Liebe auf Hawaii

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Chin Ho Kelly Danny "Danno" Williams Kona "Kono" Kalakaua Lou Grover OC (Own Character) Steve McGarrett
15.08.2019
16.02.2020
10
21729
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Es war sechs Uhr morgens, als mich das Klingeln meines Telefons aufweckte. Verschlafen tapste ich nach unten und nahm den Hörer ab.
»Aloha. Wer is‘n da?«, nuschelte ich verschlafen in den Apparat.
»Deine Mutter Ruby!!«, schrie eine schrille Stimme durch den Hörer, welchen ich entsetzt von mir weg hielt.
»Verdammt!«, murmelte ich lautlos. Was in aller Welt wollte die denn von mir? Wir hatten seit ich vor zehn Jahren ausgezogen war, kein Wort mehr miteinander gesprochen. Meine Mutter war im Gegensatz zu mir total strukturiert und alles lief bei ihr genau nach Plan. Sie war eine gefragte Anwältin und hatte gewollt, dass ich in ihre Fußstapfen trat, jedoch war das ganz und garnicht mein Traum. Ich hatte wegen ihr Jura studieren müssen, doch das hatte mir nichts getaugt, weshalb ich das Studium hingeschmissen hatte und abgehauen war. Erst hatte ich mich auf eine kleine Weltreise begeben, auf welcher ich angefangen hatte, Bücher zu schreiben und YouTube Gamerin zu werden. Als ich schließlich genügend Geld hatte, war ich nach Hawaii gezogen und hatte mir ein kleines Haus direkt am Meer gekauft.
Ich fragte mich nun, woher sie meine Nummer hatte.
»Was willst du?«, fragte ich sie barsch, denn ich hatte kein Bock, mich von ihr angiften zu lassen.
»Dein Bruder ist verschwunden! Die Polizei geht von einer Entführung aus.«
»Wie bitte? Caleb wurde entführt?!« Ich war entsetzt. Caleb war ein cooler Bruder. Er war zwei Jahre älter als ich und hatte eine erfolgreiche Medienfirma in Manhattan. Er hatte mich - im Gegensatz zu Mom und Dad - mehrmals im Jahr besucht und wir hatten eigentlich ziemlich viel Kontakt.
»Ja, ganz recht! Ich würde dich - trotz unserer Auseinandersetzung damals - bitten, dass du uns besuchst. Die Polizei hätte auch ein paar Fragen an dich, da du ja häufig Kontakt zu ihm hattest.«
Das war doch wohl nicht ihr Ernst?! Sie lebte gemeinsam mit Dad - er war Richter - in Bangor, einer kleinen Stadt in Maine, die nebenbei auch als Zentrum des Horrors galt. Das lag wohl an den Geschichten, die Stephen King - ein bekannter Horror-Autor - schrieb. Stephen King wohnte in der selben Straße wie meine Eltern, weshalb sie gute Freunde waren. Von Stephen King hatte ich auch meine Begeisterung fürs Schreiben erlangt.
Ich fasste einen Entschluss. »Nun gut! Ich werde euch besuchen, jedoch nicht wegen dir und Dad, sondern einzig und allein wegen Caleb!!«
»Danke, Ruby!« Ich hörte sie noch leise schluchzen, bevor sie auflegte. Dass meine Mutter sowas wie Gefühle hatte, war mir eher fremd. Sie war nun mal sehr streng, weshalb ich nicht gerade das hatte, was man eine schöne Kindheit nannte. Ich war schon damals ein freches Kind und das hat sich bis jetzt, wo ich eine erwachsene Frau bin, auch nicht geändert.
Ich setzte mich etwas schockiert von dem Telefonat direkt an den Pc, um noch heute einen Flug zu bekommen. Ich hatte Glück und erwischte den um halb elf nach Maine.
Danach ging ich wieder nach oben, um mich fertig zu machen und meinen Koffer zu packen. Da es derzeit Oktober war, musste es, im Gegensatz zu Hawaii, ziemlich kalt in Maine sein. Ich packte meinen Wintermantel, sowie lange Klamotten - diese Sachen waren schon ewig hinten in meinem Schrank gelegen - in den Koffer. Anschließend räumte ich diesen in den Kofferraum meines hellblauen Porsches und fuhr los. Ich hatte vor, auf dem Weg noch bei Starbucks zu halten, weshalb ich direkt durch die Innenstadt von Honolulu fuhr. Bei Starbucks angekommen, bestellte ich mir einen Milchkaffee, welcher hoffentlich einigermaßen gegen die Müdigkeit half, die mich inzwischen überschwemmte. Ich hatte heute gerademal fünf Stunden geschlafen. Ich drehte mich um und rannte direkt in einen dunkelhaarigen Mann hinein, sodass mir die Hälfte des heißen Kaffees auf mein schwarzes Shirt schwappte. Es brennte höllisch.
»Au! Passen Sie doch auf, Sie Trottel!!«, schrie ich den Mann wütend an. Er sah mich lächelnd mit seinen hellblauen Augen an. So ein Idiot; grinste auch noch frech.
»Immerhin haben Sie nichts weißes an!«, erwiderte er. So eine Unverschämtheit! Anstatt sich zu entschuldigen, gab er einen dummen Kommentar ab. Mich packte der Zorn und ich schüttete den Rest meines Kaffees schwungvoll über seinen Kopf. Der Kaffee lief über sein Gesicht und tropfte auf sein weißes T-Shirt. Er sah mich überrascht an. Damit hatte er wohl nicht gerechnet - wahrscheinlich ließ jeder ihm seine fiesen Bemerkungen durchgehen.
»Tja, Sie haben leider nichts Schwarzes an!«, bemerkte ich spöttisch und verließ den Starbucks. Meinen Kaffee hatte ich zwar nicht bekommen, aber das konnte ich ja am Flughafen in einem Café nachholen. Und den Kaffee über seinen Kopf zu schütten, hatte mir eine gewisse Genugtuung verschafft, weshalb es sich auf jeden Fall gelohnt hatte.
Ich fuhr in Vollgas den Lunalilo Freeway entlang; ich war schon etwas spät dran, denn in eineinhalb Stunden würde bereits mein Flieger gehen. Ich wollte gerade auf den Queen Liliuokalani Freeway wechseln, als ich eine Polizeisirene hörte. Wahrscheinlich war da wieder irgendein Idiot, der vor der Polizei davonfuhr. Getrost fuhr ich weiter, bis mir ein schwarzer Cameron waghalsig den Weg abschnitt. Welcher Verrückte fuhr denn den Wagen?! Zwei Männer stiegen aus und klopften an die Fensterscheibe meines Wagens. Der eine war ein blonder Haole in einem dunkelblauen Hemd und einer Krawatte. Wer zog denn bitte in Hawaii eine Krawatte an?! Und der andere war niemand anderes als dieser Pisser mit den dunkelbraunen Haaren aus dem Starbucks. Zu meinem Vergnügen hatte er eine schwarze Polizeiweste über sein weißes T-Shirt angezogen. Die Kaffeeflecken waren ihm wohl peinlich. Ich stieg aus.
»Na, hast wohl Angst vor noch einer Kaffeeattacke, was?!«, kommentierte ich mit hochgezogener Braue seine Weste. Der Haole fing an zu lachen, während der dunkelhaarige Widerling auf seinen Gürtel deutete. Da hing doch nicht allen Erstes eine Polizeimarke!! Dieser Mann war doch nicht wirklich Polizist.
»Five-O! Ich verhafte Sie wegen Beschädigung meines T-Shirts!«, erklärte er mir. Das war doch wohl nicht sein Ernst?!
»Sind Sie behindert oder so? Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass ich Ihnen das glaube? Wahrscheinlich ist Ihre Marke nicht mal echt!«, antwortete ich instinktiv, auch wenn es nicht gerade höflich war.
»Pahahahaha!! Hast du das gehört Steve - Deine Marke ist nicht echt«, zog der Haole ihn auf.
»Steve heißen Sie?« Mein Kopf ruckte zu dem Braunhaarigen, welcher langsam nickte. »Dann will ich Ihnen mal was sagen, Steve. Erstens, ich glaube Ihnen nicht, dass Sie ein echter Cop sind. Und da kommen wir auch schon zu Punkt zwei: Wenn Sie das Geld für Ihr T-Shirt durch uneinfallsreiche Spielchen versuchen zurückzubekommen, dann überlegen Sie sich nächstes Mal besser gleich, an wen Sie Ihre dummen Kommentare richten, dann müssten Sie sich garnicht solche kranken Sachen ausdenken.«
»Da hast du’s gehört Steve. Lass deine Kommentare! Dann wärst du in deinem Leben besser dran!!«, grinste der Hoale. Anscheinend kommentierte auch er gern.
»Ok Haole, halt dein Maul oder ich schlag es dir raus!!«, rief ich, sichtlich genervt von den beiden. Was fiel ihnen ein, mich anzuhalten?! Immerhin musste ich noch meinen Flug erwischen.
»So, wenn ihr mich jetzt entschuldigt. Mein Flug geht in ungefähr einundhalb Stunden!« Ich machte Anstalten wieder ins Auto zu steigen, doch Steve hielt mich fest. Erschrocken sah ich ihn an. »Erst das Geld für mein T-Shirt!« »WAS FÄLLT IHNEN EIN!!«, brüllte ich. »SEIEN SIE NÄCHSTES MAL FREUNDLICH UND HILFSBEREIT, WENN SIE MICH UMREMPELN, DANN SCHÜTTE ICH IHNEN AUCH NICHT MEINEN KAFFEE ÜBER DEN KOPF!!!« Ich kochte vor Wut. Allerdings hatte ich auch ein wenig Angst, da ich nicht wusste, was er vorhatte. Ich trat ihm mit voller Wucht zwischen die Beine, sodass diese ihm zusammenknickten und er mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden kniete. Der Haole prustete los und musste sich vor Lachen an der Motorhaube meines Autos festhalten. Währenddessen lief ich auf die andere Seite meines Autos, um möglichst viel Abstand zwischen die Männer und mich zu bekommen. Ich zog schnell mein iPhone aus der Tasche und wählte die 911.
»Sergeant Duke Lukela, was kann ich für Sie tun?«, fragte mich eine freundliche Herrenstimme an der anderen Leitung.
»Hallo. Hier ist Ruby Palmer. Da sind zwei Männer. Ein Blonder und ein Braunhaariger, die lassen mich nicht mehr in mein Auto einsteigen, wo ich doch meinen Flug nach Maine nicht verpassen darf! Sie behaupten, sie wären Cops!«
»Ich werde sofort eine Streife vorbei schicken. Wo befinden Sie sich?«
»An der Kreuzung des Lunalilo Freeways und des Queen Liliuokalani Freeways!«, erklärte ich. »Bitte beeilen Sie sich.«
Er verabschiedete sich und meinte noch, dass seine Streife in fünf Minuten vor Ort sei.
Währenddessen sah Steve wütend zu mir rüber, jedoch traute er sich nicht, näher zu mir zu gehen. Der Haole machte sich weiterhin über ihn lustig und ich stand nach wie vor auf der anderen Seite des Autos, während ich ungeduldig auf die Polizei wartete.
Nach fünf Minuten hörte ich endlich die Sirenen des Polizeiautos und war erleichtert als zwei ECHTE Cops aus dem Auto ausstiegen.
»Guten Tag, Sie müssen Miss Palmer sein?« Ich nickte. »Ich bin Sergeant Duke Lukela. Ah, Commander McGarrett und Detective Williams! Ihr habt der Dame doch hoffentlich geholfen?«
Die beiden schauten ihn verständnislos an, weshalb ich das Wort ergriff. »Diese beiden sind die Übeltäter!! Sie behaupten, sie wären Cops und der Braunhaarige will mich verhaften, obwohl er doch der ist, der sich zu entschuldigen hat!«
»Nun« Sergeant Lukela starrte zwischen Steve, dem Haole und mir hin und her. »Diese beiden sind tatsächlich Cops, sie arbeiten für Five-O. Allerdings verstehe ich nicht, weshalb sie Sie angehalten haben!«
»Unser lieber Steve hier, kann es nicht haben, wenn jemand ihn mal gehörig in die Schranken weist!«, erklärte der Haole-Cop.
»Das ist garnicht wahr!«, rief Steve empört.
»Doch!«
»Nein!«
»Doch!«
»Die Herren!! Also ich muss euch doch bitten!«, seufzte Sergeant Lukela augenverdrehend. »Commander, wie wäre es, wenn du die Dame einfach zum Essen einlädst und ihr euch dann mal aussprecht?«, schlug der Sergeant vor.
»WAAAS?!«, riefen Steve und ich gleichzeitig.
»Ganz sicher nicht!«, erklärte Steve. Da waren wir ausnahmsweise mal einer Meinung.
»Also ich gehe auf gar keinen Fall mit diesem Taugenichts essen!!«
»Taugenichts?!«, empörte sich Steve. Ich warf ihm nur einen tödlichen Blick zu. »Wie auch immer! Mein Flug geht verdammt noch mal in einer Stunde, weshalb ich jetzt endlich los muss.«
»Aber mein T-Shirt?«
»Sie haben doch bestimmt noch andere oder?!« Ich blickte in seine hellblauen Augen. Irgendwie erinnerten sie mich an das Meer.
Ich stolzierte zu meinem Auto, dankte Sergeant Lukela und stieg ohne Steve oder den Haole eines Blickes zu würdigen in mein Auto und fuhr davon.
Am Flughafen angekommen rannte ich so schnell wie möglich zur Gepäckabgabe und gab meinen Koffer ab. Zum Glück war der Flughafen gerade nicht voll. Danach rannte ich zur Sicherheitskontrolle, wo meine Handtasche, sowie ich überprüft wurden.
In letzter Sekunde schaffte ich es dann noch in meinen Flieger und ließ mich erschöpft auf meinen Sitz am Fenster fallen. Was für ein Tag! In dem ganzen Stress hatte ich kaum über Caleb nachgedacht. Mein armer Bruder wurde gerade irgendwo gefangen gehalten, wo wer wusste schon was mit ihm gemacht wurde. Ich konnte das einfach nicht glauben, doch die Erkenntnis ließ mich leise aufschluchzen, während mir Tränen über die Wangen liefen, weshalb ich mich zum Fenster drehte.
Review schreiben