Ink

GeschichteAngst / P16 Slash
Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark Spider-Man / Peter Parker
13.08.2019
18.08.2019
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Hallo zusammen. :)
Nachdem ich die alten Spider-Man-Filme geschaut habe (ja, die WIRKLICH alten), ist mir irgendwie die Idee zu diesem Threeshot gekommen. Ist aber trotzdem mit dem Tom-Holland-Spidey. (Warum auch immer. Man sollte es nicht hinterfragen.)
Den Titel und die Kapitelnamen habe ich von dem Lied Ink (Coldplay).
Viel Spaß beim Lesen!
LG Pinkie


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Peter Parker war Spider-Man.
Und als Spider-Man war er dieser Typ, der Verbrecher mit seinen Netzen an Gebäude pflasterte, kleine Kinder aus brennenden Gebäuden holte und junge Frauen davor bewahrte vergewaltigt zu werden.
Die Betonung lag auf „als Spider-Man“, ganz klar.
Ansonsten war Peter Parker… nun ja, einfach Peter Parker, der Physik-Nerd, dessen beste Freundin gerne Bücher über Human Bondage las und dessen Kindergartenfreund mit ihm zusammen Legomodelle baute.
Genau das war Peter Parker.
Peter war ganz sicher nicht die Person, die jemals damit gerechnet hätte, in eine solche Situation zu kommen, vor der er andere – und fast ausschließlich Frauen – Menschen rettete.
Denn, verdammt, bis jetzt war Peter Parker tatsächlich von keiner Meute dunkler Typen verfolgt worden, die ihm an die Wäsche wollten.

Es fing alles damit an, dass May ihn spätabends nicht das Haus verlassen lassen wollte.
Es sei zu gefährlich, erklärte sie, und Peter habe um diese Uhrzeit nichts mehr draußen zu suchen.
Peter, wie jeder Teenager, dem etwas gegen den Strich ging, hörte natürlich nicht auf sie, schlich sich heimlich durch sein Fenster hinaus, wobei er fast einen streunenden Hund mit einem Backstein erschlug, der sich unter seinem Fuß gelöst hatte, und dachte natürlich kein bisschen daran, vielleicht seinen Anzug anzuziehen.
Warum auch, wenn er das ganze in normalen Alltagsklamotten erledigen konnte?
Er wollte einfach nur Tintenpatronen kaufen gehen, verdammt.
Denn leider war er beinahe einer der einzigen Schüler in seiner Klasse, die noch mit Füllern schrieben, woraus man wohl schließen konnte, dass morgen im Unterricht nicht viele in der Lage wären, ihm etwas zum Nachfüllen des Stifts zu leihen.

Da Peter aber dazu neigte, sich immer erst an Dinge zu erinnern, wenn es wirklich zu spät für so ziemlich alles war, stand er wenige Minuten später vor der verriegelten Tür des Ladens. Er rüttelte noch etwas am eiskalten Henkel der Tür, der ausgeschilderten Öffnungszeiten nach zu urteilen hatte das Geschäft aber schon seit über einer Stunde zu.
Es war 1:32 und Peter fiel das erste Mal auf, dass um diese Uhrzeit keine normalen Menschen mehr auf der Straße unterwegs waren.
Fröstelnd griff er nach den Seiten seiner Jacke und zog sie fester um seine Brust, doch die Kälte kam von innen.
Und es war keine Kälte.
Es war verdammte Angst, selbst, wenn er es sich in diesem Moment noch nicht eingestehen wollte.

Der Heimweg kam ihm länger vor als der Hinweg. Zudem fiel ihm noch eine Sache erst jetzt auf: Er lebte in einer Gegend, in der beim Bau der Straße definitiv mit Laternen gespart worden war.
Um ihn herum tanzten Schatten an den Wänden herum, doch er hatte Angst, sich umzudrehen.
Auch, als er die Stimmen der Männer das erste Mal hörte.
Er musste noch zwei Blocks von seiner und Mays Wohnung entfernt sein, als die ekelhafte Stimme, rau wie Sandpapier, die Stille, die ansonsten nur von Peters Schritten und seinem hastigen Atem durchbrochen wurde, durchschnitt. Sie sprach harsch und schnell, spanisch, was Peter leider nur allzu gut verstand.
Er wünschte, er würde es nicht.

Der Junge da.
Es mussten mindestens fünf Typen sein, den Schritten nach zu urteilen, und sie näherten sich ihm viel zu schnell, jedoch sehr geschmeidig, als wäre Peter ein Rehkitz und sie ein Rudel blutrünstiger Wölfe.
Peters Brustkorb schnürte sich zusammen und seine Hände zuckten.
Ihn? Wirklich?
Ja, wirklich? Peter glaubte nicht. Nicht, wenn er schneller zuhause war, als diese Typen ihn eingeholt hatten.
Er beschleunigte seine Schritte.
Keine gute Idee.
Sieh doch, er läuft sogar weg. Niedlich.
Und im nächsten Moment wusste er es, er fühlte diese seltsame Mischung aus Vorahnung und Wissen, die sich in seine Knochen bohrte – sie würden ihn einholen.
Spätestens in dieser Sekunde vergaß er endgültig, wie man atmete. Panik kroch in ihm hoch, vergiftete seine Adern und brachte seine Beine zum Krampfen.
Doch er wurde nur noch schneller.
Wäre ja noch schöner gewesen, wenn er einfach vor ihnen zusammengebrochen wäre, wie ein fragiles Mädchen.
In diesem Moment fiel ihm auf, dass er sich ja ziemlich genau in der Position eines Mädchens befand und pfiff auf sexistische Gedanken.
Peter würde draufgehen, so sein Kopf.
Wir haben ihn in zwei Minuten, wetten?
Er vergrub die Hände in seinen Hosentaschen.
Was sollte er tun?
Er hatte verdammt nochmal keine Ahnung. Klar zu denken war sowieso nicht mehr möglich.
Einfach nur weiter, weiter, weiter.
In der hintersten Ecke seiner Jeanstasche konnte er eine kleine Tintenpatrone ertasten. Welch Ironie.
Trotzdem umschloss er sie automatisch mit seiner Faust. Sie fühlte sich warm in seiner Hand an. Fast, als wollte sie ihm sagen, dass alles gut werden würde. Aber egal was passieren würde, Peter war noch nicht soweit, dass er mit Tintenpatronen sprach.
Er gibt auf.
Nein, er wurde nur langsamer, weil er sich vornahm, diese Typen, wie viele auch immer sie sein mochten, ordentlich zu verprügeln, statt sich von ihnen in eine Gasse zerren zu lassen.
Eine seiner weniger klugen Entscheidungen. Manchmal hasste er seinen Kopf in Stresssituationen.
Wäre er nur weitergelaufen.
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