Spanische Anziehungskraft

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Carlos Sainz jr.
11.08.2019
11.09.2019
15
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Nach "Runde 2" und ein bisschen Hormonverneblung wird Lando die Realität wieder bewusst.


„Irgendwie geil, wenn man sich nach dem Duschen noch dreckiger fühlt als vorher“, sinnierte Lando kokett, als er gefolgt von Carlos das Nebenzimmer verließ und sich auf das Bett setzte. Beide hatte sich ein Handtuch um die Hüften geschwungen, um nicht alles voll zu tropfen. Das Haar des Spaniers wirkte leicht nass noch deutlich länger als trocken. Ein bisschen sah Carlos so aus wie Tarzan. Bei der Vorstellung, wie sich der Spanier auf die Brust trommelte und den König des Dschungels mimte, musste Lando breit schmunzeln. Er griff nach seinem Smartphone, überprüfte, ob er neue Nachrichten hatte. Das war nicht der Fall. Mittlerweile war es auch schon dunkel draußen. Da wüsste er eh niemanden, der ihm so spät noch schrieb. Aber sicher sein, konnte man sich nie.

„Na wenigstens das ist noch wie immer“, stellte Carlos fest, der sich neben ihn aufs Bett gesetzt hatte. Er strich dem Briten sanft über den Rücken. Lando verstand gerade nicht wirklich, wie der Spanier diese Aussage gemeint hatte. Was war denn anders?

„Wie meinst du das?“, fragte Lando, der von seinem Smartphone wieder aufsah, um Carlos ansehen zu können, etwas ungläubig.
„Ja deine Social Media-Sucht. Der süße, tollpatschige Lando, der von gefühlt allem peinlich berührt ist, scheint ja weg zu sein. Hoffentlich nicht für immer. Ich mochte ihn“, erklärte sich der Spanier. Carlos schien auf eine Entgegnung zu warten, doch der Brite nahm sich diese Aussage schon zu herzen, dachte ernsthaft darüber nach. War es wirklich so? Verhielt er sich anders? Er hatte es gar nicht gemerkt. Er war doch nur nicht mehr so verklemmt und schüchtern, was den sexuellen Aspekt anging. Ansonsten dürfte sich doch gar nicht so gefiel geändert haben. Carlos hatte ihm ja immerhin keine Gehirnwäsche verpasst, wobei das, was sie gemacht hatten, ihn schon ordentlich durchgerüttelt hatte. Das könnte der Spanier ruhig öfter machen. Er hatte es auf jeden Fall genossen.

„Bin ich wirklich so anders?“, wollte Lando jetzt doch wissen. Es interessierte ihn, wieso sein Teamkollege so dachte. Carlos räusperte sich, machte eine Geste mit seinen Händen. „Ich weiß auch nicht. Du bist so sicher und so bestimmt. Und noch hornyer als ich. Das grenzt eigentlich fast an Unmöglichkeit“, zeigte der Spanier seine Verblüffung.

Na und? War doch nicht schlimmes dabei. „Da siehst du mal, was du mit mir angestellt hast, Bonito“, grinste Lando breit. Er lehnte sich vor und gab Carlos einen leidenschaftlichen Kuss. Der stieg auch sofort darauf ein. Der Brite war so süchtig nach diesen wundervollen Lippen. Er würde am liebsten gar nicht mehr von der Seite seines südländischen Stieres weichen.

Doch er wusste, dass das nur eine unrealistische Wunschvorstellung war. Fakt war nach wie vor, dass sie ihre wichtigen Jobs hatten und es klüger war, ihre Liaison vor der Formel 1-Welt geheimzuhalten. Dieses Thema beschäftigte ihn schon länger. Der Gedanke daran, mit Carlos Händchen haltend durchs Fahrerlager zu gehen, ihn in der Öffentlichkeit zu küssen, war leider nur ein Luftschloss. Das ging nicht. So einfach war das. Im Formel 1-Zirkus war das einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Sie müssten es auf jeden Fall unter Verschluss halten. Aber Lando wollte verdammt sein, wenn er aus diesem Grund Carlos nicht mehr nah sein durfte. Niemand würde ihn ab jetzt von seinem Spanier fernhalten.

„Ich sage ja nicht, dass ich was gegen diesen Lando 2.0 hätte. Es überrascht mich nur“, relativierte Carlos seine vorherige Aussage. Der Brite sah, wie Carlos Gesichtszüge auf einmal ernst wurden. Er schien offensichtlich gerade über ähnliche Dinge nachzudenken, wie Lando es tat. Sie hatten gerade etwas miteinander geteilt, was ihr Leben sehr verkomplizieren würde. Lando war bereit, sich zu gegebener Zeit mit diesen Schwierigkeiten auseinanderzusetzen, Lösungen zu finden, doch er war sich unsicher, ob Carlos das auch so sah.

„Wie soll das eigentlich in Zukunft mit uns weitergehen? Bitte sag mir, dass das nichts Einmaliges war. Ich fände es so schön, wenn wir privat viel mehr Zeit miteinander verbringen könnten“, setzte der Spanier fort. Er traf damit so ziemlich den Nagel auf den Kopf. Die Worte hätten auch genauso gut von ihm stammen können. Der junge Brite hatte sich die Frage nach der Zukunft auch schon oft gestellt, bevor es zu diesem einmalig schönen Erlebnis mit Carlos gekommen war. Einen konkreten Plan bzw. ein Patentrezept hatte er dafür nicht.

Doch eins war Lando klar. Das war definitiv nichts Einmaliges. Diese Nähe, die sie im Stande waren, miteinander zu erfahren, würde Lando um nichts in der Welt eintauschen. Auch wenn das hieße, er müsste seine F1-Karriere aufgeben. Er würde es tun. Carlos war ihm gerade einfach wichtiger. Was nützte einem ein erfüllender Job, wenn man in der Liebe nicht erfüllt war? Liebe? Ja das war es. Er liebte seinen Spanier und zwar heiß und innig. Sein Herz brannte für Carlos. Er hätte nie gedacht, dass er zu solche tiefen, reinen Gefühlen fähig war. Doch es war die Realität. Er trug „Bonito“ in seinem Herzen. Vielleicht für immer und ewig.

Lando brauchte nicht lange zu überlegen, was er jetzt zu antworten hatte. Diese Worte kamen aus seinem Inneren, seinem Herzen: „Es ist nichts Einmaliges. Egal, was die Zukunft bringen mag und welche Steine uns in den Weg gelegt werden. Ich werde uns und dich niemals aufgeben. Ich liebe dich, Carlos. Wie noch nie jemanden zuvor“, sagte Lando mit tiefer Überzeugung. In Carlos wunderschönen braunen Augen zeigte sich ehrliche Rührung. Sie wurden leicht feucht und glasig. Er schien mit seiner Fassung zu kämpfen. Ohne Zögern drückte er Lando ganz fest an sich. Der Brite spürte, wie der Körper des Spaniers leicht bebte, als ob er frieren würde. Doch das war schier unmöglich. Im Hotelzimmer war es angenehm warm.

„Ich habe mir schon so lange gewünscht, diese Worte von dir zu hören. Lando, Ich weiß gar nicht, ob dir klar ist, wie unendlich viel mir das bedeutet. Ich liebe dich auch. Von ganzem Herzen“, kam es vom Spanier zurück. Jetzt war es der Brite, der mit seiner Fassung rang... und verlor. Eine Träne rann ihm seine Wange herab, tropfte auf Carlos Schulter. Aber es war keine Träne der Trauer, sondern der unbändigen Freude und Rührung, dass sie beide das Gleiche füreinander fühlten. Dieser wunderschöne Moment sollte niemals enden. So verharrten die beiden Mclaren-Piloten noch einige Augenblicke in der Umarmung, bis der Spanier sie auflöste.

Lando blickte ihn voller Liebe, aber auch erwartungsvoll an. „Bleibst du über Nacht hier? Ich möchte noch gern so viel Zeit wie irgend möglich mit dir verbringen, bevor wie morgen hier aus Belgien abreisen“, fragte Carlos in sanftem Tonfall. Das ließ sich Lando nicht zweimal sagen.

„Natürlich. Kuschelst du dich an mich?“ schnurrte Lando zurück. Carlos nickte. Der Jüngere entledigte sich blitzschnell seines Handtuches und krabbelte unter die wohlig, weiche Bettdecke. Er spürte, wie sich ein warmer Körper an seinen Rücken heran drückte. Löffelchenstellung. Sein „Bonito“ schlang einen Arm um ihn, sodass er ihn noch etwas näher an sich heranziehen konnte. Von der einen Seite von der weichen Decke gewärmt zu werden, von der anderen Seite von Carlos, war ein so schönes Gefühl. Lando fühlte sich geborgen und sicher. „So fühlt sich also wahres Glück an“, hauchte Carlos, der seinem Geliebten einen Kuss auf die linke Schulter gab. Lando seufzte. Das war es wirklich. Glück, dass es so gekommen war. „Hmmm“, entgegnete er nur. Er genoss einfach gerade nur diese Momente. Nach ein paar Minuten waren beide aneinander gekuschelt eingeschlafen.


Ich weiß, ich weiß. Dieses Kapitel ist eine regelrechte Kitsch-Attacke, aber das musste auch einmal sein. Liebesgeständnisse haben auch ihre Berechtigung. Wie immer sind Reviews erwünscht, wenn ihr mir denn eins geben mögt.
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