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Der Albtraum

OneshotDrama, Horror / P18 / Gen
17.08.2019
15.01.2021
4
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Sie saßen alle beim Essen. Er sah seine Kinder an und lächelte. Seine Tochter wurde in eine Woche vier Jahre alt. Sein Sohn war neun und ging in die dritte Klasse.
Er nahm einen Löffel Suppe, plötzlich hörte er eine Stimme. „Bring sie alle um. “Er schaute sich um, ob seine Familie diese Stimme ebenfalls gehört hatte, doch diese aßen in alle Ruhe weiter. Sein Sohn rührte lustlos in der Suppe herum und seine Tochter lachte fröhlich, während seine Frau lächelte.
Heute gab es Schmorbraten mit Pellkartoffeln und Rotkohl. Seine Frau hatte sich wie immer selbst übertroffen.
„Schatz, ich liebe dich.“ sagte er. Sie lächelte ihn an. „Ich dich auch.“ Wieder hörte er diese Stimme. „Bring sie alle um. Nimm das Messer und stich sie alle ab. Du willst es doch auch.“
Er wurde so langsam nervös. „Schatz, alles in Ordnung?“ fragte seine Frau besorgt. Er konnte nur nicken.
Er schnitt das Fleisch durch, dabei zitterten seine Hände heftig. „Nimm das Messer und töte sie! Ich befehle es dir!“ Wieder diese Stimme und jedes Mal wurde diese drängender. Er hörte die Stimme zum ersten Mal und fragte sich, woher sie kam.
„Schatz willst du noch einen Nachschlag?“ fragte seine Frau. Er konnte nur seinen Kopf schütteln. „Alle satt?“ fragte sie in die Runde. Nachdem niemand mehr etwas wollte, räumten sie gemeinsam das Geschirr ab und brachten es in die Küche. Dort gab der Mann seiner Frau einen Kuss in den Nacken. „Nicht vor den Kindern.“ sagte sie tadelnd, lachte aber dabei.
„Ich würde das Hackbeil nehmen oder vielleicht doch das große Messer? Entscheide dich, jetzt! Töte sie oder ich bringe sie um!“ Wieder diese Stimme. Schweiß brach ihm aus.
Seine Frau brachte den Nachtisch in das Wohnzimmer und er wollte ihr folgen. Doch dann schien seine Hand sich von selbst zu bewegen. Sie zog das große Küchenmesser aus dem Block und steckte es sich in den Gürtel. „Was …?“ fragte er.
„Da du zögerst habe ich das Kommando übernommen.“
„Wer bist du?“ fragte er.
„Ich bin du. Und jetzt töte sie alle.“
„Ich will aber nicht. Ich liebe sie und sie sind meine Familie.“
Er hörte diese Stimme lachen und auf seinem Körper bildete sich eine Gänsehaut. „Je länger du wartest umso stärker werde ich. Wenn du nicht willst, dann werde ich es tun.“
„Aber wie …?“
„Indem ich deinen Körper übernehme.“
„Schatz, wo bleibst du? Der Nachtisch wird kalt.“ hörte er seine Frau rufen.
„Ich komme.“ Er betrat das Wohnzimmer und setzte sich an dem Esstisch. „Was ist jetzt?! Du Feigling, dann muss ich es eben tun.“ sprach wieder die Stimme zu ihm.
„NEIN.“ schrie er und sprang vom Tisch auf, dabei kippte sein Stuhl nach hinten.
„Schatz, was ist los?“ fragte seine Frau verwirrt. Auf ihren Unterarmen breitete sich eine Gänsehaut aus und die Zimmertemperatur schien um einige Grad abzufallen. Ihr wurde kalt und sie strich mit den Händen über die Arme.
Ihr Mann hatte auf einmal das große Messer in der Hand und er hatte ein schiefes Grinsen im Gesicht. Dieses Grinsen hatte sie noch nie an ihm gesehen. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass ihr Mann nicht mehr da war. „Wer sind Sie?“ fragte sie verunsichert.
„Aber Mama. Das ist doch Dad.“ sagte ihr Sohn sicher.
Doch sie schüttelte den Kopf. „Auf eure Zimmer. Sofort!“ Verwirrt standen beide Kinder langsam auf. „Hier geht niemand, bevor ich es nicht befehle.“ sagte der Fremde. Doch sie ignorierte ihn. „Geht auf eure Zimmer. Euer Vater und ich haben etwa wichtiges zu besprechen.“
Die Kinder sahen zuerst ihren Vater an und dann sie. Unsicher standen sie auf. „Frau, du hast hier gar nichts zu befehlen.“ sagte der Fremde und bewegte sich blitzschnell. Er stieß das Messer in den Rücken des Jungen und kam auf sie zu.
Blut spritze in den ganzen Raum. „Ihr werdet heute alle sterben.“ sagte er. Sie suchte nach einer Waffe in der Nähe, doch es fand keine. Sie hatten alle Messer in die Küche gebracht, zusammen mit dem anderen Geschirr. Sie hatte nur eine Chance: Sie musste in die Küche kommen. Dort befanden sich weitere Messer im Block. Sie sprang auf und rannte auf die Küche zu, doch sie kam nicht weit. Er hatte sie eingeholt und umklammerte sie von hinten. „Du Schlampe. Ich werde mich mit dir Vergnügen und deine Kinder werden uns dabei zusehen.“ Sie schrie den Namen ihres Mannes und doch das brachte nichts. Er stieß ihr das Messer in die Seite. Sie heulte vor Schmerzen auf und Blut floss aus ihrer Wunde. Er warf sie zu Boden und ging auf die Kinder zu. „Lass sie in Ruhe, du Mistkerl.“ rief sie schwach. Er schien sie nicht zu hören oder ignorierte sie einfach.
Das Mädchen war inzwischen weg, aber er würde sie schon finden.
Der Junge lag blutend am Tisch und rührte sich nicht mehr.
Erneut stach er mit dem Messer in den Rücken des Jungen, immer wieder. Er zählte dabei nicht wie oft.
Anschließend begann er mit der Suche nach dem Mädchen.
Er fand es schließlich im oberen Stockwerk. Sie hatte sich in ihrem Zimmer eingeschlossen. Ohne Mühe trat er die Tür auf. Sie schrie auf vor Schreck. „Hi, Schatz. Die Party findet aber unten statt, die anderen vermissen dich schon.“
„Geh weg, du bist nicht mein Daddy.“ sagte sie unerschrocken. „Das habe ich auch nicht behauptet.“ Ohne Mühe warf er sie über seine Schulter und trug sie nach unten. Dort entdeckte er, dass die Schlampe den Hörer vom Telefon am Ohr hielt.
Er grinste böse. „Bis sie hier sind, ist alles vorbei.“ Er warf das Mädchen auf den Boden, dabei schlug sie mit dem Kopf auf und Blut sammelte sich unter ihr.
Er nahm das Messer und stach damit auf das Mädchen ein. Auch hier zählte er die Stiche nicht.
„Jetzt bist du dran, du Schlampe.“ Er nahm die Frau und warf sie auf den Wohnzimmertisch. Brutal riss er ihr die Kleider vom Leib. Zu ihrem Erschrecken waren die Kinder noch am Leben. Der Junge öffnete schwach die Augen und blinzelte mehrmals. Auch das Mädchen hatte die Augen offen. „Ah unser Publikum ist erwacht, dann kann die Show ja losgehen.“ Sie lag nackt vor ihm, brutal drang er in sie ein. Sie schrie vor Schmerzen auf. Er vergewaltigte sie mehrmals und die Kinder mussten dabei zusehen. Als er mit ihr fertig war, lag sie winselnd auf dem Wohnzimmertisch. „Du warst wirklich gut, doch jetzt ist es vorbei.“ Ohne Gegenwehr stieß er genau vierunddreißig Mal zu. Blut spritze überall hin, auch er war voll davon. Ein Stoß traf ihr Herz und sie starb.
Er hörte die Sirenen näherkommen. Zeit hier zu verschwinden.
Er sah sich noch einmal um und floh aus dem Haus.
Kurz darauf traf die Polizei und ein Krankenwagen am Tatort ein. Überall war das Blut verspritzt.
„Der Junge lebt noch!!“ rief ein Sanitäter plötzlich. Er und sein Kollege versorgten die Wunden und rasten mit ihm ins nächste Krankenhaus.
Die Streifenpolizisten verschafften sich einen Überblick über das Blutbad. Die Techniker machten sich an die Arbeit. Der Tatvorgang wurde hergestellt und Fingerabdrücke wurden genommen, dabei wurde die Waffe des Täters im Flur gefunden. Auch die Nachbarn wurden befragt.

„Der Vater?“ fragte der jüngere Kommissar. Der andere zuckte mit den Schultern. „Vielleicht. Frag doch mal nach.“



Er stand auf einem Hochhaus in der Innenstadt. Wie war er hierhergekommen?
Zwei Scheinwerfer waren auf ihn gerichtet. Auch die Feuerwehr und ein Krankenwagen waren vor Ort.
Er sah an sich herunter und stellte fest, dass er voller Blut war. Was war nur passiert? Die letzten Stunden waren wie ausgelöscht. Er hatte keine Ahnung was geschehen war.
Eine Stimme von unten riss ihn aus seinen Überlegungen. Ein Mann mit einem Megafon. Dieser Kerl versuchte mit ihm zu reden. Er achtete nicht darauf.
Wind wehte seine nassen Haare aus dem Gesicht. Er dachte an seine Familie und auf einmal fiel ihm alles ein.
Tränen rollten ihm über das Gesicht.
Er wusste was er zu tun hatte.
Er sprang und fiel. Er fiel, bis er endlich seine Erlösung fand.
Jetzt war er wieder mit seiner Familie vereint.
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