Der dunkle Mond

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Legolas Nazgul OC (Own Character)
17.08.2019
14.02.2020
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-Ithila-

Die Crebain waren allgegenwärtig, fingen sie an zu krächzen liessen sie mich nachts nicht schlafen. Immer wieder hatte ich den Eindruck sie würden reden, mit tiefen bösen Stimmen. Manchmal konnte ich ihnen lauschen, doch oft entzog sich die Sprache meinen Kenntnissen und noch öfter sprachen sie in wirren Rätseln, daher hörte ich schon bald nicht mehr hin. Wir näherten uns unerbittlich dem Caradhras, der beinahe schon bedrohlich über uns aufragte und beständig wuchs, außerdem schien er immerzu von Wolken umgeben zu sein, es sah wehenden Tüchern um die Arme einer Frau sehr ähnlich.

All das summierte sich zu der Präsenz des Ringes, die sicher immer weiter verstärkte, je weiter wir nach Osten kamen.

Kurz und gut konnte man gut sagen, dass ich nach außen hin sehr schlecht gelaunt war, während in mir alles den Bach runterging.

Immer öfter schenkte ich der Stimme des Rings Beachtung, ich hatte noch mehr Albträume und zu allem Überfluss, begann ich wieder die Vergangenheit in der Landschaft zu sehen- die dunkle natürlich-, was mich gelinde gesagt nervös machte. Ich konnte die Orks, die damals hier durchzogen, sehen, den Schatten Mordors. Ich begann mich zu fragen, warum ich das nicht gesehen hatte, als ich Mordor diente und warum jetzt. Hatte ich wirklich die richtige Seite gewählt? Und wie lange könnte ich diese Frage noch bejahen?

Selbstverständlich zog das nicht ungesehen an meinen Gefährten vorbei und immer öfter spürte ich ihren besorgten Blicke auf mir liegen.

Etwas Gutes hatte das Ganze dann aber doch. Selten war ich so geschickt im Umgang mit den Waffen gewesen, als zum heutigen Tag. Es war als würde das alles meinen Kampfeswille stärken, was natürlich dann auch wieder beunruhigend war.

All das zog durch meinen Kopf, während ich meine Schwerter gegen Boromir, Legolas und Aragorn schwang. Gerade griffen sie mich sie mich von drei Seiten an und hinter mir war ein Fels, sodass ich nicht nach hinten ausweichen konnte. Wir hatten das ganz bewusst so gelegt, denn in einer Schlacht würde ich auch nicht nach hinten ausweichen können. Um aus der Zwickmühle zu kommen, müsste ich jemanden um werfen, nur wen der drei. Legolas hatte sicherlich einige Jahrhunderte trainiert, sich aus einer Fußfessel zu befreien und sich nicht um werfen zu lassen, Aragorn hatte genug Erfahrung um das Manöver kommen zu sehen und Boromir war schlichtweg zu stark, ich hatte das schon ausprobiert. Mir keine Zeit, daher handelte ich aus dem Instinkt und stellte Legolas ein Bein.

-Legolas-

Ich sah Ithilas Bein nicht, wenn ich ehrlich war hatte ich auf ihre Brüste gestarrt, die sich unter ihrer Tunika bewegten, aus mir unerklärlichen hatte sie ihren Harnisch ausgezogen und trug nur noch ihre blaue Tunika. Aber ich würde mich sicher nicht beschweren, bei den Valar diese Elbin hatte eine Figur, manchmal würde ich ihr gerne die Kleider vom Leib reißen, aber dann dachte ich wieder an all die Narben auf ihrer Haut, was mich wiederum daran erinnerte, wer sie war.

Doch es fiel mir immer schwerer sie als böse zu betrachten oder als des Werkzeug des Bösen, ich hatte sie auf dieser Reise kennen- und mögen gelernt, sie hatte etwas an sich, das interessant war, doch ich wusste nicht was.

Auf jeden Fall konnte ich sagen, dass ich am Boden lag und der Grund war Ithila, wieso beherrschte sie eigentlich ständig meine Gedanken? Und wie, bei den Valar, hatte sie es geschafft mich zu Boden zu bringen?

Ich sah missbilligend zu Aragorn nach oben, der sich Mühe gab nicht loszulachen. Es gelang ihm nicht. „Bei den Vala, woran hast du gedacht, dass jemand dich zu Fall bringt?“, fragte er mit unterdrückter Schadenfreude. Ich antwortete ihm nicht, weil ich es nicht zugeben wollte, schon weil Ithila hier stand und sie sie war. „Ich muss sagen, dass ich das nicht erwartet hatte“, meinte Ithila so spöttisch, dass ich fast herausplatzte, sie solle sich doch bitte richtig anziehen, aber dann hätte ich zugeben müssen, das ich darauf achtete. Und das wollte ich nicht.

Also rappelte ich mich mit einem Schnauben von der Erde auf und sah auf meine schlammverdreckte Kleidung. Als ich dann auch Schlammspritzer in meinen Haaren klebend fand, ließ ich mich die Hoffnung fahren, sauber zu bleiben. Ich stand fast wieder, als ich einen Stoß in den Rücken bekam, der mich wieder in den Matsch beförderte. „Ich noch nie Tote gesehen, die wieder aufstehen könnten“, erklärte Ithila, die mich gestoßen hatte, mit vor Ironie triefender Stimme, in ihren Augen funkelte es und für einen Augenblick blitzte das auf, was sie früher ausgemacht haben musste, etwas bösartiges und dunkles. Doch so schnell es kam war es auch wieder verschwunden und sie hielt mir die Hand hin. „Bei den Valar, ich mache doch nur Witze.“ Sie stöhnte leicht genervt und ich ignorierte ihre Hand und stand wirklich auf, brachte mich aber mit einem schnellen Schritt nach hinten vor ihr in Sicherheit.

Eine leicht bedrohliche Stille entstand zwischen uns, so als würde jeder von uns darauf warten, dass jemand das Schwert zog und weiter kämpfte.

Sam erlöste uns schließlich. „Essen ist fertig!“, rief von der Mitte des Lagers. Ich glaube es gab irgendein Pökelfleisch, das Ithila noch gehabt hatte, aber sicher war ich mir nicht mehr, zu erschöpft war ich von dem Tag. Der Zwerg machte es nicht besser, als er mich so schlammverkrustet sah und natürlich in Gelächter ausbrach. Er entschuldigte sich nicht und ich beließ es dabei und machte keine Anstalten es schlimmer zu machen, indem ich versuchte den Schmutz durch reiben loszuwerden.

Und als ich mich umsah, merkte ich das es keinen Unterschied machte, ob ich sauber war oder nicht, denn wir waren dreckig. Gimli klebten Krümel und ähnliches im Bart, Boromir hatte überall auf der Kleidung Schlammspritzer, so auch Aragorn und auf Ithilas Gesicht und Kleidung waren überall Schmutzstreifen, die bei ihr fast wie Kriegsbemalung wirkten. Und die Hobbits sahen aus als wären sie alle mehrmals in die größten Schlammlöcher der Gegend gefallen, was vermutlich sogar zutraf. Nur Gandalf war noch einigermaßen sauber, wobei er dreckige Säume hatte und sehr müde aussah.

Nach Einteilung der Wachen legte ich mich schlafen, ich hätte erst die dritte Wache, zusammen mit Sam und Pippin. Ich glitt gerade ins Reich der Träume als mich ein leises Gespräch weckte.

„Der Ring, jeden Tag spüre ich ihn mehr. Er ruft mich, das fühle ich. Und ich die Vergangenheit hier sehen! Was hat das zu bedeuten?“ Ithila klang verstört, ja verängstigt. Ich hatte den Drang aufzuspringen und sie beruhigend in den Arm zu nehmen und ihr zu versichern das alles gut war. Doch konnte nichts von alle dem tun, schon gar nicht sagen, dass alles gut war. Denn das war es nicht. Und das wusste sie auch.

„Du widerstehst aber. Das ist doch etwas. Ithila, ich weiß das ich dir nicht viel helfen kann, doch lass mich dir als dein Freund sagen, dass du stark bist, stark genug um gegen die Kräfte Mordors zu wiederstehen.“ Ich hoffte Aragorn meinte es ernst. „Ich weiß aber nicht wie lange! Ich weiß nicht mehr, welche die richtige Seite ist, Aragorn.“ Ich erschauerte und wollte lieber nicht daran denken, was passieren würde, wenn die dunkle Seite in ihr siegen würde. „Doch das weißt du, Maethor. Du sitzt noch hier und wenn du denken würdest, dass die dunkle Seite die richtige wäre, dann wären wir schon tot.“ Aragorns Worte ließen mir einen Schauer über den Rücken laufen, doch mir das eigentlich klar gewesen. Was mich allerdings wunderte war die Tatsache, dass sie bei Aragorns Kosename zusammengezuckt war. Kriegerin hieß es auf Sindarin und das war sie auch.

-Ithila-

Schweigen breitete sich für eine kurze Zeit über uns. Mir wurde übel als ich an das Wort Maethor dachte. Hatte das wirklich sein müssen, fragte ich Aragorn im Stillen, doch wie erwartet bekam ich keine Antwort, außer das Flüstern des Ringes, der mich verhöhnte.

Du sagst ihnen nicht. Hast du etwa Angst, wie sie reagieren würden?

Ich hatte beinahe das Gefühl als würde er mich auslachen und ich kämpfte gegen den Drang an, das blöde Ding von einem Ring ins Feuer zu werfen und zu schauen, ob er nicht doch schmolz. Schließlich machte ich genau das was ich eigentlich nicht wollte.

„Aragorn.“ Er schaute auf und ich holte tief Luft, es war jetzt zu spät zurückzurudern, daher rückte ich einfach mit der Sprache raus. „Nenn mich bitte nicht Kriegerin.“ Ich brachte es nicht über mich, Maethor zu sagen. „Mein Bruder hieß so, oh er war ein Krieger, ein großer.“ Tränen stiegen mir in die Augen und wieder stellte ich mir die Frage was damals über mich gekommen war, das ich damals das gemacht hatte. „Er ist im ersten Ringkrieg gestorben.“ Noch einmal holte ich tief Luft. „Ich habe ihn umgebracht.“

Die Stille war so dick, dass man sie greifen könnte. „Ich weiß“, meinte Aragorn schließlich, leise und mit brüchiger Stimme. „Elrond hat es mir erzählt. Er meinte, du möchtest deswegen vielleicht mit jemanden sprechen. Also wenn etwas ist, sag es mir, ok?“ Und das war der Moment, an dem ich schließlich endgültig die Fassung verlor und in Tränen ausbrach und Aragorn nahm mich in den Arm und ich drückte mich an ihn.

Ich wusste sehr wohl, dass ich ihn nicht verdient hatte, ich hätte ihn nie verdient.

Aragorns breite Brust war warm und mir fiel erst jetzt auf wie kalt ich eigentlich war und ich schmiegte mich noch ein bisschen enger an ihn und war froh, dass, wie ich dachte, niemand mehr wach war. Aragorn legte seine Arme noch etwas fester um mich und begann mich sanft hin und her zu wiegen, während die Zweige im Feuer knackten, der Wind sanft über uns strich und leise in den Blättern, der kleinen Büsche um unser Lager, raschelte.

Meine Tränen versiegten langsam in seiner Umarmung, die Kälte wich aus meinen Knochen und ein leichtes Lächeln glitt auf meine Lippen. Aragorn begann leise zu summen und ich fiel instinktiv ein, denn es war ein Lied, das mir meine Mutter, in den seltenen Momenten der Sanftheit und Mütterlichkeit, vorgesungenen hatte, wenn ihr einmal einfiel, dass es mich nicht nur tagsüber gab, wenn sie die Pflicht hatte mich in Etiketten, Sprachen und der Führung eines Hauses, früher auch im Lesen, Schreiben und Rechnen, zu unterrichten. Ich hatte es immer genossen, wenn sie dadurch dann nicht bei meinem Bruder saß, dem sie jeden Tag vorgesungen und dem sie ihre ganze Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken gepflegt hatte. Er hatte die hässlichsten Dinge vollbringen können und ich die schönsten, doch wenn wir sie ihr zeigten, hatte sie für mich höchstens einen Blick übrig gehabt hatte, während Maethor immer die größte Bewunderung geerntet hatte, sowohl von meiner Mutter, wie auch von meinem Vater, der meinem Bruder persönlich in die Kunst des Kampfes eingeführt hatte. Ich glaubte bis heute, dass er in diesen Tagen selten an etwas anderes gedacht hatte, wie man mich am günstigsten verheiraten könnte, wenn er an mich gedacht hatte.

Wir verbrachten den Rest der Wache schweigend und in dieser Nacht lagen unsere Lager nebeneinander und ich schlief zum ersten Mal seit Wochen ohne Albträume.

Der Morgen kam viel zu früh und vor allem klirrend kalt, das Wasser in meiner Feldflasche war gefroren und ich musste es unter meine Tunika stecken und etwa drei Stunden die eisige Kälte ertragen, vermutlich war es aber eher eine Stunde. Dennoch trug es nicht zu meiner Laune bei, zumal der Caradhras nun über uns aufragte und wir spätestens heute Nachmittag mit dem Aufstieg beginnen würden.

Einmal mehr wünschte ich, ich hätte Amdir mitgenommen, doch ich hatte mein Pferd in Bruchtal gelassen, wo es sicherer war. Ich war mir ziemlich sicher, dass es uns den Aufstieg erleichtert hätte, wenn ein Pferd die Hobbits hätte tragen können. Aber mein Weggefährte war nicht hier und daran ließ sich nichts ändern.

Das Gelände begann langsam zu steigen und wenn das überhaupt noch möglich war, noch felsiger zu werden.

Ich holte meine Flasche unter meiner Tunika hervor und trank einen kleinen Schluck daraus. Das noch nicht ganz aufgetaute Eis stieß gegen meine Lippen und hinterließ einen kalten Hauch, während ich im Gehen meine Sachen umsortierte. Das Bündel mit meiner Decke und einigen Kleinigkeiten- wie zum Beispiel auch Dörrfleisch- hing von meiner Schulter, Bogen und Köcher hingen mir über dieselbe Schulter, meine zwei wunderschönen Schwerter an meinem Gürtel. Nur meine Dolche waren auch noch im Bündel, was ich jetzt aber änderte, zwei steckte ich jeweils einen Stiefel, einen in den Gürtel und den letzten in den Ärmel. Als ich das vertraute Gefühl von kaltem Stahl auf meiner Haut spürte, atmete ich auf. Es war doch immer wieder beruhigend, zu wissen, dass man bis an die Zähne bewaffnet war.

Jetzt schaute ich skeptisch zu meinen Gefährten, die alle so viel weniger Waffen hatten als ich, lediglich Legolas hatte mehr als eine Waffe, wenn man Mithrandirs Stab nicht einrechnete. Wie sollten wir uns- und den Ring- im Ernstfall verteidigen? Die Zweifel, ob ich die richtige Seite gewählt hatte stiegen wieder in mir auf, bevor ich diese mit einer gehörigen Prise Selbsthass wieder wegwischte. Ich wusste nicht was in mich gefahren war, dass so zweifeln konnte. Ich wollte doch nie wieder unter Sauron dienen, nie wieder den Hexenmeister sehen müssen, es sei denn auf dem Schlachtfeld, wenn ich ihn töten würde. Genau das war meine Aufgabe, Mittelerde von ihm zu befreien. Nichts anderes konnte ich tun, um meine Taten wieder gut zu machen, als ihn zu töten und in diesem Krieg, der kommen würde, auf der richtigen Seite zu kämpfen- auf der Seite, auf der meine wirkliche Familie war.

Ich dachte an Arwen, Elrond, Elrohir, an Arathorn, der für mich gestorben war, selbst an Elladan dachte ich und sogar an Aragorn, der ja doch irgendwie in der kurzen Zeit, die wir uns kannten, in mein Herz gedrungen war und den ich nicht anders als einen großen Bruder ansehen konnte. Ich hatte nie einen großen Bruder gehabt, Maethor war es höchstens vom Blutstatus her gewesen. Zuerst hatte es ihn nicht gekümmert, zu sehr hatte er sich in der Aufmerksamkeit des Hofes gesonnt und als er es gesehen hatte, war ich bereits zu eifersüchtig gewesen, um mit ihm zu teilen. Doch tief in meinem Herzen hatte ich ihn immer geliebt, auch wenn ich das zu dem Zeitpunkt nicht gewusst hatte, nicht wissen wollen.

Meine Gedanken huschten weiter, zu den Worten, die Arwen während der Zeremonie gesungen hatte. Die traurigen Klänge, die von Verlust, Schmerz, aber auch von Loyalität und Mut erzählten. Von den Taten meiner Vorgängerinnen, die gestorben waren.



Trete in ihre Fußstapfen und gib dein Leben für die Aufgabe deine Gefährten zu beschützen.

Varda wird über dich wachen, zu jeder Zeit und in jeder Lebenslage.

Ich hatte vor mich daran zu halten.

Ich hatte gewusst, dass es meinen Weg nicht nur erleichtern würde, sondern auch erschweren, sobald ich eine Sternenkriegerin würde.

Abwesend strich über die Schwerter an meiner Seite, während ich mich wieder auf die Landschaft konzentrierte, die inzwischen den ersten Schnee aufwies.

-Aragorn-

Mein Blick viel ein weiteres Mal auf die Gemeinschaft, die vor mir lief. Frodo vor mir schien ein wenig müde zu sein, was bei seiner Last aber kein Wunder war- der Ring zehrte an unser aller Kräfte, Ithila war in Gedanken vollkommen woanders- irgendwie wollte ich nicht wissen wo, aber dennoch würde ich sie später fragen- , sie war auf ihre Weise inzwischen wie ein Teil meiner Familie. Witzig, dachte ich bei mir, ein Familie aus Elben und Halbelben und jetzt auch noch jemandem, dem man nachsagte Böse zu sein, obwohl ich sehr genau wusste, dass sie nicht so war, heute zumindest.

Mein Blick riss sich von ihr los und schweifte weiter, zu Mithrandir und zu Legolas, der hinter Ithila ging und von dem ich vermutete, dass er in sie verschossen war, auch wenn ihm wahrscheinlich noch ihre Vergangenheit im Weg stand, allen beiden. Gimli schnaufte heftig, was mich unwillkürlich zum Grinsen brachte, ja er hatte es wahrlich nicht einfach, wenn er mit gleich zwei Elben reiste, wobei man ihm den Spaß inzwischen ansah, wenn er Witze über die „Spitzohre“ machte, dennoch hatte ich noch nie so unterschiedliche Wesen gesehen, was wahrscheinlich auch der Auslöser dafür war, dass sich die Völker nicht leiden konnten. Die Hobbits zwischen Ithila und Gimli und Mithrandir hatten es nicht leichter als der Zwerg.

Ich konnte Boromir hinter mir atmen hören, zusammen mit dem leisen Klirren seiner Schwertscheide und seines Schildes, die immer wieder zusammenstießen, ein absolut nervtötendes Geräusch.

Jetzt überholte eben dieser und schloss zu Ithila auf, deren Haltung sich leicht verspannte, als wäre ihr seine Gesellschaft nicht willkommen. Vielleicht war sie das tatsächlich nicht.

Trotzdem hörte ich immer wieder Gesprächsfetzen der beiden. „…Gondor stellt die besten Schwerter weit und breit her, vielleicht abgesehen von Elbenschwertern.“ Ithila schüttelte den Kopf. „Ich hatte schon viel bessere Schwerter als die der Gondorrim. Es ist nicht schwer bessere herzustellen. In Arnor…“

Und so ging das Ganz hin und her, manchmal hatte Gimli genug Atem für eine Bemerkung, meistens nicht.

Der Nachmittag war schon weiter fortgeschritten und längst war um uns herum knöchelhoch der Schnee. Das Gespräch zwischen Boromir und Ithila war verstummt, da unsere Konzentration darauf lag, dem schmalen Grat vor uns zu folgen ohne den Halt zu verlieren und mehrere hunderte Meter tief zu stürzen. Frodo lief hinter den beiden und ich achtete wachsam auf seine Füße, so wie Boromir und die anderen auf unsere anderen Hobbits achteten.

Einen Augenblick schweifte mein Blick wieder zu der Halbelbin, die das erstaunliche Talent über Schnee zu laufen nicht geerbt hatte, ich vermutete, aus demselben Grund, aus dem sie auch die Sehkraft ihrer elbischen Vorfahren nicht geerbt hatte. Vielleicht hatte sie sich auch nicht vollständig entschieden, ob sie Mensch oder Elbin sein wollte, ich wusste es nicht.

Wie genau es wirklich geschah würde ich nie erfahren, doch plötzlich strauchelte Frodo und stürzte den Weg hinunter, ich konnte ihn gerade so festhalten, während die Sonne einen Strahl zwischen den Wolken zu uns herab schickte. Beinahe sofort suchte Frodo nach dem Ring unter seinem Hemd, doch er war nicht. Der Schnee glitzerte vor uns und blendete mich, deswegen sah das goldene Leuchten des Ringes erst wieder als Boromir ihn in der Hand hielt, er hatte sich wegen den Geräuschen umgedreht. Inzwischen schaute die ganze Gemeinschaft zu uns herab, Mithrandirs Blick tiefernst und selbst die Hobbits schauten besorgt aus.

„Was man alles mit diesem kleinen unscheinbaren Ring anstellen könnte. So viel hängt vom Schicksals dieses Dings ab.“ Fasziniert blickte Boromir auf den Ring hinunter, den er aufgehoben hatte. Meine Hand legte sich- auch von mir- unbemerkt in die Nähe meines Schwertes, bevor ich rief: „Gib den Ring Frodo zurück.“ „Wieso sollte ein so kleines Geschöpf ihn tragen? Er ist für Größere bestimmt!“ Sein Ton war heroisch, doch seine Augen zeugten von Gier und Neid und ich meinte in ihnen das Rot der Feuer des Feindes glimmen zu sehen. Er blickte mich an und für einen Augenblick, er würde sein Schwert ziehen und ich ließ meine zu meinem gleiten, doch plötzlich riss Ithila ihm den Ring aus der Hand und er fiel in ihre Hand. Sie krümmte sich als hätte große Schmerzen, doch dann richtete sie sich auf und lief auf uns zu. Bei uns angekommen drückte sie ihn Frodo so hastig in die Hand als würde der Ring heiß wie Feuer sein.

Und als ich ihr in die Augen schaute konnte man das tatsächlich meinen, so dunkel waren sie von Schmerz, Verlangen, Pein und Angst. Sie hielt sich die Hand, drehte sich aber hochaufgerichtet um und spuckte Boromir vor die Füße. „Scheint so als wären Größere auch anfälliger dem Ring gegenüber“, presste sie heraus, bevor sie schwankend gegen mich stieß.

-Ithila-

„Nur einen Moment“, hörte mich von weit entfernt sagen. Es war eben so weit entfernt wie Die aufgeregten Stimmen der anderen, die blendende Sonne und Aragorn an dem ich lehnte, wie ich glaubte. Nur der Schmerz, der war allgegenwärtig und einnehmend, er schien sich von meiner Hand aus auszubreiten und nahm mir die Kontrolle über meinen Körper. Sein Feuer hatte das Rot und Orange Saurons und vor meinem inneren Auge erschien seines. Von sehr weit weg meinte ich mich schreien zu hören, doch ich wusste es nicht, da waren nur noch die Flammen, die mich jetzt ganz einnahmen. Saurons Lachen klang kreischend, es vermischte sich mit dem der Nazgul, bevor ich in tiefe Schwärze glitt.

So da bin ich mal wieder…

Nach dem das letzte Update schon eine gefühlte Ewigkeit her ist, kommt wieder ein neues Kapitel. Ich hoffe ihr seid alle immer noch dabei und das noch mehr dazu kommen…

Ich glaube dieses Mal gibt es nicht mehr hinzuzufügen, außer das Reviews erwünscht sind!

LG Wolfshund
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