Das Schwarze Loch in meinem Herzen

GeschichteHumor, Romanze / P16
Laxus Dreyar Lisanna Strauss Makarov Dreyar Mirajane Strauss
13.08.2019
03.12.2019
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Löwenstolz

Fünf Tage. Laxus war beeindruckt. Nie im Leben hätte er damit gerechnet, dass Mirajane dichthielt. Und das nicht nur für ein paar Stunden, sondern tagelang. Ehrlich gesagt, er hatte es genossen, ein Geheimnis mit Mira zu haben. Es gab ihm das Gefühl, dass sie noch inniger verbunden waren, als eh schon. Doch ihm war es egal. Von ihm aus könnte sie sich langsam als Mirajane Dreyar vorstellen. Tief in ihm rumorte der Drache, welcher seinen Besitz markiert haben wollte. Wie es aussah, musste man Dinge, die man unbedingt wollte, also wirklich selber in die Hand nehmen.
Später. Jetzt hieß es erst mal Date-time. Mit langen Schritten lief der Dragon Slayer auf die zierliche Bardame zu, nahm sie bei der Hand und zog sie mit sich aus der Gilde heraus.
„Laxus!“ Obwohl Mirajane sich mitziehen ließ, schien sie nicht begeistert. „Laxus, was soll das?“
Als Antwort bekam die Weißhaarige nur ein schiefes Grinsen, bevor der Dragon Slayer noch einmal schneller wurde.
Erst mitten im Wald in der Nähe von ihrem Haus wurde der Dragon Slayer endlich langsamer und ließ schlussendlich auch ihre Hand los.
Genervt strich Mirajane sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Was soll das?“
Mit einem dämonischen Grinsen sprintete Laxus auf sie zu, riss sie hoch und schmiss sie sich über die Schulter. Einen wahren Urschrei ausstoßend sprintete er die letzten Meter bis zu seinem Ziel. Mirajane, welche als Ausblick nur den Allerwertesten ihres Mannes hatte schrie auf. Und schon verschlug ihr die Kälte den Atem.
Laxus hatte sie in den See geworfen. Doch damit nicht genug, er war selber mit hineingesprungen.
Prustend und nach Atem ringend tauchte die Dämonin auf, nur um in das Spitzbübische Gesicht von Laxus zu sehen.
„Ich glaub ein Schwein pfeift.“ Ohne sich abzusprechen fingen beide Magier an zu lachen. Klar, so absurd wie die Situation auch war, ein Blick in Laxus Augen und fast alles war auf Anhieb vergeben.
„Du bist ein Idiot.“ Sanft legte Mirajane dem Magier die Arme um den Hals. „Aber du bist mein verdammter Trottel.“
Wie der kleine Junge, der Laxus in seinem Herzen war, stahl er sich einen Kuss.
„Du wusstest worauf du dich einlässt Zuckerpuppe.“
„Dümmste Entscheidung meines Lebens, Donnerjunge.“ Doch das Lächeln auf ihrem Gesicht strafte sie Lügen.

„Ich weiß nicht, was ich machen würde, wenn ich ohne dich leben müsste, Donnerjunge.“
„Du würdest schlafen, aufstehen, frühstücken, arbeiten, alles wie gewohnt. Denn das Schlimmste für mich wäre zu wissen, dass du wegen mir leidest.“ Mirajane schaffte es nicht dem Blitzmagier ins Gesicht zu schauen, anstelle davon rieb sie kleine Kreise in seinen Unterarm. „Versprich mir, dass du mich vergisst, wenn mir etwas zustößt. Du musst es mir versprechen.“
„Das kann ich nicht.“ Tränen traten der Weißhaarigen in die Augen und selbst, ohne zu schauen, wusste Laxus, dass sie kurz vor einem tränenreichen Zusammenbruch stand.
„Dann versprich mir, dein Leben zu leben. In einer Weise, dass du am Ende sagen kannst, dass du nichts bereust.“
Leise schluchzte die Magierin auf. „Versprochen“, murmelte sie ihren nicht vorhanden Bart. „Wenn du mir das Gleiche versprichst.“
„Sollte dir jemals etwas passieren, werde ich trotzdem weiterleben und eines Tages wieder glücklich sein.“
Doch egal, wie sehr die beiden versuchten, in Worte zu fassen, dass sie ohne den anderen nicht aufgeben würden. So wussten beide über die Lügen, die in jenem Augenblick ihre Münder verließen und ebenso über die Lügen des anderen. Einbildung war manchmal wirklich die einzige Art, schlimme Dinge zu verdrängen.

Für alles kam seine Zeit. Und zurück in der Gilde musste Laxus einmal einen gewissen Pinkhaarigen Dragon Slayer zur Schnecke machen. Irgendwie musste die ganze angestaute Wut ja abgebaut werden.
„Natsu“, donnerte er auch schon prompt durch die Gilde. Seinen Blick durch die Halle wandernd lassend bemerkte er, wie Lucy sich ganz klein machte und Richtung Tür verschwand. Ihm sollte es egal sein, Mädchen klein zu machen mochte er sowieso nicht. Außerdem würde der Dämon ihm sonst die Leviten lesen und das war etwas, was er gerne umging.
Doch wie es aussah, schien Natsu nicht einmal anwesend zu sein. Insgesamt war die Gilde ziemlich leer.
„Laxus“, rief ihm da auch schon sein Lieblingsdämon zu. Doch etwas an ihr war anders.
„Mhh“, grummelte er ihr also nur entgegen.
„Natsu ist auf einem Soloauftrag, er hat nur Happy mitgenommen.“ Überrascht zog der Master eine Augenbraue hoch. „Ja ich weiß, aber bald fangen wieder die S-Klasse Prüfungen an, also versuchen alle dich noch einmal zu beeindrucken.“
Ein Grinsen stahl sich auf Laxus Gesicht. Sie wollten dem Master gefallen, das gefiel ihm. Besonders da das bedeuten würde, dass Fairy Tails Ruf mal wieder verbessert wurde. Ehrlich gesagt, im ganzen Königreich war bekannt, dass Fairy Tail jeden Auftrag erledigen konnte, solange Geld keine Frage war. Denn Zerstörung ging hier Hand in Hand mit der Hilfe.
Und ehrlich gesagt, die Gildenkasse, welche prozentual an jedem Auftrag verbessert wurde sah ziemlich Mau aus. Der Krieg hatte ein Loch in das Budget gefressen und in dem folgendem Jahr hatten viele Magier ihre Belohnungen ausgeschlagen, da die Menschen des Königreiches sich es nicht hatten leisten können. Klar sie hatten Gilden angeworben, auch die Möglichkeit sie zu bezahlen, doch standen viele dann an der Grenze, dass sie kein Essen mehr auf den Tisch bekommen würden.
Erst in den letzten sechs Monaten hatte sich die Ausgangslage entspannt, Fiore hatte sich gefangen wie es schien.
Erst Mirajanes Husten lenkte seine Aufmerksamkeit wieder zurück auf seine Frau und jetzt bemerkte er auch, was ihm vorher so faul vorgekommen war. Mirajane glühte förmlich, ihre Haut war schneeweiß und mit feinen Schweißperlen bedeckt. Besorgnis breitete sich in dem Bauch des Dragon Slayers aus.
„Mira?“ Sie reagierte nicht. „Mira?“
Er wurde lauter, doch es war als hätte sich ein Schleier über Mirajanes Augen gelegt. Beklommenheit schien den Blondhaarigen zu überkommen und sein Herz rutschte ihm in die Hose, als die Magierin einfach in sich zusammenklappte.
Automatisch sprang er vor und fing sie auf, doch die Schönheit war nicht mehr ansprechbar. Nur ihr Atem ging rasselnd und viel zu schnell. In ihrer Brust konnte Laxus ihr Herz rasen hören, so schnell, wie die Flügel eines Kolibris.
Ohne lange zu überlegen hob Laxus das Model hoch und schritt eilig aus der Gilde. Kopflos rannte er schon fast bis zu Porlyusica. Die Sorge schien ihn durchdrehen zu lassen. Panik überkam ihn und es war als legte sich eine Faust um sein Herz und drückte immer weiter zu.
Porlyusica stand vor ihrem Haus, doch sobald sie den Ausdruck auf Laxus Gesicht sah, winkte sie ihn einfach nur herein und machte sich auch sofort an Mirajane zu schaffen.
Die Hand, mit der Porlyusica über den Körper der Take-Over-Magierin glitt glühte bläulich, doch nichts passierte. Die Stirn der Hexe legte sich in Falten und ihr sauertöpfischer Ausdruck fügte Laxus innerlich Schmerzen zu. So wie es aussah war es ernst. Mehr als nur ein bisschen ernst.
„Was ist los?“ Hielt Laxus es schließlich nicht mehr aus.
„Sie kämpft gegen sich selber.“
„Was meinst du damit?“
Die Heilerin setzte sich an einen Tisch. „Alles was ich tun kann, ist sie für eine gewisse Zeit am Leben zu halten. Die Arbeit muss sie selber machen.“ Laxus schwieg.
„Ihre Menschliche Seite und ihre Dämonen stehen im Krieg. Und ich weiß nicht, wer den Krieg gewinnen wird.“ Der Blitzmagier vergrub sein Gesicht in seinen Händen und musste sich selber dazu überwinden wieder aufzusehen.
„Was ist, wenn ihre Dämonen gewinnen?“ Die blanke Angst spiegelte sich in seinen Augen.
„Dann wird sie sterben.“

Die Tür schwang mit einem lauten Krachen gegen die Wand und Mirajanes Geschwister stürmten den Raum. Was sie vorfanden, schien einer ihrer schlimmsten Albträume zu sein. Mirajane bewegungslos auf der Pritsche. Laxus neben ihr, eine Hand in ihrem Haar, die andere hielt die ihre fest umklammert. Von Porlyusica war weit uns breit nichts zu sehen, nur die beiden Magier und wie es schien eine tiefschwarze Wolke über ihnen.
Sowohl Elfman als auch Lisanna hatten besonders geschärfte Sinne, wodurch ihnen sofort der unregelmäßige Atem und der viel zu schnelle Herzschlag ihrer Schwester auffiel.
„Was ist hier los?“ Donnerte Elfman auch sogleich, doch Laxus sah nicht einmal auf, sein Blick fest auf seine Frau gerichtet. „Laxus, sag mir sofort was hier los ist.“
„Sie kämpft.“ Der Dragon Slayer sprach leise, aber beide Strauß Geschwister schienen ihn zu hören. „Und wenn sie den Kampf nicht bald gewinnt, versagt ihr Herz.“
Lisanna schrie spitz auf und ließ sich auf ihre Knie sinken. Es war als hätte sie jemand in den Magen geboxt und ihr die Fähigkeit zu atmen genommen. Auch Elfman setzte sich auf den Boden, beide starrten zu ihrer Schwester, welche blass und schweißgebadet auf dem Tisch lag.
„Wie lange“, sprach Lisanna schließlich.
„Das weiß sie nicht.“ Schweigen breitete sich aus. Der Schock saß ihnen allen in den Knochen. Keiner von den dreien schien glauben zu können, was hier vor sich ging. Mirajane war stark gewesen, immer und ohne Zweifel. Sie hatte alle um sich beschützt wie eine Löwin ihre Jungen. Mirajane hatte ihre Zähne gebleckt und nie widerstandslos aufgegeben und doch lag sie nun hier. Mit sich selbst im Krieg liegend, einem Krieg dessen Ausgang ungewiss war. „Aber lange hat sie nicht.“
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