Party Crasher

GeschichteRomanze, Familie / P16 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
13.08.2019
13.08.2019
1
2039
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Hallo und ein herzliches "Willkommen!" zu meiner allerersten Fanfic im Shadowhunters-Fandom. Wie es sich für einen langjährigen Malec-Shipper gehört, sind die beiden Süßen natürlich die Hauptpersonen dieser Geschichte (auch wenn Magnus seinen großen Auftritt erst im nächsten Kapitel hat), aber auch die anderen Lightwood-Geschwister und ein kleines Heer an Unterweltlern wird eine mehr oder weniger wichtige Rolle spielen.
Da es sich hierbei um ein "alternatives, erstes Treffen von Malec"-AU handelt, das aus einer Vorgabe von Mufertlings Geschichten-Bingo entstand, wird kein Serien- oder Buchwissen vorausgesetzt und auch die Spoilergefahr schätze ich eher gering ein.
Warnen will ich jedoch vor (serientypischer) Homophobie und fantastischem Rassismus. Don't be like the Clave, people!





Party Crasher
this party is off to a slow start


An Neujahr schaust du aus dem Fenster, als plötzlich eine Limousine vor eurem Haus hält.


Vorsichtig spähte Alec um die Ecke des Flurs, der zu den Wohnräumen des Instituts führte. Ein schneller Blick nach rechts, nach links und anschließend über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass Jace ihm noch immer brav folgte, bevor er einen Schritt aus seiner Deckung heraus wagte. Jace hinter ihm grummelte unverständlich in seinen nicht vorhandenen Bart.
„Ich weiß gar nicht, was das alles hier überhaupt soll. Wenn man dich so ansieht, könnte man glatt meinen, wir wären auf der Jagd nach einem Dämonenfürst oder einer ähnlich gefährlichen Mission.“ Alec hielt in der Bewegung inne und blinzelte überrascht. Sein Parabatai hatte nicht Unrecht – er mochte nicht in geduckter Haltung und mit dem Rücken zur Wand langsam voran pirschen, aber wirklich viel fehlte dazu auch nicht mehr. Er schnaubte abfällig.
„Genau genommen sind wir auf einer Mission. Einer Mission die lautet, dich unbemerkt in dein Zimmer zu verfrachten, damit du dich fertig machen kannst und Mom nicht spitz kriegt, was du die Nacht über getrieben hast, anstatt dich auf das Essen mit den Gesandten aus Idris vorzubereiten.“
„Chill, Alec.“ Alec drehte sich nicht zu ihm um, aber er konnte praktisch spüren, wie Jace die Augen verdrehte. „Ich war doch bloß ein wenig feiern, gestern war schließlich Sylvester und wir sind immerhin in New York!“
„Ich habe absolut kein Problem damit, wie du deine Nächte verbringst“, die Worte kamen einer glatten Lüge gleich, aber Alec hatte schon vor langer Zeit aufgegeben, seine Geschwister in jeder ihrer Freizeitaktivitäten zügeln zu wollen, „aber ich erwarte von dir, dass du wenigstens so viel Vernunft beisammen hast, bis zum Morgengrauen wieder in deinem Zimmer zu sein, wenn du die Nacht schon in einem Mundi- oder Unterweltler-Club durchgemacht hast. Wie glaubst du habe ich mich gefühlt, als ich heute Morgen nach dir sehen ging und dein Bett unberührt vorfand, von dir weit und breit keine Spur? Ich wäre von mir aus niemals in der Krypta nachsehen gegangen, wenn Church mich nicht zu dir geführt hätte.“
„Ugh, hör mir von diesem Dämon auf. Du hättest das Mistvieh wenigstens daran hindern können, dass es mich kratzt – war kein schöner Weckruf.“
„Geschieht dir nur recht, wenn du ihn so nennst. Ich wäre an seiner Stelle noch viel erfinderischer damit gewesen, wo er dich gekratzt hat. Außerdem ist Church kein Dämon, sondern ein unglaublich verschmuster Kater. Dich kann er bloß nicht leiden, was nicht wirklich verwunderlich ist, so wie du über ihn redest und dich ihm gegenüber verhältst.“
„Er kann niemanden außer dir leiden. Nicht einmal Izzy, und die versucht ihn ständig mit Fischresten zu bestechen.“ Alec hob abwartend eine Augenbraue. Bei Jace schien der Groschen jedoch nicht zu fallen. „Was?“
„Warst du es nicht, der mir gerade erst gestern erklärt hat, Izzys Essen gleiche mehr einem Giftanschlag als tatsächlicher Nahrung? Ich glaube, da hast du die eine Sache gefunden, in der du und Church einer Meinung seid.“
„Huh.“ Jace zog nachdenklich die Nase kraus. „Vielleicht hast du sogar recht.“
„Natürlich habe ich recht. Church hat bloß einen guten Geschmack, was Lightwoods angeht – Max mag er nämlich auch.“
„Das ist kein Ausschlusskriterium, jeder mag Max. Vermutlich würde ihn sogar ein Höllenfürst mögen, wenn ihn jemals einer kennen lernen würde.“ Jace streckte ihm die Zunge heraus und Alec musste sich ein Augenrollen verkneifen. Der Blonde konnte manchmal so kindisch sein.
Beim Gedanken an Max zog sich jedoch etwas in ihm schmerzhaft zusammen. Eigentlich hätte der Jüngste der Lightwoods bei ihnen sein sollen und zusammen mit Alec Jace mit seinem offensichtlichen Kater aufziehen müssen. Vermutlich wären Izzy und Jace nicht einmal feiern gegangen, wenn alles so gelaufen wäre, wie ursprünglich geplant. Immerhin war es selten genug, dass Max sie im New Yorker Institut besuchen kam – obwohl ihre Eltern darauf bauten, dass Alec auf Isabelle und Jace aufpasste, so reichte dieses Vertrauen jedoch offenbar nicht weit genug, wenn es um ihren jüngsten Sohn ging. Max verließ Idris nur in Begleitung von Maryse und Robert Lightwood (was überraschend selten der Fall war wenn man bedachte, dass die beiden zumindest auf dem Papier die Leiter des New Yorker Instituts waren), fast als könnte es ihn verderben, wenn er mit seinen älteren Geschwistern alleine wäre. Es war auch bereits vereinbart, dass er seine praktische Ausbildung in Mumbai erhalten würde,  anstatt wie üblich bei ihnen in New York. Ihre Mutter hatte als Grund genannt, niemand solle sie der Bevorzugung bezichtigen können, aber sowohl Izzy als auch Jace hatten diese Ausrede lauthals zu absolutem Bullshit erklärt und Alec musste ihnen im Stillen recht geben. Zum Neujahrstreffen mit wichtigen Mitgliedern des Rats waren jedoch natürlich auch ihre Eltern vor Ort und eigentlich hätte somit auch Max‘ Anwesenheit nichts im Wege gestanden – wäre da nicht der verpatzte Runen-Test gewesen. Maryse hatte kurzerhand beschlossen, dass es wichtiger für Max war zu lernen, als das alte Jahr zusammen mit seinen Geschwistern ausklingen zu lassen, und so hatte er unter Aufsicht eines Tutors zurückbleiben müssen. Alec war sich nicht sicher, wer von ihnen dreien die Nachricht am Schwersten getroffen hatte, aber er war sich sicher, dass es seinen Teil dazu beigetragen hatte, warum sowohl Jace als auch Isabelle besonders heftig über die Stränge geschlagen hatten.
Bevor Alec jedoch zu einer passenden Erwiderung ansetzen konnte, unterbrach eine trockene Stimme sie: „Kann mir vielleicht einer von euch erklären, was hier los ist?“
Beinahe panisch fuhr Alec auf dem Absatz herum und sah sich Auge um Auge seiner Mutter Maryse gegenüber. Abgelenkt wie er war hatte er fast vergessen, dass sie ja eigentlich versuchten, unbemerkt zu Jaces Zimmer zu gelangen. Jace versuchte indes, ertappt hinter Alec in Deckung zu gehen, so als würde Maryse ihn hinter seiner größeren Statur nicht entdecken. Sie warf ihm jedoch nur einen vernichtenden Blick zu.
„Und am besten fangt ihr damit an, was zum Teufel Jace da an hat. Beim Engel, du siehst aus wie einer dieser Stricher der Mondänen!“
Nun, das war definitiv eine Frage, die Jace selbst beantworten konnte. Während dieser ein wenig fassungslos mit den Worten rang (immerhin war er für gewöhnlich Maryses goldener Junge und Isabelle war es, die sich diese Art von Kommentaren anhören musste – beziehungsweise Alec, wie er seine Schwester denn so rumlaufen lassen konnte), warf er einen Blick zu Izzy, die hinter ihrer Mutter aufgetaucht war. „Sorry, Bruderherz“, formte sie stumm mit den Lippen und zuckte entschuldigend mit den Schultern. Immerhin hatte ihr Makeup einen Großteil des Glitzers verloren und ihre Kleidung war auch nicht mehr ganz so aufreizend, wie als er sie das letzte Mal gesehen hatte.
„Spar dir deine Ausreden, ich kann es mir schon denken“, sagte Maryse gerade, als Alec seine Aufmerksamkeit wieder auf sie richtete. Sie hatte die Hände verärgert in die Hüften gestemmt, ihre Stimme klang jedoch beinahe resigniert, leicht belustigt und enttäuscht zugleich und beschrieb Alecs Einschätzung nach den Gemütszustand seiner Mutter praktisch perfekt. Resigniert weil man von Jace und Isabelle nichts anderes erwarten konnte, belustigt über ihre Eskapaden und enttäuscht von Alec, dass er seine Geschwister nicht besser im Griff hatte. Izzy regte sich jedes Mal fürchterlich darüber auf, dass man ihre Fehltritte doch nicht ihm anhängen könne, immerhin waren sie und Jace offensichtlich ihre eigenen Personen, aber Alec wusste es besser: Er war der Älteste, der zukünftige Leiter des New Yorker Instituts, natürlich war er für ihre Taten verantwortlich. Wenn er schon seine Geschwister nicht unter Kontrolle hatte, wie sollte er dann den Befehl über die gesamten New Yorker Schattenjäger stemmen können, ohne unter dem Gewicht nachzugeben? „Seid einfach in einer halben Stunde ordentlich her gemacht und steht im Speisesaal bereit, unsere Gäste zu begrüßen. Vielleicht denke ich darüber nach, über eure Missachtung meiner Befehle hinwegzusehen, wenn ihr euch beim Brunch benehmt.“ Ohne ihnen eines weiteren Blickes zu würdigen, verschwand sie mit dem Klappern ihrer vernünftigen Absätze den Gang hinunter zum Speisesaal.
„Was meint ihr, ob sie es wohl begrüßen würde, wenn ich mich so ordentlich her mache wie für Meliorn gestern Abend?“, sinnierte Izzy scheinheilig. Jace brach in schallendes Gelächter aus.
„Verscherze es dir nicht sofort, Iz. Wir sitzen diesmal alle im selben Boot, ich kann euch also nicht da heraushauen, vergiss das nicht“, gab Alec trocken zu bedenken.


Keine zehn Minuten später kam Alec bereits lustlos in die Eingangshalle geschlurft, von der der Speisesaal abging, der nur zu besonderen Anlässen und offiziellen Angelegenheiten genutzt wurde. Er hatte das Unausweichliche so lange es ihm möglich war hinausgezögert, aber noch länger konnte er sich nicht in seinem Zimmer verschanzen und so tun, als debattiere er ernsthaft darüber, welches einfarbige, schwarze Shirt er zu den dunklen Jeans tragen wollte. Mental würde er wohl nie dazu bereit sein, der Delegation aus gegenüber zu treten – aber das war auch kein Wunder wenn man bedachte, dass ihre Gäste wohl alle geschlossen dafür plädieren würden, ihm seine Runen zu nehmen und ihn zu verstoßen, wenn sie sein dunkelstes Geheimnis erfahren würden. Er glaubte jedoch kaum, dass seine Mutter das als Grund für seine Abwesenheit akzeptieren würde. Stattdessen würde sie vermutlich den Antrag stellen, ihm eigenhändig  seine Runen zu nehmen.
Mehr aus Verzweiflung heraus noch ein wenig Zeit schinden zu können, in der Hoffnung, dass sein Parabatai oder seine Schwester ebenfalls bereits fertig war und er somit den Speisesaal nicht alleine betreten musste, warf er einen kurzen Blick aus einem der großen Buntglasfenster neben dem Eingangstor – und stutzte.
Eine tiefschwarze Limousine war im Begriff vorzufahren.
Ungewöhnlich wenn man bedachte, dass das Institut für Mondäne ohne das zweite Gesicht aussah wie eine baufällige Kirchenruine und die erwarteten Gäste aus Idris durch ein Portal anreisen würden.
Noch ungewöhnlicher waren jedoch die Personen, die einer nach dem anderen aus der Limousine heraus purzelten. Alec zählte zwölf an der Zahl (von denen eine leuchtendblaue Haut besaß, ein anderer spitze Hörner aus dem Hinterkopf ragen hatte und mindestens einer die spitzen Ohren des lichten Volkes aufwies), die trotz der Größe des Wagens unter normalen Umständen niemals alle darin Platz gefunden hätten, bevor er den Blick abwenden musste und unsicher einen Schritt in Richtung des Speisesaals trat, aus dem er reges Treiben vernehmen konnte.
„Mom?“ Alecs Stimme klang brüchig, aber er räusperte sich und versuchte es ein zweites Mal, diesmal ein wenig lauter: „Mom? Warum steht da draußen vor unserer Tür eine Limousine voller Unterweltler?“
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