Spanische Anziehungskraft

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Carlos Sainz jr.
11.08.2019
28.09.2019
18
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3
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Und wieder ein Update zu Sairis. In diesem Kapitel einmal ausnahmsweise etwas mehr Charakterentwicklung für unseren Lieblingsspanier bzw. Beleuchtung von Carlos Hintergrund.


Lando hatte nach dem gestrigen Tag, dieser furchtbaren Tragödie, nicht damit gerechnet, nur einen Tag später so eine Zufriedenheit zu empfinden. Eine Zufriedenheit, die er in diesem Ausmaß noch nie so in seinen 19 Lebensjahren bisher gespürt hatte. Fühlte sich so ein perfekter Moment an? Lando war sich so gut wie sicher, dass es einer war, als er Carlos anschaute. Der hatte sich zu ihm gedreht und ihn einfach nur aus seinen braunen Augen voller Zuneigung angesehen. Der Brite strich ihm durch sein mittellanges schwarzes Haar. Es war leicht feucht, was ihn aber überhaupt nicht störte. Immerhin wusste er ja, warum Carlos verschwitzt war. Sie hatten ihre Körper miteinander vereinigt. Der Spanier fing leise an wie ein Kater zu schnurren. Offensichtlich gefiel es ihm, in den Haaren „gekrault“ zu werden. Diesen Ton hatte er noch nie von einem anderen Mann in der Form gehört. Aber es gefiel ihm. Er zwar kein großer Fan der Fellbälle, doch an seinen spanischen „Kater“ konnte er sich gewöhnen.  

„Du bist so wundervoll, Bonito“, sagte Lando sanft, während er weiter durch seine Haare strich. Carlos lächelte als Erwiderung auf das Kompliment. „Seit wann sprichst du Spanisch, Pequeno?“, drehte der Ältere den Spieß mit spanischen Spitznamen im Handumdrehen um. Carlos schien zu wissen, dass Lando nur zufällig das Wort für „schön“ kannte, ansonsten aber kaum ein Wort dieser Sprache kannte, geschweige denn verstand. Wie sein Teamkollege das letzte Wort betont hatte, macht ihn wieder ganz wild auf den heißblütigen Südländer. Er liebte schon seinen süßen Akzent, wenn er Englisch sprach, aber in seiner Muttersprache klang er so unglaublich sexy.

„Was heißt „Pequeno“?, wollte Lando wissen. Er versuchte das Wort genauso zu betonen, wie sein Gegenüber, doch scheiterte kläglich daran. Seinen britischen Akzent bekam er nicht weg. Carlos zog verschwörerisch eine Augenbraue hoch, antwortete nicht sofort. Er legte es darauf an, die Geduld des Briten etwas zu strapazieren. „Das heißt Kleiner“, stellte er nach einigen Sekunden klar. Lando schnaubte kurz abfällig, musste dann aber sofort wieder Grinsen. Aber nur Carlos durfte ihn so nennen. Und sonst keiner.

„Was würde eigentlich „Feuerlöwe“ auf Spanisch heißen?“, lenkte Lando bewusst das gerade begonnene Gespräch indirekt in eine andere Richtung. Er wollte noch in Erfahrung bringen, warum Carlos auch einen Dating-Account hatte. Die Hintergründe interessierten ihn. Es konnte doch nicht nur Zufall sein, dass sie dort miteinander geschrieben hatte. Da musste doch mehr dahinter stecken.

„Leon de fuego“, antwortete Carlos knapp, vermied Landos Blick, indem er seinen senkte. Dem Spanier musste doch klar sein, warum der Brite gerade nach diesem Wort fragte. Scheinbar wich er dem Thema aus, indem er nicht mehr dazu sagte. Lando beschloss, gleich direkter nachzubohren. Sonst bekäme er die Info wohl nie aus seinem Teamkollegen heraus.

„Sag mal. Wieso hattest du eigentlich ein Dating-Profil? Warum ich eins hatte, dürfte für dich umgekehrt ja auf der Hand liegen“, fragte Lando ganz unverblümt. Carlos hob seinen Blick wieder, schaute ihn unsicher an. Er räusperte sich und setzte sich im Bett auf. Der Brite bemerkte sofort, dass sich Carlos bei der Frage anspannte. Gerade das wollte er nicht erreichen. Er bereute es schon fast wieder, so neugierig gewesen zu sein.

„Weißt du...“, begann Carlos, der nach den richtigen Worten suchte, reichlich unsicher. „Ich habe lange nicht gewusst, was mit mir los ist. Ich dachte immer, das wäre nur so eine Phase. Also das ich mich zu Männern hingezogen fühle. Ich habe Rat gesucht. In solchen Foren kam aber nichts rum. Deswegen habe ich nach langem Zweifeln, mich auf dieser Dating-Plattform angemeldet. Was man da alles an Nachrichten und Bildern bekommt. Ekelhaft“, brachte der Spanier deutlich mehr hervor, als eben noch zuvor. Carlos machte eine kurze Pause in seinen Ausführungen, die Lando nutzte:

„Oh das kenne ich auch. Taschengeld-Angebote. Widerlich.“, warf der Brite ein, der gerade einen ganz anderen Eindruck von Carlos bekam. Er war gar nicht der taffe Südländer, für den er sich immer ausgab. Auch er war in seinem Inneren unsicher, hatte ähnliches durchgemacht wie er selbst. Diese weiche Seite an ihm zu sehen, ließ Lando nur noch mehr Zuneigung für den Spanier empfinden.
Der war aber wohl noch nicht mit seinen Ausführungen fertig, denn er setzte nach Landos Kommentar fort: „Ich war ein paar Wochen dort angemeldet, ohne nennenswerte, vernünftige Kontakte. Und dann. Dann war da das Profil „Bristol99“. Als ich mir die Profil-Details durchgelesen hatte, war ich mir so gut wie sicher, dass es nur du sein konntest. Du glaubst gar nicht, wie ich mich in dem Moment gefreut habe. Es war echt. Ich habe doch Chancen und bilde mir deine Blicke und wie süß du zu mir bist, nicht nur ein, weil ich es gern hätte.“

Lando verblüffte dieses Geständnis. Der Spanier war noch mehr verschossen in ihn, als er umgekehrt in seinen Teamkollegen. Er hätte nie gedacht, dass das noch möglich wäre. Stimmte das wirklich? Verrieten ihn seine Blicke? Es würde ihn nicht wundern. Rot anlaufen war offensichtlich nicht das einzige auffällige Verhalten an ihm. Da müsste er in Zukunft drauf achten.

„Warum hast du denn nie was gesagt, wenn es schon länger so ist? Dann hätte es diese vielen feuchten Träume meinerseits gar nicht gebraucht“, warf er Carlos, aber irgendwie auch sich selbst vor. Er hätte ja auch schon eher etwas tun können. Der Brite setzte sich jetzt auch im Bett auf, um wieder auf Augenhöhe mit dem Älteren zu kommen. „Ich habe mich einfach nicht getraut, weil ich  unsere Freundschaft nicht zerstören wollte. Bitte verzeih mir. Auch, dass ich mich nicht zu erkennen gegeben habe“, kam es mit beinah einer Spur Verzweiflung über Carlos Lippen.

„Das habe ich doch schon längst, Bonito. Ich bin so froh, dass wir jetzt hier zusammen sind. Das würde ich um nichts in der Welt eintauschen wollen“, sprach Lando mit voller Überzeugung direkt aus seinem Herzen. Carlos lächelte verträumt und zog den Briten zu sich hin, um ihn sanft küssen zu können. Er genoss die Geste. Wie konnten die Lippen des Älteren nur so weich, aber zugleich auch voll und angenehm sein?

Daniel Ricciardo war vollkommen aus seinen Begierden gestrichen. Er verstand nicht mehr, warum er den Aussie jemals so stark begehrt hatte. Er war nur ein Schatten, maximal ein schwacher Ersatz für Carlos. Niemand konnte seinem Lieblingsspanier das Wasser reichen. „Was wären das eigentlich für feuchte Träume?“, wollte er plötzlich wissen. Lando verstand sehr schnell, worauf diese Frage abzielen sollte. Und der Gedanke daran gefiel ihm. Sogar sehr. Südländer schienen wirklich unfassbar potente Stiere in dieser speziellen Hinsicht zu sein.

„Das könnte ich dir besser zeigen, als es mit Worten erklären“, entgegnete der junge Brite bewusst kokett. Er zeigte mit einer ausladenden Geste in Richtung Nebenraum bzw. Dusche.
„Kannst wohl nicht genug von mir bekommen, Pequeno?“, kam der provokante, anzügliche Konter von Carlos. Daran war definitiv etwas dran. Da war wieder der temperamentvolle Spanier, den Lando so sexy fand. Es machte ihn so an, wenn Carlos ein bisschen Dirty Talk betrieb. Dieser Akzent trieb in fast in den Wahnsinn. Der Brite schaute ihn nur fordernd an, rollte sich blitzschnell aus dem Bett.

Er stockte in der Mitte Raumes plötzlich, um sich dann lasziv nach vorne zu beugen und seine Hüften kreisen zu lassen. Er konnte zwar nicht so gut twerken, doch die Geste dürfte ausreichen, um Carlos zu signalisieren, dass er ihm zur Dusche folgen sollte. Lando blickte über seine Schulter und sah wie auch sein Spanier aus dem Bett aufsprang, sein Waffenarsenal ganz klar wieder nachgeladen hatte, zum Abschuss bereit war.

Gerade als Lando die Tür zum Badezimmer öffnete, schlossen sich zwei starke Arme von hinten um seine Taille. Sein Hals wurde mit Küssen zugedeckt. Der Brite griff mit einem Arm nach hinten, um Carlos berühren zu können. Genau genommen spürte er eigentlich drei „Arme“, davon einen in seiner Körpermitte, der wieder um Einlass bat. Doch nicht mitten hier im Raum. Er trat, mit Carlos an sich hängend, in die Dusche ein, schloss die beiden Glastüren. Es dauerte etwas bis das Wasser auf eine angenehme Temperatur kam, doch das störte nicht. Es war ohnehin heiß genug zwischen den beiden, als sie sich wie die Wilden küssten.

Lando nahm etwas Duschgel, begann damit über Carlos Brust und Sixpack zu streichen, eher mit seinen Nägeln darüber zu kratzen, was dem Spanier ein tiefes Raunen entlockte. Jetzt war sein Oberkörper sauber. Doch für seine starr aufgerichtete Körpermitte hatte Lando etwas anderes im Sinn. Etwas, was er schon immer einmal ausprobieren wollte. Seine Länge würde er auf andere Weise säubern. Er kniete sich vor Carlos hin und widmete sich NICHT mit seinen Händen der Säuberung dieses speziellen Körperteils. Er blickte hoch. Carlos schaute ihn so voller Lust an, dass sich sein Verstand endgültig und vielleicht sogar für immer verabschiedete...

Runde 2 war offiziell eingeläutet.


Für die spanischen Ausdrücke habe ich den Google-Übersetzer verwendet. Wenn da etwas nicht korrekt sein sollte, bitte melden. Ich spreche leider kein Spanisch. Reviews wie immer gern gesehen.
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