The 100 - Wanheda

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Clarke Griffin Lexa Lincoln OC (Own Character) Octavia Blake
12.08.2019
05.10.2019
60
194513
18
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Dies ist meine erste Geschichte auf dieser Seite. Meine letzte FF ist schon einige Jahre her, ich hoffe also das ich es noch nicht verlernt habe. Einige der Charaktere könnten ein wenig bis sehr OOC sein. Es ist eine Alternative Version der Geschichte. Die Ereignisse in Mount Weather habe ich etwas verändert da dies besser in die Geschichte passt. Meine Kapitel neigen dazu oft etwas sehr lang zu werden ich hoffe das ist kein Problem. Das erste wirkliche Zusammentreffen von Clarke und Lexa wird allerdings etwas auf sich warten lassen.

Natürlich gehört nichts an dieser Geschichte mir bis auf die von mir erdachten Charaktere, von denen es einige geben wird.
Natürlich hoffe ich auf Reviews und das ihr spaß mit der Story habt.

POV Clarke

Hunger und Kälte waren die Empfindungen, die im Augenblick alles dominierten. Clarke war sich nicht sicher wann sie zuletzt etwas gegessen hatte. Zunächst hatte es wie eine gute Idee geklungen als ihre Seele nach Einsamkeit verlangte, doch nun eine Woche später war sie sich nicht mehr so sicher, dass ihre Entscheidung in der Wildnis Zuflucht zu suchen besonders gut durchdacht war. Sie hätte wenigstens einiges an Vorräten und Ausrüstung mitnehmen sollen, doch dann hätte man sie bestimmt nicht mehr aus Camp Jaha herausgelassen. Sie schlang die Arme um ihren zitternden Körper und betrachtete die Pistole in ihrem Schoß. Das Ding war Segen und Fluch zugleich. Sie konnte inzwischen gut mit ihr um gehen und war recht zielsicher, sie hätte sie problemlos zum Jagen benutzen können und damit sicher etwas erlegt, doch der Nachteil, der sie eben daran hinderte, war das dieses Ding furchtbar laut war. Hätte sie die Waffe benutz hätte jeder Grounder im Umkreis von mindestens zehn Kilometern gewusst wo sie sich befand. Außerdem reichte die Munition nicht ewig da sie nur ein Ersatzmagazin besaß. Daher war sie nur als letzter Ausweg nützlich. Clarke stöhnte genervt als ihr Magen wieder zu knurren begann. Wie war sie nur in einer so verworrenen Lage gelandet. Sie lehnte sich wieder gegen den Baumstamm und schloss die Augen. Sie war soweit sie sagen konnte immer ein guter Mensch gewesen was war nur passiert das sie sich in eine kaltblütige Massemörderin verwandelt hatte. Erst kam sie ins Gefängnis, weil sie das richtige tun wollte und dann wurde sie mit anderen Kriminellen auf die Erde geschickt wo sie eher aus Not eine Anführerin wurde. Dabei gerieten sie in einen Krieg mit den Bewohnern der Erde von denen sie nicht einmal gewusst hatten. Da wurde sie zum ersten Mal zum Massenmörder als auf ihren Befehl dreihundert Gounder im Feuer starben als die überlebenden hundert die Triebwerke ihres Dropships zündeten, um den Ansturm des Feindes zu überleben. Nach diesem Konflikt wurden sie von den Mountain Men entführt, leider führten auch diese mit ihren Leuten nichts Gutes im Schilde. Sie musste fliehen und ihre Leute für den Augenblick zurücklassen. Sie erreichte die restlichen Sky People, musste aber feststellen das der den sie liebte auf der Suche nach ihr ein Massaker unter den Groundern angerichtet hatte. Die Grounder forderten seinen Tod, um die zu sühnen welche er umgebracht hat. Letztendlich war es erneut Clarke die entscheiden musste. Sie opferte Finn, um ihr Volk vor Vergeltung zu bewahren, außerdem wusste sie das sie die Grounder brauchten, um Mount Weather zu stürzen. Da traf sie Lexa das erste mahl. Lexa die Anführerin aller zwölf Gounderclans, der Commander. Vom ersten Augenblick an war Clarke von diesen intensiven grünen Augen um den Verstand gebracht worden. Sie hatten sich sogar geküsst und nach all den Tragödien glaubte sie das sich endlich alles zum besseren wenden würde, doch das war ein Trugschluss. Die Schlacht von Mount Weather änderte alles. Hier wurde sie von ihr verraten. Von Lexa, die ihr Gefühle vorgeheuchelt hatte und sie im Augenblick des bevorstehenden Sieges im Stich gelassen hatte damit diese ihre Leute retten konnte, während Clarks Leute in den Händen der Mountain Men blieben. Sie erinnerte sich an den Moment als Lexa sich umdrehte und ging und sie verriet, sie erinnerte sich wie ihre ganze Welt einstürzte und sie hoffnungslos und allein zurückließ, diese innere Leere. Sie erinnerte sich das sie nicht aufgeben wollte und allein in den Berg ging. Es war als wäre es gerade eben erst geschehen.

Flashback

Clarke drückte die Pistole in den Rücken von Dante Wallace. Er war der ehemalige Präsident der Mountain Men, bevor sein Sohn Cage ihn entmachtet hatte. Sie führte ihn in den Kontrollraum des Mountains und befahl Monty ihn zu fesseln. Als dieser fertig war setzte sich der Asiatische Junge wieder an die Computer. Bellamy richtete seine Waffe auf Dante so das Clarke ihre Aufmerksamkeit auf die Bildschirme richten konnte. Der alte Mann machte ein trotziges Gesicht.

„Kannst du unsere Leute mit den Überwachungskameras finden?“

Monty antwortete nicht sondern tippte mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit auf der Tastatur herum. Einige Bildschirme wechselten ständig die Ansichten bis er bei einer verharrte. Es war ein großer Raum, ihre Freunde waren mit Ketten an die Wände gefesselt. Auf einem der Tische lag eine Gestallt mit dem Kopf nach unten so dass sie nicht erkennen konnte wer es war. Als einer der Ärzte jedoch mit einer Bohrmaschine in den Körper bohrte hörte sie die Schreie dieser Person. Clarke kamen Tränen in die Augen. Wütend packte sie den alten Mann im Genick und zerrte ihn zu den Monitoren und zwang ihn hin zu sehen.

„Sehen sie genau hin. Ist das in ihren Augen Menschlichkeit? Was ich dort sehe ist das Verhalten von Tieren, von Bestien, die alles Menschliche schon lange hinter sich gelassen haben.“

Der ehemalige Präsident zeigte Abscheu doch rechtfertigte er sich weiter.

„Manchmal muss man schreckliche Dinge tun, um zu überleben.“

Er sagte dies ohne die geringste Emotion in seiner Stimme was ihre Abscheu gegen diese Menschen nur noch verstärkte. Sie ließ Dante los und wendete sich selbst wieder den Monitoren zu. Gerade eben wurden weitere Personen in den Raum gebracht, zu diesen gehörten auch Monroe, Kane und ihre eigene Mutter. Die Gestalt auf dem Tisch hatte inzwischen aufgehört zu schreien und war wahrscheinlich nicht mehr am Leben. Der Arzt vor dem Tisch machte nur eine Handbewegung und ein Gardist schob den Körper wie Abfall einfach vom Tisch herunter. Clarkes Magen rebellierte und sie fürchtete sich gleich übergeben zu müssen. Noch nie hatte sie so einen Mangel an Menschlichkeit gesehen. Selbst die Grounder waren menschlicher als diese Leute.

„Monty suche Cage auf den Monitoren.“

Es dauerte nicht lange bevor er auf dem Hauptschirm auftauchte.

„Das ist Emerson neben ihm.“ Es war eher eine Feststellung als eine Frage.

„Bellamy hast du noch dein Funkgerät?“

Der dunkelhaarige nickte und zog ein kleines Gerät aus der Tasche und reichte es Clarke. Diese stellte es ein und begann zu sprechen.

„Emerson, hier ist Clarke Griffin. Wenn sie mich verstehen dann geben sie das Funkgerät an Cage weiter.“

Der Soldat zögerte einen Moment gab das Gerät jedoch an den Mann im hellen Anzug weiter. Sie tauschten einige Worte und dann hörte sie seine Stimme.

„Clarke wo bist du meine Liebe. Ich habe hier eine Menge Leute, die dich nur zu gern wiedersehen würden.“

„Sparen sie sich ihr selbstgefälliges Grinsen.“

Etwas geschockt blickte der Mann in die Kamera und rief etwas zu Emerson der sofort losrannte.

„Scheiße er kommt hier her. Monty kannst du die Passwörter an der Tür ändern?“

Der Asiate war sofort dabei.

„Was den keine Lust mehr mit mir zu reden?“

Meinte Cage sarkastisch, während er immer noch in die Kamera blickte.

„Lassen sie meine Leute frei und wir können uns einigen.“

Der Mann auf dem Bildschirm lachte verächtlich.

„Lehre Drohungen Clarke, du hast kein Druckmittel.“

„Wie wäre es mit ihrem Vater.“

Erneut wurde sie mit einem erschrockenen Blick belohnt. Sie hielt dem alten Mann das Gerät vors Gesicht und gab ihm zu verstehen das er sprechen sollte.

„Cage egal was sie sagt gib nicht nach.“

Sie rammte ihm den Kolben ihrer Waffe in seinen Magen was ihn Aufschreien ließ. Der Mann auf dem Bildschirm zuckte zusammen. Auf einem Monitor, der die Kontrollraumtür von außen zeigte, war Emerson zu sehen. Er zog immer wieder seine Codekarte durch das Schloss, doch es tat sich nichts. Anscheinend hatte Monty es geschafft. Clarke kam ein Gedanke.

„Monty könnte man die Lüftungsturbinen so einstellen das sie die Außenluft in den Berg pumpen?“

Der junge Mann schien eine Weile darüber nach zu denken. Das entsetzte Gesicht von Dante ignorierte sie.

„Wenn du das tust wird jeder in diesem Berg qualvoll sterben.“

Flehte der alte Mann.

„Cage das ist ihre letzte Warnung, wenn sie meine Leute nicht gehen lasse dann flute ich den gesamten Berg mit der Außen Luft.“

Der Mann im Anzug überlegte angestrengt.

„Monty bekommst du das nun hin oder nicht?“

Der Junge nickte nur.

„Dann los!“

Bellamy packte sie an der Schulter so dass sie ihn ansehen musste.

„Clarke bist du dir Sicher? Viele von denen haben uns geholfen.“

„Das weis ich auch aber die lassen uns keine Wahl. Sie werden erst uns töten um Immun zu werden, dann werden sie Camp Jaha auslöschen, um einen Gegenschlag zu verhindern und dann werden sie die Grounder auslöschen, weil sie diese Welt mit niemandem teilen werden. Aber wenn dir etwas Besseres einfällt dann bin ich ganz Ohr.“

Bellamy blickte sie unsicher an und schüttelte dann den Kopf, offensichtlich hatte auch er keinen Ausweg.

„Fertig.“

Das war Monty der nur auf einen silbernen Hebel deutete.

„Bitte nicht.“

Flehte Dante erneut.

„Das haben sie sich selbst zu zuschreiben. Hätten sie ihren Sohn unter Kontrolle gehabt wäre es nie dazu gekommen. Ich hatte vor gehabt alle die es verdient haben zu leben, zu verschonen. Doch sie mussten ja einen Deal mit Lexa machen und nun habe ich nur noch diese eine Möglichkeit, um meine Leute zu retten.“

„Woher weist du das ich es war der diese Idee hatte.“

Wollte der ehemalige Präsident wissen.

„Ich bitte sie Cage ist nicht intelligent genug, um auf so eine Idee zu kommen.“

Damit wendete Clarke sich wieder dem Funkgerät zu.

„Was ist nun Cage?“

„Du bluffst nur, dazu bist du gar nicht Fähig.“

„Du kennst mich nicht, noch vor ein paar Wochen habe ich dreihundert Grounder lebendig verbrennen lassen, um meine Leute zu schützen. Wollen sie wirklich zu so hohen Einsätzen Pokern?“

Sie konnte sein hasserfülltes Gesicht auf dem Bildschirm sehen bevor er aus dem Bild ging. Kurz darauf erschien er in der Erntekammer und befahl Raven, welche gerade behandelt wurde, vom Tisch zunehmen. Mit Entsetzen beobachtete sie wie er ihre Mutter auf den Tisch schnallte und sie der Behandlung unterzogen wurde. Ihre ohrenbetäubenden Schreie drangen durch die Lautsprecher und verursachten bei Clarke Übelkeit.

„Ihre letzte Warnung.“ Versuchte sie es noch ein letztes Mal. Sie hielt noch einmal Dante das Funkgerät hin.

„Mein Gott Cage, sie lügt nicht sie ist dazu fähig.“

„Keine Angst Dad sie blufft nur.“

„Meine Güte Junge sie wird es tun, sie ist entschlossen. Es geht hier immerhin um unser Volk!“

Der Mann auf dem Bildschirm schüttelte energisch mit dem Kopf.

„Tut mir leid Dad das kann ich nicht tun. Ich bin nicht so schwach wie du.“

„Nein, aber du bist dumm.“ Doch das konnte Cage nicht mehr hören da Clarke das Funkgerät abgeschaltet hatte. Sie griff entschlossen nach dem Hebel und drückte ihn herunter. Man konnte hören wie die Geräusche der Lüftung sich veränderten. Sie hörte die Stimme von Jasper durch die Lautsprecher er kam gerade in der Erntekammer an als Cage sie verlassen hat.

„Clarke mach das nicht ich kann ihn Kriegen, ich krieg ihn und halte das alles auf, aber du darfst nicht alle töten.“

Er stürmte aufgebracht aus der Kammer und kümmerte sich nicht mehr um seine eigenen Leute, die ihm hinterher riefen das er sie los machen sollte. Als er den Aufenthaltsraum erreichte war die Verfolgung von Cage schon vergessen. Er ließ sich neben Maya auf den Boden fallen. Octavia ließ ihn mit der sterbenden Frau allein und lief zur Erntekammer.

„Du hast sie alle getötet als wären sie Tiere.“

Meinte der alte Mann anklagend.

„In den letzten Jahrzehnten haben sie tausende Grounder genauso abgeschlachtet, habt sie in Abscheulichkeiten verwandelt damit sie eure Drecksarbeit erledigen. Ihr habt auch meine Leute hintergangen und wie Tiere behandelt. Also sparen sie sich ihre geheuchelten Worte. Alles was heute und hier geschah ist ein Resultat ihrer Entscheidungen und Taten. Sie haben es sich mit ihrer Grausamkeit selbst verdorben in dieser Welt zu leben.“

Dem alten Mann liefen Tränen über das Gesicht als er die vielen Leichen auf dem Bildschirm betrachtete.

„Ich verabscheue sie dafür, dass sie mich hierzu gezwungen haben.“

Knurrte Clarke während sie selbst die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.

„Du hast recht Clarke das hier ist mein Fehler gewesen doch auch du kannst deine Hände nicht in Unschuld waschen den dieses Blut klebt auch an deinen Händen.“

Clarke richtete ihre Pistole auf die Brust des Mannes vor sich.

„Fahren sie zur Hölle, sie und ihre ganze verkackte Bande.“

Fauchte sie als sie den Abzug betätigte und ein ohrenbetäubender Knall den Raum erfüllte. Der alte Mann sackte mit einem stöhnen zusammen und starb kurz darauf in seinem eigenen Blut liegend. Bellamy starrte sie erschrocken an genauso wie Monty, doch das war ihr egal sie fühlte nichts mehr außer Schmerz und Verzweiflung.

„Wie es scheint hat Emerson sich verdrückt.“ Bemerkte Monty der auf die Überwachungsmonitore blickte.

„Wir sollten zu den anderen gehen.“ Sagte Bellamy leise.

Als sie auf dem Gang waren konnte Clarke es nicht mehr halten. Sie stützte sich an der Wand ab und übergab sich, ihre Beine zitterten und sie war sich nicht sicher wie lange sie diese noch tragen würden. Der Wuschelkopf von Bellamy tauchte neben ihr auf.

„Wird es gehen?“ Fragte er besorgt, während Clarke an der gegenüberliegenden Wand herunterrutschte. Der ältere kniete vor ihr und musterte sie besorgt.

„Geht schon,“ log sie, „geht nur schon vor ich brauche nur einen Moment und komme dann nach.“

Der Mann vor ihr blickte sie skeptisch an.

„Wirklich, es ist alles in Ordnung. Es war einfach ein langer Tag.“

Sie schaffte es sogar ein einigermaßen überzeugendes Lächeln heraus zu quetschen. Dies schien Bellamy und auch Monty zu überzeugen, denn sie machten sich auf den Weg und ließen die blonde Frau allein zurück. Sie konnte nicht sagen wie lange sie dagesessen hatte und den Boden betrachtete. Schließlich jedoch kämpfte sie sich hoch und bewegte sich mit zitternden Beinen auf einen Ausgang zu. Sie musste unbedingt hier raus an die frische Luft. Es dauerte eine Weile bis sie eine Schleuse gefunden hatte und noch etwas länger bis sie herausgefunden hatte wie man sie öffnete. Als sie ins Freie stolperte saugte sie gierig die Waldluft ein und lies sich auf das nasse Graß sinken. In ihren zitternden Händen hielt sie immer noch die Pistole. Geschockt ließ sie die Waffe ins Graß fallen. Sie starrte auf die immer noch zitternden Hände. Dante hatte vollkommen recht das Blut all dieser Menschen klebte auch an ihren Händen, das konnte sie nicht leugnen. Die Schuld würde sie bis an den Rest ihrer Tage verfolgen, davor gab es kein entkommen. Einmal mehr fragte sie sich ob es das alles Wert war. Den wenn es die Mountain Men nicht verdient hatten auf der Erde zu Leben dann hatten es die Sky People und Grounder auch nicht. Aber wer blieb dann noch übrig. Sie hörte das klicken einer Pistole.

„Sieh mich an.“ Brüllte eine ihr bekannte Person. Sie blickte nach links und dort stand Cage zwischen den Bäumen.

„Wie ist es so als Massenmörder.“ Meinte er gehässig.

„In diesem Punkt bin ich in guter Gesellschaft.“ Sagte sie ruhig, ihre Gesichtszüge zeigten keine Furcht.

„Du bist für den Tod deiner Leute verantwortlich, du kannst nicht andere Angreifen und verletzen und dich hinterher wundern, wenn sie sich wehren.“

Der Mann schnaubte verächtlich.

„Du machst es dir zu leicht Clarke, du hast diesen Schalter umgelegt nicht ich.“

„Das ist wahr.“ Gestand sie. „Doch ich tat es, weil du mir keine andere Alternative gelassen hast. Ich musste meine Leute beschützen. Du hast das Leben deiner Leute einfach nur sinnlos geopfert aus purem Egoismus und Größenwahns.“

„Es ist egal was du sagst, in wenigen Augenblicken wirst du Tod sein und ich werden Leben.“

Clarke lachte bitter.

„Ach ja? Und wo wirst du hin gehen? Diese Wälder wimmeln von Groundern du wirst keinen Kilometer weit kommen, ohne ihnen in die Arme zu laufen. Du bist schon Tod, du weist es nur noch nicht.“

Unsicherheit war in seinem Gesicht zu sehn. Er hatte wirklich keine Ahnung was ihn hier erwartete. Clarke bemerkte einen Schatten hinter Cage, wahrscheinlich war sein Leben schneller beendet als er glaubte. Ein knacken ließ Cage herumfahren. Lincoln tauchte aus dem Schatten auf und brach unter Schmerzen zusammen als Cage seinen Schallgenerator benutzte. Er richtete seine Waffe auf den Grounder.

„Erst töte ich dieses Tier und dann töte ich dich.“

Ein Schuss ertönte mit Entsetzen blickte Cage auf seinen Handstummel, Clarke hatte auf den Tongenerator gezielt und getroffen. Der Mann schrie vor Schmerz als er seinen Arm umklammerte. Seine Pistole hatte er fallen gelassen. Lincoln war sofort wieder auf den Beinen und rammte dem Mann im Anzug sein Schwert in die Brust. Cage sackte zusammen. Aus seinem Handstumpf spritzte immer noch Blut. Er wollte etwas sagen doch auch in seinem Mund sammelte sich das Blut. Panisch versuchte er seine Pistole zu erreichen, doch sie war außerhalb seiner Reichweite. Clarke und Lincoln standen über dem Mann und beobachteten seinen Todeskampf. Als seine letzten Zuckungen vorüber waren betrachtete sie den Grounder.

„Ich dachte du wärst mit den Groundern gegangen.“

Bemerkte sie. Der Hüne schüttelte den Kopf.

„Einen Verbündeten im Stich zu lassen ist unehrenhaft. Ich weis nicht was in den Commander gefahren ist. Dies war ein untypischer Schritt für sie und viele werden das nicht vergessen oder verstehen. Das einzige was sie jetzt noch einig halten kann ist ihr gemeinsamer Feind.“

„Wenn du damit die Mountain Men meinst da muss ich dich enttäuschen, die gibt es nicht mehr. Du hast gerade einen der letzten Getötet.“

Lincoln schaute sie verblüfft an. Bevor der Grounder weiter Fragen konnte unterbrach Clarke ihn.

„Das heißt dann wohl das du bei den Groundern nicht mehr willkommen bist.“

Der kahlköpfige Grounder schüttelte traurig den Kopf.

„Dann gehörst du jetzt eben zu uns.“ Meinte sie bestimmt und klopfte ihm auf die Schulter.

„Komm mit rein und ich erzähl dir kurz was passiert ist." Zusammen gingen sie in den Berg zurück und Clarke erzählte kurz von den Ereignissen der vergangenen Stunden. Schließlich erreichten sie den Aufenthaltsraum Clarke eilte an den Leichen vorbei und wagte nicht sie genauer zu betrachten. Sie kam an Jesper vorbei der immer noch die Leiche von Maya in seinen Armen hielt. Er durchbohrte sie mit seinem anklagenden Blick.

„Das hättest du nicht tun dürfen.“ Brachte er hervor.

„Ich hatte keine andere Wahl und ich hatte keine Zeit mehr. Es tut mir aufrichtig leid Jasper, ich wünschte mir das es einen anderen Weg gegeben hätte.“

„Ach leck mich doch du scheiß Mörderin!“

Jaspers Worte trafen ins Schwarze. Eine Mörderin, das war sie wirklich. Nichts was sie sagte konnte etwas an dieser simplen Tatsache ändern. Sie lief weiter da sie nicht wusste was sie noch sagen konnte. Nichts was sie hätte sagen können hätte irgendetwas an seiner Verfassung geändert. Nach wenigen Metern erreichten sie und Lincoln den Ernteraum. Octavia kam gerade heraus.

„Sieh mal wen ich draußen gefunden hab, ich glaub der gehört zu dir.“ Meinte Clarke schwach lächelnd. Octavia ignoriert sie einfach und steuerte auf den großen Grounder zu und küsste ihn stürmisch. Clarke wandte sich ab und ging in die Erntekammer Ihre Mutter lag auf einer Trage. Kane kniete neben ihr und hielt ihre Hand. Ob da etwas zwischen den beiden lief? Sie näherte sich Abby und diese nahm ihre Tochter sofort in eine feste Umarmung. Clarke konnte nun die Tränen nicht mehr zurückhalten und schluchzte in der Umarmung ihrer Mutter.

„Alles gut Liebes.“ Versuchte Abby sie zu beruhigen. Diese löste sich nun ein Stück von ihrer Mutter.

„Ich habe es versucht. Ich habe es wirklich versucht die Gute zu sein.“ Stammelte die junge Frau unter Tränen. Abby zog sie wieder an sich.

„Schon gut, vielleicht gibt es keine Guten mehr. Wir schaffen das.“ Clarke klammerte sich an ihrer Mutter fest und lies all den Schmerz, der sich in ihr angestaut hatte, entweichen.

Stunden später waren sie auf dem Rückweg nach Camp Jaha. Sie hatten sich aus der Krankenstation Tragen organisiert mit denen sie jene Tragen konnten die durch die Ernte fürs erste nicht mehr genug Kraft hatten, um selbst zu laufen. Clarke lief ganz am Ende der Kolonne. Ihr waren schnell die eigenartigen Blicke aufgefallen, mit denen sie bedacht wurde. Diese reichten von Bewunderung bis hin zu Abscheu. Sie war nicht darauf erpicht mit irgendjemandem zu sprechen daher blieb sie ganz hinten mit gebührendem Abstand. Lincoln tauchte plötzlich neben ihr auf. Sie hatte ihn nicht gehört, dies war irgendwie eine unheimliche Eigenheit der Grounder.

„Du wirst nicht bleiben hab ich recht?“

Clarke schaute den großen Mann neben ihr an. Woher wusste er das nur, sie selbst hatte diesen Entschluss erst vor wenigen Augenblicken gefasst.

„Woher weist du das?“

Der Grounder blickte auf sie herunter.

„Ich habe dein Gesicht gesehen als wir an den Leichen vorbeigelaufen sind. Du gibst dir die Schuld an dem was geschehen ist, doch das bist du nicht. Die Mountain Men haben ihre Wahl getroffen, und zwar schon vor einer langen Zeit. Sie hätten sich jeder Zeit ergeben können oder gegen die Entscheidungen ihrer Anführer zu rebellieren, doch sie haben sich entschlossen zu schweigen und sie hinzunehmen. Deine Verantwortung war dein Volk und dieses hast du gerettet.“

Clarke lächelte leicht.

„Bei euch Groundern klingt das immer so leicht. Wir Sky People sind da irgendwie anders. Ich bin eine Heilerin, meine Aufgabe ist es Leben zu retten, doch ich habe inzwischen weitaus mehr Leben genommen als gerettet. Ich empfinde das als Schande und ich verachte mich selbst dafür. Es mag stimmen was du gesagt hast, doch das ändert nichts daran das ich Anteil an diesen Toten hatte. Ihre Entscheidung sich so zu verhalten wie sie es getan haben mag nicht meine Entscheidung gewesen sein doch sie alle zu Töten war meine Entscheidung. Jetzt muss ich lernen damit zu leben, aber das kann ich nicht, wenn ich jeden Tag von diesen ganzen anklagenden Blicken umgeben bin.“

Der Grounder nickte verständnisvoll.

„Ich verstehen dich Clarke. Dies war auch der Grund warum ich so oft die Einsamkeit in den Wäldern gesucht hatte.“

Clarke nickte sie wusste das Lincoln sie verstehen würde. Wahrscheinlich war er der einzige.

Flashback ende

Clarke schreckte aus ihrem Traum hoch. Irgendein Geräusch hatte sie geweckt. Hier draußen hatte sie sich einen leichten Schlaf angeeignet. Absolut alles in diesen Wäldern konnte sie töten, wenn sie nicht Acht gab. Sie griff nach ihrer Pistole und kämpfte sich mühsam auf die Beine. Ihr war immer noch kalt und ihre Kleidung klebte auf Grund der Luftfeuchtigkeit an ihrem Körper. Ein weiteres Mal schlichen sich grüne Augen in ihr Bewusstsein und sie fragte sich was sie wohl gerade machte. Clarke blickte sich noch einmal kurz um und marschierte dann weiter sie musste unbedingt einen Unterschlupf finden wen sie hier draußen überleben wollte.

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POV Lexa

Lexa stand auf einer Anhöhe und blickte auf das kleiner werdende Feldlager unter sich. Nun da der Krieg gegen Mount Weather zu Ende war gab es keine Notwendigkeit mehr die Truppen hier zu behalten. Jene Krieger deren Heimat am weitesten entfernt lag waren als erste abgezogen. Nur noch wenige Clans waren hier vertreten oder Vertreter von Clans, die noch verwundete im Feldlazarett hatten. Dieses würde als letztes abgebaut werden. Sie seufzte frustriert. Seit ihrem Rückzug von Mount Weather hatte sie nicht mehr richtig geschlafen, zu groß war ihre Sorge um die blonde Anführerin von Skaikru. Als sie vor dem Berg die Entscheidung getroffen hatte auf den Deal ein zu gehen war sie noch überzeugt die richtige Wahl getroffen zu haben, doch in zwischen zweifelte sie an ihrer Entscheidung. Sie selbst hatte bewiesen das eine Abmachung nichts wert war, wenn einer der Beteiligten sich entschloss sie zu brechen. Was also würde passieren, wenn sich die Mountain Men nicht an ihren Deal hielten, tatsächlich wurde diese Möglichkeit in ihrem Verstand immer präsenter. Natürlich ließ sie sich nichts anmerken und im Leben würde sie nie zugeben das sie an ihrer Entscheidung zweifelte. Zweifel konnte sie sich nicht erlauben. Sie hatte entgegen der Vernunft Späher ausgesandt, um den Berg im Auge zu halten und nach Clarke zu suchen. Sie sollten nur eingreifen, wenn sie sich in Gefahr befand. Bisher hatte noch keiner ihrer Späher Bericht erstattet. Es war nun eine Woche her und langsam wurde sie nervös. Sie hoffte das es Clarke wohlbehalten in ihr Camp zurückgeschafft hatte. Ein rascheln hinter ihr ließ sie herumfahren. Ein nervöser Späher kam an Indras Seite auf die Lichtung gestapft. Indra stieß den Späher ein Stück in Lexas Richtung.

„Na los erzähl ihr was du mir erzählt hast.“

Der Grounder schluckte und begann dann zu erzählen.

„Wie du befohlen hast haben wir den Berg und Clarke kom Skaikru im Auge behalten.“

„Ist sie in Sicherheit?“ Unterbrach Lexa ihn. Der Grounder begann wieder zu schlucken und blickte zu Indra. Diese versetzte ihm einen Stoß worauf er weiter redete.

„Nun ja das wissen wir nicht.“ Stammelte er.

„WAS!“ Fuhr Lexa ihn an.

„Fang am Anfang an.“ Meinte Indra.

„Sie ist in den Berg gegangen, kurz nachdem wir sie verlassen haben.“

Lexas Herz begann zu rasen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht, warum ist sie nicht nach Hause gegangen, in Sicherheit.

„Die Mountain Men haben einige der Skaikru gefangen genommen die sich auf dem Weg zurück ins Lager gemacht hatten auch jene die uns in Tondc geholfen hatten. Clarke kom Skaikrus Mutter war eine von ihnen. Sie war mehr als einen Tag im Berg bevor sie Ihre Leute zurück zum Camp geführt hatte.“

Die Sky People waren frei? Das überraschte Lexa. Nach Emersons Aussage würde keiner von Skaikru den Berg lebend verlassen. Was war also geschehen. Hatte Clarke ebenfalls einen Deal mit Mount Weather geschlossen? Aber wie hätte dieser aussehen können. Clarke hatte nichts zum Anbieten, das die Mountain Men nicht schon durch Lexas Verrat besaßen.

„Wie viele Wachen haben die Mountain Men jetzt in dem Gebiet?“ Wollte Lexa wissen.

„Keine der Berg steht immer noch offen.“

Warum sollten sie den Berg unbewacht lassen. Irgendetwas stimmte hier nicht.

„Haben Clarke und ihre Leute es sicher in ihr Camp zurückgeschafft?“ Wollte Lexa nun wissen. Der Grounder reagiert erneut mit Nervosität.

„Ja Heda. Allerdings ist Clarke kom Skaikru nicht bei ihren Leuten geblieben. Nachdem alle im Camp waren ging sie in die Wälder. Dort haben wir ihre Spur verloren.“ Lexas Herz raste wie verrückt als Panik in ihr aufstieg. Der Grounder wagte nicht den Commander anzusehen.

„Wie war es möglich sie zu verlieren.“ Brüllte sie Wütend. Sie verlor nur selten die Beherrschung doch gerade eben konnte sie ihre Wut nicht mehr unterdrücken.

„Indra stell sofort eine Einheit zusammen wir gehen zum Berg und sehen uns die Situation an.“ Indra nickte pflichtbewusst und verschwand.

„Und was dich und deine sogenannten Späher betrifft, ihr geht in diese Wälder zurück und findet Clarke kom Skaikru und bringt sie mir unversehrt.“ Fauchte sie den Grounder an der sich eilig aus dem Staub machte. Nachdenklich drehte sie sich wieder dem Feldlager zu. Was war im Berg nur passiert. Sie konnte noch nicht ahnen das was sie im Berg vorfinden würde alle ihre Vorstellungen sprengen würde.

Etwa acht Stunden später hatte sie mit ihrer Truppe den Berg erreicht. Vorsichtig näherten sie sich einer der Schleusen an der Außenseite. Lexa führte die Gruppe an, man konnte den Kriegern deutlich ansehen, dass sie sich unwohl fühlten. Eigentlich hätten sie schon längst auf Wachen stoßen müssen. Indra überprüfte die Tür.

„Sie ist offen.“ Bemerkte sie überrascht. Lexa half ihr sie zu öffnen und sofort sprangen sie entsetzt zurück als ihnen ein entsetzlicher Verwesungsgestank entgegenwehte. Nyko reichte allen Tücher, die mit einem Öl getränkt waren, das den Gestank etwas überdecken konnte. Die Grounder zündeten Fackeln an und folgten ihrem Commander dann in die Tiefen des Berges. Je weiter sie vor stießen umso schlimmer wurde der Gestank, inzwischen konnten nicht einmal die Tücher den Gestank abhalten. Schließlich erreichten sie eine große Halle. Es musste einmal ein Gemeinschaftsraum gewesen sein. Es gab hier lange Tische, an denen die Mountain Men immer noch saßen, doch alle waren sie Tod. Sie waren furchtbar entstellt hatten Verbrennungen und aufgeplatzte Wunden und die fortschreitende Verwesung machte es nicht besser. Einige der Krieger mussten sich bei diesem Anblick übergeben. Diese Männer hatten schon die schlimmsten Schlachten überlebt doch das hier war selbst für sie zu viel. Lexa verstand es den selbst sie hatte mit ihrem Würgereiz zu kämpfen.

„Was ist hier nur geschehen?“ Fragte einer der Grounder.

„Es ist wie beim Dropship“ meinte Indra leise.

„Du meinst das hier war Clarke?“ wollte Lexa wissen, die dunkelhäutige Kriegerin nickte jedoch nur.

„Wer sonst wäre zu so etwas fähig.“ Meinte Indra nach einer längeren Pause.

„Das erklärt warum sie ihre Leute verlassen hat.“ Mischte sich Nyko in das Gespräch ein. Lexa blickte ihn fragend an.

„Sie ist Heilerin.“ Stellte er fest. „Wir Heiler versuchen Leben zu retten und nicht zu beenden. Ich weiß das man manchmal kämpfen und Töten muss, doch ich fühle mich stehts schlecht dabei und es ist wie ein versagen für mich. Ich will mir gar nicht vorstellen wie es sich anfühlen würde so viele Leben auf dem Gewissen zu haben und die Sky People sind nicht wie wir, sie haben mehr Gewissensbisse als wir.“

Lexa wurde klar das Indra und Nyko recht hatten. Plötzlich schlug es über ihr zusammen was sie Clarke angetan hatte. Sie hatte ihr keine Wahl gelassen. Sie hatte sie dazu gezwungen diese Schuld auf ihre Schultern zu laden. Lexa war klar das Clarke ihren Verrat nicht so einfach verzeihen konnte doch das hier würde sie ihr nie verzeihen. In ihren eigenen Gedanken gefangen führte sie ihre Krieger wieder aus dem Berg, hier gab es nichts mehr für sie zu tun. Lexa fühlte sich elend vor Schuld. Sie hatte sich zurückgezogen, weil sie die Verluste ihrer Leute gefürchtet hatte und Clarke hatte im Alleingang ihren Feind vernichtet. Das schlimme an der Sache war das Clarkes Taten sehr weite Kreise ziehen würden. Die Grounder würden sie lieben und hassen zugleich. Das hier geschehene hatte das Potential die Koalition zu spalten oder gar ganz zu zerstören. Im Normalfall hätte sie das hier geschehene vertuscht, doch es wussten bereits zu viele über das alles bescheid und schon bald würden es noch weitaus mehr Leute erfahren. Ihre Sorge um Clarke stieg ins unermessliche, das was sie hier getan hatte würde sie in große Gefahr bringen.
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