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Uℓterior

von Gori-san
DrabbleMystery, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Bruno
14.08.2019
14.08.2019
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Bruno/ Zacharias – Uℓterior

Jedes Mal, wenn du im Wald warst, konntest du ihn sehen.
Er saß immer am See und schien die Ruhe einfach nur zu genießen, er lehnte gegen einen Baum.
Es war immer der selbe alte Baum, dessen Äste und Blätter bereits verdorrt waren.  
Du hattest dir diesen Ort ebenfalls als Ruheort auserkorenen, denn immer, wenn es dir im Schloss zu stressig wurde, gingst du an den See.
Fast jede Nacht konntest du sein Ebenbild im Wasser sehen, es spiegelte sich wie der Mond darin.
Du sahst ihn immer nur aus der Ferne und dennoch hattest du das Gefühl ihm auf eine gewisse Weise nah zu sein, nur wusstest du nicht wie dieses Gefühl entstehen konnte.
An jenem Abend, nach einer anstrengenden Besprechung und den Plänen wie genau man Hel besiegen konnte, saßt du wieder allein am See und starrtest auf das ruhige, tiefblaue Wasser.
„Wenn doch diese Welt auch nur so friedlich wäre, wie dieser See.“, seufztest du leise.
„Ein See wirkt ruhig und friedlich, doch in den Tiefen kann man das Treiben der Fische nur schwer erkennen. Weit unten, tiefer noch als der Blick des Menschen geht, liegt eine chaotische unschöne Welt verborgen. Sie wird von der oberflächlichen Schönheit lediglich versteckt.“, antwortete dir eine angenehme dunkle Stimme.
„Das verborgene Chaos, kann durchaus die absolute Schönheit sein.“, entgegnetest du leise.
„Halten sie es wirklich für möglich, im Krieg noch Schönheit vorzufinden?“, stellte dir der Mann die Frage.
„Vielleicht ist es möglich, es scheint immerhin auch wie bei ihren Worten zu sein. Krieg währt ewig, Schönheit nur für einen gewissen Zeitraum, also warum kann der Krieg, der in diesem Land herrscht, nicht die Schönheit selbst sein?“, versuchtest du seine Worte gegen ihn zu verwenden.
Der Mann lachte heiser und rau auf.
„Ihr seid eine außergewöhnliche Person, zu glauben das sich im Krieg die Schönheit verbirgt.“, lachte er noch einmal rau auf, „Ihr seid verrückt, wenn ihr dies glaubt.“
„Vielleicht bin ich dies, doch seid nicht ihr derjenige, der das verborgene Chaos der Schönheit sucht? Ihr sehnt euch danach, nicht wahr?“, fragtest du und standst auf, sahst ihn an und lächeltest leicht.
Nur ein schnaufen war seine Antwort.
„Ihr seid verrückt.“, murrte er.
„Muss man dies nicht sein, in jenen Zeiten? Lasst euch doch von dieser verrückten Person einmal die wahren Schönheiten der Welt zeigen.“, entgegnetest du ihm.
„Ich bin in der Versuchung, doch muss ich in dieser Nacht noch ablehnen. Vielleicht ein andermal.“
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