Gefährliche Liebe

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Kaito Kid / Kaito Kuroba Shinichi Kudo
17.08.2019
02.11.2019
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Willkommen bei meiner neuen KaiShin Fanfiction. :) Dies ist eine Geschichte, in die ich viel Zeit investiert habe. Es ist auch meine längste bis jetzt, und etwas düster... Ich danke meinen Betaleserinnen Wibke und Koneko Yuki fürs Korrekturlesen. :)


Gefährliche Liebe

Prolog – Erste Anzeichen

Ich bin Shinichi Kudo, meines Zeichens Detektiv. Und ohne Angeben zu wollen, ein ziemlich guter sogar. Sonst würde mein Vorgesetzter, Kommissar Megure, nicht ständig nach meiner Hilfe fragen, oder? Aber ich liebe meinen Job. Mordfälle aufklären, den Täter verfolgen und stellen, gibt mir einen besonderen Kick.

Da gebe ich mein Bestes.

Auch heute habe ich wieder einen langen Arbeitstag hinter mir. Heute Morgen gab es langweilige Büroarbeit, aber was soll´s, die muss ja auch erledigt werden.
Diese Woche war sehr anstrengend gewesen, durch die vielen Überstunden, dass ich etwas eingenickt bin, das muss ich zugeben. Das Verbrechen schläft nun mal nicht, auch nicht in Tokyo. Und die Wärme draußen und im Büro tat ihr übriges. Plötzlich kam Kommissar Megure in mein Büro gestürmt, und verkündete, dass sich ein weiteres Verbrechen ereignet hatte. Meine Müdigkeit war wie weggeblasen. Ich war Feuer und Flamme. Wir stiegen in den Streifenwagen und fuhren zum Tatort.

Doch diesmal konnte ich nicht, wie gewohnt, den Fall lösen. Es wurde ein junger Mann mit 10 Messerstichen in den Brustkorb getötet. Der Täter hatte fliehen können. Es gab zwar zwei Zeugen, doch ihre Aussagen waren nicht sehr aussagekräftig. Zudem hatten beide ein Alibi. Ich seufzte und überließ den Fall der Spurensicherung. Es wurmte mich sehr, dass ich den Täter nicht hatte fassen können.

„Kopf hoch, Shinichi. Es ist zwar ärgerlich, aber wir werden den Täter schon noch fassen.“, tröstete mich Megure und klopfte mir dabei herzhaft auf den Rücken. Mir blieb einen Moment die Luft weg. Ich nickte nur. Er fragte mich, ob er mich nach Hause fahren sollte, doch ich verneinte. Ein wenig laufen zur nächsten Bahnstation würde mir gut tun, dachte ich. So verabschiedeten wir uns und ich machte mich zu Fuß auf den Heimweg.

Nun hatte ich meine Ruhe. Ich atmete durch und ließ den heutigen Fall Revue passieren. Ein grausamer Mord. Ich seufzte und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf. Ich ließ meinen Blick durch die Umgebung gleiten. Neben verschiedenen Geschäften, fiel mir ein Schild, auf dem „Blue Parrot“ stand ins Auge. Neugierig ging ich näher hin und erkannte, dass es sich um eine Bar handeln musste. Ich sah auf meine Uhr. Es war bereits halb acht und so beschloss ich, den Abend in jener Bar ausklingen zu lassen, um auf andere Gedanken zu kommen. Auf mich wartete auch niemand zuhause, also konnte ich meine Zeit verbringen, wie ich wollte.

Warum ging mir dieser Fall so nahe? Wenn man täglich mit Mordfällen zu tun hatte, musste man abschalten können. Das gelang mir auch fast immer. Sonst würde ich früher oder später daran kaputt gehen. Ich betrat die Bar und beschloss, mich erst einmal umzusehen. Es waren nicht viele Personen anwesend. Vor dem Tresen standen vier Billardtische, an denen Gäste spielten. Die Bar machte auf mich einen gepflegten und gemütlichen Eindruck. Ich nickte dem Barkeeper, einem älteren Mann, schätzungsweise Anfang sechzig, zu und setzte mich an einen der Tische etwas abseits vom Geschehen. Dort konnte ich die Leute beobachten, ohne von allen gesehen zu werden. Mein Blick wanderte zunächst über die Getränkekarte und als ich mich entschieden hatte, bemerkte ich einen jungen Mann am Tresen, der sich lachend mit dem Barkeeper unterhielt. Er schien meinen Blick bemerkt zu haben, denn er drehte sich zu mir, zückte einen Stift und einen kleinen Block und kam schnellen Schrittes zu meinem Tisch. Aha, die Bedienung also.

„Guten Abend mein Lieber, was darf ich dir bringen?“, fragte er und musterte mich von oben bis unten. Unsere Blicke trafen sich erneut und der junge Mann in meinem Alter lächelte breit. „Einen Pina Colada bitte.“, sagte ich etwas perplex über die vertraute Begrüßung.

„Kommt sofort.“ Und schon machte er sich auf zum Tresen. Ich konnte zusehen, wie mein Cocktail von dem älteren Mann zubereitet wurde. Währenddessen unterhielten sich die Beiden, bis der junge Kellner zu einem anderen Tisch gerufen wurde. Dann kehrte er zurück und brachte mir mein Getränk. „Hier, bitteschön.“ Wieder lachte er mich an.

„Danke.“, sagte ich ruhig und dachte, er würde wieder zum Tresen gehen, doch der junge Mann blieb neben mir stehen. „Darf ich fragen, wie du heißt?“, kam es unverblümt von ihm. „Ich bin Shinichi Kudo.“, antwortete ich und sah ihn prüfend an. Ob er mich wohl erkannte? Das würde seine Begrüßung erklären, vielleicht war ich ihm ja mal bei einem Fall begegnet? Während ich überlegte, sprach er weiter.

„Aah, Shinichi Kudo, der Detektiv über den man so viel hört. Was für eine Überraschung!“, rief er laut. „Schhht, nicht so laut.“, zischte ich. Ein paar Gäste hatten sich zu uns umgedreht, und ich meinte, sie tuscheln zu hören. „Tut mir leid, mein Lieber.“, entschuldigte er sich. „Darf ich jetzt auch wissen, wer du bist?“

„Oh ja, sorry. Ich bin Kaito Kuroba und die Bedienung hier, wie du sicher schon festgestellt hast.“ Fröhlich setzte sich Kaito kurzerhand mir gegenüber. Erstaunt von seinem Verhalten, vergaß ich doch glatt, dass er mir meinen Cocktail gebracht hatte. Ich bemerkte seinen Blick auf meinem Glas und nahm einen Schluck durch den Strohhalm. „Sehr lecker.“ Ich nickte anerkennend. „Freut mich. Der Laden hier gehört übrigens meinem langjährigen Freund und so was wie Ziehvater. Er steht an der Bar und mixt die Getränke.“, erklärte mir Kaito lächelnd und zeigte auf den älteren Herrn. Er zeigte ihm den erhobenen Daumen und der Mann lächelte erfreut, warum auch immer. Die Beiden schienen sich sehr gut zu verstehen. Doch warum erzählte mir Kaito das? Ich wollte ihn trotz seiner Redseligkeit nicht los werden, irgendwie genoss ich seine Gesellschaft. Es tat mir gut, auch mal privat mit jemandem zu reden. Okay, ich hatte meine beste Freundin und meinen besten Freund, doch beide wohnten und arbeiteten außerhalb von Tokyo, beziehungsweise in Osaka. Also konnten wir meistens nur telefonieren. Eine Partnerin hatte ich nicht. Ich schob es auf die viele Arbeit. Da war für Liebe einfach kein Platz, in meinem Leben.

Ich nahm noch einen Schluck von meinem Getränk.
In Gedanken versunken, bemerkte ich zunächst nicht, wie Kaito mich beobachtete. Er hatte etwas lauerndes im Blick, oder bildete ich mir das nur ein? Er zwinkerte mir freundlich zu. Ich merkte, wie ich rot wurde. Warum nur? Das sah mir gar nicht ähnlich. Auch, dass ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Etwas verlegen spielte ich an der Ananasscheibe, die an meinem Glas befestigt war, herum. Kaito schien dies zu amüsieren, so wie er mich ansah. „Sprachlos?“, fragte er frech. „Es war ein langer Tag.“, gab ich zurück. „Hmm, ich verstehe.“, sagte er mitfühlend. „Wenn du darüber reden möchtest, kannst du es gerne tun. Ich habe immer ein offenes Ohr für dich.“, fügte er hinzu und lächelte mich ermutigend an.
„Immer? Wir kennen uns doch erst seit 20 Minuten.?!“ Ich seufzte, „na schön. Es hat sich ein Mordfall ereignet, den ich nicht lösen konnte. Der Täter konnte unbemerkt fliehen.“, erzählte ich kurz und knapp. Kaitos Blick verfinsterte sich. Sein Lächeln verschwand. Was war denn jetzt los? Hatte er womöglich im Vorfeld davon gewusst? Ach Quatsch, schalt ich mich in Gedanken. Es war Zeit von der Arbeit abzuschalten, darum war ich doch hier. Gar nicht so leicht für meinen Spürsinn.

„Darf ich fragen, wie das Opfer hieß?“, fragte mich Kaito düster. Von seiner guten Laune schien nichts mehr übrig zu sein. „Darfst du. Er hieß Keisuke Nishiro.“ Ich beobachtete den jungen Mann abwartend, wie würde er reagieren? „Ich wusste es, oh nein…“ Bedrückt sah Kaito zum Boden. „Du kanntest ihn.“, schlussfolgerte ich. „Ja und nein. Wir haben uns hin und wieder gesehen, in unseren Kreisen.“, murmelte er traurig. „Er war ein guter Bekannter.“ Moment mal? Was meinte er mit „unseren Kreisen“? Doch bevor ich ihm die Frage stellen konnte, wurde Kaito vom Barkeeper gerufen und somit auf neue Gäste aufmerksam gemacht. „Komme schon, Jii.“, rief er über die Schulter. Entschuldigend sah er mich an. „Ich komme gleich wieder.“ Kaito machte mich wirklich neugierig. Ohne es zu realisieren, hatte ich mein Glas leer getrunken und hatte Wasser von den geschmolzenen Eiswürfeln im Mund. Grübelnd rührte ich mit dem Strohhalm im Glas herum. Kaito lief währenddessen mit einem vollen Tablett an mir vorbei. Ich sah zu, wie er den Gästen die Getränke servierte. Dann kam er wieder zu mir und nahm erneut gegenüber Platz. „Tut mir leid, hat etwas gedauert.“

„Du entschuldigst dich oft.“, bemerkte ich. Das zauberte ein schiefes Grinsen in sein Gesicht. Immerhin sah er jetzt nicht mehr so traurig aus. Oder war es nur eine Maske? „Du machst doch nur deine Arbeit. Da brauchst du doch nicht zu entschuldigen.“, fügte ich hinzu und lächelte aufmunternd. Er schwieg, also begann ich erneut. „Es tut mir leid, dass dein Bekannter das Opfer war. Aber darf ich dich fragen, was du mit „unseren Kreisen“ meinst?“ Kaito druckste etwas herum. „Ich gehe eben hin und wieder abends aus, aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen, ich bin kein Verbrecher.“ Dann schnappte er sich mein Glas und fragte, ob ich noch etwas wollte. Ich verneinte, dankend. Der ungewohnte Alkohol wirkte langsam, mir drehte es im Kopf. „Alles okay? Hey, Shinichi, geht es dir gut?“, hakte er besorgt nach. „Ja, es geht schon. Ich bin nur den Alkohol nicht wirklich gewöhnt.“, antwortete ich und hielt mich an der Tischplatte fest. Ich versuchte, wieder einen klaren Kopf zu bekommen. „Du musst öfters herkommen. Das würde mich wirklich freuen.“, riet Kaito mir fröhlich. Seine gute Laune war wieder da, auch wenn er immer noch etwas geknickt aussah. „Mal sehen, vielleicht.“, sagte ich nur. Aber warum auch nicht? Der Laden gefiel mir, und die Unterhaltung mit Kaito hatte mir gut getan.
„Doch jetzt lasse ich es besser gut sein, für heute. Bitte bring mir die Rechnung, und würdest du so nett sein, mir ein Taxi zu rufen?“ Ich traute meinen Beinen nicht ganz. „Für dich immer.“, antwortete Kaito lächelnd und verschwand zur Kasse, um gleich darauf mit der Rechnung zurück zu kehren. Ich bezahlte den Betrag und wartete auf das Taxi, welches mich nach Hause bringen würde.

Ich gähnte. Was für ein Tag, dachte ich, als ich mit etwas Mühe meine Haustür aufschloss. Ich ging ins Bad und putzte mir die Zähne. Dabei fiel mir auf, dass ich nicht zu Abend gegessen hatte. War ja klar, dass der Alkohol so wirkte, auf nüchternen Magen… Im Nachtzeug schlurfte ich ins Schlafzimmer. Dort schaffte ich es gerade noch, den Wecker für den nächsten Tag zu stellen, bevor ich mich zudeckte und ins Land der Träume verschwand.


Fortsetzung folgt…