Marry me 2.0

von Gori-san
KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Chuya Nakahara Dazai Osamu
16.08.2019
16.08.2019
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Heiratsanträge Nr. 2

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Viel Spaß euch beim Lesen :)
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Ein Heiratsantrag...




... beim Sprung in die Tiefe


Seine Finger hätten zittern müssen, doch zeigte sich nicht einmal ein Anzeichen von Nervosität in ihm. Er hatte solche Dinge eindeutig schon viel zu oft getan und viel zu oft war es dabei um sein Leben gegangen. Noch einmal sah er sich in dem Raum in, den seit einigen Tagen schon mietete, um hier etwas Besonderes zu vollbringen, es musste in jenem Moment einfach alles stimmen, es musste endlich funktionieren und vor allem musste sich der Nakahara einfach freuen. Es war etwas Außergewöhnliches, etwas das er sich immer gewünscht hatte und schließlich erhielt er die SMS, auf welche er gewartet hatte. Schon den ganzen Abend hatte der Braunhaarige auf diese SMS gewartet.
[18:17] Bin jetzt auf dem Weg, in knapp zwanzig Minuten bin ich da und wehe es ist nicht wichtig!

Für einen kurzen Augenblick konnte Dazai nicht anders, als zu lächeln. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen, genoss den Wind, der durch das geöffnete Fenster in die Suite wehte. Er konnte über diese Drohungen nur noch lächeln, denn er wusste das sein Freund immer einen Grund finden würde, um ihn zu schlagen oder zu beschimpfen. Dies war einfach die Art des Kupferblonden. Er beleidigte ihn, er hasste ihn, er verschonte ihn in keiner Lebenslage. Genau dies machte für den Braunhaarigen den Reiz in ihrer Beziehung aus.
Der Braunhaarige konnte gar nicht anders als zu antworten, spaßte immer noch mit dem Kupferblonden.
[18.20] Keine Sorge, es wird sich für dich lohnen.
Nach diesen getippten Worten legte er das Mobiltelefonzusammen mit dem Portemonnaie auf die Fensterbank und blickte in die Tiefe.
Zweihundertneunundachtzig Meter ging es in die Tiefe, fast dreihundert Meter ging waren es vom Skygarden, dem letzen Stockwerk des Yokohama Landmark Towers.

Der Braunhaarige konnte nur leicht grinsen, schloss noch einmal die Augen und genoss das Gefühl, welches seinen Körper durchzuckte
Adrenalin.
Wann hatte er sich das letzte Mal in seinem Leben so lebendig, wie an jenem Abend gefühlt?
Genau wusste der Detektiv es nicht.
In den nächsten zwanzig Minuten würde er ein Leben verändern und damit meinte er nicht nur sein eigenes. Ein leichtes Grinsen legte sich auf seine Lippen.
Langsam schlenderte der Dunkelhaarige durch den Raum, ließ den beigen Mantel von seinen Schultern gleiten und legte diesen über einen der Stühle der Suite. Seine Augen schlossen sich, als er begann seine Weste zu richten. Noch einmal richtete er die Bowtie, welche er immer trug. Es musste immerhin alles zu der Zufriedenheit seiner Schnecke sein. Noch einmal zog sich ein leichtes Grinsen über die Lippen des Ex-Mafiamitgliedes, als er schließlich das erwartete piepen seines Handys wahrnahm.
[18:39] Ich bin jetzt vor dem Yokohama Tower, wo steckst du?
Leicht lächelte der große schlanke Mann, als er noch eine Nachricht tippe, während er auf das geöffnete Fenster zuging. Er hockte sich mit Leichtigkeit auf die Fensterbank, als er die Nachricht abschickte. Dazai genoss noch einmal den Wind, der ihm entgegenwehte und platzierte das Mobiltelefon wieder neben seinem Portemonnaie.
[18:41] Sieh nach oben, Chuuya.

*


„Verfluchter Idiot, ich bringe ihn um, wenn ich ihn in die Finger bekomme!“, fauchte der Kupferblonde nachdem er die Nachricht erhalten hatte.
Er hätte es sich denken können, sein Ex-Teampartner hatte schon wieder irgendwelche komischen Ideen. Vor dem Wolkenkratzer standen weder Autos noch liefen dort Passanten entlang, irgendetwas stimmte in jenem Moment nicht und dies hätte ihm von Anfang an klar sein müssen. Sein Ex-Teampartner würde ihm niemals ohne Hintergedanken eine SMS schreiben und ihn irgendwohin bestellen. Schnaufend hielt er sich die Stirn, richtete sich den Hut und sah dann hinauf in den Himmel. Der Sonnenuntergang hatte bereits begonnen die Umgebung in ein Goldenes, leicht rötliches Licht zu hüllen. In jenem gold-roten Licht zeichnete sich eine dunkle Silhouette ab, groß, schlank, scheinbar längeres lockiges Haar…
„Das ist jetzt wirklich ein schlechter Scherz…“

Augenblicklich begann Chuuya sich umzusehen, es war niemand in der Nähe, kein Rettungsteam, keine Polizei, nichts.
Sein Ex-Partner meinte es dieses Mal scheinbar ernst.
Dieses Mal schien das Leben des Dunkelhaarigen von ihm allein abzuhängen.
Wie sehr er es doch hasste.
Augenblicklich schnaufte der Kupferblonde und sprang in die Luft, konnte sich dank seiner Fähigkeit in jener halten und sah dem Braunhaarigen entgegen. Der Fall schien in den Augen des Hutträgers einfach kein Ende nehmen zu wollen, schien unendlich zu dauern, doch bei dreiundsiebzig Stockwerken war dies wohl kein Wunder. Schließlich schloss Chuuya die Augen und schüttelte den Kopf, als er seine Fähigkeit begrenzt einsetzte. Die Gravitation beeinflussen zu können, hatte in manchen Hinsichten seine Vor- und seine Nachteile.
Vor allem wenn es um seinen Ex-Teampartner ging.

Für einen kurzen Augenblick grinste ihn der Braunhaarige an, sein Ex-Teampartner an der Hand gepackt hatte.
Glücklicherweise funktionierte die Negation nur, wenn Dazai die Haut des betroffenen berührte.
„Freust du dich mich zu sehen, Partner?“, fragte der etwas Jüngere der beiden Männer.
„Vergiss es, das letzte Mal als ich mich gefreut habe dich zu sehen, war als ich dich noch nicht kannte.“, schnaufte Chuuya genervt, „Was sollte diese Aktion hier?“
„Siehst du doch.“, entgegnete Dazai dem Kupferblonden grinsend, „Suizid.“
„Suizid…?“, fragte Chuuya genervt nach, „Und deswegen bestellst du mich dann hier her? Um dir bei diesem dummen Suizid zuzusehen, oder was?“
„Nicht nur deswegen.“, grinste der Größere, „Auch, weil ich dich noch etwas fragen wollte.“
„Dazai, deine Logik ist in etwa so viel wert wie die eines Kleinkindes! Was zum Teufel wolltest du mich fragen, wenn du schon gefallen wärst? Wenn du auf dem Steinboden kleben würdest, könntest du mich nichts mehr Fragen.“
„Da hast du eventuell recht… Gut, das hätte sich als etwas schwieriger herausgestellt. Aber, ich wusste das auf dich verlass ist.“, grinste der Braunhaarige mit den leichten Locken.

Seufzend senkte er sich wieder zusammen mit dem Braunhaarigen, starrte jenen jedoch die ganze Zeit über an. Irgendwie vertraute er seinem Ex-Teampartner in jenem Moment weniger, als er es zuvorgetan hatte. Wenige Meter über der Straße zog der Braunäugige etwas aus seiner Westentasche und sah zu dem Kupferblonden.
„Nakahara Chuuya~“, begann der etwas Jüngere, „Ich weiß, dass es zwischen uns diese besondere Verbindung gibt. Es ist als wenn wir Feuer und Wasser wären, wir ergänzen uns, wie können den anderen aufhalten wo andere bereits verzweifeln -“
„Hör auf zu Schleimen und komm zum Punkt.“, fauchte der Kleinere und betrachtete den Braunhaarigen skeptisch.
„Du zerstörst mir auch immer wieder die Romantik…“, murrte Dazai gespielt beleidigt, „Nakahara Chuuya, willst du meine Frau  werden?“

Es vergingen nur einige Sekunden, bevor der Braunhaarige schließlich die gesamte Kraft des Kleineren zu spüren bekam. Die Faust, welche ihn hart ins Gesicht traf, ließ ihn die wenigen Meter zur Straße überbrücken – in nur wenigen Sekunden.
„Sag mal hackts bei dir?“, schnaufte der Kupferblonde und zog seinen Hut tiefer in sein Gesicht, „Deine Frau werde ich garantiert nicht, such‘ dir dafür jemand anderen. Nimm doch eines dieser Mädels, die du immer anbaggerst.“
„Aber du bist meine perfekte Braut.“, jammerte der Braunhaarige gespielt leidend.
Nur wenige Sekunden später spürte er auf schon den nächsten Schlag in seinem Gesicht, grinste jedoch, als er das Gesicht des Kupferblonden sah.
Eine feine röte hatte sich auf dessen Wangen gelegt.
Vor Wut, oder vor Scham?
„Ich habe dir von Anfang an gesagt, dass ich dieses Spielchen nicht mitmache.“, fauchte Chuuya lauter als er es wollte, „Wir schlafen miteinander, das ist alles! Ich habe keine… Ich habe keine Gefühle für dich, da ist nichts außer Hass !“
„Aber wenn du mich heiratest, dann kannst du derjenige sein, der mich am besten töten kann. Ein Mord an seinem Ehemann zu vollziehen, ist für dich doch ein leichtes.“
„Du lässt mich aussehen, als wäre ich schon mehrere Male verheiratet gewesen…“, murrte Chuuya und hob erneut die Hand.
Nur auf die Antwort des Dunkelhaarigen wartend.
„Vielleicht warst du das ja?“
Noch einmal spürte Dazai die Kraft seines ehemaligen Partners.

Der kupferblonde Hutträger biss sich auf die Lippe, er konnte diesen Antrag nicht annehmen. Nicht einmal wenn er es wollte. Er konnte es einfach nicht, denn er wusste auf welches gefährliche Spiel er sich dann einlassen würde. Liebessuizid stand nicht auf seiner To-Do-Liste und er hatte auch nicht vor dies zu ändern doch…
Was wäre in seinem Innern los, wenn er wüsste das Dazai eine andere Person für jenes Vorhaben finden würde?
Würde es ihm dann noch immer egal sein?
Könnte er dies einfach hinnehmen?
Wäre er wirklich bereit, seinen Partner an ein dahergelaufenes Mädchen zu verlieren?
Die Antwort kannte er bereist zu genau und er wusste auch, dass er sie niemals aussprechen würde.
„Chuuya?“
Die Stimme des Braunhaarigen war sanfter, deutlich ruhiger als zuvor und schockierte den Kupferblonden in jenem Moment mehr, als er es zugeben wollte.
„Was?“, fauchte er, versuchte seine Unsicherheit zu verbergen.
„Du… Siehst traurig aus. Würdest du es wirklich hinnehmen, wenn ich eine andere Person dafür finden würde?“, fragte Dazai leicht lächelnd nach.
Augenblicklich hob Chuuya noch einmal seine Faust, wollte noch einmal zuschlagen, fester und gezielter als zuvor, doch entschied er sich dagegen. Nahm stattdessen lieber den Ring des Braunhaarigen an sich, stand auf und drehte sich elegant um.
„Glaub ja nicht, dass ich es gutheiße was du hier getan hast. Die Schäden gehen auf deine Rechnung, zumal ich dir meinen Dienst hier in Rechnung stellen werde… Ich bin doch nicht dein Kindermädchen.“, schnaufte der Kleinere und ging.

Wenn er dem Dunkelhaarigen eine Antwort geben sollte, dann war diese Tat wohl mehr wert als jedes Wort, das er ihm hätte entgegnen können. Ein leichtes Grinsen legte sich auf die Lippen des Braunhaarigen, als er seinem Partner, Freund, Verlobten und Erzfeind hinterher sah, nachdem er sich aufgesetzt hatte.
„Vergiss heute Abend nicht in die Bar zu kommen, wir wollen dieses Ereignis feiern. Wir werden auf dich warten Chuuya~“
In jenem Augenblick fragte sich der Angesprochene eines:
Wie konnte man sich nur in einen solchen Idioten verlieben?
Erklären konnte er es nicht, doch er wusste, dass sein Leben ab jenem Zeitpunkt nur spannender werden konnte. Sein Verlobter war ein Detektiv, er gehörte noch immer zur Mafia. Sie jagten einander, verführten einander und hassten einander…
Eine bessere Beziehung gab es doch nicht, oder?
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