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Der Eiserne Drache

GeschichteFantasy / P18 / MaleSlash
Der Eiserne Bulle Inquisitor (weiblich) OC (Own Character)
11.08.2019
30.04.2021
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11.08.2019 2.344
 
(Rückblick!)

( 25- 38 Jahr des 5 Zeitalters /Erhabenes Zeitalter/)

Damals wusste ich nicht wer oder was ich war. Ich wurde in eine Welt hineingeboren, die einfach nicht für jemanden wie mich bereit war. Wäre es viele Jahre später gewesen so hätte ich vielleicht die Chance auf eine Familie haben können, die mich geliebt und akzeptiert hätte so, wie ich bin. Allerdings ist Zeit nicht etwas mit dem man verhandeln kann und so bekam ich wohl nicht das, was man unter einer Liebenden und glücklichen Familie verstand.Möglicherweise wäre vieles anders gewesen oder...nein es wäre alles definitiv anders gewesen wäre ich als etwas anderes geboren worden. Um es genauer erklären zu können, sollte ich wohl etwas weiter in der Geschichte zurück gehen in eine Zeit, die wohl nicht ganz so leicht war wie ich es damals gerne gehabt hätte. Ich wurde im majestätischem Antiva geboren. Das Land des Reichtums, des Weines und des Adels. Antiva ist ein Land, welches man wohl nie wirklich vergessen kann, da es mit seinen besonderen Eigenschaften Besucher, Händler und Adelige von weit entfernt zu sich ruft. Und es vielen schwer fällt sich von der Schönheit und den Aussichten auf Reichtum abzuwenden.

Ich erinnere mich ebenfalls an diese Schönheit, wie ich sie damals empfunden habe und wie ich es heute noch empfinde. Es ist ein Land welches wegen seines warmen Nordostklimas in seiner Blüte steht, wie man es selten gesehen hatte. Die Blumen blühen, das Gras ist immer grün und es kommt einem so vor, als würde die warme Sonne zu jeder Zeit auf einen herabstrahlen. Die Hauptstadt ist nahe der Küste und bietet wundervolle Blicke auf die Bucht von Rialto. Der Handel in Antiva wird als geradezu legendär beschrieben, da es an Ressourcen nicht gerade mangelt.Besonders der Weinhandel ist einer der Größten in ganz Thedas, da die Weinberge von besonderer Fruchtbarkeit glänzen. So schön diese Seiten in Antiva wohl strahlen so ist dennoch jedem bewusst das diese Schönheit nicht nur durch Glück, liebe und gute Laune gewachsen ist, sondern von den Mächten regiert wird die den meisten Reichtum besitzen. Reichtum ist Macht, so ist es in vielen Teilen dieser Welt und wird es auch immer sein. Wer mit Reichtum gesegnet war,der konnte mit einer gut eingesetzten Börse oder dem plötzlichen Verschwinden einer anderen einflussreichen Familie bestimmen wie der Handel in verschiedenen Gegenden betrieben wurde und das war in Antiva ein ganz normaler Alltag.

Man sagt, dass hier und da Leute eben sterben, dass sei vollkommen normal würden einige sogar behaupten und in Antiva war es nun mal der Fall das Leute eben häufiger starben. Was wohl gut daran liegen könnte das die berüchtigten Krähen,eine nicht sehr kleine Gruppe von Meuchelmördern, immer wieder dafür sorgte das gewisse Personen verschwanden und entweder gar nicht oder wesentlich später tot aufgefunden wurden. Im Großen und Ganzen konnte man also durchaus sagen das Antiva der wohl schrecklich schönste Ort war, an dem man sich aufhalten konnte. Tod, Verschwinden, Glücksspiele und Reichtum und das alles in einer wundervollen Umgebung. Und das mit einem gutem Glas Wein in der Hand. Was könnte man sich denn Schönes vorstellen? Genau in diesem Land wurde ich geboren direkt in eine Familie hinein, die nur das Beste von einem Dasein in Antiva bekommen hatte. Reichtum, Einfluss, Macht und ein lächerlich prunkvolles Anwesen in einer der besten Straßen die es hätte geben können. Die Familie der Vaumorts folgte einem schon immer angesehenen Ruf, der sich viele Generationen lang erhalten hatte. Sie genossen hohes Ansehen und trugen es mit wahrer schmieriger Arroganz.

Das perfekte Leben der Vaumorts schien beinahe überzukochen und wurde noch um einiges perfekter, als das junge, von außen hin glückliche, frisch verheiratete Paar der Familie bekannt gab das es bald Nachwuchs erwartete. Die geradezu klischeehaft gespielte Freude des Paares hätte nicht größer sein können, war ein Erbe für eine solch bekannte Familie doch ein wahrer Segen. Und das war der Punkt, wo sich einiges ändern sollte. Meine Eltern, beides Menschen, hatten wohl nicht damit gerechnet einen Sohn hervorzubringen, der nicht ganz menschlich erschien. Damit bekannt ist, wovon ich rede, sollte ich an dieser Stelle wohl das sehr seltene Drachen-gen erwähnen, welches in der Lage ist viele Generationen zu überspringen oder sich auch einfach nie zu zeigen, was es in den meisten Fällen auch nicht tut. In meinem Fall jedoch zeigte es sich und das auch nicht gerade unauffällig. Schon kurz nach meiner Geburt waren Unterschiede zu einem Menschen zu erkennen.

Hatte ich nicht die von einem Menschen gewohnten runden Pupillen, sondern eine eher zu einem Schlitz geformten, noch dazu war meine Augenfarbe von einem ungewöhnlich hellem Blau was viele die meine Augen das erste Mal sahen in Angst versetzte. Meine Eltern wussten zwar das mit mir etwas nicht zu stimmen schien, hatten aber keine genaue Definition, was ich war. Während dieser Zeit hielten sie mich vor der Öffentlichkeit versteckt im Falle das ich eine solche Gefahr, oder für sie noch schlimmer, eine Schande darstellte. Nach ewigen Besprechungen die kein Ende zu haben schienen und um die ich mich nicht sorgte, weil ich nun eben zu jung für all das war, fasste meine Familie den Entschluss die weisesten Personen zu kontaktieren, von denen sie gehört hatten das sie uns möglicherweise helfen konnten. Und bei allen war die Antwort jedes Mal dieselbe, jedes Mal wieder, die gleiche, für meine Eltern schockierende, Antwort.

" gefährlich, Monster, Bestie! " Waren ihre Worte gewesen, Worte die ich damals nicht verstand, was wohl auch gut so war.

" So ein Wesen sollte man ausrotten bevor es groß genug ist um sich zu wehren! Tötet es, bevor es wächst und uns alle verschlingt!"

Es waren Worte, die mich damals sicherlich verletzt hätten, die mir Angst gemacht hätten, die mich hätten verzweifeln lassen. Worte die ich damals nicht verstanden habe, aber viele Jahre später wusste ich genau was sie bedeuteten und welche Angst sie damals gehabt haben müssen, um sie auszusprechen. Die Reaktion meiner Eltern viel bei beiden recht ähnlich aus und ihre Gefühle konnte man damals bereits an ihren Gesichtern ablesen, als sie erfuhren,was ich war. Hass, Ekel und pure Verachtung waren die Emotionen, die sich in ihrem Antlitz widerspiegelten und ich denke das es bereits in diesem Moment war,dass sich meine Eltern bereits entschieden hatten was mit mir geschehen sollte.Das Drachen-gen war, wie ich später lernte nicht etwas, was von vielen als eine Art Segen gesehen wurde, sondern etwas, was sie meisten als grausame Mutation oder auch Fluch sahen, etwas was vernichtet, gehasst und ausgerottet werden sollte. Von diesem Tage an war ich für meine Eltern nicht mehr ein Sohn und schon gar nicht der rechtmäßige Erbe von dem, was sie besaßen, sondern nur eine schreckliche Kreatur die es gewagt hatte sich in ihr Leben einzuschleichen und die so schnell wie möglich wieder verschwinden sollte, damit man nicht erfuhr das meine Mutter einem solchen Wesen wir mir Leben geschenkt hatte.

Mein Vater lebte mit der Meinung das ich einfach nicht sein Kind war, von einem auf den anderen Tag gab es mich für ihn einfach nicht mehr und bei meiner Mutter war es nicht anders, allerdings schien sie mit meiner Existenz mehr Probleme zu haben,als mein Vater, der sich einfach abwand und nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Sie war angeekelt von mir. Die Augen, die damals das einzige waren, was mich von einem Menschen unterschied waren für sie ein Bild was sich in ihr Gedächtnis gebrannt hatte und welches sich nicht wieder vergessen konnte. Sie hasste mich mit jedem bisschen ihres Daseins und hielt das vor allem vor meinem Vater nicht geheim. Vor allem die Tatsache das ein Ding wie ich, wie sie mich damals gerne nannte, aus ihr herausgekommen war, war für sie ein untragbarer Gedanke und so fassten meine Eltern nach wenigen Monaten meines Lebens den Entschluss das ich sterben sollte, damit nicht die Gefahr bestand das meine Identität doch eines Tages ans Licht kommen würde.

Und bei diesem Vorgehen waren beide äußerst präzise. Die Dienerschaft die mitbekommen hatten was ich wirklich war und die von denen meine Eltern dachten, das sie es möglicherweise wissen könnten, wurden kurzerhand aus dem Weg geschafft, genau wie deren Familien. Und diejenigen die es nicht wussten,wurde gedroht das man ihnen und ihren Familien das gleiche antun würde, würden sie auch nur jegliche Kleinigkeiten aus dem Hause an die Öffentlichkeit tragen.Diejenigen die von außen hin nur wussten das meine Mutter ein Kind erwartet hatte, berichtete man vom tragischem ableben des Kindes bei der Geburt. Die Beileidsschreiben,die sie von allen Ecken Antivas erhielt, waren von einem unfassbaren Ausmaß.Die einzige Dienerin, die sich damals nicht von den Drohungen meiner Familie zurückschrecken lies war eine zierliche und liebevolle Elfe namens Sirina. Auch nach sehr langer Zeit erinnere ich mich noch immer an sie und jede ihrer wundervollen Eigenschaften.

Ich erinnere mich wie ihr rotes, wildes Haar in der Sonne glänzte und im Wind hin und her tanzte. Ihre großen grünen Augen die jeden meiner Schritte mit Freude beobachteten und ihr glockenhelles Lachen was ihr ganzes Gesicht zum Strahlen brachte.

Ich erinnere mich ebenfalls an das Lied welches sie mir immer vorgesungen hatte, wenn sie mich ins Bett brachte. Mir Da'len Somniar war das Lied welches ich noch heute fest in meinen Erinnerungen verankert hatte.

Sirina war eine muntere Stadtelfe gewesen, bevor sie in die Sklaverei verkauft wurde und dann als Dienerin im Hause meiner Familie aufgenommen wurde,sie war die Zofe meiner Mutter, auch wenn das meistens alles andere als leicht war, da meine Mutter hohe Ansprüche pflege und harte Regeln vertrat, die um jeden Preis und jederzeit eingehalten werden mussten. Sirina hatte keine Familie die Zuhause auf sie wartete und selber war sie nicht in der Lage dazu gewesen Kinder zu bekommen. Sie hatte von meiner Geburt gewusst und hatte meiner Mutter dabei geholfen mich auf die Welt zu bringen. Natürlich hatte auch sie bemerkt, dass ich nicht menschlich zu sein schien aber im Vergleich zumeinen Eltern und vielen anderen Leute der Dienerschaft, hatte sie nie den Anschein gemacht Angst vor mir zu haben oder auch nur irgendein ähnliches Gefühl wie Abscheu zu zeigen.

Sie war fasziniert von mir und schien wahrhaftig so etwas wie Zuneigung mir gegenüber zu zeigen. Sie war eine der wenigen Dienerinnen die meine Familie nicht verschwinden ließ, da sie die Aufgaben meiner Mutter immer mit großer Sorgfalt erledigte und ihre Wünsche so gut wie es nur eben möglich war erfüllte. Zu ihrem Glück fand dieses Verhalten recht großen Anklang bei meiner Mutter und deswegen war Sirina laut ihrer Aussage zu kostbar, um einfach zu sterben, aber den vielen Drohungen meiner Familie konnte auch sie nicht entfliehen. Da meine Mutter in den ersten Monaten nicht den Anschein machte sich um mich kümmern zu wollen und die anderen Diener es ebenfalls bevorzugten sich von mir fernzuhalten, übernahm sie kurzerhand meine Erziehung und die große Aufgabe sich nicht nur um meine Eltern, sondern auch um mich zu kümmern.Sie sorgte gut für mich auch wenn sie nicht immer die Mittel dazu hatte, um mir immer die beste Verpflegung bieten zu können aber sie tat tapfer alles was sie konnte und dafür liebte ich sie sehr. Es ist kein Wunder, das ich später ihr den Titel "Mutter" zu teilhaben lies und sie auch wie diese behandelte.

Da meine richtige Mutter es nicht aushielt das ich unter dem gleichen Dach lebte wie sie, beorderte sie Sarina dazu mich eines Nachts in ein kleines Haus abseits der großen Hauptstadt zu bringen, um mich dort erstmal weiter groß zuziehen. Als meine Eltern dann den Entschluss fassten das ich sterben sollte und Sirina davon Wind bekam, fasste sie ebenfalls einen Entschluss, den Entschluss mit mir fortzugehen, weit weg von der Stadt und so weit wie möglich weg von meiner Familie. Mit der Hilfe von weiteren Elfen mit den Sirina über Jahre in Kontakt gestanden hatte, schafften wir es unbeschadet in die freien Marschen zu kommen und uns dort eine kleine Existenz aufzubauen. Sirina war ungewöhnlich gut darin und beide versteckt zu halten,ich hatte nie wirklich mit ihr darüber geredet, wie genau sie es geschafft hatte uns so lange zu verstecken, aber ich hatte auch immer das Gefühl gehabt,das sie mir auswich sobald ich es ansprach und deswegen beließ ich es auch dabei.

Die Zeit von dort an verging wie im Flug und wie die Jahre hinweg zogen,kamen immer mehr Anzeichen zum Vorschein, die mich weniger menschlich machten.Mir wuchsen Hörner in dem gleichen Goldton, wie meine Haare und meine Fangzähne waren deutlich ausgeprägter, größer, länger und spitzer wie man es von den eines Menschen eigentlich gewöhnt war. Es traten ebenfalls nicht nur äußere Merkmale zum Vorschein, sondern auch Dinge die man nicht einfach sehen konnte wie zum Beispiel mein besseres Gehör, mein besserer Geruchssinn oder meine Augen sie so viel mehr wahrnahmen als die Augen eines Menschen, sie waren so ausgeprägt, das ich auch noch in der Nacht alles um mich herum gut erkennen konnte ohne jegliche Lichtquellen mit mir tragen zu müssen. Ich verstand zu dieser Zeit selber das ich alles andere als menschlich war und lernte damit zurechtzukommen.

Sirina unterstützte mich in jeder Hinsicht und war stolz, wenn ich jedes Mal etwas Neues über mich lernte. Ich entwickelte mich schnell und bereits als Kind konnte man mir ansehen, dass ich mich stark von anderen unterscheiden würde. Ich war größer als andere Kinder in meinem Alter hätten sein sollen. Es zeigten sich auch in dieser Zeit erste Anzeichen von einem muskulöseren Körperbau. Auch wenn ich anders war, so war ich dennoch glücklich mit meinem Leben. Sirina und ich alleine in einer kleinen Hütte in einem Wald in den freien Marschen. Aber natürlich hielt dieses Glück nicht lange an. Ich war damals zehn als Sirina wie so oft das Haus verließ, um uns die nötigen Sachen zu holen die wir zum Leben brauchten. Ich war es gewöhnt das sie mich hin und wieder alleine lies und ich kam auch gut damit zurecht, allerdings war es dieses Mal anders. Dieses Mal kam sie nicht wieder zu mir zurück.
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