Wie es der Zufall will

von Yurike
GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Naruto Uzumaki Sasuke Uchiha
11.08.2019
16.02.2020
7
19379
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Müde schlage ich die Augen auf. Mein Kopf ist schwerer als sonst. Vielleicht war doch ein wenig mehr Alkohol im Spiel als ich gestern gespürt habe. Mein getrübter Blick fällt auf meine Bekanntschaft, die noch seelenruhig schläft. So wie Gott ihn geschaffen hat. Es war ein echt schönes Erlebnis und ich für meinen Teil hatte viel Spaß bei der Sache. Ich setze mich auf und werfe einen Blick auf mein Handy, um die Uhrzeit zu checken. Kurz vor neun. Sich jetzt Stress wegen der Stadtführung zu machen wäre unnötig.
Die Bettdecke raschelt hinter mir und höre ein leises Gähnen.

„Morgen Sasuke. Wie spät ist es denn?“ Der kratzige Klang seiner heiseren Stimme erinnert mich an gestern Nacht und für einen winzigen Auenblick überlege ich, ob noch genug Zeit für eine zweite Runde drin wäre.
„Ich muss nämlich zum Training.“ setzt Naruto hinterher. Ich kann es nicht verhindern, dass ich ein wenig enttäuscht bin.
„Kurz vor neun.“ antworte ich ihm. Danach lasse ich mich nochmal zurück in die Laken fallen und blicke direkt in Narutos Gesicht. Auch er sieht noch müde aus, aber gleichzeitig liegt ein zufriedener Ausdruck auf seinem zerknitterten Gesicht. So als wäre die Welt gerade vollkommen in Ordnung. Wenn die Zeit jetzt stehen bleiben würde und ich für immer in diesem Augenblick leben müsste, fände ich das nicht schlimm. Er streckt seine Hand nach mir aus und fährt mit dem Daumen sanft über meine Wange.
„Naruto,“, ich zögere bevor ich weiterrede, aber irgendwie habe ich das Bedürfnis, das mal auszusprechen, „das war das erste Mal, das ich mit einem Mann geschlafen habe.“ Zwar denke ich, dass ihn das jetzt nicht groß überraschen dürfte, aber dennoch fühle ich mich auf eine seltsame Weise verpflichtet, ihm das mitzuteilen.
„Ich weiß.“ Er lacht kurz auf und wirkt noch immer rundum zufrieden.
„Das habe ich durchaus gemerkt, aber Respekt, du bist wirklich ein Naturtalent.“ Seine Lippen verziehen sich zu einem verschlagenen Grinsen und er zieht seine rechte Augenbraue nach oben.
„Also ich hatte echt viel Spaß. Wir sollten das wiederholen. Gib mir mal deine Nummer.“ Für einen kleinen Augenblick habe ich gehofft, dass er jetzt gleich meint und nicht einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft. Allerdings lasse ich mir nichts anmerken, da bin ich mir sicher. Ich spüre wie ich wieder mehr Souveränität über meine Gesichtszüge erlange.
Kurz rolle ich mich zur Seite und nehme mein Handy zur Hand. Mal wieder ist der Flugmodus aktiviert, denn ich bin sicher, dass ich noch immer von zahlreichen Anrufen und Nachrichten attackiert werde.
Als ich mich wieder zurückdrehe, hat er auch bereits sein Handy in der Hand. Wir speichern uns gegenseitig im Handy des anderen ein. Ich überlege kurz, lasse aber auch hier das Feld für den Nachnamen frei. Schließlich gibt er mir mein Gerät zurück und ich lege es mit einer Handbewegung wieder zurück.

„Sasuke, es kann sein, dass uns gestern Abend in der Bar jemand gesehen hat. Wie du weißt, bin ich in Konoha nicht gerade unbekannt. Es könnte passieren, dass das Thema in der Presse aufgegriffen wird. Es gibt schon länger Spekulationen über meine Sexualität und das wäre das gefundene Fressen. Du solltest dich auf alles gefasst machen. Es kann passieren, muss es aber nicht.“ Aus dem Nichts spricht er ein doch ziemlich ernstes Thema an.
„Und das macht dir alles nichts?“ frage ich doch ehrlich verwundert nach. Mich würde es ziemlich nerven, wenn in Klatschblättern mein Privatleben auf den Kopf gestellt werden würde.
„Ich habe es billigend in Kauf genommen. Und in der Bar haben wir ja nicht viel gemacht außer vielleicht ein bisschen sehr vertraut geredet.“ Ich denke daran, dass seine Hand den ganzen Abend immer wieder meinen Oberschenkel entlanggewandert ist.
„Beantworte einfach keine Fragen, wenn Fremde plötzlich bei dir auftauchen sollten.“ Ich nicke.

Naruto steht natürlich noch viel mehr in der Öffentlichkeit als ich. Sollte es aber tatsächlich Bilder von unserem Gespräch in der Bar geben, wäre es mit ein bisschen Recherche ein leichtes herauszufinden, wer ich bin. Und, dass ich offiziell wohl verlobt bin. Ich bin keine Person des öffentlichen Lebens. Man erkennt mich nicht einfach auf der Straße, doch bei den meisten klingelt ein Glöckchen, wenn mein Nachname fällt. Vor diesem Hintergrund ist es mir nicht unbedingt recht, wenn ich weiter in die Öffentlichkeit gerückt werde und sei es nur durch die Berichte eines lokalen Klatschblattes. Sollte dies der Fall sein, wird Itachi bei mir auf der Matte stehen und mir einen Vortrag halten.
„Es tut mir leid, dass dich das in eine solche Lage bringt.“ Bedauernd presst er seine Lippen zu einem Strich zusammen. Er dreht sich auf den Rücken und seufzt genervt auf. Sein Blick ist starr zur Decke gerichtet. Von dieser harmonischen Zufriedenheit ist nun leider nicht mehr viel zu spüren.
„Es war schon immer mein Traum, in der Profi Liga zu spielen. Und ich wollte mich auch immer für Konoha stark machen. Jetzt habe ich beides, aber irgendwie war mir nicht klar, dass das irgendwie auf Kosten meiner Privatsphäre gehen würde.“
Ich merke deutlich, wie ernst es ihm mit der Aussage ist. Es beschäftigt ihn wirklich. Zum ersten Mal erfahre ich etwas darüber, wie es bei ihm im Inneren aussieht. Ich rücke ein wenig näher und streiche ihm sanft über die Schulter. Ich weiß nicht wirklich, was ich sagen soll. Schließlich habe ich keine Ahnung, wie es ist, wenn man sich bei jedem Schritt, den man macht, Gedanken machen muss, ob das nicht die nächste Topstory abgibt. Itachi und ich haben uns immer sehr bewusst aus der Öffentlichkeit herausgehalten.
„Mach dir keine Gedanken. Du weißt ja nicht, ob es tatsächlich jemandem aufgefallen ist und so spannend war es ja wirklich nicht. Ich komm schon klar und du auch.“ Ob das jetzt das war, was in dieser Situation angebracht war, kann ich nicht sagen.
Naruto schenkt mir ein schmales, aber dankbares Lächeln. Ich nicke ihm zu.
„Wie wäre es, wenn du mal am Abend zu mir in meine Wohnung kommst? Wir können gemeinsam essen und vielleicht noch einen Film schauen. Was meinst du?“ wechselt er schließlich das Thema.
„Gerne. Welche Handwerker hast du denn arrangiert, dass du jetzt schon wieder zurück kannst?“ frage ich trocken. Er grinst, während er sich aufsetzt und nach seinem Oberteil greift.
„Tja, ich war ja auch schon ein paar Tage in Tokyo bei meinem Patenonkel und wenn man das nötige Kleingeld besitzt, geht halt einiges.“ meint er grinsend.
Ich bin mir sicher, dass er ein hübsches Sümmchen Geld hat. Als Profispieler in einem Topverein verdient man sehr gut. Trotzdem wird es nur ein Bruchteil von meinem Vermögen sein. Und nicht mal ein besonders großer. Das sage ich natürlich nicht. Stattdessen schenke ich ihm ein seichtes Lächeln als Antwort und beobachte vom Bett aus, wie er sich weiter anzieht.
„Es tut mir echt leid, dass ich jetzt so abrupt aufbreche, aber das Training wartet. In zwei Wochen geht die Saison wieder los und ich hatte einen Bänderriss. Daher habe ich einiges verpasst, was ich jetzt wieder aufholen muss.“
„Kein Problem.“ Ich winke ab. „Du schuldest mir ja schließlich noch ein Essen.“
„Das stimmt. Ich schreibe dir die Adresse dann, ja?“ Bestätigend nicke ich.
Auch ich setze mich nun auf und steige zunächst in meine Boxershorts. Die restlichen Klamotten sammle ich einfach auf. Es ist ja mein Zimmer und ich werde etwas Frisches anziehen. Hoffentlich kommt auch bald das Zimmermädchen und bezieht das Bett neu.  
Als ich gerade auf der Suche nach meiner zweiten Socke bin, geht Naruto zur Zimmertür.
„Bis morgen. Ich hatte echt einen schönen Abend mit dir, Sasuke Uchiha.“ Er zwinkert mich zu und verschwindet durch die Tür. Darauf achte ich aber gar nicht mehr. Meine Gedanken haben sich in seiner Aussage verfangen. Woher kennt er meinen Nachnamen? Habe ich ihm diesen im Laufe des Abends genannt? Das muss ich entschieden verneinen. Immer wieder spiele ich die Gespräche des gestrigen Abends in meinem Kopf ab. Ich habe doch ganz bewusst darauf geachtet, meinen Nachnamen erstmal außen vor zu lassen. Er hat auch zu keinem Zeitpunkt angedeutet, dass er weiß, wer ich bin. Dabei hätte es einige Möglichkeiten dafür gegeben, schließlich wusste ich doch über ihn Bescheid. Vielleicht hast du doch mehr Alkohol getrunken, als du denkst, Sasuke. Ich versuche mich das einzureden, aber es überzeugt mich nicht. Die Zahnräder in meinem Kopf rattern, doch ich komme einfach auf keine plausible Lösung. Selbst wenn er wusste, wer ich bin, welchen Grund hatte er, mir diese Tatsache zu verschweigen? Oder ist es einfach nur nicht zu Sprache gekommen? Nein, er hat explizit gesagt, dass er meinen Namen nicht kennt.
Vermutlich ist es dir einfach irgendwann rausgerutscht. So muss es ja sein. Alles andere macht egal wie ich es drehe und wende gar keinen Sinn. So ist es bestimmt. Damit ist die Sache abgehakt. Eine andere Erklärung gibt es keine. Trotzdem bleiben in meinem Inneren Zweifel und Skepsis als ich unter die Dusche steige. Das ist nur wieder deine typische Art, gleich in allem und jedem das schlechteste zu sehen und ständig zu misstrauen, meldet sich meine innere Stimme zu Wort. Ich weiß ja nicht mal, was ich deshalb Schlechtes in Naruto sehen sollte. Ob er irgendwas im Schilde führt? Jetzt bist du echt paranoid. In diesem Punkt stimme ich mir selbst zu. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Vertrauen bereits auf wirklich mieseste Art missbraucht wurde.

Auf dem Weg zum Treffpunkt der Stadtführung lasse ich mich herab, den Flugmodus auszuschalten. Sofort taucht wieder alles auf, was ich so verpasst habe. Itachi, Sakura, aber auch Suigetsu. Mich überkommt ein schlechtes Gewissen. Er müsste eigentlich schon in Konoha sein, wenn er den Flug genommen hat, den er mir in einer Nachricht geschrieben hat. Ich will es eigentlich nicht zugeben, aber ich habe ihn irgendwie ganz vergessen. Dabei habe ich Glück mit einem Freund wie ihm. Der einzige Grund, warum er sich in das Flugzeug gesetzt hat, bin schließlich ich.
Ich rufe ihn also zurück. Er nimmt den Anruf augenblicklich an.
„Sasuke, na endlich. Wie heißt das Hotel, in dem du übernachtest? Ich bin schon im Bus. Wo muss ich da aussteigen?“ Kein Hallo. Kein Guten Morgen.
„Hokageturm Hotel. Die Haltestelle heißt glaube ich auch Hokageturm. Fährt deine Buslinie da überhaupt hin?“
„Ja, gute Frage. Ich hab so keinen Plan. Ich werde mal den Busfahrer fragen.“
„Mach das und triff mich mittags im Rathaus Café.“ Mit diesen Worten beende ich das Gespräch. Ich weiß, dass mir Suigetsu deshalb nicht böse ist. So laufen unsere Telefongespräche meistens ab, gestern war eher die Ausnahme, was den Umständen geschuldet war.

Als ich den Rathausplatz erreiche, hat sich bereits eine Traube Menschen um Shikamaru versammelt. Er sieht nicht gerade motiviert aus, aber nachdem ich ihn gestern kurz kennenlernen durfte, kann ich sagen, dass das wohl sein normaler Gesichtsausdruck ist. Unter den Wissbegierigen sind mehrere alte Leute. Klar, Rentner haben vormittags ja auch Zeit, aber auch zwei Familien mit kleinen Kindern. Warum man diese auf eine Stadtführung mitschleppen muss, ist mir auch ein Rätsel. Ich stelle mich einfach zur Gruppe dazu und werden von Shikamaru mit einem Nicken zur Kenntnis genommen. Es ist heute im Gegensatz zu gestern bewölkt und es geht ein frischer Wind. Vielleicht hätte ich doch einen wärmeren Pulli einpacken sollen, aber das ist nun auch nicht mehr zu ändern.

Als ich noch so den Himmel beobachte und darüber sinniere, ob es denn im Laufe des Tages zum Regnen kommen wird, beginnt Shikamaru mit der Führung.

„Willkommen auf dem Rathausplatz von Konoha. Ich möchte Ihnen heute unsere schöne Stadt ein wenig näherbringen und Ihnen einen Überblick über die Geschichte Konohas gegeben. Gegründet wurde das Dorf versteckt unter den Blättern von Hashirama Senju.“ Gebannt lausche ich seinen Worten. Auch wenn er keinen sonderlich begeisterten Gesichtsausdruck an den Tag legt, klingt seine Stimme trotzdem nicht einschläfernd oder gelangweilt. Im Gegenteil, man kann ihm gut folgen. So ist es mir ohnehin lieber als diese übertriebene Begeisterung, die der Mann aus dem Rathaus ausgestrahlt hat.

Shikamaru erzählt uns von den Konflikten, die es bereits in den Anfängen mit der Familie der Uchihas gegeben hat, meinen Vorfahren. Als er erwähnt, dass heute noch zwei Nachfahren dieser Familie in Tokyo leben, scheint das für keinen eine wirkliche Neuigkeit zu sein.
„Itachi und Sasuke Uchiha sind heute die beiden reichsten Männer Japans. Wenn Sie mir nun einmal um die Ecke folgen würden.“ Wir tun wie uns geheißen und haben kurz darauf einen tollen Blick auf die Hokagefelsen.
„Tsunade war der letzte Hokage. Danach hat auch hier in Konoha die Demokratie Einzug gehalten. Das ist noch gar nicht so lange her. Seitdem ist Kakashi Hatake der Bürgermeister. Wie in anderen Städten wird er von den Bürgern der Stadt gewählt. Eine Wahlperiode beträgt fünf Jahre. Inzwischen befindet er sich in seiner zweiten Amtszeit. Ihm steht ein ebenfalls demokratisch gewähltes Parlament zur Seite, der Stadtrat. Sie tagen im Rathaus, also dort, wo wir unsere Führung begonnen haben und auch beenden werden.“
Wir ziehen weiter. Er zeigt uns Tempelanlagen, Trainingshallen, das Krankenhaus und Museen. Ich kann nicht sagen wie lange wir schon unterwegs sind, aber mich interessiert die doch sehr weit zurückreichende Geschichte dieser kleinen Stadt durchaus. Wie ich jetzt erfahre, war sie oft tragende Macht in den Ninja Weltkriegen. Es ist für mich nur schwer vorstellbar, dass die Techniken, die heute als Sport betrieben werden, früher tatsächlich im Krieg eingesetzt wurden. Die individuellen Stärken und Fähigkeiten eines jedes einzelnen zu koordinieren, muss echt nicht leicht gewesen sein.
Schließlich gelangen wir an das Stadion der Konoha Crocodiles. Passend zu meinen Gedanken. Ein kleiner Junge scheint wirklich begeistert zu sein. Shikamaru betrachtet dies mit einem genervten Gesichtsausdruck.
„Hier sehen Sie die Ichiraku-Arena, das Stadion unserer Ninja-Mannschaft, der Konoha Crocodiles. Sie spielen in der obersten Liga und haben in der vergangenen Saison die Vize-Meisterschaft geholt. Der Verein wächst immer weiter und mit seinen Erfolgen auch die Fangemeinde. Momentan wird viel darüber diskutiert, ob nicht ein neues Stadion ein wenig außerhalb der Stadt gebaut werden soll, um dem Anstieg der Fans und Interessierten gerecht zu werden. Noch konnte man sich nicht darüber einigen, da dieses Projekt doch einen hohen finanziellen Aufwand fordert. Die neue Saison, die in zwei Wochen beginnt, wird auf jeden Fall in diesem Stadion ausgetragen. Das erste Spiel ist ein Heimspiel. Konoha wird sich dem Rivalen Snakes of Suna stellen. Es verspricht ein spannendes Derby zu werden.“ So wie Shikamaru das erzählt klingt es aber alles andere als spannend. Mir scheint, als könnte er dem Ninja Sport nicht allzu viel abgewinnen. Meiner Einschätzung nach ist er eher der vergeistigte Typ Mensch und nicht der körperliche.
Shikamaru wirft einen Blick auf seine Uhr.
„Wir werden uns nun wieder auf den Rückweg zum Rathaus machen. Dabei halten wir noch kurz bei Resten der altertümlichen Stadtmauer an, die Konoha früher vor feindlichen Ninjas schützte.“ In der Gruppe kann ich ein paar Leute verstehend nicken sehen. Wir folgen dem Mann mit dem braunen Zopf. Ich halte mich am Ende der Gruppe auf und gehe für mich allein. Ein älteres Paar läuft vor mir und ich versuche langsamer zu laufen, um genügend Abstand zu halten.
Nach nur wenigen Minuten, in denen Shikamaru einer der Familien private Fragen beantwortet, erreichen wir die Überreste der Stadtmauer. Heute sind dort verschiedene Graffitis zu finden.
„Früher hat sich hier ein Tor zur Stadt befunden, das unter ständiger Bewachung stand. Allerdings ist die Stadt immer weiter gewachsen und so wurden die Grenzen des alten Stadtkerns mit der Stadtmauer schließlich überwunden. Große Teile der Mauer wurden eingerissen. Die letzten Stadtwächter gab es aber noch bis vor 20 Jahren. Heute sind sie in Rente und dieser Beruf wurde abgeschafft. Gibt es im Moment noch Fragen?“
Alle schütteln den Kopf. Auch mir ist soweit alles klar. Zufrieden brummt Shikamaru und setzt seinen Weg ohne weitere Ansage fort. Wir folgen ihm zurück zum Rathaus. Ich meine die ersten Tropfen auf meiner Haut spüren zu können. In den letzten Minuten hat es immer weiter zugezogen.
Er verabschiedet sich von der Gruppe und wir klatschen. Viele stecken ihm ein kleines Trinkgeld zu. Ich warte ab bis alle sich verabschiedet warten und gehe als letztes zu Shikamaru. Auch ich stecke ihm ein bisschen Geld zu. Er nickt dankbar.
„Es war echt interessant.“ lobe ich ihn.
„Konoha ist auch eine interessante Stadt. Es lässt sich hier gut leben.“ Shikamaru blickt mich nicht an. Sein Blick ist gen Himmel gerichtet.
„In einer halben Stunde beginnt die nächste Führung.“ Er stellt seinen Rucksack auf den gepflasterten Platz und zieht eine Regenjacke heraus. Mit den Händen in den Hosentaschen beobachte ich ihn dabei.
„Was hast du noch vor? Möchtest du später wieder eine Partie Shogi spielen?“ Jetzt hat er sich mir zugewendet. Kurz denke ich an Suigetsu, bevor ich ihm schließlich zusage. Wir verabreden uns für fünf Uhr wieder im Rathaus Café. Er schlüpft in seine Jacke und zieht sich die Kapuze über den Kopf. Der Regen wird stärker, weshalb ich mich schnell verabschiede und auf das Rathaus zulaufe.