihm hatte. Vielleicht auch etwas Angst, aber nur zu einem winzigen Teil. Und im Moment strahlte sie eine recht angenehme Ruhe aus, die selbst er doch tatsächlich genoss. Beinahe so anmutig wie eine Königin setzte die Hexe einen Fuß vor den anderen, während sie die Bilder an der Wand betrachtete. Glaubte sie tatsächlich, er würde noch immer so etwas wie ein Herz besitzen und Liebe empfinden?
Laute Schüsse holten beide Gestalten wieder zurück in die Realität.
"Sind die schon zurück?", fragte Faye verblüfft und kam mit schnellen Schritten ans Fenster getreten um heraus zu spähen. Auch Pitch erwachte aus seinem recht eingefrorenem Zustand und stellte sich neben die Hexe. Draußen ließ der Regen inzwischen nach und auch das laute Donnergrollen entfernte sich. Die Blitze, die den Himmel gelegentlich erhellten, kamen nun nur noch vereinzelt und in größeren Abständen. Eine Gestalt kam auf das Gelände gerannt. Sie hielt sich den blutenden rechten Oberarm und sah sich ängstlich um. Die Gestalt war keiner der Jäger, also musste es der Vampir sein, hinter dem sie her waren. Er rannte zur nahegelegenen zweiten Halle, brach dort ein und versteckte sich dort. "Na toll, jetzt lockt er die zwei wieder hier hin.", seufzte Faye. Neben ihr bemerkte Pitch bereits, wie die Angst in ihr wieder stärker durch ihre Adern kroch und ihr Herzschlag sich beschleunigte.
"Das könnte wirklich etwas lästig werden.", meinte auch er mit gedrückter Stimme. Seine scharfen Augen beobachteten den Weg zum Wald, aus dessen Richtung man bereits die Jäger hören konnte, die angerannt kamen. Wenn sie Pech hatten, würden die zwei Trottel zuerst in ihrem Versteck nach dem Vampir suchen und durch den Adrenalinschub war es nicht gerade unwahrscheinlich, dass sie erst schießen und dann Fragen stellen würden. Doch dann kam dem Herr der Albträume eine ganz vortreffliche Idee, die ihnen vielleicht aus der Patsche helfen könnte. Ein leicht bösartiges Funkeln stahl sich in seine Augen, die zu der Hexe wanderten, deren ängstlicher Blick noch immer durch das Fenster gerichtet war. "Faye?"
"J-ja?", fragte die Brünette zurück, bevor sie sich zu ihrem Nebenmann herum drehte. Sein selbstsicherer und leicht bösartiger Blick bescherte ihr eine weitere Gänsehaut.
"Wenn du mir für einen kurzen Moment deine Magie und eine helfende Hand leihen würdest, könnte ich uns die zwei Jäger vom Hals schaffen."
"Willst du sie etwa umbringen?!", hakte die Hexe leicht erschrocken nach. Dem Schwarzhaarigen entfuhr ein leichtes Lachen.
"Natürlich nicht, Dummerchen. Wir geben ihnen nur das, was diese zwei Bluthunde wollen. Etwas zum Jagen." Er streckte ihr eine Hand entgegen. "Oder vertraust du mir etwa nicht?" Sein Lächeln hatte etwas Herausforderndes. Etwas höhnisches, als wollte er meinen, dass sie sich nicht trauen würde, ihm zu helfen. Es wäre dumm, ihm bedingungslos zu vertrauen, dass wusste Faye. Allerdings sagte ihr irgendetwas tief in ihr, dass nichts Schlimmes passieren würde, wenn sie es jetzt tat. Dieses eine Mal schien es in Ordnung zu sein. Nach einem kurzen Zögern seufzte sie, holte ihren Zauberstab hervor und legte die noch freie Hand in die des schwarzen Mannes. Seine Hand war angenehm kühl. Sie begann die Magie in sich durch ihren Zauberstab fließen zu lassen, der daraufhin an seiner Spitze anfing zu glühen.
Pitch musste gestehen, der Zauberstab der Hexe schien für ihn wirklich beneidenswert zu sein. Der gut zwanzig bis dreißig Zentimeter lange Stab war nicht wie die meisten aus dem Holz irgendeines Baumes gemacht. Dieser schien mehr aus einer Art dunklen Metall zu sein. Beinahe schwarz mit einem leichten Stich blau versetzt. Am unteren Ende waren drahtartige Verzierungen, die sich wie Ranken nach oben wickelten und knapp an der Hälfte aufhörten. Unten waren etwas versetzt zwei metallene Blumen, ähnlich wie Rosen, als Zierde angebracht. In ihnen war jeweils ein dunkelblauer Edelstein zu erkennen. Die magische Energie, die von Faye durch ihre Hand in seine floss, holte ihn nun zurück ins Hier und Jetzt. Ihre Magie war nur für den Moment geliehen und fühlte sich so ganz anders an, als seine eigene. Heller und wärmer, als er es erwartet hatte und trotzdem noch recht düster und schummrig. Mitternachtsblau war eine Farbe, mit der man sie am besten Beschreiben konnte.
"Stell damit ja nichts Dummes an.", sagte Faye und atmete tief durch, als hätte sie die letzten Sekunden die Luft angehalten und ließ nun seine Hand wieder los. Pitch konnte beobachten, wie die Jäger gerade aus dem Wald heraus rannten und nun überlegten, wo sie als erstes suchen sollten. Über seiner rechten Hand ließ er die ersten schwarzen Sandkörner kreisen. Ein glühender dunkelblauer Magieschein hatte sich zudem unter sie gemischt. Es brachte ihn erneut zum Grinsen, dass die Hexe ihn ermahnte.
"Sieh einfach genau zu." Er schnipste mit der Hand, über der zuvor noch der Sand und die geliehene Magie der Hexe getanzt hatten. Beides war verschwunden und die Halle, in der sie sich versteckten, hüllte sich in eine tiefe Ruhe. Nur der Regen von draußen und die Fußstapfen der Jäger waren zu hören. Vorsichtig lugte die Hexe erneut aus dem Fenster.
Die Jäger schienen miteinander zu diskutieren und gestikulierten sowohl mit ihren Händen, als auch mit den Waffen. Die Blauäugige musste schwer schlucken, als sie die geladenen Revolver und die Holzpflöcke sah. Plötzlich ertönte jedoch ein lautes grollendes Schreien und ließ nicht nur sie, sondern auch die Jäger erschrecken. Auf ihrer Schulter spürte sie dann eine Hand, bevor Pitch ebenfalls einen Blick aus dem Fenster riskierte. "Entspann dich.", sagte er in einem düsteren Ton. Faye brauchte nicht einmal zu ihm zu sehen, um zu wissen, dass er breit lächelte. "Die zwei werden gleich ihr blaues Wunder erleben." Erneut hörte die Hexe die tiefen Schreie. Die Jäger sahen schräg an der Halle, in der sie waren, vorbei und die Farbe wich aus ihren Gesichtern. Nun fingen sie an zu schießen. Ohrenbetäubende Schüsse zerstörten die Stille. Nun huschte ein großes pechschwarzes Geschöpf über den Köpfen der Jäger hinweg, die sich ganz knapp noch ducken konnten und landete einige Meter weiter hinter ihnen, bevor es erneut anfing zu Kreischen. Das Schattenwesen hatte die Gestalt eines pechschwarzen Greifs mit einem kräftigen Schnabel, imposanten großen Schwingen und eisigen blauen Augen. Mit lautem Geschrei und Gebrüll bewegte sich das Tier erneut auf die Jäger zu, die erst auf es schossen, jedoch schnell die Flucht zu ihrem Wagen ergriffen, als sie feststellen mussten, dass ihre Kugeln keine Wirkung zeigten. Ihre ängstlichen Gesichter sahen dabei mehr als lustig aus. Der Brünette entwich ein leises Kichern, als sie zusah, wie die beiden versuchten zu flüchten. Als das Auto endlich ansprang und sich mit quietschenden Reifen in Bewegung setzte, jagte der Greif ihnen noch hinterher, sodass sie nicht allzu bald zurückkommen würden.
"Ich dachte, du wolltest ihnen etwas zum Jagen geben.", gab die Hexe noch immer lachend von sich.
"Sie werden auch versuchen unser kleines Monster zu jagen.", antwortete der Albtraumkönig amüsiert und stolz zugleich. "Zumindest, sobald es aufhört sie zu jagen." Mit diesen Worten ging Pitch schon einmal voraus zum Tor, um diese staubige alte Halle endlich verlassen zu können. Er hatte inzwischen wieder so gute Laune bekommen, jemanden Angst eingejagt zu haben, dass er sogar Faye die Tür aufhielt. Dankend annehmend trat sie nun ebenfalls ins freie und genoss die kühle Luft, die nun angenehm nach Regen duftete. Dann viel ihr jedoch etwas auf, was Pitch gerade eben gesagt hatte.
"Hast du gerade 'unser kleines Monster' gesagt?", fragte sie lachend. Der schwarze Mann quittierte es mit einem vielsagenden Lächeln.
"Möglicherweise.", sagte er. "Deine Magie war immerhin auch im Spiel, vergiss das nicht. Nur durch dich konnten die zwei das Ungetüm sehen und es könnte ihnen theoretisch schaden.", antwortete der Abtraumkönig, während sie beide gemächlich in Richtung Wald gingen. Sein letzter Satz schien der Dame jedoch nicht so recht zu gefallen, weshalb sie ihn mit einem düsteren Blick strafte. "Ich sagte 'theoretisch'. Nicht praktisch. Dafür hat noch ein kleiner Tropfen deiner Magie gefehlt. Mich deucht, du hast mir dafür mit Absicht nicht genug Magie geliehen, kann das sein?" Sie wich seinem siegessicheren Blicken nun doch aus und sah wieder stur nach vorne. Erneut fing Pitch an zu lachen. "Wusste ich es doch." Inzwischen hatten sie beide den Rand des Waldes erreicht und betraten die Schatten der Bäume.
"Warum? Verübelst du es mir etwa?", hakte sie spitzbübisch nach, klimperte betonend mit ihren langen Wimpern und tat sehr unschuldig.
"Nicht wirklich.", gestand der schwarze Mann, als er neben sie trat. "Ich hätte stark an deiner Intelligenz gezweifelt, wenn du es getan hättest. Meinen Respekt hast du allerdings, dafür, dass du mir zumindest bis zu einem bestimmten Grad deine Unterstützung gegeben hast." Mit diesen Worten schritt er gemeinsam mit der Hexe fort, die es geschafft hatte, ihren Vertrauensvorsprung bei ihm erneut ein ganzes Stück auszubauen. "Wir sollten öfter zusammenarbeiten, kleine Hexe. Es war doch recht amüsant, diese Jäger das Fürchten zu lehren." Da musste Faye ihm zustimmen. Ja, es war tatsächlich sehr witzig gewesen, diese zwei Störenfriede zu verscheuchen. Natürlich würde sie Pitch auch weitern nicht bedingungslos vertrauen, aber zumindest konnte sie es in einem bestimmten Rahmen tun.

~*~*~*~*~*~

Verlassene Lagerhalle - check!
Gewitter - check!
Anspielung auf meine Lieblingsserie - check!

Ja, ich weiß. Für einen romantischen Exkurs gibt es hier weder Küsse, Schmuserein oder Techtelmechtel, aber wir wollen doch mal realistisch bleiben. Kein Pärchen der Welt kommt über Nacht zusammen, vor allem keins, bei dem die Turteltauben so stur und hartnäckig sind, wie diese beiden Exemplare. Ich muss sagen, ich finde die Zwei schon süß zusammen, auch, wenn das hier nicht Canon ist.
Außerdem: Sind hier noch mehr Supernatural Fans?! <3 Wenn ja, ich hoffe ihr konntet etwas Schmunzeln, da unsere beiden Lieblingsjäger einen kleinen Gastauftritt hatten! ^^ Ich muss aber immer noch Staffel 14 weiterschauen. Da drücke ich mich momentan noch etwas vor... Außerdem hatte ich die letzten Wochen noch ein bisschen Stress um die Ohren, weshalb ich zurzeit auch eher Scheintot bin. Hoffentlich lässt das bald wieder nach, ich falle aktuell auch ein bisschen in ein KreaTIEF hinein.
Wir sehen uns dann in zwei Wochen wieder. Mal schauen, was oder wer uns dann erwartet. ;)

LG Laura
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