The day when the hell froze over

von XXS
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Connor Stoll Katie Gardner Miranda Gardiner Travis Stoll
14.08.2019
15.08.2019
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Travis' Sicht

Für heute hatte ich mir etwas besonders Fieses ausgedacht.

Behutsam schloss ich die Badezimmertür der Hüttenältesten von Hütte 4. Katie schlief nebenan, würde aber bald aufstehen, um zum Frühstücken in den Speisepavillon zu gehen. Deshalb musste ich besonders schnell und leise sein.
Zielstrebig ging ich auf das Regal neben der Dusche zu und nahm mir von dort alle Handtücher, die ich finden konnte. Ich legte sie gründlich ausgebreitet vor mich auf den Boden. Dann kramte ich aus meiner Wundertasche eine Flasche Kettenöl aus und beschmierte damit sorgfältig die Handtücher. Zu meinem Glück waren sie dunkelgrün, so fiel das Öl nicht weiter auf.

Zufrieden stellte ich mir das kommende Szenario vor: Katie wird aufstehen und als erstes in die Dusche gehen. Anschließend wird sie sich mit meinen präparierten Handtüchern abtrocknen. Natürlich wird sie merken, dass etwas nicht stimmt, denn Kettenöl fängt früher oder später an, auf der Haut zu brennen. Dann wird sie erst ausrasten und anschließend versuchen, das Zeug am Waschbecken abzubekommen. Da wird sie dann aber eine kleine Überraschung erwarten.
Ich grinste das Grinsen, mit dem ich Karie so auf die Nerven ging, und machte mich ans Werk.
Als ersts öffnete ich den Seifenspender und ersetzte flux die Seife mit flüssigklebendem Flüssigkleber. Kurz überlegte ich, ob ich ihn auch in in ihre Zahnpastatube füllen sollte, entschied mich dann aber dagegen. Diesen Spaß würde ich mir für ein anderes mal aufheben.
Als nächstes nahm ich mir den Wasserhahn vor. Nachdem ich ihn um den Filter erleichtert hatte, zauberte ich aus den Tiefen meiner Taschen Klarsichtfolie hervor welche ich unter den Wasserhahn hielt, während ich den Filter wieder anschraubte. Die überstehende Folie riss ich behutsam ab.
Als ich zurück trat hörte ich einen schrillen Ton und versteifte mich unwillkürlich. Das war Katies Wecker, wie ich wusste. Dann wurde der nervtötende Ton von einem Scheppern abgelöst. Leise schlich ich zur Tür. Katie würde mir was husten, wenn sie mich hier fand.
Als durch das Schlüsselloch lugte, musste ich sofort grinsen. Katie lag mit der linken Körperhälfte auf dem Boden, während die rechte noch unter der Bettdecke weilte. Sie schien noch zu schlafen, also öffnete ich die Tür vorsichtig und schlich an ihr vorbei.
Mein Blick schweifte auf den Wecker an ihrer linken Hand auf dem Boden. Ich vermutete, dass er sie heute das letzte mal geweckt hatte, denn seine Einzelteile lagen gut sichtbar im Zimmer verteilt.
Ich schlich zum Fenster. Kurz hatte ich überlegt, ob ich durch den Schlafsaal abhauen sollte, entschied mich dann aber dagegen, weil ich nicht wusste, ob schon jemand wach war. Ich bekam einen unterdrückten Lachanfall, als ich daran dachte, dass die weckerzerstörende Katie Gardner, Hüttenälteste von Hütte 4, die die Pflicht hatte, ihre Geschwister zum Frühstück zu führen, als Letzte aufstand. Jedenfalls hielt ich es in diesem Moment für wahrscheinlich.

Als ich auf der Fensterbank saß, blickte ich noch einmal zurück. Sie war so schon ziemlich heiß. Aber im Schlaf war ihr Gesicht entspannt und gelöst; anders als wenn sie mich anfunkelte. Ich wollte unbedingt, dass sie mich mit diesem Gesichtsausdruck ansah, den sie jetzt hatte.
Dann drehte ich mich um, und riss dabei ungeschickt einen Blumentopf von der Fensterbank. Seine Einzelteile gesellten sich zu denen des Weckers.
Erschrocken sah ich zu Katie und beobachtete, wie sie ihr Gesicht verzog. Wie ich sie so friedlich daliegen sah, tat sie mir auf einmal sehr leid. Ihr Wecker und ein Blumentopf waren kaputt und ihr Badezimmer war eine einzige Falle. Doch mit einem Kopfschütteln wischte ich alle Bedenken weg, und widmete mich wieder meiner Flucht, denn fast zu spät erkannte ich, dass sie dabei war, aufzuwachen. Im letzten Moment sprang ich aus dem Fenster und rannte in die Campmitte. Das letzte was ich mitbekam, war ein langgezogenes "STOOOOOOOOLL!", als ich dabei war, mir ein Versteck zu suchen.


Hey!
Ich hoffe, euch hat das erste Kapitel gefallen! Schreibt mir gerne eure Meinung, Kritik und Ideen! Ich hoffe ihr seid auch morgen wieder dabei.
LG
XXS
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