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Rainy Days

von Camaria
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Charakter) Protagonist
12.08.2019
23.10.2019
2
18.973
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12.08.2019 10.718
 
Die ist meine erste Geschichte in diesem Bereich
Vor ab, ich habe das Spiel nie gespielt, da ich keine Möglichkeit dazu habe. Aber ich habe hin und wieder bei meinem Bruder zugesehen und mich im Internet etwas schlau gemacht.
Also falls etwas nicht zum Spiel etc passt, sorry!
Viel Spaß beim Lesen!
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Ziemlich frustriert saß ich am Bahnhof und starrte in den Regen. Der Abend heute war wieder länger geworden als geplant und somit hatte ich ganz knapp meinen S-Bahn zurück nach Hause verpasst. Zu allem Übel hatte es auf dem Weg zum Bahnsteig auch noch angefangen wie aus Eimern zu schütten und nun saß ich vollkommen durchnässt, zitternd und alleine auf einer Bank und wartete auf die nächste S-Bahn, die in zehn Minuten kommen sollte. Ich strich mir ein paar Strähnen aus dem Gesicht, welche an diesem klebten und holte aus Gewohnheit mein Handy heraus. Doch ich hielt in der Bewegung inne, als mir einfiel, dass der Akku ja leer war und ich niemanden über meine ungemütliche Lage berichten konnte. Na toll. Seufzend ließ ich mein Handy wieder in meiner Jackentasche verschwinden und drückte sie zusammen, da die Knöpfe in den letzten Tagen abgefallen waren und ich noch nicht dazu gekommen war, sie wieder dran zu nähen. Also war meine Bluse darunter auch ziemlich durchnässt. Ein Glück, dass die Bluse wenigstens einen hohen Kragen hatte, so war mein Hals wenigstens etwas vor dem Wetter geschützt. Nur leider trug ich eben auch nur einen Rock und Overknee-Strümpfe, die sich bereits mit Wasser vollgesogen hatten. Ich würde auf jeden Fall eine Erkältung bekommen, wenn ich nicht langsam aus diesen nassen und klebenden Klamotten kam. Murrend drückte ich meine Tasche enger an mich, um irgendwie Wärme zu speichern und nicht noch zu erfrieren. Auch wenn ich langsam echt müde wurde und überlegte, ob ich wirklich von hier aufstehen wollte, wenn die S-Bahn einfuhr. Ich hatte aber noch ein paar Minuten Zeit zum Überlegen, bevor ich mich dann entscheiden musste. Also legte ich meinen Kopf auf meine Tasche ab und hoffte darauf, dass das alles nur ein böser Traum war und ich gleich in meinem warmen, kuscheligen Bett aufwachte. Das wäre nun wirklich schön. Oder ein heißes Bad mit einer schönen Tasse heißen Schokolade mit kleinen Marshmallows und kleinen Schokostückchen. So wie Akira ihn immer in diesem kleinen Café verkaufte und ihn mir servierte. Ach ja…Akira. Einer meiner engsten Freunde und der Typ, für den ich seit ein paar Wochen mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegte. Dabei hatte es damals so einfach angefangen. So unbefangen war es damals, als Sonnny und ich von Iwatodei hierhergezogen waren und uns den Phantom Thieves angeschlossen hatten. Wir hatten relativ schnell Anschluss in der bereits eng zusammen geschweißten Gruppe gefunden und uns mit den meisten Leute direkt angefreundet. Wie zum Beispiel mit Yusuke oder eben auch Akira. Akira Kursuo. Dem Leader der Gruppe. Und während ich am Tag mit ihnen zur Schule gegangen war oder dann später im Café herumhing, bekämpften wir nachts Schatten und retteten die Herzen dieser Stadt, was die Polizei natürlich nicht verstand und es als kleine Revolution der Jugend auffasste. Trotzdem nahmen sie uns so weit ernst, dass sie uns auf jeden Fall verhaften wollten. Irgendwo war das doch schon schmeichelnd für eine einfache 17-Jährige. Aber ich schweifte ab. In der ganzen Zeit, in der ich nun hier war und mit den Phantom Thieves meine Zeit verbrachte, hatte Akira es mir eben angetan. Er war einerseits sehr freundlich, höflich und hatte wirklich beachtliche Benehmen. Dazu kam sein Sinn für Humor und seine herzliche Ehrlichkeit. Aber gleichzeitig war er auch ein ziemlich verrückter Kopf und manchmal sogar etwas lebensmüde. Zumindest schien es mir so, wenn er als Joker seiner Arbeit nach ging. Und neben dieser charakterlichen Verdrehtheit, sah er auch noch unglaublich gut aus. Er hatte schwarzes, volles Haar, durch das ich immer gerne fahren wollte und glänzende, schwarze Augen. Nicht dunkelbraun, sondern schwarz. Pechschwarz. Und auch wenn man meinen könnte, dass es ihn irgendwie gruselig erscheinen ließ, so hatte er ein so niedliches Gesicht, das durch seine große Brille viel zu viel verdeckt wurde, aber gleichzeitig sorgte sie dafür, dass sein Gesicht noch viel charmanter aussah. Auch wenn er diese Brille eigentlich gar nicht brauchte und sie auch keine Gläser mit Stärken hatte. Aber es war eine Eigenart, die ich wirklich sehr gerne an ihm hatte. So konnte auch niemand auch nur vermuten, was er hinter dieser unschuldigen Miene versteckte. Denn sein Alter Ego Joker war so aufregend und ungestüm, dass mich das manchmal während den Kämpfen mit den Schatten ablenkte. Zum Glück war noch nichts Schlimmes passiert. Und die meisten von den Phantom Thieves hatten es noch nicht wirklich bemerkt. Bis auf meine beste Freundin Sonnny. Aber ihr hatte ich auch als Einzige erzählt, was ich für Akira empfand. Nicht, dass ich den anderen nicht vertraute, doch mit ihr war es einfach angenehmer zu sprechen, da ich bei ihr nicht so viele Wörter benutzen musste. Sie verstand mich fast komplett ohne Worte. Denn leider war ich, wenn es um meine Gefühle ging, nicht so geschickt mit Worten. Zumindest mit gesprochenen Worten. Auf einem Blatt Papier oder einem Textdokument auf dem Computer war ich sehr wortgewandt und konnte so genau alles beschreiben, dass ich schon oft gehört hatte, ich vermittle das Gefühl, als wäre man an dem beschrieben Ort. Selbst Yusuke hatte es so ausgedrückt und seine Meinung war für mich sehr wertvoll. Deswegen war ich so froh, dass ich bei Sonnny nicht so viel sagen musste. Das war auch der Grund, warum Akira auch noch nicht wusste, wie genau ich zu ihm stand. Das und weil ich mich einfach noch nicht traute. Ich hatte Angst, dass er mich abwies und es zwischen uns somit komisch wurde. Das hätte nicht nur Auswirkungen auf unsere Freundschaft, sondern eben auch auf die Zusammenarbeit zwischen Rose und Joker. Seufzend fuhr ich mir durch die Haare und sah dann hoch zur Reklame, auf der die Ankunftszeit der S-Bahn angezeigt wurde. Doch diese Reklame war…aus. Warte…Was? Bis grade leuchtete sie doch noch. Panisch griff ich nach meinem Handy, doch da fiel mir ein, dass es ja nicht anging. Also drehte ich mich so lange um mich herum, bis ich eine Uhr gefunden hatte. Und als ich sie entdeckte, ließ ich vor Schock die Tasche fallen, die ich in meiner Hand hielt. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich nicht mitbekomme hatte, dass die S-Bahn schon vor zehn Minuten hätte einfahren müssen. Doch anscheinend hatte ich sie durch meine Gedanken einfach verpasst. Na toll. Und so wie es aussah, war es die letzte des Tages. Die nächste kam erst in sechs Stunden. Was machte ich denn jetzt? Antriebslos ließ ich mich auf die Bank zurückfallen und starrte auf meine Tasche, die sich langsam mit dem Wasser vollsog, das sich auf dem Boden unter mir gesammelt hatte. Ich seufzte schwer und raufte mir die Haare. Mir war nach weinen zu Mute. Dabei war der Tag doch echt toll gewesen. Und jetzt saß ich klitschnass auf einer Bank an einem einsamen und verlassenen Bahnsteig und holte mir wohl die schlimmste Erkältung, die ich jemals hatte. Oh Mann. Und ich hatte ja auch kein Handy, um wen anzurufen oder irgendwie sowas. Und alle öffentlichen Telefonzellen funktionierten hier nicht. Das hatten Yusuke und ich letztens herausgefunden. Ich konnte auch nicht erwarten, dass zu so später Stunde noch jemand wach war oder gar spazieren ging. Seufzend hob ich meine Tasche vom Boden auf und stellte sie mir wieder auf den Schoß. Noch nasser konnte ich sowieso nicht werden. Deprimiert ließ ich meinen Kopf auf meine Tasche fallen und wollte wirklich einfach nur noch weinen. Bei dem Regen würde das sowieso keiner merken. Wem denn auch? So spät war ja niemand mehr unterwegs.

„Morgana! Jetzt warte doch!“, ertönte nach ein paar Momenten meiner Verzweiflung eine mir allzu bekannte Stimme. Verwundert hob ich meinen Kopf und entdeckte am Fuße der Treppe, die zurück in die Stadt führte, eine kleine, schwarze Katze, die ich nur zu gut kannte. Morgana? Moment…dann war das…Akira. Ich blinzelte verwirrt und erkannte schon bald den schwarzen Schopf, der Morgana japsend einholte und ihn zunächst ansah. Paralysiert starrte ich die beiden an, während Morgana auch schon auf mich zu kam und somit auch Akira auf mich aufmerksam wurde. Er richtete sich auf und kam ebenfalls auf mich zu. Langsam begriff mein Körper, dass dort jemand stand, der meinen stummen Hilferuf gehört hatte. Und somit erhob ich mich, ließ meine Tasche zu Boden fallen und ignorierte die Tränen, die mir vor Verzweiflung über mein Gesicht liefen. Mein Körper bewegte sich von ganz allein, als er zu einem kleinen Sprint ansetzte und Akira direkt in die Arme eilte. Ich klammerte mich an seinen Rücken und versteckte mit einem leisen, geschluchzten „Akira“ mein Gesicht an seiner Brust. Sein Körper war zunächst etwas starr, bevor er sich entspannte und nach kurzem Zögern seine Arme um mich legte. „Camaria, was machst du hier? Und warum bist du so nass?“, fragte er mich, während ich mich einfach nur weiter an seiner Brust versteckte und es genoss seine Wärme zu spüren. Endlich irgendetwas Warmes. Und dann duftete es auch noch so toll. Ich brauchte noch ein paar Sekunden, bevor ich mich von Akira löste und zu ihm hochblickte, da er gut einen ganzen Kopf größer war als ich. „Ich hab den letzten Zug verpasst und auf dem Weg hierher hat es angefangen zu regnen“, erklärte ich knapp und hoffte, dass er mir nicht ansah, dass ich geweint hatte. „Wusste ich doch, dass ich dich gerochen habe, Cami“, warf Morgana ein, zu dem ich mich umdrehte und mich vor ihn kniete. Ich lächelte und strich über seinen Kopf, bevor ich mich erhob. „Komm mit, du kannst dich bei mir aufwärmen und auch schlafen. Nicht, dass du noch krank wirst“, erklärte Akira und es waren in diesem Moment die schönsten Worte, die er mir hätte sagen können. „Vielen, vielen Dank, Akira“, meinte ich und umarmte ihn direkt nochmal, bevor ich mich auch schon löste und mir meine Tasche schnappte.
Nun mit deutlich besserer Laune folgte ich den beiden zum Café, wobei Morgana es sich wieder in Akiras Tasche gemütlich machte. „Wieso hast du denn nicht Bescheid gesagt, Cami? Dann hätte ich dich schon viel früher aufgegabelt“, erkundete sich Akira, während wir die einsame und triste Haltestelle hinter uns ließen. „Mein Handyakku ist leer und meine Powerbank liegt zu Hause“, antwortete ich und lächelte ein wenig gequält. „Wow…heute scheint wirklich nicht dein Tag zu sein“, merkte er an und ich konnte ein zustimmendes Seufzen nicht verhindern. „Ja, aber wo du hier bist, ist es schon wieder etwas besser. Auch wenn ich Regen eigentlich der Sonne gegenüber vorziehe…das hier ist nicht mehr schön“, antwortete ich und lächelte ihn an, bevor ich ein Gähnen unterdrücken musste. Akira sah mich etwas erstaunt an, ehe er lächelte und erwiderte: „Ach ist für mich doch selbstverständlich dir zu helfen. Ich würde mich nicht wohl fühlen, wenn ich wüsste, dass du meinetwegen krank wirst oder so“. Ich nickte stumm lächelnd, bevor wir eher schweigend nebeneinander herliefen.

„Du kannst deine Schuhe unter die Heizung im Badezimmer legen. Dann werden sie bis morgen sicherlich trocken sein“, schlug Akira mir vor, nachdem ich ihm barfuß durch das Café gefolgt war, da ich ansonsten wieder alles dreckig machen würde. Ich nickte und ging in das Badezimmer, wo ich die besagte Heizung suchte und meine Schuhe dort parkte. „Ich gucke mal…ob ich dir vielleicht irgendetwas leihen kann“, erklärte Akira und ich nickte lächelnd, bevor er die Tür schloss. Unsicher sah ich auf diese, bevor ich mich entschied sie einfach offen zu lassen, ehe ich begann mich aus den klebrigen Sachen zu befreien. Ich schmiss sie auch direkt in die im Badezimmer stehende Waschmaschine und ich war so heilfroh, dass morgen Sonntag war. So musste sie morgen nicht sauber und trocken sein. Und ich musste nicht früh aufstehen, um noch schnell bei mir vorbei zu gucken. Mit einem vorfreudigen Lächeln schmiss ich nun auch meinen BH in die Waschmaschine, bevor ich auch schon vorsichtig in die Duschkabine stieg und das Wasser anmachte. Erleichtert seufzte ich auf und fühlte so langsam wieder meine Beine. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich darin kaum noch Gefühl hatte. Aber nun konnte ich mich aufwärmen. Entspannt lehnte ich mich zurück an die Duschkabine und genoss es einfach langsam aufzutauen. Ich hatte es ja schon immer geliebt lange zu duschen. Doch jetzt war wieder einer der Momente, an denen ich es auch wirklich brauchte. Herrlich. Lächelnd ließ ich mich noch eine Weile kochen, bevor ich mich mit Akiras Duschbad etwas einschäumte, damit ich nicht so sehr nach Regen stank. Meine Haare mussten einfach ungewaschen bleiben, da ich mein Shampoo nicht dabeihatte. Aber es reichte ja, wenn ich sie mit sauberem Wasser abwusch. Ich wuschelte sie einmal durch und verließ nach gefühlt einer Ewigkeit die Kabine wieder. Vorsichtig tapste ich auf ein Handtuch zu und begann mich damit abzutrocknen, als es plötzlich an der Tür klopfte. „Camaria, ich lege dir Sachen vor die Tür!“, rief Akira von der anderen Seite und ich musste einfach lächeln. Es war einfach verständlich, dass ich mich in ihn verknallt hatte. Lächelnd rief ich ihm ein ‚Danke‘ entgegen, bevor ich mich zu Ende abtrocknete und dann vorsichtig die Tür öffnete und mir die Sachen schnappte. Im Bad entfaltete ich sie und stellte fest, dass er mir ein Shirt von sich und eine Boxer überlassen hatten. Ein wenig nervös sah ich mir die Sachen an, bevor ich in die Boxer stieg – die zum Glück nicht zu rutschen schien – und in sein Shirt, welches wunderbar nach ihm roch. Am liebsten hätte ich es einfach mit nach Hause genommen. Aber das würde ihm sicherlich auffallen und das müsste ich ihm dann erklären müssen. Und wie sollte ich das tun, ohne ihm zu sagen, dass ich ihn wirklich sehr gern hatte? Also drehte ich mich einmal in seinen Klamotten und kämmte mir schnell die Haare durch, ehe ich sie noch einmal etwas abtrocknete und das Handtuch mit in die Waschmaschine warf. Ich schnappte mir dann meine Tasche und verließ das Bad, bevor ich etwas zögerlich zu Akiras Zimmer ging und dort vorsichtig klopfte. „Komm rein!“, hörte ich ihn rufen und ging diesem nach, ehe ich auch schon die Tür öffnete und eintrat.

Akira saß mit Morgana auf seinem Bett und er tippte irgendetwas auf seinem Handy herum. Morgana lag eingerollt und schien zu schlafen, weshalb ich möglichst leise auf ihn und Akira zu ging. Akira hob dann seinen Blick und lächelte mich an, ehe ich das Gefühl hatte, dass er mich ziemlich anstarrte. Unsicher sah ich an mir runter und meinte verlegen: „Naja, es passt zwar nicht, aber es reicht für eine Nacht. Vielen Dank, nochmal“. Akira blinzelte ein paar Mal und schüttelte den Kopf: „N-nein, es steht dir. Ähm…also…ich habe mir im Wohnzimmer das Sofa eingerichtet. Du kannst ruhig in meinem Bett schlafen, solange Morgana dich nicht stört“. Überrascht sah ich ihn an und wank direkt ab: „Nein, nein. Ich kann ruhig die Couch nehmen. Du musst meinetwegen nicht das Bett räumen. Ich bin ja auch eher unangemeldet hier“. Ich hätte sonst wohl auch ein schlechtes Gewissen gehabt. „Schon gut. Das macht mir nichts“, erwiderte Akira daraufhin und erhob sich. Ich sah ihn stumm an und nickte dann ergeben, da es ansonsten die ganze Nacht so weitergehen würde. Ich kannte unsere Sturheit. Und bevor ich ihm auch noch seinen Schlaf raubte, fügte ich mich seinem Angebot und nahm das Bett. „Nein, Morgana stört mich nicht“, murmelte ich dann und er wirkte deutlich zufriedener. „Dann wünsche ich dir eine gute Nacht und hoffe, dass du morgen früh nicht krank bist“, verabschiedete er sich und strich mir kurz über meine Schulter, bevor er seine Hand sofort wieder zurückzog und eilig das Zimmer verließ. Irritiert sah ich ihm nach und fragte mich, was das sollte. Es hatte so ausgesehen, als habe er sich an meiner Schulter verbrannt oder so. Seufzend wandte ich mich zum Bett und sah Morgana, der friedlich schlief. Lächelnd beobachtete ich ihn, ehe ich aus meiner Tasche mein Handy nahm und eigentlich ein Foto von ihm machen wollte, aber mein Handy war ja noch immer leer. Frustriert ließ ich mein Handy in meine Tasche zurückfallen, bevor ich mich dann vorsichtig ins Bett legte, damit ich Morgana nicht aus Versehen weckte. Ich kuschelte mich in das weiche Kissen und schloss entspannt meine Augen. Akiras Bett. Seine Decke, sein Kissen und sein Duft. Ich vergrub glücklich meine Nase in seinem Kissen und atmete tief ein, ehe ich lächelte und mich fest darin einkuschelte. So eine Gelegenheit würde ich vermutlich nie wiederbekommen. Also atmete ich immer ganz tief ein, um möglichst so viel von seinem Geruch abzubekommen. Doch irgendwann wurde mir schwindelig, weshalb ich es doch lieber ließ und mich dann nur wieder einkuschelte. Ich war zwar nicht wirklich müde, aber das würde sicherlich wiederkommen. Immerhin war es schon spät und ich hatte im Regen gesessen. Ich drehte mich zu seinem Fenster und strich nachdenklich über das weiße Laken. Mein Herz klopfte mir in meiner Brust und ich fühlte mich grade einfach wirklich sehr glücklich. Das Einzige, was es noch besser machen würde, wäre Akira, der zu mir ins Bett kam. Aber das war reines Wunschdenken und würde nicht passieren. Aber wenigstens hatte ich Morgana. Ich drehte mich vorsichtig um und schmunzelte leicht. Er sah so süß aus. Ich drehte mich dann wieder zurück und schloss meine Augen. Langsam spürte ich die Müdigkeit in mir aufsteigen, weshalb ich mich mehr ins Kissen kuschelte und bereits nach kurzer Zeit eingeschlafen war.

„Cami. Cami! Aufwachen!“, riss mich plötzlich eine unangenehme Stimme aus meinem ruhigen Schlaf und ich setzte mich schreckhaft auf. Panisch drehte ich mich um und sah Morgana neben mir stehen, der mich ernst ansah. „Wa“, begann ich, doch bemerkte schnell, wie mir meine Hals schmerzte. Ich griff mir panisch an diesen und räusperte mich. Doch die Schmerzen blieben und somit seufzte ich nur und sah Morgana fragend an. Dieser legte aber nur seinen Kopf schief und fragte: „Was ist denn?“. Genervt sah ich ihn an und deutete auf meinen Mund und schüttelte den Kopf, in der Hoffnung, dass er begriff, dass mein Hals beim Sprechen zu sehr schmerzte als, dass ich etwas sagen konnte. Vermutlich war ich auch ziemlich heiser. Und wo ich grade erst so richtig wach war, bemerkte ich meine verstopfte Nase und mein Fiebergefühl. Na toll. Genervt ließ ich mich in das Kissen fallen und bereute es sofort, da mir schwindelig wurde. „Guten Morgen, Cami“, ertönte dann plötzlich Akiras Stimme und ich öffnete überrascht meine Augen, nachdem ich sie wegen des Schwindels geschlossen hatte. Müde und ziemlich erschöpft wank ich ihm zu und setzte mich langsam auf, während Akira langsam zum Bett kam und sich auf dieses setzte. „Halsschmerzen?“, fragte er und legte seinen Kopf schief, bevor er auch schon ein Nicken von mir bekam und ich dann auch noch auf meine Nase tippte. Und da er grade feinfühliger als Morgana war, erklärte er: „Dann schlaf noch ein bisschen. Ich muss gleich arbeiten, kann dir aber sicherlich einen Tee hochbringen“. Ich sah ihn verblüfft an und schüttelte sofort den Kopf. Ich wollte wirklich nicht noch länger bleiben, als nötig. Schließlich wollte ich ihn nicht stören und weiterhin sein Bett belagern. Deswegen schlug ich die Bettdecke zur Seite und robbte zur Bettkante, bevor ich mich auch direkt erhob. Doch leider war das wieder viel zu schnell gewesen, weshalb ich mich wieder fallen ließ und mich dann an Akira lehnte, da der Schwindel schlimmer wurde. Wieder war sein Körper etwas starr, bevor er sich entspannte und ich hörte: „Ist dir schwindelig? Du solltest dich wirklich ausruhen, Cami. Ich kann Sonnny schreiben, dass sie dir vielleicht ein paar Sachen und dein Ladekabel bringen soll“. Seufzend ergab ich mich dieser Freundlichkeit und nickte dann, ehe ich ihn dann müde anlächelte. „Du solltest dich wirklich nochmal hinlegen. Du siehst nicht sehr gut aus“, murmelte er und strich mir über meine Stirn. Und da seine Hand wirklich kühl war, seufzte ich entspannt, schloss meine Augen und drückte seine Hand mehr gegen meine Stirn. „Ist meine Hand so kühl? Dann sollte ich sie vielleicht da liegen lassen“, schlug Akira vor und schmunzelte etwas. Ich nahm seine Worte zu Herzen und drückte seine Hand nun auch mit meiner zweiten Hand gegen meine Stirn, da sie einfach wirklich sehr kühl war und es mir etwas half den Schwindel zu besiegen. „Cami?“, hörte ich plötzlich Akiras Stimme ganz nah an meinem Ohr, weshalb ich meine Augen öffnete, die ich vor Entspannung geschlossen hatte. Akiras Gesicht war nur noch wenige Zentimeter von mir entfernt und ich spürte, wie mein Herz begann zu rasen und das Blut in meinen Ohren begann zu rauschen. „Akira?“, hauchte ich und blickte ihm unentwegt in seine schwarzen Augen, die mich mit einer Mischung aus Sorge und Ernst ansahen. Akira öffnete erneut seinen Mund, aus dem vermutlich Worte kamen. Doch ich konnte sie nicht hören, da mir langsam immer schwindeliger wurde und ich nach und nach immer mehr Schwierigkeiten hatte meine Augen offen zu halten, ehe ich sie endgültig schloss und mein Bewusstsein verlor.

Murrend öffnete ich meine Augen und bemerkte dabei einen leichten Druck an meiner linken Hand. Ich musste ein paar Mal blinzeln, bevor sich meine Sicht klärte und ich somit die Decke von Akiras Zimmer sah. War ich in seinem Zimmer? Langsam drehte ich mich nach links und eigentlich erwartete ich dort Akira. Doch dort saß meine beste Freundin Sonnny und strich sanft lächelnd über meine Hand. „Na, bist du wieder wach? Du hast uns einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Als Akira runterkam, um mir aufzumachen, war er ganz panisch und hatte Angst, dass du gleich stirbst. Sie froh, dass du nur erhöhte Temperatur hast. Ich hätte keine Lust in der nächsten Zeit ohne dich zu sein“, erklärte sie mir, während ich mich langsam aufsetzte und mir durch meine Haare fuhr. Ich nickte die Informationen einfach nur ab und seufzte. Schade…wäre schön gewesen, wenn Akira derjenige gewesen wäre, der meine Hand hielt. Aber so war es genauso gut. „Ich hab dir Klamotten mitgebracht. Du kannst also aus seinen Sachen raus. Wenn du das überhaupt willst, Cami“, teilte Kitty mir mit und ich sah kurz zu ihr, ehe ich mich mit verlegenem Blick abwandte und stumm nickte. Ja, sie wusste immerhin als einzige, dass ich auf Akira stand. Da musste sie mich damit ja auch aufziehen. Ich schlug langsam die Bettdecke zur Seite und robbte dann zur Bettkante, bevor ich mit Sonnnys Hilfe aufstand und mich dann langsam von Akiras Klamotten verabschieden musste. Schade, wirklich schade. Aber so war es eben besser. „Du siehst auch wieder viel besser aus. Bist nicht so blass und deine Augen glänzen auch nicht so, wie ich es vermutet habe, als ich zu dir rauf bin“, stellte Sonnny zufrieden fest und half mir dann in meine Jacke, bevor sie mir eine Wasserflasche in die Hand drückte, aus der ich schweigend trank. Ich hatte wirklich Durst. „Akira arbeitet unten. Aber er macht sich Sorgen um dich. Ich werde ihm eben Bescheid sagen, dass du wach bist. Bitte ruh dich noch aus und dann bringe ich dich heim“, erklärte Sonnny, bevor sie auch schon aus Akiras Zimmer verschwand und mich alleine ließ. Schweigend setzte ich mich auf das Bett und strich mit leiser Sehnsucht darüber. Ich würde hier gerne öfters schlafen. Aber das war reines Wunschdenken. Für Akira war ich nur eine gute Freundin. Und vielleicht war es auch gut, wenn ich das blieb und nichts sagte. Dann würden keine seltsamen Sachen zwischen uns passieren. Ich lächelte traurig und hatte das Gefühl, dass mein Herz Risse bekam. Doch so war es für uns alle besser. Ich sollte einfach die kleinen Dinge zwischen ihm und mir genießen und damit zufrieden sein. So würde ich das bestimmt überstehen und meine Gefühle würden vielleicht irgendwann mehr in den Hintergrund wandern. Denn verschwinden würden sie nicht. Das wusste ich. Aber vielleicht wurden sie einfach etwas leiser, sodass ich ihm weiterhin unterstützend begleiten konnte. Ich nahm noch einen tiefen Schluck aus meiner Wasserflasche und folgte Kitty dann zu mir nach Hause, als sie wiederkam und ich mich von Akira und den anderen verabschiedete hatte.

„Endlich!“, rief ich früh morgens aus, als ich mich nun nicht mehr so schlecht fühlte. Ich hütete nun seit einer Woche das verdammte Bett, weil ich mich ja unbedingt erkälten musste und nun ging es mir wirklich verdammt gut. Wer hätte gedacht, dass ich mich wirklich darauf freute in die Schule zu gehen? Voller Tatendrang stand ich auf und begann mir die Schuluniform anzuziehen, bevor ich meine Beine in eine dicke Strumpfhose hüllte. Denn es war in der letzten Woche ziemlich abgekühlt und damit ich nicht schon wieder krank wurde, zog mich dann doch lieber etwas wärmer an. Dieses Mal nahm ich meine Powerbank mit, steckte mir einen Regenschirm ein und nahm mir meinen schwarzen Regenmantel mit. Denn immerhin hatte es die ganze Woche über immer wieder geregnet. Und ich wollte nicht schon wieder am Bahnhof sitzen und durch meine Schwärmerei gegenüber Akira krank werden. Ach ja…Akira. Er war in der letzten Woche immer wieder vorbeigekommen, um nach mir zu sehen und er hatte mir sogar dabei geholfen, dass ich nicht mehr allzu viel nachholen musste. Er war wirklich der Traum von einem Mann. Nur hatte das leider inzwischen nicht nur ich bemerkt. Ein Mädchen aus der Stufe unter uns hatte es gerüchteweise auch auf Akira abgesehen und ehrlich gesagt…ich hatte Angst davor, dass sie sich traute…und mir zuvor kam. Immerhin war sie wirklich süß und auf den Kopf gefallen war sie auch nicht. Seufzend zog ich die Kapuze meines Mantels über mein Gesicht, bevor ich mir meine Kopfhörer in die Ohren packte. Ich wusste nicht, wie Akira zu ihr stand. Ich war mir nicht einmal sicher, ob er sie überhaupt schon wahrgenommen hatte. Aber wenn sie ihn nach einem Date fragte und er ‚Ja‘ sagen würde, würde das sicherlich anders sein. Ich umfasste fest mein Handy und schluckte den bitteren Kloß in meinem Hals herunter, als ich plötzlich gegen jemanden lief. Verwundert hob ich meinen Kopf und blickte direkt in die schwarzen Augen Akiras. Nanu? Sofort zog ich mir die Kopfhörer aus den Ohren und sah meinen geheimen Schwarm an. „Guten Morgen, Cami. Ich dachte mir schon, dass du heute wieder zur Schule willst. Ich hab mir gedacht, dass wir vielleicht zusammen hingehen könnten“, erklärte er und lächelte mich herzlich an. Traumtyp.  Voll und ganz. „Oh…danke. Ich hoffe, du wartest nicht lange auf mich“, erwiderte ich und stopfte meine Kopfhörer in meine Manteltasche, während ich Akira zur Schule folgte.

Die Zeit mit ihm verflog einfach viel zu schnell. Und leider kamen wir beide viel zu schnell bei der Schule an. Ich genoss es wirklich sehr, wenn ich mit ihm Zeit alleine verbringen konnte. Aber leider waren wir beide sehr beliebt unter unseren Mitschülern und somit waren wir irgendwie ständig mit irgendwem verabredet, sodass es durchaus vorkam, dass wir uns nur sahen, wenn wir als Rose und Joker agierten. Oder eben mal im Café, wo ich jetzt auch schon seit einer Woche nicht mehr war. Und ich vermisste ja nicht nur die Zeit mit Akira, sondern eben auch mit Ann, Yusuke oder eben auch Sonnny, die grade mit wedelnden Armen auf sich aufmerksam machte. Ich hob kurz meine Hand, um ihr zu zeigen, dass ich sie gesehen hatte und lief in Begleitung von Akira zu ihr. Doch allzu weit kam ich nicht, da Akira sich räusperte und stehen blieb. Verwundert blieb ich auch stehen und sah Akira an, welcher langsam begann von einem auf den anderen Fuß zu tippeln. „Alles gut bei dir, Akira?“, erkundigte ich mich und sah ihn besorgt an. Hatte er sich vielleicht auch etwas eingefangen? Hm…nein, so sah er nicht aus. Er sah eher nervös aus. Ich schluckte schwer und spürte dann leicht Panik in mir aufsteigen. Könnte es sein…? Aber was würde er dann von mir wollen? „Ähm…Cami…sag mal…w-wie würdest du gerne…hm…gerne von einem Jungen auf ein Date eingeladen werden? Und…wo würdest du gerne mit ihm hingehen wollen?“, fragte er mich dann und druckste dabei ganz schön herum. Überrascht sah ich ihn an und spürte, wie mein Herz kurz stehen blieb. Hatte er etwa jemanden gefunden? Und er fragte mich nach Rat? Ich zwang mir ein leichtes Lächeln auf und antwortete: „Nun…erst einmal würde ich sagen, dass er mich ganz einfach fragen sollte. Und dabei sollte sicher sein, dass ich mit ihm allein bin. Also, dass er mich ohne Störung fragen kann. Und naja…auf jeden Fall nicht ins Kino. Immerhin ist ein Date ja da, um die andere Person kennen zu lernen. Da wäre ein Essen und vielleicht ein kleiner Spaziergang am Ende nicht verkehrt. So…fürs erste Date“. Ich lächelte ihn dann noch an und wandte dann meinen Blick ab, da ich einfach nur in Tränen ausbrechen wollte. „Vielen Dank, Cami“, rief Akira aus und lächelte mich mit glänzenden Augen an, bevor er sich auch schon abwandte und weiter auf Sonnny und die anderen zu ging. Ich blieb noch einen Moment lang stehen, bevor ich tief durchatmete und ihm dann langsam folgte. Eigentlich war ich wirklich gut drauf gewesen heute Morgen. Aber jetzt…jetzt wollte ich einfach nur noch nach Hause und wünschte, dass ich mich in meinem Bett wieder verkriechen konnte. Ob es wohl das Mädchen aus der Unterstufe war? Vielleicht hatte er sie doch wahrgenommen und nun näherten sich beide an? Mit einem aufgesetzten Lächeln kam ich zu meinen Freunden und ließ mich erst einmal von Ann umarmen, die mich noch einmal ernst ansah und mich dann einfach nur anlächelte. Ich hatte ihre Herzlichkeit vermisst. Sie war wie Sonnny. Nur nicht ganz so hibbelig und sie konnte mir auch nicht in den Kopf gucken. Aber sie kam ihr sehr nahe. Sie bombardierte mich auch schon mit den neusten Informationen und so konnte ich die indirekte irgendwie Abfuhr von Akira für ein paar Minuten – also bis zum Klingeln – in den Hintergrund schieben.

„Dann wünschen ich Ihnen noch einen angenehmen Resttag. Bis morgen“, verabschiedete sich der letzte Lehrer des Tages und ich seufzte erleichtert auf. Endlich war dieser Tag vorbei. Ich erhob mich langsam und räumte meine Sachen zusammen, als Yusuke zu mir kam und fragte: „Hast du heute schon etwas vor? Wie wäre es, wenn wir ansonsten heute wieder ein wenig kreativ werden?“ Ich sah ihn an und erwiderte das Lächeln. Das würde ich sicherlich brauchen. „Furchtbar gerne, hast du denn alles oder müssen wir vorher in den Kunstfachhandel?“, erkundigte ich mich und schulterte mir meine Tasche. „Nein, brauchst du denn noch irgendwas? Sollen wir vielleicht vorher bei dir vorbei, damit du deinen Laptop holen kannst?“, erwiderte er, während wir bereits das Klassenzimmer verließen, nachdem wir uns von den anderen verabschiedet hatten. „Ja, das wäre wirklich ratsam. Momentan haue ich lieber auf die Tasten, als mit dem Stift zu schreiben“, erklärte ich und stieg mit ihm eine Treppe runter, bevor wir auch schon das Schulgebäude verließen.

„Also gut…woran arbeitest du grade, Yusuke?“, fragte ich, nachdem wir bei Yusuke angekommen waren, dort kurz etwas gegessen hatten und nun in seinem Zimmer saßen. Ich lugte neugierig über seine Schulter und legte dann fragend den Kopf schief. Zu erkennen war eine Zeichnung von einer Frau. Aber eben nicht spezielles. Ich konnte nur erkennen, was für eine Pose sie ungefähr haben würde und, dass sie nur bis zur Brust war. Ein Portrait? „Hast du etwa eine Freundin?“, erkundigte ich mich verschmitzt und sah zu Yusuke, der nur lachte. „Nein, das ist ein Geschenk für Akira. Oder eher ein Gefallen, um den er mich gebeten hat“, antwortete er und holte auch schon seinen Bleistift heraus, bevor er sich zu mir drehte und mir tief in die Augen sah. Nervös blinzelte ich ein paar Mal, ehe ich mich etwas von ihm entfernte und lächelte: „Dann frohes schaffen. Akira soll ja zufrieden damit sein“. Ich zwinkerte Yusuke zu und setzte mich dann an seinen Schreibtisch, an dem ich meinen Laptop aufgebaut hatte. In Yusukes Zimmer war es mir mit dem Schreiben immer sehr leichtgefallen, da hier Kreativität immer allgegenwertig war. Zumindest fühlte es sich so an. Ich ließ mich in seinen großen Schreibtischstuhl sinken und rollte dann zu meinem Laptop, den ich aufklappte und meine neuste Arbeit öffnete. Eine Geschichte von einer Meerjungfrau, die ihre große Liebe in einem einfachen Studenten fand. Man könnte es sicherlich irgendwie auf Akira und mich übertragen, aber darüber wollte ich nun wirklich nicht nachdenken. Nein, ich wollte Akira einfach mal nach hinten drängen und vielleicht für ein paar Momente vergessen. Denn das von heute Morgen…ich wollte da einfach nicht dran denken. Ich wollte für ein paar Momente einfach vergessen, dass er uns die Tage wohl seine Freundin vorstellte oder sonst irgendwas. Das würde mir das Herz zerbersten. Ich schluckte schwer und atmete tief durch, bevor ich plötzlich zusammenzuckte, als eine Hand auf meiner Schulter lag. Erschrocken drehte ich mich um und sah Yusuke, der mich besorgt ansah. „I-ist etwas?“, fragte ich und bemerkte da erst, dass ich weinte und meine Stimme total brüchig klang. „Das sollte ich eher dich fragen, Cami“, murmelte er und sah mich besorgt an. Schweigend blickte ich zu Yusuke hoch und schniefte schwer, ehe ich einfach nur schluchzte und meine Arme um Yusukes Hals legte. Ich drückte mich verheult an Yusukes Brust und begann einfach zu weinen. Es machte eh keinen Sinn es zu verstecken und ich vertraute Yusuke. Er war ein enger Freund von mir und immer für mich da, wenn etwas war. Ein wenig starr legte seine Hand sich auf meine Rücken und er strich vorsichtig darüber, bevor er mich hochzog und mich dann richtig umarmte. Ich klammerte mich an seinen Rücken und fand es grade mehr als tröstend, dass ich in seinen Armen liegen konnte, um mich auszuweinen. Yusuke war da sehr einfach gestrickt und drängte nie, um irgendwelche Informationen zu bekommen. Zumindest meistens. „Ist es wegen Akira? Was hat er angestellt?“, hörte ich ihn flüstern und ich riss überrascht meine Augen, ehe ich mich löste. „W-woher…?“, begann ich, brach aber durch ein erneutes Schluchzen ab. „Wir haben alle schon bemerkt, dass du mehr für Akira übrig hast, als reine Freundschaft. Und ich kann mir vorstellen, dass dich das sehr fertig macht“, erklärte Yusuke und lächelte mich lieb an, bevor er mir eine Träne von der Wange strich. Ich seufzte schwer und senkte meinen Kopf, ehe ich mich an ihn drückte: „Ist es wirklich so auffällig? Ich…ich hoffe, dass Akira es nicht mitbekommen hat. Das würde ich nicht überleben. Dann…dann wäre die Freundschaft hin und ich müsste die Phantom Thieves verlassen. Könnte nie wieder ins Café kommen oder mit euch abhängen oder mmmh“. Yusuke hatte mir die Hand auf den Mund gelegt und sah mich nun amüsierend an: „Jetzt beruhige dich und hör auf das ganze schwarz zu malen, Cami. Akira würde doch niemals so damit umgehen, dass es soweit kommt. Immerhin bist du nicht nur mit ihm befreundet. Und er ist ein guter Leader. Tief durchatmen“. Ich nickte und atmete tief durch, bevor er seine Hand löste und sie auf meine Schulter legte. Er lächelte mich an und wuschelte mir durch die Haare, bevor er vorschlug: „Lass uns wohin gehen. Hier hast du zu viel Platz zum Nachdenken“. Verwundert sah ich ihn an und nickte dann langsam. Moment. Yusuke lud mich ein? Er wollte abends mit mir weggehen? Wow. Ich lächelte leicht und drehte mich zu meinem Laptop, den ich dann zuklappte und wieder in meiner Tasche verschwinden ließ. „Wir können ja nur in eine kleine Bar gehen oder in ein Café. Dann können wir ein bisschen reden“, schlug er vor und räumte seine Sachen dabei weg. Wieder nickte ich nur und folgte ihm dann aus seinem Zimmer in das besagte Café.

Der Abend gestern mit Yusuke war wirklich schön. Er hatte es wirklich geschafft mich zum Lachen zu bringen und mich wirklich gut fühlen zu lassen. Er war wirklich ein guter Freund. Er hatte mich mit einigen Geschichten, die letzte Woche passiert waren, gut abgelenkt und auch zum Lachen gebracht. Es waren wirklich seltsame Storys dabei, die ich nicht ganz glauben konnte. Zum Beispiel war Skull die ganze Zeit Panther auf die Nerven gegangen und hatte dafür einen Schlag von ihr kassiert. Gut, das war nicht wirklich seltsam oder unglaubwürdig, dafür aber ziemlich witzig. Ich schmunzelte immer noch darüber und zog mir meine Kapuze vom Regenmantel tief ins Gesicht, als ich aus dem Treppenhaus kam und bemerkte, dass es noch immer regnete. Aufmerksam sah ich mich dann noch einmal um, aber Akira stand hier nicht und somit setzte ich meinen Weg zur Schule alleine fort. Ich war gestern wirklich überrascht gewesen, als er so früh morgens vor meiner Türe stand. Wir hatten den ganzen Weg über irgendwelches belangloses Zeug gesprochen, aber erst auf dem Schulhof hatte er mich um Rat gefragt. Warum? Verwirrt blieb ich stehen und starrte vor mich hin. Er hätte mich den ganzen Weg über fragen können. Hatte es aber nicht getan. Erst als wir auf dem Schulhof waren? Hatte das etwas zu bedeuten oder war es ihm erst dann eingefallen? Vielleicht…weil er sie gesehen hatte. Ich seufzte und setzte meinen Weg Richtung Schule fort. Er hatte sie bestimmt gesehen, als ich grade Sonnny begrüßt hatte und vermutlich wollte er dann noch schnell einen Rat haben. Vermutlich war er deswegen danach auch so gut drauf gewesen. Er würde uns in den nächsten Tagen auf jeden Fall mitteilen, dass er eine Freundin hatte irgendjemanden datete. Ob das mein Herz überlebte? Ich glaubte ja nicht dran. Ich musste auf jeden Fall mit Kitty darüber sprechen. Mit irgendwem musste ich einfach das Chaos in meinem Kopf teilen. Und sie war da die beste Person dafür.  Grübelnd umfasste ich mein Handy mit meiner Hand und stieg über eine Pfütze, die ziemlich tief aussah. Und ich wollte meine Schuhe nicht extra noch nasser machen, als sie durch die kleinen Wasserstellen auf dem Bürgersteig wurden.

„Guten Morgen, Cami. Schön, dass du nach gestern nicht einfach zu Hause geblieben bist, weil du dir dachtest, dass das Bett in der letzten Woche zu warm war für das Wetter“, begrüßte mich Ann und legte direkt einen Arm um meine Schulter. „Ich hatte drüber nachgedacht, aber dann habe ich an dich gedacht und ich konnte dich einfach nicht alleine lassen auf dieser langweiligen Schule mit diesem ätzenden Wetter“, scherzte ich und zwinkerte ihr zu, nachdem ich meinen Arm um ihre Taille gelegt hatte. Ann grinste zufrieden und drückte mir einen Kuss auf die Wange, bevor sie sich von mir löste und sich zu Yusuke setzte, der mal wieder hinter seinem Zeichenblock hockte. Nachdenklich musterte ich ihn und ging dann leise hinter ihm, um neugierig über seine Schulter zu schauen. Doch als er merkte, dass ich hinter ihm stand, drehte er den Block so, dass ich es nicht sah und steckte ihn dann anschließend in seine Tasche. Verwundert sah ich Yusuke an, der aber ignorierte das und tat so, als wäre nichts gewesen. Vielleicht wollte er es auch einfach erst zeigen, wenn er fertig war. War meistens so, dass er dann erst die Meinung von anderen einholte. Ich lächelte ihn entschuldigend an und kletterte dann ganz umständlich über die Bank, bevor ich mich neben Yusuke setzte und mich kurz richtete. „Konntest du gestern Abend noch schlafen?“, fragte Yusuke, nachdem er sich zu meinem Ohr heruntergebeugt hatte, damit nicht jeder das hörte. Besonders nicht Akira. Ich sah kurz zu Yusuke rüber und nickte dann lächelnd, bevor ich fragte: „Kommst du gut mit deinem kleinen Auftrag zurecht?“ Yusuke lächelte, zwinkerte mir zu und nickte, bevor es dann auch schon klingelte und wir uns dann in das Schulgebäude begaben.

„Endlich! Wir haben einen weiteren Schultag überlebt. Jetzt hätte ich Lust auf einen so richtig schokoladigen Kakao“, schwärmte Ann, nachdem wir die Schule verlassen hatten und nun über den Schulhof schlenderten. „Ich wäre eher für einen Kaffee zu haben“, wandte Yusuke ein und somit war entscheiden, dass wir alle ins Café gingen. Kurz blickte ich zu Akira hinüber, nur um im nächsten Moment verlegen meinen Blick abzuwenden, da er mich ebenfalls ansah. Mein Herz stolperte kurz und meine Hände fühlten sich auch so an, als würden sie etwas zittern. Tief durchatmen, Cami. Lass dich nicht so nervös machen. Schon gar nicht von einem Typen, der ganz offensichtlich nicht mehr von dir wollte, als Freundschaft. „Ich hoffe aber, dass ihr noch einen Platz bekommt. In letzter Zeit ist es wieder sehr voll im Café“, wandte Akira ein und Morgana steckte seinen Kopf aus der Tasche von Akira, um am Gespräch teilzuhaben. „Wundert dich das bei den Temperaturen?“, fragte Ryuji und legte dabei seinen Arm um Akira. Ich schmunzelte leicht und schüttelte innerlich den Kopf. Also mich verwunderte es nicht. Immerhin war das Café warm und bot eine gemütliche Atmosphäre mit warmen, köstlichen Getränken. „Ich kriege einen schönen Platz. Direkt an der Theke. Immerhin will ich meinen Kakao schnell kriegen“, erklärte Ann und zwinkerte uns allen zu, bevor sie sich bei mir einharkte und hinzufügte: „Oder Cami?“. Ich sah sie amüsiert an und nickte dann, ehe ich antwortete: „Auf jeden Fall. Ein guter Kakao wäre jetzt einfach perfekt“. Ann nickte zustimmend und begann dann irgendwas aus ihrer AG zu erzählen, wobei ich mich aber nur berieseln ließ und immer wieder verstohlen zu Akira rüber sah. Dabei kam es aber hin und wieder dazu, dass sich unsere Blicke kreuzten und ich mich wieder verlegen von ihm abwandte. Vielleicht sollte ich das nicht zu oft machen. Nachher fragte er mich noch, ob etwas war und ich wollte grade ungern mit ihm darüber reden oder gar mit ihm allein sein. Immerhin würde ich dann nur irgendwie zeigen, dass ich traurig war und dann musste ich darüber reden. Akira war leider meist sehr erpicht darauf, dass man ihm sagte, wenn einem etwas auf dem Herzen lag. Manchmal war das ja gut und manchmal eben nicht. Ich seufzte leicht und ließ mich von Ann weiter zum Café ziehen.

„So…hier bitte zwei große Speziale Schokoladen für die zwei jungen Damen“, schob Sojiro uns die zwei vollen Tassen rüber, da Akira sich grade um die andere Seite der Theke kümmern musste. Wir saßen auf den zwei Hockern, die auf der linken Seite der Theke standen und somit hatten wir es etwas ruhiger, während die anderen vor der Theke saßen und so mit immer wieder von Leuten gestört wurden, die was bestellen wollten. Wir bedankten uns bei ihm und Ann begann direkt ihre Sahne unterzurühren, während ich nicht anders konnte, als Akira grade ein paar Mädchen, die in unserem Alter waren, bediente. Sie sahen beide sehr süß aus und schienen ihn in ein Gespräch verwickeln zu wollen. Seufzend legte ich mein Kinn auf meine Handinnenfläche und beobachtete eher unzufrieden die Situation. Mir gefiel das Ganze überhaupt nicht. „Man könnte meinen, dass du den beiden den Tod wünschst“, bemerkte Ann amüsiert und ich zuckte zusammen, bevor ich sie entgeistert anstarrte. Verlegen lächelte ich sie an und widmete mich dann meinem Kakao, wo ich die Sahne begann unterzurühren. „Wann hast du vor es ihm zu sagen?“, erkundigte sich Ann, während sie ihrem Kakao auch wieder mehr Aufmerksamkeit schenkte. „Gar nicht. Es würde nur viel zu viele Dinge kompliziert machen und ich möchte lieber seine gute Freundin sein, als eine Fremde, die er mal kannte“, erklärte ich und sah in das braune Gebräu, bevor ich davon nippte und wieder etwas gedankenverloren darin herumrührte. „Bist du dir da sicher? Ich meine…es könnte doch sein, dass er dich auch so mag und er sich einfach nicht traut es dir zu sagen“, wandte Ann ein und sah mich zweifelnd an. Verwirrt hob ich meinen Blick und schüttelte den Kopf. „Nein, er hat mich gestern gefragt, wie ich gerne nach einem Date gefragt werden würde und wo man mit mir am besten hingehen könnte. Ich glaube, dass er einfach einen Rat brauchte, um ein anderes Mädchen zu fragen“, erwiderte ich und rührte weiter in meiner Tasse herum. Ann seufzte neben mir und schien den Kopf zu schütteln, aber ich sah es nicht genau, da mich das in den Kakao starren grade mehr reizte. Ich nahm wieder einen tiefen Schluck aus meiner Tasse, ehe ich mich zu meiner Tasche beugte und aus dieser meinen Laptop holte. Diesen klappte ich dann auf und öffnete meine neuste Geschichte, in die ich mich dann vertiefte.

„Hey Ann, was sagst du zu diesem Absatz? Findest du ihn zu…Ann?“, wollte ich Ann grade fragen und hob meinen Blick, doch ich bemerkte, dass sie nicht mehr neben mir saß. Verwirrt blickte ich mich und bemerkte, wie Akira und Sojiro langsam im Raum die Stühle hochstellten. Oh. Ein wenig verlegen wandte ich mich zu meinem Laptop und speicherte das Geschriebene ab, bevor ich meinen Laptop zuklappte und auf meine Tasse sah. Sie war nur halb ausgetrunken und der Kakao darin war ganz kalt. Aber da ich für ihn bezahlt hatte, wollte ich ihn noch leer trinken. Es war zum Glück nicht das erste Mal, dass ich nicht mitbekommen hatte, wie ich fast bis zur Sperrstunde in meiner Geschichte versank. „Schließt du dann ab, Akira?“, hörte ich Sojiro ihn fragen und atmete tief durch, als ich dann langsam die Tasse leerte. „Ja, gute Nacht“, verabschiedete sich Akira von ihm, bevor Sojiro nickte und an mir vorbei ging. Er wünschte mir einen schönen Abend und verschwand dann in seine Wohnung. Damit war ich mit Akira alleine. Nervös umklammerte ich die Tasse, während Akira an mir vorbeilief und sich wieder hinter die Theke stellte. Unsicher sah ich immer wieder hin und her und versuchte irgendwie ruhig zu bleiben. „Danke nochmal für die Tipps gestern“, ergriff Akira das Wort und lächelte mich lieb an. Ich zwang mir ein leichtes Lächeln auf und erwiderte: „Schon gut. Hat es denn geholfen?“ Wieso wollte ich das wissen? War ich wahnsinnig? Ich wollte doch nicht so ungeschützt erfahren, ob er nun wen datete oder nicht. „Nein, ich hatte noch keine Möglichkeit zu fragen. Aber ich werde es auf jeden Fall machen“, antwortete er und sah verträumt auf die Oberfläche der Theke. Oh. Ich schluckte und meinte: „Dann wünsche ich dir viel Glück, dass sie ‚Ja‘ sagt. Du...hättest es verdient glücklich zu sein“. Akira hob erstaunt den Blick und ließ seine Zunge einmal über seine Lippen schnellen, bevor er den Mund öffnete, um etwas zu sagen. Doch ich wollte nicht mehr über das Thema reden, weshalb ich ihm die Tasse rüberschob und mich für den leckeren Kakao bedankte. „Wir sehen uns dann morgen, Akira“, verabschiedete ich mich und kletterte etwas umständlich vom Hocker, bevor ich mir meine Tasche nahm und ihn noch einmal anlächelte. „Warte bitte, Cami“, hielt er mich dann auf und drehte mich zu ihm um. Er nahm sich die Schürze ab und kam zu mir geeilt, bevor er direkt vor mir stehen blieb. Ich sah zu ihm hoch und sah ihn fragend an, während mein Herz begann zu pulsieren und ich wieder langsam nervös wurde. „Ich wollte…also“, begann Akira und sah zu mir runter, bevor er zur Seite sah und wieder begann nervös auf und ab zu wippen. Ich sah ihn neugierig an und konnte mir nicht verhindern, dass ich begann mir vor Nervosität auf den Lippen herum zu kauen. „Also…hättest du vielleicht Lust am Wochenende…ähm…hier zu schlafen? So einen DVD-Abend?“, fragte er mich und sah mich dabei ernst an, während seine Hände zu Fäusten geballt waren. Ein DVD-Abend? „Kommen die anderen auch?“, erkundigte ich mich und war nun nicht mehr nervös. „Ähm…nein, ich hatte mir gedacht. Dass wir was zu zweit machen könnten. Also..., weil wir das schon eine ganze Weile nicht getan haben“, erklärte Akira und sah immer wieder zu mir, bevor er sich wegdrehte. Ein wenig verwirrt sah ich ihn an und blinzelte ein paar Mal, bis mir langsam immer wärmer wurde. „Ähm…k-klar, warum nicht? Du hast da Recht. Ist schon echt lange her, dass wir was zusammen gemacht haben“, gab ich im Recht und schluckte schwer, da ich wirklich ganz schnell wegmusste. Nicht, dass ich schon wieder meine S-Bahn verpasste oder so. „Dann bis morgen“, verabschiedete ich mich dann und eilte dann aus dem Café, damit ich meine S-Bahn nicht doch noch verpasste.

Die Woche zog sich wirklich unglaublich lange und auch wenn ich immer mit irgendjemandem verabredet war, so schien es mir, als würden Ewigkeiten vergehen, bis es endlich am Freitag zum Schulschluss klingelte. Erleichtert räumte ich meine Sachen ein und atmete tief durch. Ich hatte mit Ann und Sonnny gesprochen und ihnen verraten, dass ich heute Abend bei Akira sein würde. Die beiden hatten natürlich wieder im Kopf, dass es ein Date mit Akira war und wir beide uns an diesem Abend auf jeden Fall näherkommen würden. Ich hatte darüber nur die Augen verdreht, doch aus der Vergangenheit hatte ich gelernt, dass ich sie einfach reden lassen sollte. So würden sie nämlich nur darüber nachdenken und sprechen. Diese beiden sahen mich jetzt auch vielsagend an, als Akira auf mich zu kam. „Wollen wir dann, Cami?“, fragte er mich mit seinem lieben Lächeln. Ich nickte unsicher und schielte noch einmal zu Ann und Sonnny, die mir die Daumen drückten, bevor ich dann mit Akira zusammen das Klassenzimmer verließ. Schweigend folgte ich ihm und ich hatte ein bisschen das Gefühl, als würde man uns die ganze Zeit über beobachten, während Akira und ich durch die Schule liefen. Hin und wieder schielte ich zu meinen Mitschülern und erwischte tatsächlich ein paar dabei, wie sie uns ansahen. War es so seltsam, dass ich neben Akira herlief? Das war doch schon öfters vorgekommen. Ich seufzte und bedankte mich dann, als Akira mir die Tür offenhielt und wir nach draußen kamen. Das Wetter hatte sich im Laufe der Woche gebessert, sodass zumindest wieder die Sonne schien und die Temperaturen auch wieder nach oben kletterten. Dennoch trug ich jeden Tag immer noch meinen Regenmantel. Ich wollte einfach nicht wieder irgendwo im Regen sitzend auf meine S-Bahn warten. „Ich habe uns ein bisschen Popcorn und so Zeug besorgt, ich hoffe, dass geht in Ordnung für dich. Außerdem hat sich Futa Curry gewünscht. Wäre es schlimm, wenn wir das heute essen? Ich weiß ja, dass du Curry nicht so gerne magst“, berichtete Akira mir, während wir nebeneinander herliefen und somit den Schulhof hinter uns ließen. „Nein, ist schon okay. Nur mach es mir bitte nicht so scharf. Das vertrage ich nicht so gut“, erwiderte ich und lächelte ihn leicht an, bevor ich mir ein paar Strähnen zurück strich. „Gut, dann werde ich dir was zurückstellen, bevor ich es würze“, versprach er mir und lächelte mich an. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass wir eine normale Unterhaltung einfach nicht hinbekamen. Es war ständig so still zwischen uns. Normalerweise schafften wir es doch nicht aufzuhören über Dinge zu diskutieren. Aber jetzt schien es so, als hätten wir uns einfach alles gesagt. Und uns wäre nur noch der langweilige Smalltalk übriggeblieben. Somit verbrachten wir den Rest des Weges eher schweigend und als wir ins Café kamen, begrüßte Sojiro uns freundlich, bevor wir auch schon an ihm vorbei in die Wohnung gingen. Noch immer schweigend folgte ich Akira in sein Zimmer, welches er dann hinter uns schloss und ich musste unwillkürlich lächeln. Er hatte direkt neben sein Bett eine Matratze aufgebaut und sie mit vielen Kissen gepolstert. „Du hast dir ja richtig Mühe gegeben“, merkte ich an und ließ meine Tasche zu Boden sinken, bevor ich mir meine Schuhe auszog und meine Jacke darüberlegte. Akira lächelte leicht und erwiderte: „Ach was, du sollst es ja schließlich gemütlich haben. Immerhin glaube ich nicht, dass ich dich dieses Mal davon überzeugen kann, in meinem Bett zu schlafen“. Ich grinste leicht und nickte: „Nein, das wirst du nicht schaffen. Dieses Mal nicht und die Matratze sieht fast schon gemütlicher aus, als dein Bett“. Akira grinste und zog sich seine Jacke aus, bevor auch er aus seinen Schuhen schlüpfte und meinte: „Gut, dann werde ich jetzt kochen gehen. Willst du hierbleiben oder kommst du mit?“ Ich sah ihn an und lächelte, ehe ich antwortete, dass ich mitkommen wollte. Er nickte und ich folgte ihm dann in die Küche, wo ich mich an den Tisch setzte und hin und wieder auf mein Handy sah, während er sich daran machte das Curry zuzubereiten.

„Hier, probier mal“, forderte Akira mich nach ein paar Minuten auf und hielt mir einen Löffel mit dem Curry hin. Sofort legte ich mein Handy auf den Tisch und kam zu ihm rüber, bevor ich mir meine Haare zurückstrich und vorsichtig von der warmen Soße kostete. Ich ließ es mir auf der Zunge zergehen und lächelte ihn dann an: „Schmeckt perfekt. So kann ich es essen“. Akira lächelte und tat mir dann etwas Reis auf einen Teller, bevor er dazu die Soße goss und mir den Teller dann reichte. Anschließend begann er das Curry so zu würzen, wie es sich gehörte. Aber ich vertrug leider scharfes Essen nicht so gut, weshalb ich es mehr als lieb fand, dass er mir eine relativ große Portion auf einen Teller rettete. Ich bedankte mich bei ihm und setzte mich dann an den Küchentisch, bevor ich auf Akira wartete, der sich dann auch schon zu mir setzte. Ein wenig verlegen sah ich zu ihm rüber und begann den Reis dann langsam zu essen. Akira tat es mir nach und schon nach kurzer Zeit musste ich lachen, da seine Brille durch das warme Essen beschlug. Akira seufzte und nahm sich die Brille ab, bevor er sie zur Seite legte. Ich wurde sofort nervöser und begann mich wieder auf mein Essen zu konzentrieren, da er einfach unsagbar gut aussah. Ich vergaß es oft, da er so selten seine Brille absetzte. „Es ist manchmal schon etwas lästig“, hörte ich ihn murmeln, bevor er dann in Ruhe sein Curry aß. Ich schielte unsicher zu ihm rüber und musste wirklich das Schwärmen für ihn verstecken. Er sah grade einfach so verdammt gut aus. Seine Augen, die im fahlen Licht der Küche glänzten, sein Gesicht, was durch die Hitze und vermutlich auch wegen der Schärfe des Currys leicht schwitzte und erst diese Lippen, die sich um den Löffel schlossen. Ich seufzte und aß weiter, da ich bemerkte, wie Akira seinen Blick hob. „Ist etwas? Schmeckt es dir nicht?“, fragte Akira mich und ich sah wieder auf, ehe ich ihn verwirrt musterte. „Nein, nein. Es schmeckt wirklich lecker, Akira. Nur ist mir das glaube ich etwas zu viel“, erklärte ich und goss mir dann etwas in ein Glas, welches zusammen mit drei anderen Gläsern und einer Wasserflasche auf dem Tisch stand. „Da bin ich froh. Ich…ich möchte nämlich, dass du dich bei mir wohl fühlt“, erwiderte Akira und sah mich wieder so sanft lächelnd an, dass ich das Gefühl hatte, dass mein Herz stehen blieb. Ich schluckte schwer und lächelte leicht: „Ich fühle mich immer wohl bei dir. Mach dir darüber keine Sorgen“. Akira nickte langsam und den Rest des Essens schwiegen wir uns an. Und ich wusste einfach nicht, was auf einmal los war. Sonst verstanden wir uns doch auch echt gut und konnten stundenlang über Dinge reden. Mit einem mulmigen Gefühl aß ich so lange, bis ich nicht mehr konnte und wartete dann noch auf Akira, der sich sogar etwas nachnahm, bevor er auch bald fertig war und wir in sein Zimmer zurückkehrten. Nun waren wir beide deutlich satter und naja…wir konnten mit den Filmen beginnen.

„Also…worauf hast du Lust, Cami?“, erkundigte sich Akira, während er in seiner großen Tasche nach irgendwelchen Filmen suchte. Ich beugte mich über diese und sah ihm beim Blättern zu. Irgendetwas Gutes musste er doch haben. Ich grübelte und zeigte dann auf eine Actionkomödie, weshalb Akira nickte und diese dann auch schon in seine Konsole einlegte. Ich verkrümelte mich auf sein Bett und bemerkte dann erst etwas: „Wo ist eigentlich Morgana?“ Kurz sah Akira mich an, ehe er auflachen musste und erwiderte: „Das fällt dir aber früh auf. Morgana ist bei Ryuji und verbringt dort den Abend“. „Bist du sicher? Die beiden haben sich doch ständig in den Haaren. Sollten wir sie wirklich alleine lassen?“, erkundigte ich mich nachdenklich und sah dabei zu, wie Akira sich wieder neben mich setzte und abwank: „Ach so schlimm wird es nicht“. Ich sah ihn noch kurz skeptisch an, ehe ich dann nickte und mich zum Fernseher wandte. Eigentlich war mir der Film ziemlich egal. Ich wollte einfach nur ein wenig Zeit mit Akira verbringen und ihn damit unterstützen, dass er glücklich mit seinem Schwarm wurde. Egal, ob ich ihn nun sehr gern hatte oder eben nur freundschaftlich über ihn dachte. Es war mir trotz allem wichtig, dass er glücklich war. Und wenn ich ihm dabei helfen konnte – egal wie – wollte ich auf jeden Fall für ihn da sein. „Hast du vor sie am Wochenende zu fragen?“, fragte ich dann plötzlich und war überrascht, dass ich dieses Thema wieder ansprach. „Was meinst du?“, erwiderte Akira und wandte dann langsam seinen Blick von Fernseher ab, um mich neugierig anzusehen. Ich sah ihn an und hätte nun die Chance irgendwas zum Film oder so zu sagen. Doch…ich konnte nicht verhindern, dass es mich doch schon interessierte, wann er sie fragen wollte. „Naja…das Mädchen für das du dich interessierst. Hast du vor sie morgen oder Sonntag zu fragen?“, wiederholte ich meine Frage und ließ dabei immer wieder meinen Blick schweifen. Einen Augenblick lang sah Akira mich an, ehe er begann zu schmunzeln und sich wieder die Brille abnahm. Nanu? „Weißt du…ich habe sie bereits gefragt“, erklärte er mir und ich schluckte schwer, da es sich so anfühlte, als hätte ich einen Schlag in meinen Magen bekommen. Er hatte sie bereits gefragt. „Oh…u-und was hat sie gesagt?“, fragte ich nervös und versuchte dabei nicht allzu niedergeschlagen zu klingen. Akira sah mich lange an und lächelte dann. Und dieses Lächeln sah sogar etwas verschmitzt aus. Hatte ich etwas verpasst? „Sie hat ja gesagt“, antwortete Akira und kam mir dabei ein bisschen näher. Instinktiv wich ich zurück und so langsam verstand ich ihn wirklich nicht mehr. „W-wann ist denn euer Date, Akira?“, fragte ich und wich immer weiter zurück, während er mir einfach folgte. Was tat er denn da? Er hatte doch einen Schwarm. Warum kam er mir dann immer näher und drängte mich so weit nach hinten, dass ich nun das Fenster in meinem Rücken spürte? In meinem Hinterkopf begann es zwar zu rattern, aber ich verstand Akira noch immer nicht. Und vermutlich war ich deswegen noch nervöser als eh schon die ganze Zeit. „Das Date mit ihr…naja…das Date mit ihr ist…jetzt“, flüsterte er mir zu und stützte sich mit seiner linken Hand an der Fensterscheibe neben meinem Kopf ab. „Hä?“, kam es geistreich von mir und ich blinzelte nun noch verwirrter. Aber wenn sein Date jetzt war, warum war er dann bitte hier? Müsste er dann nicht bei ihr… Oh! „W-wer…wer ist es denn, Akira?“, fragte ich nun und mein Herz begann zu rasen, während ich hoffte, dass ich ihn nun richtig verstand. Denn wenn ich das jetzt alles richtig gedeutet hatte, dann war sein Date… „Du“, flüsterte Akira und kam mir wieder ein Stück näher. Ich schluckte schwer und spürte wie mein Mund immer trockener wurde. Eine angenehme Wärme breitete sind in meinen Wangen aus und ein leichtes Pulsieren in meinen Ohren konnte ich auch wahrnehmen. Mein Atem ging stoßweise und ich flüsterte: „Und…was hast du nun mit mir vor?“ Ich hielt kurz den Atem an und als ich seine Antwort hörte, presste ich diese laut zwischen meinen Lippen hervor. „Warum zögerst du noch?“, fragte ich ihn und mein Körper erwachte aus seiner Starre, bevor ich meine Augen schloss und spürte, wie er langsam die letzten Zentimeter zwischen uns überbrückte. Kurz spürte ich seinen Atem an meinen Lippen, bevor dieser verschwand und ich diesen sanften Druck stattdessen fühlte. In meinem Kopf setzte irgendetwas kurz aus, ehe mein Körper begann zu reagieren. Meine Hände legte sich leicht zitternd an seine Wangen und er kam mir noch ein Stück näher, sodass meine Arme sich um seinen Hals schlingen konnten. Der Kuss wurde nun deutlich inniger und ich wollte mich gar nicht mehr von ihm lösen. Seine Lippen waren weich und drückten sich immer wieder gegen meine, während seine Hand an meiner Hüfte lag und mich noch etwas näher zu sich zog, als eh schon. Somit glitt er zwischen meine Beine, was ich umso besser fand, da er so viel näher war. Ich vergrub meine Hand in seinem Haar und öffnete nun vorsichtig meine Lippen, um seiner Zunge, die schon seit einer Weile nach Einlass bettelte, endlich hinein zu lassen. Sanft strich sie über die geöffneten Lippen, bevor er nun zögernd in meinen Mund vordrang und sanft über die Zahnreihen strich. Doch dann widmete er sich meiner Zunge und stupste sie immer wieder an, sodass ich mich nun doch traute dies zu erwidern. Es entstand ein aufregender Tanz, den keiner unterbrechen wollte. Doch irgendwann drückte ich Akira sanft an seinen Schultern zurück und öffnete dann leicht meine Augen, um ihn ansehen zu können. Wir waren beide etwas außer Atem und ich glaubte einen kleinen Faden zwischen uns erkennen zu können, der dann aber sofort zerriss. Keuchend saß ich vor ihm und schluckte schwer, während ich sein Gesicht aufmerksam musterte. Seine Wangen waren rot, seine Augen glänzten aufgeregt und er leckte sich ein paar Mal über die Lippen. Unwillkürlich biss ich mir auf die Unterlippe und musste dann einfach lächeln. Langsam schien ich ganz zu begreifen, was ich hier grade getan hatte. Was wir grade hier getan hatten. Akira erwiderte das Lächeln und lehnte seine Stirn an meine, weshalb ich meine Augen entspannt schloss. Seine Hand wanderte zu meiner und löste sie von seiner Schulter, bevor er seine Hand sich mit meiner verschränkte und einen Kuss daraufsetzte. „Es war noch viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe“, flüsterte Akira und mein Herz raste in meiner Brust, während ich meine Augen wieder öffnete und in seine sah. Ich hatte das Gefühl vollkommen dahin zu schmelzen, während er mich so musterte. Sein Blick war sanft, liebevoll. Und gleichzeitig erkannte ich, dass nicht nur Akira vor mir saß. Nein, dafür war der Kuss viel zu leidenschaftlich gewesen. Nein, vor mir saß auch noch Joker. Ich lächelte und konnte mir ein nervöses Kichern nicht verkneifen, bevor ich mir mit meiner freien Hand ein paar Strähnen aus dem Gesicht strich. „Sag Cami…willst du mal mit mir essen gehen? Nur du und ich…und dieses aufregende Gefühl zwischen uns?“, fragte mich Akira und kam mir wieder näher. Ich grinste leicht, löste meine Hand von seiner und vergrub sie wieder in seinem Haar. „Aber nur wenn ich noch einmal so einen Kuss bekomme…Joker“, raunte ich und sah ihm weiterhin aufmerksam in die Augen. Somit verpasste ich auch nicht dieses Aufleuchten, als ich seinen Codenamen erwähnte. „So viele wie du willst“, flüsterte er, bevor er unsere Lippen wieder miteinander versiegelte und es wieder zu einem leidenschaftlichen Zungenspiel kam.

„Sollen wir es den anderen auch noch sagen?“, erkundigte sich Akira sanft lächelnd, der nun neben mir lag und mir sanft über meine Hüfte strich, was bei mir eine angenehme Gänsehaut auslöste. Er musterte mich neugierig durch seine Brille, die er nun wieder trug, und bedachte mich schon die ganze Zeit über mit einem sanften Lächeln. „Ich…weiß nicht. Vielleicht sollten wir erst einmal ein paar Tage gucken, wie es zwischen uns läuft. Aber wir könnten einige von uns damit sehr glücklich machen“, erwiderte ich grübelnd und rückte ein wenig auffällig mehr an ihn heran. Seine Hand wanderte zu meinem unteren Rücken und strich nun dort hinüber, während er mich ansah. „Ich wäre dafür, dass wir es einfach nicht verstecken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Joker sich zurückhalten kann, wenn er Rose das nächste Mal sieht“, wandte Akira ein und kam mit seinem Gesicht wieder näher zu mir. Kichernd sah ich ihn an und meinte: „Stimmt…Joker ist ja immer so ungestüm. Ob Rose sich dahalten kann?“ Akira sah mich verwundert an, bevor er lachte und mir mit einem „Bestimmt nicht“ einen Kuss auf die Stirn drückte.
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