Love under the Ground

von 1nfinity
GeschichteRomanze, Horror / P18
11.08.2019
22.08.2019
6
10062
2
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,,Hört sich jetzt aber echt creepy an”, sagte ich.

,,Das Ding ist ich finds heut auch noch so wie du sagst, hier auf der Karte befindet sich der Ort genau da”, stimmte Perry mir zu und zeichnete auf der Karte einen Kreis ein bei dem sich die angebliche “Hölle” befand.

,,Dann sollten wir wohl am besten dieses Areal nicht betreten”, meinte ich.

,,Niemals! Sonst sind wir geliefert. Wie viele Leute kommen nochmal mit?”

,,Vier mit uns beiden sind wir sechs.

,,Waren es nicht eigentlich sieben?”, fragte Perry verdutzt.

,,Eigentlich … aber mein Freund stellt sich quer.”

,,So? Du bist also vergeben?”, fragte Perry mit schief gelegtem Kopf und lächelte.

,,Ja aber ich bin eh schon seit Tagen am überlegen ob ich die Beziehung nicht beenden soll.”

,,Wieso?”

,,Naja was soll ich sagen, er lebt einfach in seiner Komfortzone, ich bin ein Abenteuer-Mensch und er … er lebt zurzeit fast komplett nur für seine Arbeit. Das passt nicht mehr in mein Leben.”

,,Autsch … ziemlich beschissene Situation. Soll ich dir mal meine Meinung dazu sagen?”
Ich nickte nur.

,,Du solltest mit ihm Schluss machen ... weil ich mein lange rum zu überlegen macht dich langfristig auch nicht glücklich.”

,,Ja, vielleicht hast du recht.”

,,Nein! Ich hab nicht “vielleicht” recht. Ich hab zu 100 Prozent recht”, sagte Perry auf einmal ein wenig dominant.
Perrys Worte trafen mich ein wenig hart aber ich musste ihm schlussendlich dennoch zustimmen.

,,Ich schlage vor wir brechen morgen Abend auf und gehen runter in die Katakomben, denn nachts ist es ja wie ich gesagt hatte ruhiger.”

,,Ok, denkst du die Wesen leben noch? Ich mein die müssen sich ja auch von irgendwas ernähren oder?”

,,Ja die leben definitiv noch … wie sie sich ernähren weiß ich auch nicht genau aber viele ernähren sich wahrscheinlich auch von Menschenfleisch.”

,,Oha.”

,,Wir müssen auf der Hut sein”, sagte Perry und stand auf.

Ich tat es ihm gleich und erst jetzt sah ich dass er fast einen kompletten Kopf größer war als ich.

,,Die Bibliothek schließt gleich”, sagte Perry.

Ich schaute auf meine Uhr und bemerkte das er Recht hatte. Wir gingen nebeneinander zum Aufzug. Als sich die Tür öffnete bat Perry mich mit einem “Nach dir” als erstes in den Aufzug zu gehen.

,,Und bist du schon aufgeregt?”, frage er mich sah zu mir runter.

,,Ja ein wenig ich mein morgen werden wir ne zeitlang das Tageslicht nicht zu Gesicht bekommen.”

,,Auf jeden Fall, willst du nur einen Teil von der Sperrzone sehen oder die komplette Sperrzone?”

,,Wenn dann schon die komplette.”

,,Das wird vier Tage dauern ausgeschlossen mit der Hölle.”

,,Was? So lange?”

,,Ja die Katakomben haben ihre Wege unter ganz München besonders die Sperrzone, auf jeden Fall brauchen wir immer jemanden der die Nachtwache übernimmt wenn wir uns mal schlafen legen wollen.”

,,Ja das stimmt, aber besser so als nur einen Teil zu sehen.”

,,Haha, man merkt echt dass dein Freund nicht mehr zu dir passt.”

Irgendwie fand ich Perrys Lachen schon sehr angenehm und auch seine Art kam bei mir sehr gut an, charmant, freundlich aber auch ernst und ein wenig dominant.
Als der Aufzug unten angekommen war ließ Perry mich auch als erstes aussteigen. Ich dachte ja echt das er als Ex-Grabräuber ja irgendwie etwas respektloses an sich hatte denn er war ja mal eigentlich kriminell gewesen.

,,Bist du eigentlich mal erwischt worden bei deinen Rauben?”

,,Ja, bei meinem letzten Raub, dann saß ich erstmal eine zeitlang im Gefängnis.”

,,Oha scheiße war sicher mies dort oder?”

,,Ja, ich war froh als ich aus diesem Schuppen draußen war. Pass auf ich ruf dich morgen Vormittag beziehungsweise gegen Nachmittag nochmal an wenn ich alles vorbereitet hab.”

,,Sollen wir uns vielleicht morgen nochmal treffen?”

,,Wäre am Besten denn vier Augen sehen besser als zwei vielleicht hab ich ja irgendwas vergessen.”

,,Ok super wo treffen wir uns?“

,,Hier“, sagte Perry und schickte mir einen Standort über Whats App durch.

,,Das ist ja total nah an einer Waldlichtung“, meinte ich dann als ich mir den Ort genauer ansah.

,,Ja ich weiß, genau da ist aber der sicherste Eingang in die Katakomben ohne das wir gleich erwischt werden.“

,,Ok, danke für deine Zeit.“

Perry lächelte. Ich musste echt schon zugeben das er auch ein schönes Lächeln hatte. Moment mal was dachte ich denn da jetzt? Ich bin noch mit Tim zusammen ... aber ich liebe ihn ja nicht mehr ... oder ... ach ich werd es ihm sagen wenn ich zuhause bin das es zwischen uns vorbei ist.

,,Alles ok?“, hörte ich dann auf einmal Perry fragen.

,,Ja, ja alles gut. Ich hab nur nachgedacht.“

Dann tat Perry etwas was ich echt nicht von ihm gedacht hätte er legte seinen linken Arm um meine Schulter und wir gingen nebeneinander die Straße entlang.

,,Worüber?“, fragte er dann im nächsten Moment.

,,Naja ... über Tim meinen Freund wie ich es ihm sagen soll und ...“

,,Hey ... Mia, dein Problem ist das du zu viel denkst. Liebst du ihn noch?“, fragte er dann und wir standen uns wieder gegenüber.

,,Nein.“

,,Wirklich?“

,,Ja ... ein wenig vielleicht noch aber wenn ich ihn erstmal los bin dann hat sich das ganze sowieso erledigt.“

,,Na also geht doch, sei einfach mal ehrlich zu dir selbst. Ich weiß ich bin Grabräuber gewesen und wahrscheinlich hältst du mich immer noch für einen Verbrecher obwohl ich dir alles über die Sperrzone der Katakomben erzählt hab und dich sogar mit deinen Freunden da runter begleite. Aber ich hab vieles dazu gelernt in der Zeit und hab auch viel über mein Leben vor dem Gefängnis nachgedacht.“
Dann legte er wieder seinen Arm um mich und wir gingen weiter die Straße entlang.

,,Ich hab viele Fehler in meinem Leben davor gemacht, das ich Gräber ausgeraubt hab hab ich nicht verantwortlich gemacht, aber was ich wirklich lernen musste abzulegen war meine respektlose Art die ich immer an den Tag gelegt habe. Das war wirklich nicht richtig. Dadurch hab ich einige gute Freunde verloren und Leute wollten nichts mehr mit mir zu tun haben geschweige denn mit mir reden. Genau deswegen hab ich damals eine Entscheidung getroffen ... und zwar die Entscheidung mich zu ändern. Du selbst kannst dich ändern aber du kannst niemand anderen ändern.“
Ich sah Perry ein wenig begeistert aber auch erstaunt an. Das er mir das anvertraute tat mir wirklich in meinem inneren gut und er hatte sich wirklich geändert das merkte man regelrecht egal wie er sich früher verhalten hatte.

,,Ich muss zugeben ich hab dich echt falsch eingeschätzt.“

,,Wie hast du mich denn eingeschätzt?“, fragte Perry neugierig.

,,Naja das du eben ein wenig respektlos bist und ... keine Ahnung ... deine Wortwahl vielleicht nicht die beste sein wird.“

,,Was? Meine Wortwahl? Also jetzt bin ich aber enttäuscht“, meinte Perry gespielt traurig.

,,Du bist ein Idiot“, lachte ich dann.

,,Aber ein ziemlich netter Idiot“, meinte er dann wieder charmant.

Ich musste mich jetzt schon regelrecht zusammenreißen das ich nicht schwach wurde. Perry schien auch wirklich alles zu merken was ich gerade dachte und wie ich mich fühlte. Er hatte wahrscheinlich eine wirklich ziemlich schwere Zeit im Gefängnis durchgemacht.

,,Hast du eigentlich noch Familie?“, fragte ich ihn dann um das Thema zu wechseln.

,,Nein, leider nicht. Meine Eltern sind beide an einem Autounfall ums Leben gekommen als ich 15 war.“

,,So früh schon? Wie bist du denn dann so durchgekommen?“

,,Naja ich hab Gott sei Dank meine Großeltern noch gehabt und das war auch der Moment der am härtesten war in meinem Leben. Sie haben mir damals schon gesagt das es so nicht weiter gehen kann und das ich mich ändern müsste aber ich habs damals mit meinem Teenieleichtsinn noch nicht geblickt was sie damit meinten denn ich war ja immer recht zufrienden gewesen mit meiner Art.“

,,Was ist dann passiert?“

,,Mein Opa hat mir die schönen Seiten im Leben gezeigt, es hat mir sogar was geholfen damals denn meine Kraftausdrücke wurden weniger und ich hab mich sogar in ein Mädchen verliebt. Wir waren ein Jahr zusammen bis sie mit mir Schluss machte weil sie einen anderen geliebt hat.“

,,Autsch.“

Jetzt war ich diejenige die dieses Wort sagte.

,,Du siehst also mein Leben war auch nicht gerade das beste und ich kann mich eben wirklich gut in die Situationen von anderen Menschen hineinversetzen.“

,,Das merk ich.“

Langsam baute auch ich vertrauen zu Perry auf. Er schien nicht das Arschloch gewesen zu sein das ich innerlich schon ein wenig befürchtet hatte.
Wir gingen noch die Straße entlang und dann ging es schon auf 17 Uhr zu.

,,Hey hast du noch Lust auf einen Absacker?“, fragte mich Perry als wir vor einer Bar standen.

,,Ok klar ... aber nur einer.“

Er lachte kurz und ließ mich dann wie immer wieder als erstes durch die Tür durchgehen.
Ich genoss den Abend mit Perry wirklich sehr und mit der Zeit mochte ich ihn auch immer mehr. Ich merkte das Perry die mittlerweile entstandene Freundschaft ziemlich stärken wollte und genau das brauchte ich auch denn dort unten in den Katakomben war keine Zeit für irgendwelche Streitereien sondern wir mussten zusammenhalten und ich und Perry waren die, die sich jetzt schon am Besten kannten und auch gut miteinander kommunizieren konnten.
Auf einmal klingelte mein Handy, ich zog es hervor ... Tim.

,,Oh man schau mal wer mich anruft“, sagte ich ein wenig genervt und zeigte Perry den Bildschirm der den Anruf gleich mal hochkant wegdrückte.

,,Den Schwachmat brauchst du jetzt nicht, der bringt nur negative Vibes.“

Ich musste lachen weil ich die Aktion von Perry einfach zu gut fand.

,,Hey es ist schon spät ... ok 20 Uhr aber wir sollten uns genug Schlaf gönnen denn morgen schlafen wir in keinen Betten mehr“, meinte Perry.

Ich musste ihm zustimmen denn ich wollte die erste Nacht in den Katakomben so gut wie möglich durchstehen.
Wir verließen die Bar und merkten erst jetzt das wir ziemlich weit weg von unseren Wohnvierteln waren deswegen rief Perry ein Taxi und wir fuhren mit dem Taxi erst zu mir.
Perry stieg noch mit aus und brachte mich bis vor die Tür. In dem Moment konnte ich einfach nicht anders als ihn zu umarmen und ihm zu danken für den tollen Tag. Perry drückte mich ebenfalls fest an sich.

,,Wir sehen uns morgen", flüsterte er mir noch ins Ohr.
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