A lengthy love story

von lalakuttr
GeschichteDrama, Romanze / P18
Abigail Roberts Arthur Morgan Charles Smith John Marston Molly O'Shea Sadie Adler
12.08.2019
15.09.2019
38
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Bei Dämmerung trafen wir Charles im Wapiti Reservat. Er wartete, denn wir wollten gemeinsam Fliegender Adler aus dem Fort Wallace befreien, der vor kurzem bei einem von Dutch‘s grandiosen Plänen von Soldaten gefasst wurde.
Als Charles mich sah, wurde sein Blick finster. „Was tut sie hier?“, fragte er Arthur wenig begeistert.
„SIE wird euch begleiten!“, gab ich patzig zurück. Ich wusste, dass er mich nur beschützen wollte, doch ich hasste es, wenn ich unterschätzt wurde. Und gerade Charles sollte wissen, wie gut ich war.
„Mein Stern, versteh mich nicht falsch, aber das wird sehr gefährlich. Vielleicht schaffen wir es dort nicht lebend raus!“
„Dann ist es ja um so besser, wenn ich mitkomme um eure Ärsche zu retten. Charles… du weißt, dass ich dich liebe und deine Meinung respektiere, aber ihr braucht mich!“
„Glaub mir Charles, du bekommst sie nicht dazu, vom Fort fernzubleiben. Ich war anfangs auch dagegen“, meldete sich nun Arthur zu Wort.
Danach willigte Charles schließlich auch ein und wir machten uns auf den Pferden zum Fort auf.

Dort angekommen stellten die beiden Männer und ich unsere vierbeinigen Freunde in einem Waldstück ab. Danach warteten wir still ab, bis wir den Schutz der Nacht erhielten, um ins Innere der großen Holzmauer vorzurücken. Als es soweit war, schalteten Arthur und Charles die beiden ersten Wachen am Eingangstor mit Pfeilen und Wurfmessern aus. Leise schlichen wir uns weiter an der hohen Mauer entlang, denn auch dort oben hielten Soldaten mit Gewehr und Laterne in der Hand Ausschau nach möglichen Angreifern. Doch wir schafften es um das halbe Fort außen herum, ohne entdeckt zu werden. Nachdem auf der Mauer niemand zu sehen war, gab Charles das Zeichen uns nach oben zu folgen, als er einen Haken mit Seil erfolgreich im Holz verankert hatte. Er kletterte zuerst, danach folgte ich und Arthur bildete die Nachhut. Ich konnte hören, dass er sich dabei schwertat, denn die Holzmauer war rutschig durch den vielen Regen.
Oben angekommen, schlichen wir weiterhin an der Mauer entlang uns schalteten nach und nach leise alle Soldaten aus, die uns im Weg standen. Charles fand schließlich den Eingang zu der Zelle, in der Fliegender Adler festgehalten wurde. Damit wir nicht bemerkt wurden, startete mein bester Freund ein Ablenkungsmanöver, indem er mit seinem Bogen auf eine Gaslaterne zielte, die daraufhin alle umstehenden Kisten in Brand setzte. Die Soldaten waren sofort in heller Aufruhr und die beiden Männer und ich schlichen unbemerkt in die Zelle. Doch leider hatte keiner von uns damit gerechnet, dass noch ein weiterer Uniformierter in dem Raum stand. Blitzschnell zog ich ein Wurfmesser aus meinem Gürtel und jagte es in den Kopf des Mannes, der sofort tot umfiel. Das Messer flog dabei gefährlich nah an den Köpfen von Charles und Arthur vorbei, die vor mir durch die Tür gegangen waren. Aber leider hatte keiner von beiden rechtzeitig reagiert. Sie sahen mich etwas vorwurfsvoll an.
„Ach kommt schon, Jungs! Keiner von euch hat so schnell reagiert. Ihr solltet froh darüber sein“, flüsterte ich grinsend.
„Arthur Morgan? Charles? Enya? Seid ihr das…?”, fragte Fliegender Adler mit schwacher Stimme.
„Sucht nach den Schlüsseln! Sie müssen hier irgendwo sein. Wir müssen ihn da rausholen!“, sagte Charles, nachdem er sah, dass der Häuptlingssohn von den Soldaten gefoltert wurde. Diese Schweine! Mir tat es immer weniger leid, sie umzubringen. Obwohl ich Beamte immer für schwache Männer, die nur Befehle befolgten, gehalten hatte. Trotzdem hatten sie meinen Freund verletzt und dafür würden sie büßen!
Arthur fand die Schlüssel in der Jacke des Toten. Sofort schloss er die Tür der Zelle auf und zerschnitt danach das Seil, mit dem beide Arme des jungen Indianers an der Decke festgebunden waren. Erschöpft sackte er zusammen, als er endlich frei war. Sie hatten ihn ziemlich übel zugerichtet. Er blutete aus der Nase und dem Mund und sein Körper war verseht mit Blutergüssen. Wir mussten ihn schleunigst hier fortbringen.
„Dein Vater hat uns geschickt“, erzählte ihm Arthur, als er Fliegender Adler auf die Füße zog.
„Mein Vater? Er hat euch gesagt, ihr sollt herkommen und Wachen umbringen?“
„Nein, das hat er nicht gesagt.“
„Natürlich nicht…“
„Bist du in Ordnung?“, fragte Arthur ihn besorgt, da der Indianer es kaum schaffte, sich selbst Halt zu geben.
„Ich bin okay“, gab er zurück. Doch da ertönte der Alarm. Die Soldaten mussten ihre toten Genossen bemerkt haben. Charles zog seine Waffen und Arthur spuckte auf den Boden, bevor er die Tür aufstieß und die Schießerei begann…

Die Wachen kamen von allen Seiten. Wir versuchten uns Deckung hinter einigen Kisten zu suchen, doch noch immer brannte es im Fort. Die Männer versuchten mich zwischen sich zu bringen, um mich besser zu beschützen. Doch natürlich schoss auch ich Pfeile, Wurfmesser und nun auch Kugeln auf unsere Angreifer. Ich wollte, dass es heute alle hier lebend rausschafften!
„Na los!“, rief Charles und packte den Ärmel meines Mantels, nachdem eine Seite freigeschossen war. Er zog mich hinter die nächste Deckung und lud seine Waffe nach.
Aber als er das tat, überkam mich plötzlich eine furchtbare Angst. Es war wie eine Panikattacke. Ich verfluchte meine Schwangerschaft für diese ständigen Stimmungswechsel in den falschen Momenten!
„Charles, sieh mich an! Ich liebe dich über alles und ich werde mit dir abhauen, sobald wir das hier überstanden haben“, sagte ich zitternd zu ihm.
„Enya, findest du nicht, dass das hier ein wenig der falsche Moment dafür ist“, antwortete er mir, während er weiter schoss. Doch dann sah er die Angst in meinen Augen. „Hör zu, wir schaffen das. Wir alle! Und ich liebe dich auch. Mehr als alles andere in meinem Leben. Aber du musst jetzt wieder schießen, mein Stern!“
Und es funktionierte. Ich überwand meine Panik und griff wieder zu meiner Waffe. Ich konnte Arthur sehen und hinter ihm Fliegender Adler. Die beiden Männer versuchten unsere Feinde abzuwehren. Doch es kamen immer mehr von überall her. Warum hörte das denn nicht auf? Langsam dämmerte uns, dass wir einen anderen Fluchtweg als das große Eingangstor brauchten.
„Kommt hier entlang. Als ich hierhergebracht wurde, habe ich einige Löcher in der Mauer bemerkt!“, rief uns Fliegender Adler zu. Und es wäre die ideale Lösung für unser Problem gewesen, wenn die Mauer nicht wieder mit Brettern versiegelt worden wäre…
Arthur warf eine Stange Dynamit gegen diese und sie zerbrachen. Unser Fluchtweg war wieder frei. Dann hörten wir erneut den Alarm, während wir uns auf den Rücken unserer Pferde schwangen. Fliegender Adler sprang hinter Charles auf Taima, als uns erneut eine Horde Soldaten erreichte, diesmal sogar auf Pferden. Es machte unsere Flucht nicht einfacher. Ich trieb Akando an und galoppierte hinter Charles und Arthur auf einen schmalen Pfad. Wir wollten hinunter zum Fluss, wo einige Kanus auf uns warteten. Das war im Moment der sicherste Ausweg.
Erneut griffen die Feinde von allen Seiten an. Hinter uns ritten bereits fünf Soldaten auf ihren Tieren, einige rannten uns auch hinterher. Wir alle versuchten so gut es eben möglich war, die Angreifer abzuwehren und von ihren Pferden zu schießen.
„ENYA!“, hörte ich Arthur schreien. Doch es war bereits zu spät. Ich konnte die Kugel durch mein Bein hindurchgleiten spüren und wie sie in Akandos Bauch eindrang. Gleichzeitig fielen wir hart auf den Boden. Danach ging alles sehr schnell. „Nein!“, rief ich, als ich mein lebloses Pferd neben mir auf der Erde liegen sah. Und dann spürte ich den Schmerz und musste laut aufstöhnen. Ich versuchte mich aufzurappeln, doch musste realisieren, dass ich dazu nicht mehr fähig war. Aus meinem Bein strömte das Blut in Massen. Diese verdammte Kugel musste meine Hauptschlagader getroffen haben! Ich wusste, was das für mich bedeutete…
Charles und Arthur hatten ihre Pferde gestoppt und schossen auf die Männer, die sich schnell hinter mir näherten. Doch ich wusste, dass wir alle sterben würden, wenn sie jetzt nicht weiterritten. Ich drehte mich zu den drei Männern um und schrie: „Geht! Na los, haut ab!“
Ich sah, dass sie weiter zögerten bis Fliegender Adler das Pferd von Charles antrieb. Ich glaubte hören zu können, wie mein Geliebter ihn aufhalten wollte. Vor Schmerzen wurde ich langsam bewusstlos. Ich bekam noch mit, wie die Soldaten Akando und mich erreichten.
Eine unbekannte Stimme sagte: „Lasst sie liegen, die ist schon so gut wie tot. Wir holen sie später. Verfolgt diese anderen!“
Ich hoffte nur, dass es Arthur und Charles schaffen würden, Fliegender Adler zu retten. Denn dann wäre mein Tod nicht umsonst gewesen…