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Seelenwächter: Memories of Nobody

von Tikky
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Fantasy / P18 / MaleSlash
Alexy Armin Castiel Nathaniel OC (Own Character)
16.08.2019
22.03.2022
10
25.153
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16.08.2019 398
 
Zitternd stehe ich auf der Wiese, die nackten Füße im feuchten Gras. Das unangenehme Gefühl beobachtet zu werden, löst eine Gänsehaut in meinem Nacken aus. Vielleicht ist es auch die Kälte, wer weiß.
Im fahlen Schein des Mondes sehe ich bloß den dichten Rauch, der in Schwaden von meinen Lippen in den Himmel steigt. Ich halte den Atem an. In der Ferne sehe ich einige Sterne durch die Wolkendecke brechen, doch die Nacht wirkt so düster wie keine andere.
Vorsichtig wage ich einen kleinen Schritt. Das Krächzen einer Krähe durchschneidet die Dunkelheit und lässt mich beinahe aufspringen. Doch ich springe nicht auf, stattdessen mache ich einen Satz nach vorn, aus dem Dickicht heraus. Meine weichen Knie tragen mich gerade so, bis in eine Lichtung.
Schluckend sehe ich mich um, während meine blassen Hände auf dem Grabstein neben mir halt finden, um mich zu stützen.
Niemand ist hier, doch es fühlt sich an als wären es viele. Die Kälte dringt mir bis auf die Knochen. Eine Bewegung im Gebüsch zu meiner Rechten zieht meine Aufmerksamkeit auf sich und ich reiße den Kopf herum. Für einen langen Moment tut sich nichts. Ein Kaninchen vielleicht …?
Meine Gedanken kommen an ein jähes Ende, als ich ein leises Geräusch wahrnehme. Ich versuche deutlicher hinzuhören. Es ist so leise, dass ich es nicht hören können sollte und dennoch vernehme ich es.
Mein Blick wandert über den Friedhof vor mir. Wo bin ich hier? Was mache ich hier überhaupt?
Ich bin allein. Die Vögel, die noch vor wenigen Augenblicken durch die Lüfte tanzten und auf den Gräbern ihre Flügel ausruhten, sind nun mit einem Mal verschwunden. Nur noch ich … und das tiefe Rascheln aus dem Gebüsch.
Konzentriert sehe ich auf einen kleinen Punkt zwischen den Blättern. Mein Herz pocht so laut, dass ich fürchte, man kann es noch bis in die Wälder hören. Ich will fragen, ob sich dort jemand versteckt. Will ein Zeichen geben. Doch meine Stimme versagt.
Das tobende Gefühl der Angst zieht meine Brust schmerzlich zusammen und drängt mich weiter zurück. Meine Ferse verfängt sich dabei, was mich rücklings zu Boden segeln lässt.
Wieder eine Bewegung. Diesmal rasch und gefolgt von einem Knurren. Was auch immer es ist, es ist kein Mensch.
Von plötzlicher Panik ergriffen, öffne ich den Mund um zu schreien. In dem Moment springt ein schwarzer Schatten zwischen den Blättern hervor.

Alles was ich erkenne, sind rotglühende Augen.
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