Heavenly Marriage

GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Castiel Dean Winchester Gabriel/Trickster Sam Winchester
11.08.2019
16.10.2019
20
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„Ich denke diese Wiese dort ist ein guter Platz. Es gibt eine Lichtung, ausreichend Blumen, Freiraum und in der Nähe gibt es einen kleinen Wasserfall“, sagte der Engel erklärend. „Also... pass auf wo du hin trittst. Nicht das du eine Fee zerquetscht.“
Bei Dean war das leider nicht sehr unwahrscheinlich, wenn man Castiel fragte...

„Jetzt komm mal runter, Cas. Ich werde schon keine Fee zertreten…“, hoffentlich! Dean sah immer wieder auf den Boden, denn er wusste wie der Engel reagierte, wenn er versehentlich mal eine Biene von einer Blume schubste oder sich ihr in den Weg stellte und da wollte er nicht noch Stress wegen kleinen Elfen bekommen. Dean war immer noch skeptisch, ging aber auf die Wiese zu und atmete tief durch als sie da waren. Wie auch immer sie hier eine verdammte Fee finden sollten.
„...wenn du das sagst.“ Castiel erinnerte sich noch sehr gut daran, wie er Dean letztens erst aufhalten musste, eine Biene zu zertreten! Er konnte sich gut vorstellen das es ähnlich bei Feen wäre. Aber er wollte Dean nicht reizen und trat stattdessen mit diesem in die Wiese, auch hier fand man Bienen und andere Insekten, Feen sah er auf Anhieb nicht.
„Und nun? Müssen wir warten?“, fragte er wirklich mehr als skeptisch und plumpste einfach mal in das Kniehohe Gras um es sich gemütlich zu machen, wenn sie schon warten mussten, dann doch bitte in einer gemütlichen Position.
„Sozusagen“, antwortete Castiel schließlich. „Feen kommen nicht einfach so raus und ich weiß nicht, wie sie auf Engel reagieren. Bei Menschen sind sie normalerweise scheu, zeigen sich halt nicht und so... Aber vielleicht kommen sie, wenn ich auf henochisch spreche und wir uns sonst ruhig verhalten...“
Bisher konnte er nichts Feengleiches erkennen, aber das konnte sich jeder Zeit verändern. Feen waren flinke und sehr kleine Wesen.

Und im großen und ganzen auch nicht sehr freundlich...
Dean sah immer wieder zwischen Castiel und den Blumen hin und her und versuchte seine Gedanken zu kontrollieren, die sich Hauptsächlich darauf konzentrierten, den Unglauben nicht so raushängen zu lassen. Er bezweifelte noch immer, dass sie eine Fee, Elfe oder einen Kobold finden würden. Er hatte zwar schon einiges gesehen aber irgendwo war auch mal Schluss. Dean war seinem kleinen Bruder dankbar, dafür gerade etwas Zeit mit Castiel alleine verbringen zu können. Es war eben irgendwie doch sein Engel und der Gedanke war komisch, aber auch irgendwie beruhigend.


„Ich kann auch einfach gehen. Dann kannst du Zeit allein mit deinen Feen verbringen und mit ihnen auch Henochisch sprechen ohne das ich störe“, Dean wäre sicherlich nicht sauer wenn er gehen müsste. Er hatte nicht mal M&M’s dabei um was zu Essen. Er stellte seine Beine auf, legte seine Arme darum und sah sich eine Weile um. Es gefiel ihm nicht das er den Wald im Rücken hatte und immer wieder drehte er sich um. Nicht nur um zu gucken wann Sammy wieder kam, sondern auch um sich zu versichern, dass sie nicht von hinten angegriffen wurden.
Dean sah wieder nach vorne auf die Wiese. Man konnte die vielen Tierchen erkennen die über das Gras flogen und auch wenn das hier verschwendete Zeit war, genoss er es. Ob es daran lag das sie hier friedlich saßen oder das er mit Cas hier saß, konnte Dean nicht sagen. Was er wusste war, dass John Winchester hiervon niemals erfahren durfte, denn das was darauf folgen würde, wäre alles andere als angenehm für alle Beteiligten.
Vielleicht wusste der Jäger auch, wie es war wenn man verliebt war?
Nein. Unmöglich. Er war Dean Winchester und verknallte sich nicht wie ein 14-Jähriges Schulmädchen.

„Und sobald du weg bist, krümmen wir uns wieder vor Schmerzen? Nein, danke“, erwiderte der Engel und sah sich weiterhin interessiert um.
Feen waren nach wie vor nicht zu erkennen, aber das es schnell gehen würde, hatte er ohnehin nicht geglaubt. Sie mussten sich eben gedulden. Sicherlich nichts, was für Dean wirklich etwas war, Sam war der geduldigere Part der Brüder... Aber das machte Castiel nichts aus.

„Ich geh nicht. Ich lass dich nicht alleine mit den Feen und den Schmerzen“, Cas hatte leider recht, sie wussten immer noch nicht woher die Schmerzen kamen und Dean litt innerlich gerade mehr als bei den Schmerzen die er gestern wegen der Trennung hatte. Beides zusammen brauchte er nicht.

„Warst du schon einmal richtig verliebt, Dean?“
Das mit ihm konnte man wohl keine richtig Liebe nennen, auch wenn sie momentan als verheiratet galten. Das man etwas mit Logik nicht erklären konnte, gefiel Castiel nicht, obwohl er selbst ein für Menschen magisches Wesen war... Ein magisches Wesen, dem es schwer fiel die Gedanken die er hörte zu ignorieren, obwohl er wusste das Dean es hasste, wenn er auf etwas angesprochen wurde, dass er nur gedacht hatte.

„Nein. Ich war nie richtig verliebt, aber man muss nicht verliebt sein um Sex zu haben, Cas.“ Dean versuchte einfach zu ignorieren, dass mal wieder seine Gedanken gelesen wurden... Irgendwie war das genauso, wie mit dem persönlichen Freiraum – irgendwann gewöhnte man sich daran, dass Castiel sich nicht daran hielt.

„Dean...“, fing der Engel etwas zaghaft an und schaute zum Jäger herüber. Das er überhaupt zaghaft war, war schon sehr ungewöhnlich für Castiel. „Ich möchte dir sagen, dass du mit mir reden kannst, wenn du über etwas... reden willst. Auch über die Hölle.“
Dean schloss kurz seine Augen und spannte sich leicht an. „Ich will nicht reden. Es gibt nichts zu reden. Schon gar nicht über das was in der Hölle passiert ist. Es geht mir gut, Cas“, die Antwort war schon so tief in ihm einprogrammiert, dass Dean sie auswendig aufsagen konnte. Er ignorierte das Gefühl in sich was ihm sagte, dass eben nicht alles gut war. Das es ihm eben nicht gut ging und das er verdammt nochmal mit jemandem darüber reden sollte. „Es gibt nichts worüber ich reden will“, und das war so sehr gelogen, dass Dean kurz ein schlechtes Gewissen hatte. Cas versuchte nur zu helfen aber Dean reagierte immer empfindlich und komplett über wenn dieses eine Thema auf den Tisch kam.
Was sollte er Cas sagen?
Was sollte er Sam sagen?
Die Angst vor der Enttäuschung in den Gesichtern der beiden war schon jetzt unerträglich und jetzt war es nur eine Vorstellung. Dean wollte nicht darüber reden was er in der Hölle erlebt hatte, was er in der Hölle getan hatte, denn wenn eines größer war als die Angst, dann die Scham. Dean schämte sich. Er schämte sich so sehr, dass er das alles versuchte in Alkohol zu ertränken um nicht darüber nachdenken zu müssen.

„Dean...“, fing Castiel schließlich erneut an. „Dir ist doch bewusst... das ich über alles bescheid weiß, was dir passiert ist oder was du getan hast, oder? Ich sehe oft genug deine Alpträume und ich habe dich die gesamten vier Monate beobachtet, bevor ich einen Weg in die Hölle gefunden habe... ich weiß was du erlebt hast, es gibt nichts womit du mich schockieren oder mich dazu bringen könntest, mich von dir abzuwenden, Dean. Ich bleibe immer an deiner Seite, immerhin sind wir Freunde.“
Na ja, oder halt ein Ehepaar, aber in erster Linie waren sie normalerweise Freunde.


„Verdammt Cas!“, zischte Dean, sah den Engel an und sah dann wieder weg. „Du weißt gar nichts. Du hast vielleicht die Dinge gesehen und du siehst vielleicht die Albträume aber du hast keine Ahnung was ich erlebt habe und was ich getan habe. Nur weil du es gesehen hast, heißt das nicht, dass du es auch verstehst. Du weißt nicht wie es in mir aussieht und wie es mir damit geht. Und du solltest wirklich überlegen ob du an meiner Seite bleiben willst“, denn so gut war Dean nicht und wenn er jemals über das reden würde was er in der Hölle getan hatte, würden Cas und Sam sich von ihm abwenden. Dean war sich dessen so sicher und er wollte weder Cas noch Sam verlieren. „Du wärst geschockt wenn ich dir alles erzähle, Cas. Glaub mir…“, seine Stimme war brüchiger geworden, ganz so als würde er gleich anfangen zu weinen, etwas das Dean selten, sehr selten tat aber das Thema Hölle und das was er durchgemacht hatte war etwas, was wirklich schwer auf seiner Seele lastete. Dean hoffte dass das Thema Hölle damit abschließen zu können, auch wenn er nicht daran glaubte. Cas konnte hartnäckig sein und das war echt schlimm.
Dean griff in die Innentasche seiner Jacke, holte den Flachmann raus und trank einen Schluck. Sonst half das, aber gerade jetzt fühlte es sich an, als würde man Öl ins Feuer kippen. Es brannte und die Tränen kämpften sich weiter nach oben in die grünen Augen. Dean konnte dem Engel gerade nicht Mal in die Augen sehen, er wollte niemandem in die Augen sehen, zu groß war die Scham, der Schmerz und sein Selbsthass. Er steckte den Flachmann wieder weg, denn der Alkohol brachte auch nichts. Stattdessen fuhr er sich mit den Fingern durch die blonden Haare und leckte sich unbewusst über die Lippen. „Wie lange müssen wir noch warten?“, fragte er nach einer Weile und sah Cas zum ersten Mal seit sie hier saßen wieder direkt in die Augen.

Menschen waren verwirrend. Wie konnte Dean sagen, dass Castiel nichts wusste, obwohl er doch alles gesehen und gehört hatte? Na gut, sein Einfühlungsvermögen, seine Empathie, waren schwach ausgeprägt, er war halt dennoch ein Engel, aber er verstand das dennoch nicht... Diese Schlussfolgerung und die letzten Worte sowieso nicht. Er legte den Kopf etwas schief.
„Ich bin für dich gefallen Dean, der Augenblick darüber nachzudenken bei dir zu bleiben ist schon lange um“, meinte Castiel fest.
Er hatte sich für die Winchester, vor allem für Dean, entschieden. Nichts würde ihn von dieser Entscheidung abbringen, er würde sie niemals bereuen, da war er sich ganz sicher. Egal was all seine Geschwister sagten, egal wie sie ihn ansahen, für ihn war das... okay. Dean und Sam waren zu seiner Familie geworden, auch wenn er sich immer noch hier und da etwas dumm anstellte. Er betrachtete Dean von der Seite, sah wie emotional dieser kurz wirkte und fragte sich was man jetzt tun sollte. Ihn umarmen? Sagen das alles gut werden würde? Castiel fehlte das Verständnis für solche Dinge, er fühlte sich hilflos, weil er Dean offenbar nicht helfen konnte.
„Du kannst mich nicht schocken Dean“, murmelte er daher nur, sah zur Wiese und wieder kurz zu dem Anderen.


Dean sah Castiel einen Moment lang an, „Ich weiß“, Dean hatte nie verlangt das Cas sich gegen den Himmel wandte. Das er sich ihnen anschloss oder dergleichen und dennoch hatte es der Engel getan. Dean freute sich darüber, soweit man sich darüber freuen konnte, aber er liebte es einfach, Cas in seiner Nähe zu haben. Es ging ihm besser wenn der Engel da war, er war entspannter, angenehmer zu ertragen und einfach ruhiger. „Du weißt das du immer bei uns bleiben kannst, oder? Wir jagen dich nicht weg“, Dean schob den Engel höchstens auf einen Abstand um seinen Freiraum zu bekommen aber das war auch schon alles. „Man kann immer wieder geschockt werden. Du auch, Cas. Glaub mir. Vielleicht denkst du, dass du schon alles erlebt und gesehen hast, alles mitgemacht hast und es nichts mehr geben wird was dich schocken oder verletzen könnte, aber die Wahrheit ist, dass es immer noch schlimmer geht“, das was Dean in der Hölle erlebt hatte war schlimm aber der Gedanke, das Sammy an seiner Stelle hätte sein können, war schlimmer.
Der Gedanke das Cas oder Sam was passieren könnte, das er sie verlieren könnte und dann vielleicht auch noch durch seine eigene Schuld war etwas, das ihn mehr als nur belastete. Dean hatte bemerkt das Cas Gesichtszüge kurzzeitig anders gewesen waren als sonst und vielleicht bildete er sich das auch nur ein, aber er glaubte eine gewisse Traurigkeit, Enttäuschung aus der Stimme des Engels hören zu können.

„Du solltest wirklich überlegen ob du mich an deiner Seite haben willst.“
Er war gefallen, kein Engel mehr in den Augen des Himmel und dadurch war er auch keine sehr große Hilfe mehr. Er war immer noch stark und konnte helfen, wenn es nicht zu viel wurde, aber es gab auch Momente in denen er alles hinterfragte was er getan hatte und sich fragte ob er eine Hilfe für die Winchester darstellte, die so viel alleine schafften. In manchen Dingen ähnelten Dean und er sich stark. Auf ihre verschiedenen Weisen halt.
„Verdammt Cas. Was redest du für einen Scheiß“, Dean drehte sich und sah Cas nun ganz direkt an. „Natürlich will ich dich an meiner Seite haben. Und es ist mir scheiß egal ob du in den Augen des Himmels gefallen bist oder nicht. Es interessiert mich einen scheiß was die da oben denken weil du von Anfang an zu uns gehört hast. Du warst immer unser Engel. Mein Engel und das wird sich sicherlich auch nicht ändern, nur weil du so Dickköpfig bist und sowas sagst und ich will in Zukunft nichts mehr davon hören! Verstanden?“, ja Dean war schon sauer auf die Worte von Cas. Wie konnte dieser nur denken, dass Dean ihn nicht an seiner Seite haben wollte? Das war lächerlich!

Castiel's Augen wurden vielleicht für einen Moment größer, als Dean ein wenig in Rage zu sprechen begann. Vielleicht war das etwas, was Castiel an dem Menschen mochte. Die aufbrausende, impulsive und ehrliche Art und Wiese zu reden. Die eigene Meinung zu haben und auszusprechen, während das im Himmel einfach ganz anders war. Er genoss es vielleicht ein wenig, die Worte zu hören und er bemerkte das mein Engel bei ihm ein wohliges Gefühl im Bauch frei ließ, ein seltsames Gefühl, als würde ihn etwas von innen anfangen zu kitzeln.
„Hör auf damit Dean“, murmelte der Engel. „Hör auf damit dich als das Schlimmste der Welt darzustellen. Die Hölle wurde dazu geschaffen Menschen zu brechen und zu schlimme Dinge zu bringen. Du bist nicht der Erste der die Seite gewechselt hat, sicherlich auch nicht der Letzte. Also hör endlich auf damit, davon zu reden, dass du mich schocken oder deine Taten mich von dir stoßen könnten. Du bist ein guter Mensch, der Beste dem ich jemals begegnet bin, egal was du sagst oder tust, oder gesagt und getan hast, es wird an meiner Meinung nichts ändern.“
Ob er es damit schaffte bei Dean irgendwie vorzudringen? Menschen brauchten manchmal viel Zeit, bevor sie bereit waren zu reden, er würde lernen das zu respektieren, zumindest bei Dean. „Ich hätte stark genug sein müssen! Du kannst das nicht verstehen und das verlange ich auch nicht von dir also können wir bitte einfach aufhören über die Hölle zu reden? Und über das, was da unten passiert ist? Ich will nicht daran denken müssen oder daran was ich getan habe“, an die Schmerzen und sein Versagen und schon gar nicht daran, wie sehr er Sam enttäuscht hatte. Wie sehr er seine Eltern enttäuscht hatte und wie sehr er sich selbst enttäuscht hatte.
Das Dean nicht weiter darüber reden wollte, beherzigte Castiel einfach mal. Vermutlich war das besser bei Jemanden wie Dean. Er wollte den Menschen nicht provozieren oder dergleichen, er wollte das dieser ihm vertraute und von sich aus redete, aber offenbar war jetzt nicht dieser Augenblick, der in menschlichen Augen irgendwann erschien.


„Willst du das Küssen ausprobieren? Sag mir mit wem, dann guck ich was sich machen lässt“, es war seine Art und Weise von schwierigen Themen abzulenken. Vielleicht würde…nein, Sam würde Cas nie küssen da war es ja noch wahrscheinlicher, dass Dean Cas küssen würde. Gut, der Gedanke war auch nicht so abschreckend wie Dean es sich vorstellte. Wenn er genauer und ehrlicher darüber nachdachte, würde es ihm eigentlich nichts ausmachen.
Dean schüttelte über sich selbst den Kopf. Er war Dean Winchester. Hetero! Und diese Gedanken waren absolut nicht Hetero. Cas war ein Mann, eigentlich sollte es ihn doch unangenehm sein, oder? Er sollte Cas nicht küssen wollen und dennoch nistete sich dieser verfluchte Gedanke in seinem Kopf ein. Kurz dachte er darüber nach wie es sich anfühlen würde die vollen Lippen des Engels auf seinen zu spüren, Cas Nähe, noch näher als sie sich eh schon waren, zu spüren und den warmen Atem auf seinen eigenen Lippen fühlen zu können. Diese Gedanken. Dean schloss kurz die Augen und sah wieder über die Wiese. Gerade war es hier wirklich mehr als friedlich, fast schon romantisch und sie saßen hier ganz alleine. Selbst wenn sie sich küssen würden, würde das keiner mitbekommen und sie schliefen auch zusammen in einem Bett, was war da schon ein Kuss?

„...Dean. Belassen wir es einfach“, murmelte Castiel, als es erneut um das Küssen ging.
Er war ein Engel, er sollte Niemanden Küssen, er sollte nicht einmal das Bedürfnis danach haben. Castiel hatte auch kein Bedürfnis danach, Jemanden zu küssen. Das einzige Bedürfnis was in ihm ab und an vorkam, war es Dean zu küssen. Seitdem diese Thematik aufgekommen war, schoss ihm dieser Gedanke immer wieder durch den Kopf, aber um nichts in aller Welt, würde er Dean in Verlegenheit bringen wollen und es war eindeutig das Dean ihn nicht küssen wollen würde – weil er die Hülle eines Mannes bewohnte. Bisher war das etwas gewesen, dass Castiel nie gestört hatte, doch gerade fing es an, ihn zu stören, auch wenn er diese Empfindung versuchte zu ignorieren.


„Oh verdammte scheiße, Cas“, Dean beugte sich nach vorne, legte seine Hand an die Wange des Engels und drehte dessen Kopf so, dass sie sich ansehen konnten. Schnell sah er sich nochmal um, beugte sich weiter nach vorne und drückte seine Lippen sanft auf die des Engels.
Er wartete einige Sekunden ab ehe er anfing seine Lippen zu bewegen und Castiel sanft zu küssen. Liebevoll bewegte er seine Lippen, erzeugte ein leichtes reiben und legte seine Hand in den Nacken des Engels um ihn noch etwas weiter an sich zu ziehen. Verdammt! Deans Lippen kribbelten, sein Herz schlug schneller als es schlagen sollte, ihm wurde heiß und seine Augen schlossen sich ganz von alleine. Er genoss es. Dean Winchester genoss es einen Mann zu küssen und er schob es darauf, dass es Castiel war, den er hier gerade küsste.

Die erste Reaktion vom Engel war Anspannung und noch mehr Verwirrung, erst als er spürte wie sich die weichen Lippen gegen seinen bewegten, entspannte sich sein Körper wieder, er spürte die Hand des Menschen im Nacken, sah wie Dean die Augen schloss und ahmte das nah. Castiel schloss die Augen und versuchte auch, noch reichlich vorsichtig und unsicher, die Bewegungen der Lippen auch zu imitieren. Obwohl Dean's Hand in seinem Nacken lag, rührte Castiel seine Hände nicht, sie lagen zum einen im Gras, zum anderen auf seinem Bein, während er immer noch versuchte sich in das neue Erlebnis rein zu fühlen.
Wie lange Dean seine Lippen auf denen des Engels ließ wusste er nicht genau, aber er verlor kurz das Zeitgefühl. Durch den Wind wurde er erinnert dass das alles hier draußen und unter freiem Himmel stattfand und so löste er sich wieder von Cas. Kurz sah er ihm in die Augen und setzte sich dann wieder richtig hin. „Und? War das aufeinander pressen?“

Castiel hatte zum ersten Mal in seinem langen Leben das Gefühl gehabt, alles um sich herum zu vergessen – inklusive der Zeit. Der Engel öffnete die Augen langsam und fasste sich noch immer etwas verwirrt an die Lippen.
„Ein wenig schon“, antwortete er. „...aber angenehmer als ich dachte.“
Unglaublich, viel angenehmer! Dean hatte ihn geküsst. Der Gedanke kam ihm richtig und schön vor, perfekt.

„Jetzt weißt du wie sich das küssen anfühlt und das es nicht nur aufeinander gepresste Lippen sind“, Dean folgte mit seinem Blick den Bewegungen von Cas Fingern über die Lippen und wünschte sich für einen kurzen Moment, dass es seine Finger wären die über die vollen Lippen strichen. „Du solltest mutiger sein. Zumindest in solchen Dingen. Ich meine, wenn du was nicht kennst, kannst du es nicht beurteilen und dann lehn es nicht vom Grund auf ab nur weil es dir merkwürdig erscheint. Dir ist am Anfang vieles komisch vorgekommen. Auch das im Bett liegen und gestern bist du freiwillig zu mir ins Bett gekommen und hast dich zu mir gelegt“, Dean sah den Engel an, vielleicht sagte er das auch, weil er ein wenig hoffte, das Cas erneut darum bat von ihm geküsst zu werden. Dean würde diesem Wunsch nur zu gerne nachkommen, zumindest war das einer der Gedanken, die plötzlich durch seinen Kopf schossen.
„Ich wollte dich vor Alpträumen schützen“, schob Castiel als Grund vor, sah wieder von Dean weg, immer noch ein glückliches Gefühl im Bauch habend. „Danke Dean.“
Nicht Jeder würde ihn küssen, schon gar nicht, nur damit Castiel wusste wie das Gefühl war. Außerdem mochte Dean nicht einmal Männer und dennoch hatte er ihn geküsst und schlief auch noch mit ihm im Bett. Ein Danke empfand er als angebracht.
Und als er den Blick nach vorne richtete, sah er wie sich was von den Blumen löste.
„Ich glaube... da... sind die Feen...“, sagte Castiel.

Dean versuchte mehr zu erkennen als eine seltsame Blume, als Cas diese ansprach, konnte aber nichts erkennen. „Wo sind die Feen?“, fragend sah er sich um und bekam in dem Moment einen Schlag auf den Hinterkopf.
„Wenn du deine Umgebung besser im Auge hättest, hättest du uns schon längst gesehen, Dean Winchester“, Dean drehte sich um und staunte nicht schlecht als eine recht attraktive, nackte Frau mit lockigen braunen Haaren direkt dort stand.
„Mein Name ist Gilda“, „Du….bist nackt“, und schon wieder bekam Dean Winchester einen Schlag auf den Hinterkopf. „Was zur-“, Dean sah Cas an, stand auf und schüttelte den Kopf. „Ich dachte Feen sind freundlich“, Dean ließ seinen Blick an der Fee entlang gleiten und….nichts! Absolut nichts! Da war kein Interesse. Da war keine Anziehung, da war…nichts. Absolut NICHTS! Wenn er dagegen Cas ansah konnte er merken wie er sich nach den Lippen des Engels sehnte. „Unfassbar“, Dean schüttelte den Kopf.

„Ja. Unfassbar. Eine Hochzeit zwischen einem Jäger und einem Engel und wir wurden nicht eingeladen. Immerhin durften wir Zeugen eures ersten, richtigen Kusses sein und auch wenn das alles andere als romantisch war, war er echt“, Gilda lächelte charmant und sah dann zu dem Engel der noch immer auf der Wiese saß. „Castiel“, man kannte die Namen der Engel und genauso wie Feen die Seelen der Menschen sehen konnten, konnten sie die wahre Form eines Engels sehen und Castiel leuchtete gefühlt noch etwas heller als sonst.
Castiel bemerkte, dass er Dean hätte besser auf das alles vorbereiten sollen, denn so bekam er nicht nur einen Schlag ab und er verzog das Gesicht etwas mitleidig für Dean. Er rieb sich etwas verlegen über den Hinterkopf als die Fee den beobachtenden Kuss ansprach, sein Name bewirkte das er wieder zu ihr aufsah.
„Hier war gar nichts echt“, murrte Dean und ging einen Schritt von der Fee zurück, er hatte keine Lust nochmal geschlagen zu werden, das hatte verdammt weh getan.

„Freut mich, Gilda“, gab Castiel schließlich zurück und erhob sich von der Wiese um ebenfalls aufzustehen.
Gilda funkelte ihn an, „Du hattest doch die ganze Zeit das Gefühl verfolgt zu werden und du hast den Kuchen gegessen“, „Was war in dem Kuchen?“, Dean starrte die Fee weiterhin an welche nur grinste und auf den leuchtenden, strahlenden Punkt starrte der sich schnell auf Dean zubewegte. „Wa…was. Alter! Noch eine nackte Fee?!“, Dean fuchtelte mit den Händen rum und fing an dem hellen Punkt auszuweichen und wegzurennen.
„Dean du musst...“, seufzend sah Castiel seinem Ehemann auf Zeit nach, der vor der Fee weg rannte. „...ruhig bleiben.“
Vergnügt sah Gilda Dean und ihrer Schwester hinter her und sah dann zu Castiel. „Gut, Castiel. Unterhalten wir uns, denn ihr seid sicher nicht nur hier, weil ihr rumknutschen wolltet“, sie setzte sich gegenüber des Engels in das weiche Gras und lächelte ihn weitaus liebevoller an als den Jäger. Mit anderen magischen Wesen konnte sie dann doch besser umgehen als mit Menschen die ständig das offensichtliche aussprachen und so unsagbar schwer zu überzeugen waren. „Dean ist erstmal eine Weile abgelenkt“, noch immer rannte der Jäger über die Wiese, diese verdammten Viecher waren nicht nur schnell, sondern auch viel zu stark für den Geschmack des Jägers. Und wieso gab es sie in groß und klein!?

„Wir ähm... haben nicht... also...“, fing Castiel an herum zu stammeln, während seine Gnade versuchte die Temperatur in seinem Gesicht wieder zu senken. Zu normalisieren. Er setzte sich wieder in die Wiese, weil auch die Fee dies machte und sah ihr weiterhin in die förmlich leuchtenden Augen. Er sah nochmal zu Dean. „Er ist... ein guter Mensch“, meinte Castiel, als müsste er ihn verteidigen, obwohl die Fee kein schlechtes Wort über ihn verloren hatte.
„Ich weiß das er ein guter Mensch ist. Jeder weiß das er ein guter Mensch ist, bis auf Dean selbst. Er verurteilt sich für alles was passiert ist und er hasst sich dafür und er sperrt seine Gefühle weg. Gefühle, die auch dich betreffen, Castiel“, Gilda sah dem Engel in die Augen, ihr machte es nichts aus nackt zu sein. Sie gehörte zu den Elfen, Feen, dem lichten Volk die in manchen Legenden in langen weißen Kleidern und Blumen in den Haaren über die von Tau bedeckten Wiesen tanzten und ja, manchmal taten sie sowas.
„Wir... Unsere Hochzeit war so nicht gewollt. Menschliche Genussmittel haben für eine falsche Entscheidung unsererseits gesorgt und wir versuchen gerade die richtige, himmlische Hochzeit abzuhalten“, fing er schließlich an direkt zu erklären. „Um diese Hochzeit aufzuhalten, benötigen wir gewisse Zutaten, momentan benötigen wir Haare von einem Einhorn“, sprach er weiter. „Uns... Mir ist bewusst das es Einhörner nicht mehr in großer Vielzahl gibt und sie sich so gut wie gar nicht mehr zeigen. Ich hatte gehofft, dass ihr Feen, vielleicht Haare eines Einhorn besitzt. Ihr Volk steht den Einhörnern sicherlich mit am nächsten, weil ihr der lichten Welt angehört.“ Wie immer war Castiel ziemlich direkt und zögerte nicht auszusprechen was sie benötigten. „Also... Seid ihr im Besitz von Haaren eines Einhorn und würden ihr diese an uns abgeben? Dean... Uns ist es sehr wichtig, diese Verlobung aufzulösen und Hochzeit aufzuhalten.“
Bittend, fast ein wenig dem Hundeblick von Sam nahe kommend, sah er Gilda an.


„Ich kann dir nicht helfen, Castiel. Es tut mir leid, aber wir Feen unterstützen diese Hochzeit. Wir brauchen eure Verbindung und eure Ehe, denn es gibt so viel schlechtes auf der Welt. Dein Hundeblick bringt bei mir nichts, Castiel. Du bist ein Engel, ich eine Fee, ich sehe deine wahre Gestalt und nicht nur deine Hülle, also spar dir das“, unbeeindruckt sah sie den blauäugigen Engel an, dessen wahre Gestalt und konzentrierte sich dann wieder auf das Bild was sich ihr auf der Erde hier bot.
„Wir haben Haare eines Einhorns, aber wie gesagt, ich kann es dir nicht geben. Ihr würdet die Zutaten zusammen suchen und alle finden und holen und eure Ehe auflösen und das unterstützt keine der Feen oder Elfen“, Gilda stand auf, „Es tut mir leid, Castiel. Wirklich. Lucifer und Michael bekriegen sich und Dean ist Michaels wahre Hülle. Solange ihr verheiratet seid und das auch in den Augen des Himmels, kann Dean nicht von Michael besetzt werden und das heißt auch, dass es keinen großen Krieg geben wird, der die Welt vernichtet. Du musst auf Dean aufpassen. Er passt auf dich auf und eure Ehe rettet unsere Welt“, kurz glitt ihr Blick zu Dean der noch immer, verfolgt von einem hellen, schnellen, kleinen Licht, über die Wiese rannte.

„Dean und Sam werden diesen Kampf auf jeden Fall verhindern, auch ohne einer Verlobung oder Hochzeit“, versuchte es Castiel dennoch weiter. „Du wirst uns nicht zufällig verraten, wo wir am ehesten ein Einhorn finden?“, harkte er weiter nach.
Gilda sah zu Dean und murmelte leise etwas woraufhin das kleine Licht verschwand und der Jäger erleichtert, wenn auch etwas skeptisch dreinblickte. Dean sah zu Cas und der nackten Frau, an sich runter und wieder zu Gilda. Noch immer nichts. Dafür bemerkte er irgendwas, wenn er Cas ansah und für einen Moment lag sein Blick auf dem Engel. Friedlich, ein wenig erleichtert das es Cas gut ging und mit dem Wunsch, dessen Lippen erneut zu küssen.
„Sam und Dean sind gute Jäger, aber selbst sie werden sich nicht ewig dem Himmel entgegen stellen können. Also Nein. Ich werde euch nicht helfen“, zumindest nicht bei der Sache. Bei anderen Dingen konnte sie sicher was tun. Dean kam immer näher und Gilda bemerkte wie Dean sie kurz musterte und dann lieber zu Cas sah, sein Blick veränderte sich, was Gilda wieder zu einem Lächeln brachte „Einhörner zu finden ist nicht schwer wenn man weiß, wo man nach ihnen suchen muss. Ich gebe euch einen Tipp. Einhörner sind in den Geschichten der Menschen Fabelwesen, sie erscheinen in Träumen der Unschuldigen. Findet einen unschuldigen Menschen der von einem Einhorn träumt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Einhorn auftaucht. Sie sind scheu aber wissen, dass Kinder ihnen nichts tun werden sondern sich daran erfreuen eins zu sehen. Eine andere Möglichkeit ist es, sie in einer Vollmondnacht auf einer Wiese wie dieser hier zu finden. Im Mondlicht sind sie gerne sichtbar, so Klischeehaft es auch klingen mag, aber Einhörner mögen das helle, kühle Licht des Mondes. Achja, Einhörner mögen Jäger nicht. Wenn das wunderschöne Tier, Sam und Dean sieht wird es verschwinden. Ruf einen deiner Brüder, Castiel. Du bist ein Engel des Herrn aber auch für dich wird es schwer ein Einhorn zu zähmen und darum zu bitten, ein Haar zu bekommen. Viel Glück“, woraufhin Gilda verschwand und Cas und Dean alleine zurückließ.
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