Habe ich mich in ihm getäuscht?     DM X HG

GeschichteRomanze / P16
Draco Malfoy Hermine Granger
11.08.2019
20.08.2019
8
10150
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Kapitel 5



Pflege magischer Geschöpfe war recht ereignislos. Wir nahmen jetzt nochmal das Thema Thestrale durch, da nun fast alle von uns sie sehen konnten. Das hatte Hagrid natürlich nicht so gesagt, jedoch hatte ich es mir zusammen gereimt.

Es war komisch, wieder Unterricht zu haben. Wir hatten das ganze letzte Jahr damit verbracht, Voldemorts Horkruxe zu zerstören und haben dann Hogwarts verteidigt. Harry hatte Voldemort besiegt. Für immer. Das bedeutete, dass wir nun ein ganz normales Leben führen würden. Nun ja, so normal wie es nun mal ging.

Ginny und Ron hatten einen Bruder verloren.

Wir alle hatten Freunde verloren. Es hatte so viele Verluste gegeben.

Remus und Tonks, Fred, Colin, Dobby, Snape und noch so viele Andere. Fast jeder hatte irgendwen verloren. Nun und ich? Ich hatte meine Eltern verloren. Sie waren natürlich nicht tot. Sie erinnerten sich nur nicht an mich. Ich hatte sie in den ganzen Ferien gesucht, jedoch ohne jeglichen Erfolg. Sie hatten sich vermutlich irgendwo ein neues Leben aufgebaut und waren glücklich. So wollte ich es ja auch, aber jetzt war der Krieg vorbei und wir könnten wieder eine Familie sein. Ich könnte ihnen ihre Erinnerungen zurückgeben und wir würden wieder vereint sein. Doch dafür musste ich sie erst finden.

Jeder von uns hatte jemanden verloren. Und deshalb war es so komisch wieder hier zu sein und zum Unterricht zu gehen. Über die Hälfte unseres Jahrgangs war entweder tot oder hatte die Chance einer Ausbildung genutzt. Daher war es komisch, mit so wenigen Schülern zum Unterricht zu gehen. Wäre die Sache mit der neuen Schülerin, dann wäre ich alleine in einem Schlafsaal gewesen. In unserem Jahrgang waren noch genau zehn Mädchen in Gryffindor. Gut, ich war mir sicher, dass McGonagall ein wenig dazu beigetragen hatte, dass ich einen Schlafsaal für mich bekommen hatte, damit die anderen Mädchen mich nicht über Harry und unserer Horkrux Reise letztes Jahr ausfragen würden.

Hargid holte mich aus meinen Gedanken, in dem er die Stunde beendete. Zusammen mit Harry und Ron ging ich zurück zum Schloss. Die beiden unterhielten sich über irgendetwas, doch ich lief nur schweigend nebenher und hörte nicht zu. Ich schreckte erst auf, als Ron auf einmal einen Arm um mich legte. „Nicht wahr, Hermine? Wir sind das perfekte Paar. Schon immer. Wir haben einfach so vieles gemeinsam und sind auf einer Wellenlänge.“

Bitte was?! Ich hatte da irgendetwas nicht mitbekommen. Ich befreite mich von seinem Arm und funkelte ihn böse an. „Fass mich nicht an, Ronald Weasley“ zischte ich und war sehr froh, dass wir nun am Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste angekommen waren. Ein paar andere Schüler warteten schon vor der Tür, jedoch war noch niemand da, zu dem ich mich flüchten konnte.

Da landete Rons Arm wieder auf meinen Schultern. „Ach komm schon, Hermine. Du kannst nicht beschreiten, dass wir perfekt füreinander sind. Wir sind-“ ich unterbrach ihn, indem ich seine Hand schnappte und seinen Arm umdrehte. Im Augenwinkel sah ich, wie Draco sich an eine Wand lehnte. „Hör zu. Das mit uns beiden ist vorbei. Es gibt kein uns mehr. Es gibt kein wir mehr. Geh doch lieber zu Lavander und bespaße sie ein bisschen. Wir sind weder auf einer Wellenlänge, noch perfekt füreinander. Es. Ist. Aus. Mit. Uns. Versteh das endlich, Ronald.“ ich ließ seinen Arm los, drehte mich um und lief zu Draco. Einige Schüler starrten mich an, doch das war mir egal. Ron hatte das verdient.

Draco lehnte lässig an der Wand und sah mich neugierig an. Blaise stand neben ihm und unterhielt sich mit einem anderen Slytherin. Seufzend lehnte ich mich Draco neben ihn an die Wand. „Ron nervt seit unserer Trennung ununterbrochen“ erklärte ich knapp. „wie war Geschichte der Zauberei?“ fragte ich dann, um nicht über meine Probleme mit Ron reden zu müssen. Draco sah mich erst skeptisch an, dann schien er zu akzeptieren, dass ich nicht darüber reden wollte. „So wie immer, Binns hat geredet und geredet und niemand hat zugehört. Ich habe das Gefühl, ihm ist gar nicht aufgefallen, dass Krieg war. Er macht tatsächlich exakt den gleichen Unterricht wie vor dem Krieg.“ Ich hob eine Augenbraue. „Wie kann man den Krieg nicht bemerkt haben? Ich meine, er war doch mitten drin. Wahrscheinlich hat er den Todessern noch erzähl was ihre Vorfahren im Mittelalter getan haben.“ Draco lächelte belustigt und nickte. „Und dann hat er ihnen eine Standpauke gehalten zum Verhalten innerhalb von Hogwarts“ ergänzte er und brachte mich damit zum Lächeln. Etwas, was in letzter Zeit eigentlich nur Ginny schaffte, wenn ich nicht gut drauf war.

Dankbar für die Ablenkung entspannte ich mich ein bisschen.

„Und wie war Pflege magischer Geschöpfe?“ fragte Draco dann und ich erzählte ihm, dass Hagrid mit uns die Thestrale durchgehen wollte und wie verwirrt davon einige gewesen waren.

„Haben sie dieses Jahr alle gesehen?“ fragte er etwa so bitter, wie ich es kurze Zeit davor gedacht hatte. „Nicht ganz. Die Zwillinge aus Hufflepuff waren vor der Schlacht in Deutschland auf einer Beerdigung. Als sie von der Schlacht erfahren haben, haben ihre Eltern ihnen verboten, herzukommen“ erklärte ich. Er nickte einfach nur, da er nicht wusste, was er dazu sagen sollte. Ich ebenfalls nicht. Nach einer kurzen Weile, in der jeder seinen Gedanken nachgegangen war, sah ich ihn an und er erwiderte meinen Blick.

„Hast du die Thestrale damals schon gesehen? In der fünften Klasse?“ fragte ich, obwohl ich wusste, dass es wahrscheinlich noch nicht so gut um unsere Freundschaft stand, dass ich diese Frage hätte stellen sollen, doch jetzt war es geschehen.

Draco wandte den Blick ab und nickte. Dann atmete er tief durch und sah mir wieder in die Augen. „Ja. Mein Vater – naja, er hatte schon früher Spaß daran, die Leute, von denen er etwas wissen wollte, in unser Haus zu holen und zu... befragen. Er und Bellatrix haben die Leute gefoltert und diejenigen, die ihnen nichts gesagt haben, haben sie getötet. Und die, die etwas gesagt haben.

Mein Vater und Bellatrix wollten, dass ich schon mit neun Jahren anfange und mitmache, ihnen helfe, nachdem sie mich gezwungen hatten, ihnen zuzuschauen. Meine Mutter konnte es verhindern. Meine Mutter konnte so einiges verhindern...“

Ich war mir nicht sicher, ob er die letzte Bemerkung wirklich sagen wollte, doch ich konnte erst mal nichts anderes tun, als ihn anzustarren. Erst nach und nach fing mein Gehirn wieder an zu arbeiten.

„Das... das tut mir so leid, Draco. So was sollte nicht passieren. Ich hätte dich das auch nicht fragen sollen, es ist nur einfach so raus gerutscht.“ Draco lächelte schwach. „Alles gut, ich hätte es dir nicht erzählt, wenn ich es nicht gewollt hätte.“ Ich entspannte mich ein wenig.

„Und jetzt komm, Granger. Wir haben Unterricht“ sagte Draco neckend. „Na dann los, Malfoy, lass und Professor Harris kennenlernen“ sagte ich Grinsend doch das Gespräch gerade ging mir nicht aus dem Kopf. Es gab noch so vieles, das ich nicht von Draco wusste. Diese Geschichte eben war nur ein winziger Teil seiner Geschichte und seiner Persönlichkeit gewesen. Niemand wusste, wer der echte Draco Malfoy war. Aber ich wollte ihn besser kennenlernen. Ich wollte alles über ihn wissen und ihn verstehen. Ich konnte nicht mal sagen, woher dieses Interesse auf einmal kam, doch er faszinierte mich auf eine Weise, die ich nicht so ganz einordnen konnte.

Ich würde dich schon noch durchschauen, Draco Malfoy.

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Das ist dann jetzt auch wieder etwas länger :)
Eure Meinung ist mir wichtig, also sagt mir doch was ihr denkt :)

LG
Roxy
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