Hannas Monster

von Mellyn
OneshotAngst / P12
Kaz Brekker/Rietveld
15.08.2019
15.08.2019
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Hanna hatte Angst. Das Monster war weg, doch die Angst blieb.
War der Junge wirklich ein Monster? Sie suchte nach der Lösung in dem, was er zu ihr gesagt hatte: „Die wirklich bösen Monster sehen nicht aus wie Monster.“ Er hatte nicht sehr böse ausgesehen, er war am Anfang so nett zu ihr gewesen, bis er diese ganzen schlimmen Dinge gesagt hatte. Aber die Krämer, mit denen ihr Vater manchmal zu Abend aß, waren auch nett zu ihr und danach hörte sie, wie ihr Vater über sie schimpfte und „elende, gierige Geizhälse“ nannte. Sie wusste nicht genau, was das bedeutete, aber es musste etwas Schlimmes sein, wenn es ihren Vater so sehr aufregte. Manchmal würde sie sie auch als Monster bezeichnen, weil sie ihrem Vater Böses wollten.
War der Junge wirklich ein Monster? Sobald sie sich diese Frage stellte, schrie alles in ihr „Ja, ja das ist er!“, aber sie hatte sich die Monster in den Schatten ihres Zimmers und unter ihrem Bett irgendwie anders vorgestellt. Irgendwie…größer und erschreckender. Aber was der Junge gesagt hatte, war schrecklicher und furchteinflößender, als alle Kreaturen ihrer Albträume zusammen. Und er hatte doch bewiesen, dass er die Kinder im Viertel kannte. Albert von nebenan, Gertrude aus der Ammberstraat. Die Hunde hatten nicht angeschlagen. Kannten sie ihn, weil er in ihrem Zimmer wohnte? War er überhaupt ein Mensch? Er hatte ausgesehen wie ein Geist, ganz blass, mit kantigem Gesicht und rabenschwarzen Haaren. Seine Stimme war so ruhig und freundlich gewesen, doch was er ihr und ihrer Familie angedroht hatte… Seine Worte verfolgten sie bis in ihr ehemals sicheres Zimmer. Nicht einmal die Hunde hatten sie vor diesem Gespenst beschützt.
Der Junge war wirklich ein Monster.
In der Dunkelheit ihres Zimmers lag Hanna Smeet und zitterte.
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