The 100 - Wanheda

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Clarke Griffin Lexa Lincoln OC (Own Character) Octavia Blake
12.08.2019
05.10.2019
60
194513
17
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POV Clarke

Müde öffnete Clarke ihre Augen und blickte sich verschlafen um. Es dauerte eine Weile bis sie realisiert hatte wo sie sich befand. Sie blickte sich in der Höhle um, die sie nun seit geraumer Zeit bewohnte. Immerhin schaffte sie es nun schon seit drei Monaten in der Wildnis zu überleben. Sie musste gestehen, dass sie es genoss keinem Rechenschaft ablegen zu müssen, für niemanden, außer sich selbst Entscheidungen zu treffen. Sie konnte selbst entscheiden wann sie aufstand und was sie am Tag tat. Leider hatte die selbstgewählte Einsamkeit nichts an ihren Alpträumen geändert, die sie Nacht für Nacht heimsuchten. Müde starrte sie eine Weile an die Höhlendecke bevor sie sich aufsetzte. Sie blickte sich in der Höhle um und inspizierte ihre Habseligkeiten. Viel war es nicht, aber sie brauchte auch nicht viel. Wenn sie sich langweilte zeichnete sie mit Kreide oder Kohle an die Wände, sie besaß auch ein paar Blöcke und Stifte, die sie sich aus Finns Bunker geholt hatte. Das meiste der Sachen die sie hier benutzte stammte aus jenem Bunker. Zunächst hatte sie überlegt dort zu bleiben doch zu viele kanten diese Zuflucht bereits und so ging sie nur dann dort hin, wenn sie etwas aus der Zivilisation benötigte. Manchmal brachte auch Lincoln ihr gelegentlich etwas mit. Etwa zwei Wochen nach dem Beginn ihres Exils lief sie ihm in die Arme als er auf der Jagd war. Von da an trafen sie sich regelmäßig. Er brachte sie dann auf den neuesten Stand was die Dinge im Camp betraf, oder er brachte ihr einige Vorräte oder nützliche Dinge. Da sie nicht nur auf ihn angewiesen sein wollte brachte er ihr das Kämpfen, Jagen und überleben in den Wäldern bei. Im Camp erzählte er nichts davon das er wusste wo sie sich befand und dafür war sie ihm Dankbar. Oft blieb er auch einfach nur um sich ein bisschen mit ihr zu unterhalten. Tatsächlich waren sie in den letzten Monaten richtig gute Freunde geworden und sie bewunderte sein Wissen und Können, wenn es ums Überleben ging. Sie hatten ein Zeichen vereinbart, ganz in der Nähe ihrer Höhle wuchsen wunderschöne blaue Blumen, wenn sie seine Hilfe benötigte ließ sie so eine Blume am Waldrand in der Nähe des Camps wo er sie finden konnte, wenn er das Camp zum Jagen verließ. Inzwischen war sie jedoch recht selbstständig geworden worauf sie sehr stolz war. Auch Lincoln war beeindruckt von ihrem Einfallsreichtum und ihrem Durchsetzungsvermögen.

Ihre Unterkunft war eine richtig glückliche Fügung gewesen, welche sie am Ende ihrer ersten Woche in den Wäldern zufällig gefunden hatte. Sie war gerade auf der Suche nach einer Wasserquelle gewesen, als sie zwischen einigen Felsen fündig geworden war entdeckte sie direkt dahinter einen Höhleneingang. Einen Augenblick fürchtete sie schon das die Höhle bewohnt sein könnte, doch sie hatte Glück. Hinter dem Eingang gab es eine kleine Kammer, welche in eine Größere führte und schließlich in zwei weitere kleine Kammern mündete. Eine dieser kleinen Kammern war inzwischen ihr Schlafzimmer. Sie hatte hier ein Nachtlager aus Stroh und Pelzen. Es war tatsächlich viel bequemer als es aussah. Am hinteren Teil der Kammer hatte sie ein Holzgestell gebaut wo sie ihre Kleidung zum Trocknen aufhängen konnte. In der Mitte der Kammer stand eine kleine Heizeinheit die mit Solarstrom betrieben wurde und sie zu jedem Wetter warmhielt. Gegenüber dem Bett hatte sie einen behelfsmäßigen Tisch aufgestellt wo sie ihre Waffen aufbewahrte. Ihre Pistole befand sich immer unter ihrem Kissen, das ebenfalls aus dem Bunker stammte, auf dem Tisch wiederum lag ein selbstgebauter Bogen, mit dem sie aber noch nicht richtig umgehen konnte, drei selbstgebaute Speere, drei Messer und zwei Äxte. Schnell zog sie sich ihre Kleidung an, welche in den letzten Monaten einige Upgrades erhalten hatten, so wurden sie mit Lederstücken an vielen Stellen verstärkt oder geflickt und auch an vielen Stellen mit Pelz und Schrottteilen versehen. Zusammen mit den Zöpfen, die sie sich jeden Morgen in die Haare flocht, sah sie schon langsam wie eine Grounderin aus. Als sie mit ihrer Frisur zufrieden war steckte sie ihre Pistole in den Halfter, steckte eines der Messer ein und ging in den Zentralraum. Hier lagen einige Pelze zum Sitzen und es gab einige selbstgezimmerte Kisten, in denen ihr Zeug war. In der Mitte loderte ein Feuer, der Rauch konnte über einige Risse in der Decke entweichen. Sie legte ein Paar Holzscheite in das Feuer und betrachtete ihre schwindenden Holzreserven, wahrscheinlich würde sie in spätestens zwei Tagen wieder Nachschub holen müssen. Die zweite kleine Kammer beinhaltete ihr Vorratslager, hier lagerte sie ihre Nahrung und die Heilpflanzen, welche sie dank Lincoln bereits finden konnte. Sie steckte sich ein bisschen Trockenfleisch ein und ging zum Ausgang. Sie hatte einige Felle vor den Eingang gehängt, um zum einen das Licht aus dem inneren der Höhle abzuschirmen und andererseits die kalte Luft draußen zu halten. Vor dem Eingang plätscherte ihre eigene kleine Quelle. Schnell füllte sie ihre Feldflasche und wusch sich anschließend das Gesicht mit dem kalten Wasser. Sie keuchte als das Wasser ihre Haut berührte, doch sogleich fühlte sie sich erfrischt und halbwegs munter. Bevor sie ging richtete sie noch das Solarpanel so aus, dass sich die wenigen elektrischen Geräte über den Tag aufladen konnten.

Sie ging eine Weile durch den Wald und genoss die Morgensonne. Instinktiv achtete sie jedoch auf jedes Geräusch. Inzwischen konnte sie viele Geräusche voneinander unterscheiden und so feststellen ob ein Geräusch einen natürlichen Ursprung hatte oder eben nicht. Nach einigen Minuten erreichte sie eine kleine Lichtung und setzte sich auf einen großen flachen Felsen am Rande. Einen Augenblick genoss sie die Stille bevor sie einen kleinen Block aus ihrer Umhängetasche zog und zu zeichnen begann. Mit geschickten Bewegungen skizzierte sie die Lichtung und begann dann Details hinzu zu fügen. Am Ende würde sie ein weiteres Bild haben in dessen Mittelpunkt sie zu finden war. Ständig, wenn sie in Gedanken versunken zeichnete geschah dasselbe, immer wieder schlich sie sich in ihre Gedanken. Sie hatte sich geschworen Lexa aus ihren Gedanken zu verbannen doch selbst nach drei Monaten war es ihr nicht möglich gewesen. Sie hasste es das sie diese Frau, die ihr so viel Schmerz und Kummer beschert hatte, einfach nicht vergessen konnte. Auf der Lichtung war nur das kratzen ihres Stiftes zu vernehmen. Nach einigen weiteren Minuten erregte ein Rascheln ihre Aufmerksamkeit. Es war kaum zu hören, doch es war ihr nicht entgangen. Clarke befasste sich weiter mit ihrer Zeichnung doch aus den Augenwinkeln suchte sie ihre Umgebung nach verräterischen Hinweisen ab. Hinweise darauf wer sich an sie heranschlich und wo dieser sich befand. Dem Geräusch nach war es wahrscheinlich kein Tier, also ein Mensch sie versuchte das Geräusch zu orten während sie ihre Umgebung absuchte. Auf den ersten Blick war sie immer noch ahnungslos und in die Zeichnung vertieft. Das Geräusch musste sich irgendwo rechts hinter ihr befinden. Vorsichtig ließ sie ihre Hand unter den Block gleiten wo ihr Messer griffbereit lag. Sie verstärkte den Griff um den Messergriff und fuhr in einer fließenden Bewegung herum. Mit einem lauten klirren prallte ihr Messer von einer Schwertklinge ab, dahinter erschien Lincolns grinsendes Gesicht.

„Viel besser.“ Lobte er.

„Du wirst immer schneller, allerdings verrät deine Körperhaltung immer noch was du als nächstes tun wirst.“

Clarke schnaufte.

„Kopf hoch das bekommst du schon hin. Wenn ich bedenke wie viel du in den letzten zwei Monaten gelernt hast ist dein Fortschritt mehr als beeindruckend. Die meisten bräuchten mindestens zwei Jahre um auf denselben stand wie du zu kommen.“

Die junge Blondine spürte wie die Hitze in ihre Wangen stieg.

„Du bist aber auch ein guter Lehrer.“ Gestand sie ehrlich.

Der große Grounder ließ sich neben sie auf dem Felsen nieder. Erst jetzt fiel ihr auf das er eine Jacke der Garde trug.

„Du wurdest in die Garde aufgenommen, das ist ja großartig, herzlichen Glückwunsch.“

Fröhlich nahm sie den Mann neben sich in den Arm. Inzwischen erwiderte er ihre Umarmungen sogar. Zu Beginn tat er sich schwer mit dieser Angewohnheit der Sky People. Wie er ihr erklärte bedeutete so enger Körperkontakt in neunzig Prozent aller Fälle einen Angriff. Inzwischen konnte er sich jedoch entspannen.

„Danke,“ meinte er mit einem ehrlichen Lächeln, „ich wünschte nur O würde es genau so sehen.“

„Wie meinst du das?“

Lincoln überlegte wie er sich ausdrücken sollte.

„Sie ist nicht begeistert. Sie hätte es vorgezogen wen wir bei den Clans geblieben wären. Leider macht der Tötungsbefehl, der auf mich ausgesetzt wurde, dies unmöglich. Sie meint, nur weil sie mich so anziehen wie einen der ihren sei ich noch lange nicht wie sie. Sie behauptet sie würden mich nur Abrichten wie einen Hund.“

Clarke grinste etwas.

„Das klingt auf jeden Fall wie sie.“

Auch Lincoln grinste nun.

„Lass ihr einfach ein wenig Zeit sich damit ab zu finden. Sie ist ein sehr leidenschaftlicher Mensch und neigt oft auch mal dazu über das Ziel hinaus zu schießen. Doch sie gesteht auch ein, wenn sie falsch liegt…zumindest irgendwann. Zeig ihr einfach das es funktioniert.“

Lincoln nickte, auch wenn man ihm an sah das er nicht so ganz überzeugt war.

„Ich bin jedenfalls irre stolz auf dich, du hast es dir wirklich verdient.“ Fügte sie noch ehrlich hinzu.

Danach erzählte er ihr was es im Camp Neues gab. Offensichtlich waren zwei Kinder zur Welt gekommen und drei Schwangerschaften verzeichnet worden. Bellamy traf sich neuerdings mit einer Frau namens Gina Martin und Jasper war nach wie vor dauerblau. Abby war nach wie vor die Kanzlerin. Ein oder zwei Mal hatte sie sich mit Indra getroffen, um darüber zu sprechen sich in Mount Weather zu versorgen, doch bisher gab es noch keine Ergebnisse. Bei der Erwähnung dieses Ortes wurde sie augenblicklich unruhig. Mit aller Mühe konnte sie ihre Angstzustände in den Griff bekommen. Dies passierte ihr immer wieder das sie in eine Art schockstarre verfiel, wenn dieser Ort oder ihre Bewohner erwähnt wurden. Sie atmete tief durch. Lincoln hatte sich unterbrochen als er bemerkte was er gesagt hatte. Er wusste von diesen Angstattacken da sie sich vor drei Wochen ihm anvertraut hatte als sie immer schlimmer wurden. Vorsichtig fuhr er ihr in einer beruhigenden Geste über den Rücken bis sich ihre Atmung wieder beruhigt hatte. Dankbar lächelte sie ihn an und er lächelte nur aufmunternd. Worte waren in dieser Situation unnötig den sie verstanden einander. In gewisser Weise ging es ihm nicht anders, er wurde von seiner Zeit als Reaper noch immer verfolgt und litt ähnlich wie Clarke an Schuldgefühlen wegen seiner Taten. Im Grunde therapierten sie sich gegenseitig. Nach einer Weile trainierten sie noch ein wenig den Messerkampf bevor Lincoln noch etwas Jagen ging um eine Rechtfertigung für sein Langes fernbleiben zu haben.

Auch Clarke plante noch ein wenig zu Jagen. Ihre Vorräte gingen langsam zur Neige. Sie hatte eine ziemlich eigensinnige Jagdmetode entwickelt. Sie spürte einige Panterspuren auf und setzte sich auf eine Lichtung wo sie gut zu sehen war. Sie schloss die Augen und wartete. All ihre Sinne waren gespannt und sie reagierte auf jedes Geräusch. Als sich ihre Baute näherte wusste sie es schon bevor die schwarze Kreatur in Sicht war. Die Raubkatze kam genau von vorn. Sie hob den Dolch vor die Brust und wartete. Dann sah sie das Tier aus dem Gestrüpp treten. Langsam wurde es immer schneller und kurz bevor es sie erreichte setzte die riesige Katze zum Sprung an. Schnell ließ sie sich nach hinten fallen und rammte ihr Messer von unten in seine Brust. Einige Augenblicke kämpfte das Tier mit dem Tod und hatte sogar noch einmal die Change sie in die Schulter zu beißen bevor es endlich verendete. Mühsam schob sie die Kreatur von sich herunter. Sie brauchte einige Minuten bevor sie ihren Körper wieder völlig unter Kontrolle hatte. Die Schulter tat höllisch weh, aber damit konnte sie sich jetzt nicht befassen. Sie stand auf und holte aus einem Gebüsch ein Gestell, auf das sie nun die Beute rollte. Anschließend machte sie sich auf den Weg zum Trigeda Handelsposten. Es dauerte fast vier Stunden bis sie ihn erreicht hatte. Sie wartete ein wenig, um sicher zu gehen das ihr Vater nicht zu Hause war. Sie betrat mit ihrer Beute im Schlepp das kleine Gebäude. Im Inneren konnte sie schon die hübsche dunkelblonde Grounderin sehen die sie wie immer mit einem freundlichen Lächeln begrüßte. Sie kam um die Theke herum und betrachtete ihre Beute.

„Na da hast du dich ja wieder mal selbst übertroffen.“

Meinte sie beeindruckt.

„Obwohl du irgendwann mal selbst zur Beute wirst, wenn du nicht aufpasst.“

Erklärte sie als sie im Vorbeigehen ihre blutende Schulter sah. Clarke zuckte nur mit der Schulter was jedoch einen stechenden Schmerz durch diese schießen lies. Sie verzog sofort das Gesicht vor Schmerz was Niylah natürlich nicht entging.

„Ich werde das verarzten bevor ich dich wieder ziehen lasse.“

Clarke nickte nur. Sie sprach nie, wenn sie hier war, sie beschränkte sich nur auf nicken, Kopfschütteln und zeigen. So war es sicherer da sie so nicht riskierte sich zu verraten. Nachdem sie das Tier nach hinten gebracht hatte stellte Niylah die üblichen Vorräte für Clarke auf den Tresen und packte noch einige zusätzliche Dinge ein. Clarke lächelte dankbar.

„Na dann komm mal mit.“

Die Händlerin zog die junge Frau in eines der Hinterzimmer wo ein großes Bett stand. Sie schob sie auf das Bett und half ihr das Oberteil aus zu ziehen. Mit einiger Mühe und Schmerzen gelang ihr das auch. Vorsichtig wusch die Grounderin die Wunde aus, anschließend legte sie Clarke eine saubere Bandage an. Die sanften Finger auf ihrer Haut bescherten Clarke eine Gänsehaut. Vorsichtig drehte sie sich um und blickte der Frau in die Augen. Sofort hatte sie wieder die grünen Augen von Lexa im Sinn. Warum musste diese Frau sie nur auf Schritt und tritt verfolgen. Als Niylah sich ihren Lippen näherte drückte Clarke sie sanft zurück und schüttelte mit dem Kopf. Beschämt richtete Clarke ihren Blick auf das Bett bis die Händlerin ihren Kopf wieder hob, um ihr in die Augen zu sehen.

„Ist nicht schlimm Clarke kom Skaikru. Ich werde dich nicht drängen, ich kann warten.“

Clarkes Gesichtszüge entgleisten als sie ihren Namen vernahm.

„Woher kennst du meinen Namen.“

Niylah grinste.

„Wow deine Stimme ist sogar noch heißer als ich gedacht hatte.“ Neckte sie.

Clarke wurde augenblicklich rot.

„So ziemlich jeder kennt dich Wanheda.“

„Wanheda?“ Fragte Clarke nach.

„Wusstest du das nicht? So nennt man dich in den Clans. Wanheda heißt übersetzt Commander des Todes.“

Clarke schluckte, also selbst die Clans halten sie für ein Monster. Als hätte die Grounderin ihre Gedanken gelesen begann sie zu erklären.

„Das ist unter keinen Umständen als Beleidigung zu verstehen. In unserer Kultur werden Krieger über alles geschätzt und sie werden an ihren Siegen im Kampf gemessen.“

„Also an der Zahl derer die sie getötet haben?“ Fragte Clarke nach. Die Händlerin nickte.

„Die stärksten Krieger sind dabei die Commander, manche Commander erhalten sogar einen beinahmen wie der erste Commander, in unserer Sprache heißt das Pramheda. Das bedeutet das mein Volk dich auf die gleiche Stufe stellt wie einen Commander. Das ist eine ganz seltene Ehre, die bisher nur dir zu Teil wurde.“

Clarke versuchte das gehörte zu verarbeiten. Auf eine gewisse Weise machte es Sinn und passte zu den Groundern.

„Du solltest dich in Acht nehmen. Nicht jeder wird dir gegenüber freundlich gesinnt sein. Den in unserer Gesellschaft nimmt ein Krieger mit jeder Tötung, die Macht dessen auf den er getötet hat. Je mehr Tötungen man hat umso mächtiger ist man. Je mächtiger man ist desto häufiger wird man herausgefordert da sich andere deine Macht einverleiben wollen. Das macht Wanheda zu einem bevorzugten Ziel.“

Clarke stöhnte innerlich auf. Das war ja klar die Dinge liefen einfach zu glatt, irgendetwas fürchterliches musste ja passieren. Das bedeutete das jeder da draußen sie als Freiwild betrachtete. Ebenso gut hätte sie sich eine Zielscheibe auf den Rücken malen können. Womit hatte sie so etwas nur immer wieder verdient.

„Ich sollte aufbrechen bevor es dunkel wird.“

Versuchte Clarke dieser Situation zu entkommen. Die Gounderin nickte nur. Während Clarke sich wieder ordentlich anzog verstaute Niylah die Vorräte in Clarkes Rucksack. Als diese den Rucksack auf ihren Rücken hievte, gab die Händlerin ihr einen Kuss auf die Wange.

„Sei bitte vorsichtig dort draußen.“ Meinte sie mit einem Lächeln, Clarke erwiderte das Lächeln und nickte bevor sie durch die Tür schritt.

Sie war bereits seit einer Stunde unterwegs, es begann bereits zu dämmern, als sie Geräusche hörte. Sie blieb stehen und ging in die Hocke, um ein kleineres Ziel ab zu geben. Vorsichtig blickte sie sich um als ein Pfeil auf sie zu flog. Knapp konnte sie ihm entgehen als sie sich zur Seite warf. Sofort war sie wieder auf den Beinen und rannte los. In der Bewegung zog sie ihr Messer. Vor ihr tauchte eine große Gestallt auf. Sie wartete nicht darauf das er etwas tat, sondern sprang im vollen Lauf und rammte ihn Frontal, dabei trieb sie ihm das Messer bis zum Griff in den Brustkorb. Sie zog die Klinge aus dem Körper und rannte weiter. Das Gewicht auf ihrem Rücken behinderte sie und machte sie langsam. Irgendwie musste sie es los werden, andererseits waren diese Vorräte lebensnotwendig für sie. Ein weiterer Pfeil schoss an ihr vorbei weshalb sie begann haken zu schlagen, um ein schlechteres Ziel ab zu geben. Vor sich entdeckte sie eine ihrer Fallen und kam auf eine Idee. Sie nahm im Laufen den Rucksack von den Schultern und warf ihn in die Falle, als die Falle zu schnappte wurde der Rucksack in die Höhe gezogen und verschwand aus ihrem Blickfeld, sie würde ihn sich später wieder zurückholen. Ohne das zusätzliche Gewicht war sie gleich viel schneller. Sie erreichte einen Abhang und sprang diesen ein Stück hinab versteckte sich aber hinter einem breiten Baum und wartete. Drei Gestalten hetzten nach einander den Abhang hinunter und weiter Gerade aus. Der letzte jedoch blieb unschlüssig stehen und sah sich um. Es war nur eine Frage der Zeit bis er sie sehen würde. Entschlossen setzte sie zum Sprung an und landete auf seinem Rücken. Sie klammerte sich um seinen Hals und schnitt ihm die Kehle durch, leider konnte sie einen Aufschrei des Grounders nicht verhindern. Sie konnte sehen wie seine beiden Kammeraden plötzlich stehen blieben und zurückblickten. Bevor die beiden realisierten was sie sahen lief Clarke bereits nach links. Sie wich geschickt den Bäumen aus und trat plötzlich ins Leere. Sie rollte in eine Senke die mit spießen gespickt war. Eine Grounderfalle ging es ihr durch den Kopf. An den Spießen riss sie sich den Arm und das Bein auf. Tränen stiegen ihr in die Augen und sie versuchte mit aller Gewalt die Schmerzen nieder zu kämpfen. Bevor sie reagieren konnte flog ihr ein dunkler Schatten, mit einem Schrei, entgegen. Ihr Verfolger war in die gleiche Falle getappt, nur er hatte weitaus weniger Glück und wurde von einem der Spieße frontal erwischt. Clarke wusste das es nur eine Frage der Zeit war bis der letzte sie erreichen würde. Mühsam stand sie auf und nutzte die Spieße als Stufen, um auf der anderen Seite aus der Senke zu klettern. Als sie wieder ebenen Boden unter den Füßen hatte lief sie weiter. Die offenen Wunden schmerzten wie die Hölle, dennoch gab sie nicht auf. Fast als es so aussah das sie ihm entkommen könnte endete ihre Flucht an einem Abgrund. Er war tief genug das sie in der Dämmerung nicht bis ganz nach unten schauen konnte. Sie konnte jedoch das Rauschen von Wasser vernehmen. Der letzte Grounder kam schließlich schnaufend hinter ihr zum Stehen. Er war ein hässlicher Vogel, irgendwie schien er ziemlich groß und schlaksig zu wirken, er hatte ein hageres Gesicht und verfilzte, stumpfe, blonde Zotteln auf dem Kopf, in der rechten Hand trug er eine Axt.

„Hab ich dich Wanheda,“ meinte er nach Luft schnappend, „du machst es einem aber auch nicht leicht. Aber was solls, das Kopfgeld, das ich für dich Kassiere wird mich stink reich machen.“

Clarke überlegte was sie tun konnte doch ihr viel nur ein einziger Ausweg ein. Sie blickte noch einmal in den Abgrund.

„Vergiss es den Sturz würdest du nie überleben.“ Raunte der Grounder als er auf sie zu schritt. Clarke stand nun ganz dicht an der Kante als der Grounder nach ihr griff. Da nutzte sie ihre letzte Change. Sie packte den Grounder und warf ihr gesamtes Gewicht nach hinten. Der Mann kreischte als sie gemeinsam in den Abgrund stürzten. Während sie stürzten nutzte Clarke ihren Schwung und zog ihn unter sich wodurch sie ihn als Schild nutzen konnte als sie auf der Wasseroberfläche aufschlugen. Von der reißenden Strömung wurde sie Augenblicklich unter Wasser gezogen. Vielleicht war das doch keine gute Idee, ging es ihr durch den Kopf als ihr langsam schwarz vor Augen wurde.
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