Kleiner Dieb

von Larin323
GeschichteKrimi, Freundschaft / P16
Jimin Jungkook V
13.08.2019
13.08.2019
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Himmelblaue Augen waren auf das Asphalt vor ihm gerichtet. Seine weißen Schuhsohlen machten bei jedem Schritt ein dumpfes Geräusch, kleine Steinchen knisterten dabei hin und wieder. Die Straße, die er entlang lief, war außer ein paar parkenden Autos unbelebt. Der hörte nur die Stille. Stille. Kann man es überhaupt hören? Ist es ein Geräusch? Oder nur eine alberne Vorstellung der menschlichen Fantasie? Die Gedankengänge des Siebzehnjährigen wurden jäh von einer plötzlichen Kälte unterbrochen. Ein Regentropfen war auf seiner Stirn gelandet und lief ihm nun langsam seinem Nasenbein bis zu seiner Wange hinab. Mit einem kehligen Seufzen wusch er sich doe ungewollte Nässe mit seinem dunklen Pulloverarm aus dem Gesicht. Wo es einen Regentropfen gibt, gibt es auch mehrere. Der Teenager warf sich seine Kapuze über die hellblonden, wirren Haarsträhnen. Keine zwei Sekunden später war er in der Mitte eines stürmischen Schauerfalls. Immer wieder wurde ihm Wasser ins Gesicht geweht. Der starke Wind riss an seinen Klamotten, wie ein wildes Tier, das seine Beute zu Biden schleudern wollte. Die kühle Luft kroch unter seine Kleidung, wie eiskalte Finger, die einen unangenehmen Gänsehaut über die Haut schickte. Es kribbeln ließen, als würden winzige Zwerge mit ebenso winzigen Stahlschuhen über diese marschieren. Das ständige Aufprallen der Tropfen spielte eine Melodie, eine die nicht jeder Mensch zu verstehen mochte. Unberechenbar. Eine Art von Musik bei der man nke wusste welche Richtung es einschlagen würde. Wird es weniger? Mehr? Leiser? Lauter? Oder wird es gar ganz aufhören? Spezialisten versuchen es vorherzusagen, und doch verfehlen sie die richtige Lösung so oft.
Der Song wurde von immer näher kommenden Sirenen gestört. Augenblicklich schob er sich die schwarze Maske über die Nase und wie auf Stichwort hörte der Regen auf zu musizieren und der Wind unterbrach das Tanzen. Der Junge warf einen scharfen Blick auf den blauen Streifenwagen, welcher nun stumm in die Straße einbog. Er spürte die Blicke der Polizisten und hörte wie sie bremsend zum Stehen kamen. Vor ihm stiegen sie aus. Beide sahen noch sehr jung aus. Makenloses Gesicht, muskulöser Körper. Der Rechte hatte rabenschwarze Haare, der linek blaue, ein Blau, dass man normalerweise nur in den tiefen Gewässern der Ozeane findet. Bei beiden saß die Uniform beinahe perfekt. Die Dienstmarken in ihren Händen blitzten aufgrund der hervorkommenden Sonne, die inzwischen auch ihre Gesichter beschien. So, so. Der Rechte hieß also Jeon Jungkook und der Linke Kim Taehyung. Letzterer trat vorsichtig einen Schritt näher. ,,Entschuldigen sie, würde es ihnen etwas ausmachen sich auszuweisen?" Es war zwar mehr eine Aufforderung, als 'ne Frage, aber dennoch beantwortete der für die Polizisten Unbekannte mit einen schelmischen Grinsen hinter der Kopfbedeckung. ,,Ja."
Die Augen der Beamten wurden größer, als sie kapierten. Sie wollten noch nach dem Jungen schnappen, doch dieser war schon in eine Seitengasse gerannt. Adrenalin schoss ihm durch die Glieder. Sein Herz schlug schneller und mit dem Rennen fingen seine Beine schon kurze Zeit später an zu schmerzen, allerdings trieb ihn die Furcht davor vielleicht doch noch gefangen zu werden weiter. Seine Lungen brannten, alles Angespannte pochte schmerzhaft. War doch echt verflixt! Die eiligen Schritte hinter ihm haben noch nicht nachgelassen. Der 'Flüchtling' blickte zurück, um eine minimale Sicht auf seine beklemmende Situation zu erhaschen. Ach du...! Die Polizisten waren ihm dicht auf den Fersen, nur wenige Meter ebtfernten sie voneinander. Und sie kamen näher; holten ständig und rasch auf. Verdammt! Er wollte nicht geschnappt werden. Handschellen, pha! Igitt! Der Teenager konnte die Dinger nicht ausstehen! Auf einmal traf ihn eine Idee wie ein Geistesblitz. Ohne auf die Risiken seiner Handlung zu achten, bog er schnell in die rechtsliegende Seitenstraße ein. Mit der Zeit wurde es stickig unter dem dichten Stoff. Dann konzentrierte er sich auf den Weg vor sich. Und da erblickte er es! Zwischen zwei Häusern gab es eine Sackgasse, denn am Ende lag Wasser. Dort floss ein kleiner, tiefer Fluss Fluss unten entlang. Wer nicht gut schwimmen konnte, wäre aufgrund der Strömungen auf jeden Fall verloren. An der Kante angekommen schaute er herunter und musste schlucken. Ca. sieben Meter, das wird ein großer Sprung. Hey, er musste tu sich kommen! Der Teenie hat schon größere Hindernisse überwunden, also sollte er sich hier nicht in die Hose scheißen! Die Verfolger kamen schliternd zum Stehen. Zwar hätten sie ihn sofort ergreifen können, jedoch hielten sie drei Meter Sicherheitesabstand, ea sie verstanden haben, was ihr Gegenüber vermutlich vorhatte. Letzterer drehte sich lässig zu ihnen um. Die Hände locker in den Hosentaschen. ,,Kommen sie weg von dem Abgrund! Wir können es sicher besprechen und ihnen helfen!", versuchte dieser Jungkook auf den Jungen einzureden. Schließlich konnte der Polizist ja nicht zulassen, dass jemand sich vor ihm was antat. Das wäre mehr als nur unmoralisch. Dennoch musste sich der junge Beamter eingestehen, dass ihr Flüchtiger gerade am längeren Hebel saß. Er könnte sie ohne Probleme erpressen. Der Maskierter machte einen Schritt näher an die Kante. ,,Um Gottes Willen kommen sie dort weg!" brüllte sein Partner und wollte schon auf den Gefähredeten zulaufen. ,,Ich glaube nicht an Gott.", mit diesen Worten ließ sich der Jugendlicher nach hinten fallen. Er hörte die Bullen noch was schreien, da klatschte er bereits auf das Wasser. Ein Brennen zog sich von seinem Nacken über sein Rücken bis hin zu der Hüfte. Am Liebsten hätte der Blonde augekeucht, aber hätte er dies getan, wäre das Wasser sicher in sein Körper eingedrungen. Zum letzten Mal nahm er all seine verbliebene Kraft zusammen und schwamm zu dem Steg. Direkt neben dem Abgrund war nähmlich einer gebaut worden, es verlief an der Wand, worüber der linke Haus der Seitengasse stand. Er krallte sich an die eine Stabilitätsstange und zog sich unter's Gerüst. Schwer atmend kam er wieder an die Oberfläche und hechelte sich panisch Sauerstoff zu. Die Holzlatten des Stegs befanden sich nur ein paar Milimeter über seinen Haarschopf. Gedämpft konnte man hören wie die Beamten laut diskutierend abzischten. Keine Minute später hievte sich der Junge auf den Steg und lehnte sich erschöpft gegen die Mauer. Sein Atem ging unregelmäßig und stockend, dies stellte sich allerdings auch wieder ein. 1 : 0 für ihn. Seine vollen, weichen Lippen zogen sich zu einem triumphierenden Lächeln. ,,Ach hier bist du.", erklang eine Stimme. Sein Blick schweifte zu dem schlanken Mann, der cool an der Wand lehnte und auf ihn herabgrinste. In Sekundenschnelle scannte der Jüngere den anderen. Jung Joseok, 25 Jahre alt, Scharfschütze, Arzt und ein kompletter Anzugsfreak. Er arbeitete im Rotlicht-Millieu. Gefürchtet wegen den guten Schießtalenten und respektiert, weil er medizinische Versorgung kostenlos anbietete. Als der Ältere bemerkte, dass der Teenie klatschnass war, zog er sein Jacket aus und legte es dem anderen über die Schulter. ,,Du bringst dich echt immer in Schwierigkeiten, Jimin."
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