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Zwischen Arroganz und Ignoranz

KurzgeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
Altaïr Ibn-La'Ahad Malik Al Sayf Talal
15.08.2019
07.02.2020
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15.08.2019 2.701
 
Eine kleine Kurzgeschichte über unseren nachdenklichen Assassinen Altaïr.
Jedesmal wenn ich das Spiel spiele, muss ich immer den Kopf über ihn schütteln. Besonders über seinen Namen. Dieser wird korrekt arabisch ›Alttayir‹ geschrieben. Wie er auszusprechen ist, weiß ich ebenfalls, ist für Deutsche jedoch ein Zungenbrecher, weswegen ich Ubisoft in diesem Punkt verstehen kann. Auch ich habe mir bei der Übung der Aussprache sehr oft die Zunge verknotet – ich lerne im Selbststudium Arabisch ;-)
Wusstet ihr übrigens, dass die Guggel, welche die Assassinen im ersten Teil bereits tragen, erst sehr viel später erfunden wurde? Eigentlich, um es historisch korrekt dazustellen, müsste unser Held einen Turban tragen! ^^
Aber nun genug davon, hier nun die Geschichte um den seltsamen Vogel:

LG SieraEchoAlphaLima


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Christen? Pah! Diese Frevler eines erfunden Buches erdreisteten es sich, ein Land zu ihrem Eigen zu ernennen, dass ihnen in keinster Weise zustand! Altaïr wurde es schlecht, wenn er nur an die Existenz dieser Fanatiker dachte. Doch viel konnte er an den Geschehnissen nicht ändern. Jetzt waren die Männer und Frauen aus dem Abendland in seiner Heimat und unterdrückten das Volk der Juden und Moslems gleichermaßen. Es war an ihm für Ordnung zu sorgen, aber auch unter den Sarazenen gab es schwarze Schafe, die ihre eigene Bevölkerung unterdrückten.
In den Aufzeichnungen in der weiten Bibliothek der Assassinen in Masyaf stand vieles über die Zeiten vor dem Einfallen der Christen geschrieben. Noch ehe der Pabst in Rom dazu aufforderte einen Glaubenskrieg vom Zaun zu reißen, der eine Lüge seiner erfundenen Bibel war, hatte es bereits Unterdrückung und Abschaum gegeben. Durch die Christen war es nur schlimmer geworden. Altaïr hatte einige dieser Schriftrollen und Bücher studieren müssen, als er sich in der Ausbildung befunden hatte, aber auch sein Vater hatte ihm vieles über die Geschichte erzählt. So war Altaïr kein ungebildeter Mensch.
Er hatte seine Aufgaben immer mit viel Sorgfalt und Ehre für den Orden erledigt. Aber irgendwann – angestachelt von Abbas ständigen, giftigen Worten – war Altaïr in dieselbe Schiene wie sein Erzfeind unter den Assassinen gerutscht. Nur um es dem Mann zu zeigen, war er arrogant geworden und hatte heilige Regeln gebrochen.
Altaïr strich sich über die Narbe an seinem Bauch, deutlich hatte er Al-Mualims Messer gespürt, ehe er in den Schlaf geglitten war. Sein Meister hatte recht gehabt, dieser Schlaf hatte ihn darüber klarwerden lassen, was er getan hatte. Welche Tragweite sein Handeln in Salomons Tempel gehabt hatte. Er hatte die Templer vom Orden des Stillschweigens – ihre ärgsten Feinde unter den weiß gekleideten Männern mit dem roten Kreuz – auf direktem Wege zur Burg geführt und was noch schlimmer war: Er hatte seinem besten Freund beim Sterben zusehen müssen. Kadar …
Gedankenversunken zog Altaïr an der Wasserpfeife, die mit feinstem Minztabak gefüllt war. Der scharfe, erfrischende Rauch drang tief in seine Lungen und machte ihn frei von den finsteren und dunklen Gedanken. Neben sich hatte er eine kleine Tonschale mit frischen Datteln stehen. Ihr vollmundiger, süßer Geschmack mit dem leicht herben Abgang waren von herrlicher Qualität. Eines musste er Malik lassen, er hatte in der kurzen Zeit, die er in Jerusalem verbrachte, ein weites Netz an Kontakten geknüpft. Aber das war auch wichtig. Der Rafiq sorgte dafür, dass er die Kontakte und Informationen für die Assassinen sammelte. Das weite und gepflegte Netz von Spionen war somit essentiell.
Auch wenn Malik ihm wegen Kadar noch immer nicht verziehen hatte und ihn behandelte wie einen aussätzigen Hund – Altaïr konnte ihn vollkommen verstehen, auch er hatte Kadar nicht vergessen – bot er ihm einen Platz zum Schlafen und etwas zu Essen. Aber die kühle, abweisende Art des Rafiqs tat ihm in der Seele weh. Von ihrem früheren unbeschwerten Umgang war nichts außer der Schuld geblieben. Jeder der beiden Freunde gab Altaïr die Schuld an Kadars Tod – was nur gerechtfertigt war!
Am späten Nachmittag war der Assassine aus Masyaf in Jerusalem eingetroffen und hatte nach einigen herblassenden Worten aus Maliks Richtung entschieden, heute keine Erkundungen mehr in Jerusalem zu tätigen. Stattdessen zog er es vor, auf dem Dach des Assassinen-Büros eine entspannte Wasserpfeife zu rauchen und Datteln zu essen. Die Gedanken gingen dabei auf Wanderschaft.
Al-Mualim hatte ihn zurück auf den rechten Pfad gebracht. Auch wenn ihm manches am Verhalten des Mannes nicht in den Kopf wollte. Es kam ihm vor, als wäre er aus einem sehr langen Traum erwacht und durfte feststellen, dass sich die Welt ohne ihn weitergedreht hatte. Was hatte er alles in der Zeit seiner Arroganz und Überheblichkeit verpasst? Was war ihm alles nicht aufgefallen? In dieser Zeit war ihm Al-Mualim wie ein Prophet vorgekommen, wie Mohamed selbst, von dem sein Meister in direkter Linie abstammte. Er war ihm wie ein blindes Schaf nachgelaufen ohne richtig über sein Handeln nachzudenken. Auch wenn Al-Mualim ihm die Augen geöffnet hatte, spürte Altaïr deutlich, dass sein Meister es nicht gerne sah, dass er selber nachdachte und besonders seine Befehle in Frage stellte.
Bis jetzt war es nur ein komisches Gefühl, mehr der Hauch einer Ahnung, als konkretes Wissen. Bevor er nicht mehr wusste, würde er auch keinen anderen damit betrauen. Altaïr musste die Befehle seines Meisters ausführen und hoffen, dass er genug handfeste Beweise fand, dass auch Al-Mualim vom rechten Pfad der Assassinen abgekommen war.
Wieder nahm er einen tiefen Zug an der Wasserpfeife. Es war eine große Erholung die reinigende Wirkung der Minze in sich aufzunehmen. An so einem Abend konnte der Tag niemals enden.
Jedoch ging die Sonne bereits im Westen unter und tauchte den Lehm der vielen Häuser von Jerusalem in blutrotes Licht.
War das ein Zeichen Allahs?


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Das Stimmengewirr auf den Straßen schwoll an und machte Altaïr klar, dass der Morgen längst angebrochen war. Die Sonne zeigte sich frisch am oberen Ende der Lehmmauer des Innenhofes des Rafiq-Büros wo er geschlafen hatte. Ein sanftes Plätschern eines kleinen Brunnens hatte ihn die Nacht über begleitet und in den Schlaf gelullt.
Deutlich wurde ihm bewusst, dass ihn der Ritt durch die Wüste und die vielen Gedanken mehr belasteten, als er geahnt hatte. Jedoch fühlte er sich ausgeschlafen und voller neuer Energie.
Die kunstvolle Wasserpfeife, die er am Abend geraucht hatte, stand sauber gewaschen neben den Sitzkissen auf denen er geschlafen hatte. Malik war längst zu Bett gegangen, als Altaïr vom Dach geklettert war, weswegen der Assassine die Pfeife gereinigt und die leere Tonschale zurück in die Küche gestellt hatte. Er wollte Malik keine weitere Gelegenheit für Gehässigkeiten geben.
So erhob sich der Assassine von der Sitzecke, gekleidet nur in sein Untergewand und schritt zum Brunnen herüber um sich mit ein paar Spritzern kühlen Quellwassers das Gesicht zu befeuchten. Sein Kopf waren an den Seiten kahlrasiert, ansonsten fielen ihm die Haare wirr bis auf die Mitte seines Rückens. Aus einer der vielen Taschen seines Gürtels zog er einen Holzkamm und bürstete sich die wirren Haare glatt. Danach flocht er sie sich, damit sie ihm nicht im Weg waren. Erst danach kleidete er sich an. Wollsocken, Lederhose, geschnürte Stiefel, lederner Brustharnisch, Obertunika, Gürteltuch, Gürtel, Waffen, Armschienen und schlussendlich noch die Guggel. Sobald Altaïr vollständig gekleidet war, trat er durch die Tür ins Hauptbüro von Malik.
Zwei seiner Spione standen vor dem Tresen des als Bücherladen getarnte Rafiq-Büros und unterhielten sich leise mit ihrem Meister. Scheinbar überbrachten sie dem Mann die neusten Informationen seines Netzwerkes. Altaïr fragte sich, ob es sich dabei auch um relevante Informationen handelte, die er für sein nächstes Attentatsziel gebrauchen konnte. Jedoch sprachen die drei so leise, dass er nur hörte, dass sie murmelten, aber nicht welche Informationen überbracht wurden.
Malik blickte auf, kaum dass Altaïr in der Tür auftauchte und winkten den Spionen zu, dass sie gehen konnten. »Nur der frühe Vogel fängt den Wurm, Altaïr. Ihr habt das Morgengebet verschlafen. Eine weitere Schande für den Orden. Eine weitere Verfehlung auf Eurer langen Liste.«
»Haltet den Mund, Malik. Haben die Spione etwas über Talal erzählt?«
»Oh, wie Euch immer nur das eine Interessiert. Ihr wollt dem Meister weiterhin gefallen, hat Euch seine letzte Zurechtweisung immer noch keine Weisheit eingebracht? Was meine Spione angeht, selbst wenn sie mir etwas über Talal erzählt hätten, würde ich Euch kein Wort davon berichten. Al-Mualim hat in seiner Taube deutlich erklärt, dass Ihr selbst den Brotkrumen nachgehen müsst. Ich gebe Euch keinen Hinweis auf den Aufenthaltsort von Talal. Die Drecksarbeit müsst Ihr ab sofort selbst erledigen.«
Malik schien es darauf angelegt zu haben, ihn mit jedem Wort zu demütigen und zu reizen. Doch Altaïr stand wie ein begossener Hund im Türsturz und blieb schweigsam. Ja, er hatte das Morgengebet verpasst. Ja, er hatte seine Pflicht dem Koran und Allah gegenüber vergessen. All das war ihm mehr als bewusst. Es gab auch keine Entschuldigung dafür. Deswegen begab sich Altaïr in die Küche, um vor seinem Aufbruch noch etwas zu Essen und einen oder zwei Becher Kaffee zu trinken. Maliks Beleidigungen auf nüchternen Magen waren etwas zu früh an diesem späten Morgen.
»Wartet, wartet«, hielt Malik den Assassinen auf in die hinteren Räume des Bücherladens zu gehen, »es hilft nicht, wenn Ihr wie ein Blinder durch die Stadt stolpert und dabei weitere Schande über den Orden bringt. Besser, wenn Ihr wüsstet, wo Ihr mit der Suche beginnen sollt.«
Altaïr drehte sich um und blickte den Rafiq an, als hätte er plötzlich seine Besinnung wiedergefunden. »Ich höre?«
»Südlich von hier, auf den Märkten entlang der Grenze der muslimischen und jüdischen Vierteln, im Norden bei der Moschee in diesem Viertel und im Osten vor der Sankt-Anna-Kirche in der Nähe des Löwentores. Es reicht um zu beginnen und ist mehr, als Ihr verdient habt.«
Malik tat eine verscheuchende Handbewegung, die Altaïr deutlich zu verstehen gab, dass er entlassen war. Nachdenklich begab er sich in die Küche, wo eine alte Frau voller Falten Holz nachlegte und Gemüse in einen Topf gab. Sie bereitete den Eintopf fürs Mittagessen vor. In einer kleinen Mokkakanne am Rande der Feuerstelle fand Altaïr den Kaffee vor und schenkte sich etwas ein.
»Es ist nicht leicht für Malik.« Sprach ihn die alte Frau an.
Altaïr hielt inne und blickte sie an. »Ich weiß. Aber ich weiß nicht, wie ich ihm zu verstehen geben kann, dass ich es aufrichtig bereue, Emira!« Redete er die alte Frau mit Namen an.
»Lass ihm Zeit, Altaïr. Auch er wird eines Tages die Trauer und den Zorn über Kadars Tod verlieren und erkennen, dass ihr noch immer Freunde seid.« Emira klopfte Altaïr auf den Oberarm und lächelte ein beinahe Zahnloses lächeln. Sie war bereits alt gewesen, als Altaïr seine ersten Novizenaufträge in Jerusalem erledigt hatte. Dankbar nickte er ihr zu und trank seinen Kaffee aus.
Er wollte seine Arbeit nicht weiter ruhen lassen und ließ die zweite Tasse Kaffee ausfallen. Emira reichte ihm ein Fladenbrot und Datteln in einem Beutel, sowie eine Handvoll Trockenfleisch. Dankbar stopfte er das späte Frühstück in seine Provianttasche an der Hüfte.
Bewaffnet mit Schwert, Kurzschwert und versteckter Klinge verließ er das Haus über einen Nebeneingang. Auf der Straße schlug ihm sofort der beißende, säuerliche Gestank nach Fäkalien entgegen. Stroh lag auf den Wegen und in etliche Pfützen wollte Altaïr nicht treten. Die Menschen liefen mit gesenktem Blick, wenige unterhielten sich. Jedem war eine bedrückte Stimmung anzumerken. Von den größeren Plätzen waren die Marktschreier zu hören, welche sich gegenseitig mit ihren Waren zu übertreffen versuchten. Hunde bellten, Hühner gackerten und irgendwo blökte ein Kamel. Inmitten dieser vielfältigen Geräuschkulisse musste Altaïr etwas über Talal erfahren. Was hatte ihm Malik für Orte genannt? Die Moschee im Norden, die Sankt-Anna-Kirche im Osten und der Basar im Süden. Altaïr folgte letzterem Ort, da er sich am nächsten zum Assassinen-Büro befand.
Langsam mischte er sich unter das Volk und ließ sich mit dem Strom zu den Märkten bringen. Es sah Malik ähnlich ihm winzige Bröckchen hinzuwerfen. An den Märkten gab es eine Menge Menschen. Wer von ihnen wusste über Talal bescheid und konnte ihm wertvolle Informationen liefern? Es musste sich dabei wahrscheinlich um Informanten des Rafiqs handeln, weswegen er die Augen nach den Mitgliedern des Ordens Ausschau hielt. Anstelle eines Spions entdeckte er zwei Männer, die sich am Rande der Straße, wo eine Gasse abging, stritten. Unauffällig setzte sich Altaïr auf eine Bank in ihrer Nähe und belauschte sie. Vielleicht sagten sie etwas nützliches.
»… wenn die Wachen nicht einschreiten, liegt es an uns etwas zu unternehmen.« Schlug einer der beiden vor. Worum ging es bei ihrem Gespräch? Altaïr wagte keine Vermutung.
»Was Ihr vorschlagt ist Wahnsinn!« Zischte der andere und erklärte somit sein Gegenüber für Verrückt.
»Aber notwendig!«, beharrte der Mann auf seinem Standpunkt, »Wie viele mehr müssen verschwinden, bis die Menschen sich erheben?!«
»Das geht uns nichts an!« Zischte der andere. Deutlich bemerkte Altaïr, dass dieser schwitze und kalte Füße hatte. Er hatte um die Konsequenzen Angst.
Der andere verschränkte seine Arme vor der Brust und wirkte verstimmt. »Noch nicht, aber wenn wir weiter unter Ihnen sind, schon bald.«
Jetzt war Altaïr endgültig verwirrt. Unauffällig beobachtete er sie aus den Augenwinkeln. Ihre Kleidung war alt, dreckig und nicht im besten Zustand. Der abgemagerte Körper der Männer war nicht zu leugnen. Offenbar handelte es sich hierbei um Bewohner der untersten Schicht von Jerusalem.
»Was schlagt Ihr vor?« Er blieb weiterhin skeptisch.
Sein Freund lächelte zufrieden. Er spielte seinen Trumpf aus. »Ich habe einen Mann beobachtet und über sein Geschäft gelernt. Ich habe alles auf dieser Karte verzeichnet. Er inspiziert sein Lager jeden Tag zur gleichen Stunde. Dann schlage ich zu.« Selbstzufrieden holte er ein Papier hervor und zeigte es seinem Freund. Dieser wirkte entsetzt und schüttelte den Kopf. »Ihr habt also einen Fetzen Pergament? Das rettet Euch nicht wenn Ihr entdeckt werdet. Es schützt nicht vor Schwertern oder Pfeilen.«
Der Mann ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. »Soweit wird es nicht kommen … egal. Aber das ist ein Risiko, dass ich eingehen muss. Wünscht mir Glück, mein Freund.«
»Bewahr, das werdet ihr brauchen.« Meinte der Mann. Sie umarmten sich zum Abschied,  dann wandte sich der Skeptiker zum gehen. Altaïr wollte sich ebenfalls abwenden, als er noch etwas aufschnappte: »Allah, Talal wird ihn schnappen, diesen Spinner!«
Etwas zu schnell drehte sich Altaïr um und sah den Mann mit der Karte zwischen den Menschen auf der Straße verschwinden. Leise wie eine Katze und genauso unauffällig schlängelte er sich durch die Menge und näherte sich dem Mann vorsichtig. In einem Moment seiner Unachtsamkeit knüpfte ihm Altaïr das Schriftstück ab und entfernte sich unauffällig vom Ort seines Diebeszuges. Dieser Mann hätte gegen Talal nie eine Chance gehabt.
In einer ruhigen Ecke warf er einen Blick auf die Karte. Schön war sie nicht, aber nützlich. In kindlicher Kritzelarbeit hatte der Mann den Grundriss eines Gebäudes gezeichnet und mit Kreuzen die Wachen eingetragen. Altaïr vermutete, dass der Mann weder Lesen noch Schreiben konnte und somit eine weitere Vermutung seines Standes verraten ließ.
Altaïr steckte das Pergament in seine Tasche und begab sich zum Basar.


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Nachdenklich wanderte Altaïr um das mächtige Steingebäude des Basars, als er aus einer Nische plötzlich ein Geräusch hörte: »Psst. Altaïr!«
Nicht viele kannten in dieser Stadt seinen Namen, weswegen er sich der Person näherte. Erst als er sich selbst im Schatten verbarg erkannte er einen der Spione. Dieser machte ein erleichtertes Gesicht. »Friede sei mit Euch, Altaïr. Wir leben in schlimmen Zeiten, nicht wahr?«, er gab dem Assassinen keine Zeit zu Antworten, sondern sprach schnell weiter, »Ich habe auf jeden Fall viele Probleme. Ich hatte den Auftrag einige merkwürdige Vorkommnisse im Nobelviertel zu untersuchen. Talals Männer haben mein Gesicht gesehen. Mein Status ist unsicher. Würdet Ihr sie für mich eliminieren? Im tausch für die Informationen die Ihr sucht?«
»Das werde ich tun, Samir. Wo befinden sich die Männer?« Gab er dem Mann seine Hilfe. Der Spion deutete in den Basar. »Dort drinnen. Ihr werdet sie leicht erkennen. Sie tragen Brustharnische und Waffen. Ihre Ärmel sind im Gegensatz zur Stadtwache schwarz-gelb.«
»Danke, Samir. Ich werde es für Euch erledigen.« Altaïr verließ die Schatten und mischte sich unter das Volk. Nichts war leichter als zwei bewaffnete Männer am helllichten Tage in einem belebten Basar vor den Augen der Stadtwache zu töten! – Altaïr stellte fest, dass sein Sarkasmus schon mal besser gewesen war.

Fortsetzung folgt …


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Die arabischen Worte:

wāhid = Eins (1)
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