How to be friends

von Dark-Lady
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Mikoto Suoh Reisi Munakata
11.08.2019
04.05.2020
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11.08.2019 3.178
 
Hallo ihr Lieben!

Schön, dass ihr euch hierher verirrt habt.
Diese FF ist mir heute Nacht und 3 Uhr auf einmal im Kopf herumgegeistert und ich musste sie einfach aufschreiben.
Ich habe bisher leider noch nicht "K - Seven Stories" gesehen, daher ist es davon unabhängig. Kann also durchaus sein, dass es ganz anders war ;) Bitte spoilert mich also nicht!

Eigentlich sollte es ein ganz kurzer OS werden... nun das hat offenbar nicht geklappt. Aber ich denke mit einem zweiten sollte es abgeschlossen sein. Mal sehen.

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen und ich freue mich wie immer auf konstruktive Reviews *-*

LG, Dark-Lady

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Fremde
Als ich ihn das erste Mal sah strahlte er bereits nichts anderes als gähnende Langeweile aus.
Er wirkte so steif – als hätte er einen Stock im Arsch. Nichts was mich an einen Oberschüler erinnerte. Wahrscheinlich war er mir gerade deswegen aufgefallen.
Sonst war schließlich nichts Besonderes an ihm.
Er war einfach einer von vielen Neulingen, die ab heute die Oberstufe besuchten.

Klassenkameraden
Gelangweilt saß ich in der hintersten Reihe und sah aus dem Fenster.
Meine neuen Mitschüler interessierten mich keineswegs. Ich war nicht hier, um Freunde zu finden. Es waren sowieso alle viel zu verweichlicht, als dass sie mit mir sprechen würden. Ich würde ohnehin nur meine Zeit hier absitzen und hoffen, dass sie schnell verging. Wenn ich überhaupt herkam.
Schule war nur eine lästige Pflicht und ich hasste Pflichten!
Ich sah kurz auf als ich merkte, dass die Vorstellungsrunde anfing.
Mein Blick blieb bei der Gelegenheit an dem ersten Kandidaten hängen – der Typ von der Aula.
Er erhob ruhig das Wort: „Munakata Reisi – freut mich eure Bekanntschaft zu machen“
Nachdem er sich in meinen Augen übertrieben hochnäsig vorgestellt hatte, verbeugte er sich leicht und setzte sich zurück auf seinen Stuhl.
Wahrscheinlich war er nichts als ein verwöhnter, reicher Bengel.
Solche Leute widerten mich einfach nur an.

Zweckgemeinschaft
Es dauerte – wie zu erwarten – nicht lange, da hatte ich Ärger mit der Schule.
Was unteranderem daran lag, dass ich oft schwänzte, aber auch daran, dass ich mich des Öfteren mit aufmüpfigen Mitschülern anlegte. Wobei ich der Meinung war, dass sie selbst schuld waren, da sie mich genervt hatten. Ich wollte einfach meine Ruhe.
Jedoch hatte dieses Verhalten natürlich Folgen: Nur noch wenige Verfehlungen und ich würde von der Schule fliegen. Zudem durfte ich schon seit einer Weile den Dojo nicht mehr benutzen, da ich dort boxen übte. Die sogenannten Pädagogen waren der Meinung, dass dies meine Aggressivität nur steigern würde. Tse. Die Folge war nur, dass ich genervter war als je zuvor und mich noch leichter in Streitigkeiten reinziehen ließ.
Als ob mich ein Schulverweis interessieren würde.
Ich war ja nicht freiwillig hier.
Der einzige Grund herzukommen wurde mir ja genommen. Ich konnte mir kein Training leisten, weshalb der schuleigene Dojo meine einzige Möglichkeit war, um Dampf abzulassen.

Müde streckte mich und drehte mich brummend zu Seite.
Es gab wirklich bequemere Orte als das Schuldach, aber alle anderen Verstecke wurden nach und nach entdeckt und hier kam niemand her.
Doch auch das sollte sich ab diesen Tag ändern, denn ich hörte im Halbschlaf, wie sich die Türe öffnete.
Welcher Trottel entweihte gerade meinen Schlafplatz?
Genervt öffnete ich die Augen und erblickte den Langweiler – welcher inzwischen Klassensprecher war. Seine Chancen standen sogar recht gut, dass er nächstes Jahr Schulsprecher wurde… Was für ein Streber…
Ihn ignorierend schloss ich meine Augen wieder. Er sollte sich einfach wieder verpissen.
Was er natürlich nicht tat.
„Suoh, die Lehrer haben mich gebeten dich zu suchen. Du wirst im Unterricht vermisst“, wie immer sprach er in dieser ruhigen Stimme, die ich die letzten Wochen zu hassen gelernt hatte. Diese unglaubliche, widerliche Selbstgerechtigkeit dieses Typen machte mich schier wahnsinnig.
Vor Wut.
„Wie ein Hund…“, grummelte ich und drehte mich desinteressiert von ihm weg.
Ich hörte nur ein Räuspern und konnte mir nur zu gut vorstellen, wie er empört die Brille hochschob.
Doch er ließ sich nicht abwimmeln, sondern sprach weiter als hätte ich nichts gesagt: „Du wirst von der Schule verwiesen, wenn das so weitergeht“
Ein trockenes Lachen entwich meiner Kehle, ehe ich ihn über meine Schulter anschaute.
Sein Gesichtsausdruck zeigte nach wie vor keine Regung – er nahm das alles viel zu ernst. Benahm sich wie ein versnobter Erwachsener.
„Na und? Dann muss ich wenigstens hier nicht mehr meine Zeit verschwenden“
„Ich habe einen Deal für dich“, erklärte er mir, um meine volle Aufmerksamkeit zu bekommen.
Diese hatte er jetzt auch.
Während mich also sein berechnender Blick musterte, hob ich eine Augenbraue.
Ein Deal mit ihm klang wie eine Falle.
Nach einer Kunstpause fuhr er fort: „Mir ist aufgefallen, dass deine Fehlverhalten in letzter Zeit zugenommen haben. Als Klassensprecher sah ich es als meine Aufgabe dies zu überprüfen-“
Seine Neugierde war wirklich widerlich.
„- dabei ist mir aufgefallen, dass dies kurz nachdem du vom Dojo ausgeschlossen wurdest zunahm“
Wieder musterte er mich eingehend, als würde er seine Theorie überprüfen wollen. Doch ich zeigte keine Reaktion. Das ging ihn alles gar nichts an. Er sollte sich gefälligst nicht einmischen!
„Und was soll das jetzt für ein Deal sein?“, knurrte ich angepisst und wollte, dass er endlich zum Punkt kam – damit ich wieder meine Ruhe haben konnte.
„Wenn du ab jetzt wieder zum Unterricht kommst – und damit meine ich dauerhaft -, dann sorge ich dafür, dass du wieder den Dojo benutzen darfst“
Im ersten Moment wollte ich ihm mit seinem miesen Deal zum Teufel jagen, doch dann hielt ich inne. Ich wollte schließlich wieder trainieren…
Aber war es das wert wieder den Unterricht zu besuchen?
Ein freundliches Lächeln stahl sich auf sein Gesicht – wobei es ziemlich aufgesetzt wirkte.
„Deine Noten sind trotz der hohen Fehlstunden gar nicht schlecht. Das solltest du nutzen“, stellte er zudem fest.
„Tse“, ich erhob mich gelangweilt von der Unterhaltung: „Nur solange bis ich einen anderen Ort zum Trainieren gefunden habe“

Noch am selben Tag nutzte ich die lang ersehnte Chance meine Wut aus mir heraus zu prügeln.
Als ich die Halle betrat hörte ich auch gleich mehrere extrem nervige Stimmen – seit wann war das hier zum Kindergarten geworden?!
Ich folgte den Störfaktoren, um sie zum Schweigen zu bringen.
Dabei erkannte ich schnell, dass es sich um fünf Jungen handelte, die ein Jahrgang über mir waren und in ihrer Mitte stand Munakata.
Es war offensichtlich, dass sie sich nicht für einen netten Plausch zu ihm gesellten. Generell hatte ich ihn selten in Gesellschaft gesehen – abgesehen von Lehrern.
Mit einem entschlossenen Blick hielt der schwarzhaarige Junge sein Holzschwert vor sich.
Da alle Anwesenden bereits Schrammen aufwiesen ging diese Auseinandersetzung wohl schon länger.
Diese entschlossenen Augen des Strebers faszinierten mich irgendwie und gleichzeitig machten sie mich aggressiv… Ich hätte ihm so viel Durchsetzungskraft gar nicht zugetraut.
Gerade setzte einer der Idioten erneut an: „Du Petze wirst sofort deine Anschuldigung gegen uns fallen lassen und den Lehrern sagen, dass du gelogen hast“
Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen hob er die Faust.
Interessiert beobachtete ich das Geschehen vor mir und lehnte mich lässig an die Wand. Was hatte der großartige Klassensprecher wohl angestellt?
Sein Blick zeigte ein wenig Trotz und es wirkte als stünde er über allen.
Wieder etwas was mich an diesem Typen aufregte…
„Ich weiß was ich gesehen habe – also gibt es keinen Grund es zurück zu nehmen. Wenn ihr andere Schüler gegen Geld erpresst… müsst ihr mit den Konsequenzen leben“, seine Stimme war ruhig und gefasst wie immer.
Ich verdrehte die Augen.
Sowas in der Art hätte ich mir bei dem Streber auch denken können.
Gerade machte ein Dummkopf einen Schritt auf den Umzingelten zu, als mich einmischte: „Hey ihr Trottel, es gibt Leute, die wollen hier in Ruhe trainieren. Also verlegt euren Kinderkram auf den Spielplatz“
Ich sah die Jungs abschätzig an, aber ich denke es war offensichtlich, dass ich schlechte Laune hatte.
Offenbar war ihnen auch ein zwei gegen fünf zu heikel, denn sie nahmen die Beine in die Hand und verließen das Gebäude.
Was für Lappen…
Überrascht wurde ich von Munakata angesehen. Offenbar war er verwundert, dass ich ihm half. Nun, das war ich auch… aber da hatte ich eine Idee.
Ein amüsiertes Grinsen zeichnete sich auf meinem Gesicht ab, als ich ihn ansprach: „Also, Munakata, ich habe einen Deal für dich“
Und schon war sein Blick wieder genauso verschlossen wie immer.
Offenbar passte ihm seine Situation gerade nicht wirklich. Jetzt war ich am Zug.
Auf sein Schweigen hin fuhr ich fort: „Ich helfe dir dabei solche Typen los zu werden“
Auch ich setzte diesmal eine Kunstpause ein, um ihn auf die Folter zu spannen.
„Und was willst du dafür?“, fragte der schwarzhaarige schließlich, um das alles abzukürzen. Das gefällt mir.
Also vervollständigte ich mein Angebot: „Dafür gibst du mir deine Hausarbeiten – jeden Tag“
Er nickte: „Deal“
Irgendwie war das zu einfach… aber gut… er machte sie ja ohnehin zuverlässig.

Akzeptanz
So kam es, dass wir regelmäßig Zeit miteinander verbrachten.
Die Hausaufgaben bekam ich von ihm zugeschickt oder schrieb sie während des Unterrichts ab. Nur so lästige Sachen wie Aufsätze und der ganze Mist musste ich selbst machen. Dementsprechend wenig Mühe gab ich mir. Die Lehrer konnte schon froh sein, dass ich auf einmal ein fast perfekter Schüler war – wenig Fehlstunden und immer auf den Unterricht vorbereitet. Meine Noten befanden sich ebenfalls in einem guten Bereich und das obwohl ich meistens nicht aufpasste.
Natürlich gab es noch das ein oder andere Mal Streit mit Mitschülern – das würde sich auch nie ändern. Jedoch wurde ich von Munakata gedeckt sofern es mit unserem Deal zutun hatte. Ihm vertrauten die Lehrer ja blind.
Nach dem Unterricht trafen wir uns wohl oder übel im Dojo, da wir beide viel trainierten. Dies sprach sich alles auch schnell in der Schule herum und immer weniger Leute trauten es sich mit uns anzulegen. Bisher hatten wir zu zweit noch keinen Kampf verloren – selbst wenn die Gegner in Überzahl waren oder sogar einer höheren Klasse entsprangen.
Der Langweiler versuchte zwar Auseinandersetzungen stets aus dem Weg zu gehen – dies gelang aber zum Glück nicht immer. Schließlich hatte er die ätzende Angewohnheit sich ständig in die Angelegenheiten anderer einzumischen, wenn er das Gefühl hatte, dass Recht und Ordnung verletzt wurden. Feinde hatte er inzwischen genug. Und ich sowieso.
Umso öfter wir herausgefordert wurden, desto besser wurden wir. Nicht nur unsere Kampffertigkeiten und Erfahrung wuchsen – sondern wir wurden ein immer besser abgestimmtes Team. Zumindest hierbei hatten wir eine Einheit gefunden.

„Wie letzte Woche schon angekündigt werdet ihr bald alle zwei Wochen lang außerhalb der Schule arbeiten. Seht es als eine Erfahrung, wie die Welt der Erwachsenen aussieht“, erklärte unser Sozialkundelehrer sein Vorhaben erneut. Dieser Idiot wollte doch nur für zwei Wochen seine Ruhe haben… Das ist doch echt lächerlich – warum sollte ich ohne Bezahlung arbeiten und das nur, damit die Lehrer weniger unterrichten mussten? Tse und die kassierten trotzdem ihr Gehalt…
„Im Kollegium haben wir uns jedoch entschlossen eine kleine Änderung vorzunehmen. Ich sagte, dass ihr einzeln arbeiten würdet. Jedoch erachten wir es als sinnvoller euch in Zweiergruppen loszuschicken. Immerhin ist es eure erste Erfahrung in der Arbeitswelt“
Na toll, also würde ich nicht nur meine Zeit verschwenden – sondern auch mit irgendeinem Idioten abhängen?! Ich hasste das Praktikum jetzt schon…

Ich hatte meine Sportsachen im Klassenzimmer liegen gelassen und ging nochmal zurück.
Gerade wollte ich die Türe öffnen, da hörte ich die nervige Stimme von Munakata und die unseres Lehrers. Das war jedoch nicht was mich aufhielt – war gerade mein Name gefallen?
„Es tut mir echt leid, doch du bist der Einzige, den ich kenne, der mit ihm auskommt, Munakata-Kun. Alle anderen hassen ihn oder haben Angst. Ich hoffe es ist okay für dich?“
Wovon sprachen sie?
„Es ist für mich kein Problem mit Suoh zusammen zu arbeiten, Sensei“, erklang die unbeteiligt klingende Antwort des Strebers.
Ach? Ich sollte mit diesem Idioten zwei Wochen lang zusammenarbeiten? Das war ein schlechter Scherz, oder? Der würde mich nur den ganzen Tag lang nerven und mit seiner Selbstgerechtigkeit um sich schmeißen. Das ertrug ich nicht…
Jedoch ging ich dann alle anderen meiner Klassenkammeraden in meinem Kopf durch… ob man es glaubt oder nicht… Munakata war tatsächlich das geringste Übel…

Wie zu erwarten gestaltete sich die Suche nach einem passenden Praktikumsplatz eher schwierig.
Wir hatten ziemlich unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir machen wollten – oder eben auch nicht.
Ich zu meinem Teil wollte gar nichts arbeiten. Aber da wir wohl nicht drum herum kamen, entschied ich mich dafür etwas mit geringem Aufwand zu suchen. Was sich als gar nicht so einfach herausstellte.
„Wie wäre es, wenn wir ein Praktikum bei der Polizei machen?“, schlug Munakata vor.
Wir saßen bereits seit einer Weile in einem leeren Klassenzimmer und versuchten eine Einigung zu finden. Vergebens.
Und sein neuer Vorschlag würde das alles nicht abkürzen.
Ich sah meinen Gegenüber genervt an.
„Als ob…“, brummte ich.
„Dann beteilige dich auch mal bei der Ideenfindung. Bisher hast du kaum etwas gemacht, außer meine Vorschläge abzulehnen“, beschwerte sich der schwarzhaarige. Wobei es nicht seine Stimme war die verriet wie seine Laune stand… sondern die Art, wie er seine Brille hochschob.
Schon erstaunlich, dass wir bereits so viel Zeit miteinander verbracht hatten, dass ich anhand einer Geste seine Stimmung erraten konnte.
Ich antwortete gar nicht erst auf seine Aufforderung, sondern musterte ihn in aller Ruhe weiter und lehnte mich im Stuhl zurück.
„Nein, Suoh… wir werden weder in einem Dojo arbeiten, noch Matratzen probeliegen. Sind das wirklich deine einzigen Ideen? Das kann doch nicht dein Ernst sein“, empörte er sich und begutachtete mich mit einem strengen Blick.
Mir war klar, dass dem Streber das nicht gefallen würde, aber das war das Einzige das mich interessiert hatte. Natürlich hätte ich mir auch mehr Gedanken machen können, aber ich hatte keine Lust.
Munakatas Ungeduld wuchs von Tag zu Tag. Was ich durchaus amüsant fand.
Da wir es einfach nicht schafften uns zu einigen, waren wir inzwischen ziemlich spät mit der Bewerbung dran. Das passte dem Musterschüler natürlich überhaupt nicht.
Er gab sich aller größte Mühe es sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ich ihn in den Wahnsinn trieb. Wahrscheinlich hatte er begriffen, dass ich dem nur mit Schadenfreude entgegnen würde.
Trotzdem durfte ich mir ständig Vorhaltungen anhören, dass es ein großer Nachteil wäre sich spät zu bewerben und wie verantwortungslos ich doch war.
Bla, bla…
Mit einem leisen Seufzen erhob er sich schließlich und ging Richtung Tür.
„Ich schreibe einfach ein paar Bewerbungen. Du hast keine Wahl, als dahin zu gehen, wo wir eine Zusage bekommen“, stellte er klar und verließ das Klassenzimmer.
Tse, als ob ich auf ihn hören musste.

Aber ich hatte Glück.
Munakata erntete trotz seines Engagements nur Absagen. Wie zu erwartet waren wir zu spät. Alle guten Einrichtungen hatten bereits Praktikanten ausgewählt.
„Ihr beiden seid also die einzigen ohne eine Stelle?“, enttäuscht sah der Lehrer von seinen Unterlagen auf. Wahrscheinlich aus dem einfachen Grund, dass er sich keine Arbeit machen wollte.
Pech für ihn. Hätte er sich einen anderen Job gesucht, dann müsste er sich nicht mit uns herumschlagen.
Er teilte uns mit, dass er sich umhören würde und uns den erst besten Platz zuteilen würde.
Dann verließen wir das Lehrerzimmer.

„Bist du jetzt zufrieden, Suoh?!“, fragte mich der Klassensprecher auf dem Weg zum schuleigenen Dojo. Sein störrischer Blick zeigte seinen Missmut nur zu deutlich. Er bereute sicher längst das Praktikum mit mir machen zu müssen. Nachher ist man immer schlauer. Zudem hätte er wahrscheinlich keine Wahl gehabt. Selbst wenn er die Bitte des Lehrers ausgeschlagen hätte.
„Hm…“, brummte ich unmotiviert und blickte weiter geradeaus.
Nach einigen Momenten antwortete ich ihm: „Erst, wenn wir das Praktikum ausfallen lassen können“
Wieder wurde die Brille genervt hochgeschoben.
„Ein bisschen mehr Interesse und Motivation würde dir nicht schaden. Hast du vor irgendwann auf der Straße zu landen? Ohne Arbeit wird das nämlich passieren“, versuchte er mich ein weiteres Mal zu belehren. Wie oft hatte er das jetzt schon gemacht?
Wir betraten die Umkleiden und ich lies schwerfällig meine Sporttasche auf eine der Bänke fallen.
„Nicht jeder will eine große Karriere hinlegen“, gab ich Munakata zu verstehen. Mir reichte etwas bei dem ich möglichst viel Freizeit hatte. Das mag für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar sein – aber so war ich eben.
Wir fingen an uns umzuziehen. Bald könnte ich mich wieder abreagieren. Die Tatsache, dass unsere Auseinandersetzung misstrauisch von anderen beobachtet wurde, ignorierten wir gekonnt.
Manche machten sich auch einfach schneller fertig und verließen eilig die Umkleide.
Wir stritten nicht, aber da wir inzwischen für unsere Kämpfe bekannt waren, empfanden es wohl viele als unangenehm uns in dieser Situation zu sehen.
Memmen.
„Und was ist, wenn du deine Meinung irgendwann änderst? Dann hast du keine gute Ausbildung“
Er gab einfach nicht auf.
„Was bist du? Mein Vater?!“, knurrte ich ihm genervt entgegen.
Selbst meine Eltern waren nicht so beharrlich bei diesem Thema…
Ich verließ die Umkleideräume und sah aus dem Augenwinkel wie es mir Reisi gleichtat.
Der Dojo bestand aus zwei Räumen und wir hielten uns normalerweise in dem jeweils anderen auf. Wir verbrachten schon genug Zeit miteinander.
Doch heute mussten wir uns wohl auch beim Training ertragen.
In dem einen Raum war über Nacht ein Rohr gebrochen und die Matten hatten sich mit Wasser vollgesogen.
Im Nachhinein war es wahrscheinlich etwas kindisch, dass Munakata und ich versuchten den größtmöglichen Abstand zu halten und jeweils im gegenüberliegenden Eck trainierten.
Noch mehr reizte mich die Tatsache, dass durch die Verkleinerung des Dojos optisch mehr Schüler anwesend waren, da sie sich nicht mehr so gut verteilen konnten.
Ich hatte beim Boxen viel lieber meine Ruhe…
Mein missmutiger Blick traf des Öfteren den genervten von Reisi. Was die Stimmung noch mehr anspannte.

„In einer Bibliothek?!“, fragte ich entsetzt nach, um mich zu vergewissern, dass ich mich nicht verhört hatte.
Das war nicht sein Ernst…
Der Lehrer hatte uns hiermit unseren Praktikumsplatz vorgestellt – und ich hatte mich leider nicht verhört.
Der Streber schien es so hinzunehmen, da er es Vorzug zu schweigen.  
Ich hingegen konnte nicht anders als meinem Missmut Luft zu machen. Auch als der Lehrer längst gegangen war. Der Feigling war geradezu durch die Türe des Klassenzimmers gerannt. Als hätte er Angst, dass ich ihm gleich eine Reinhauen würde.
„Du bist wirklich der Letzte der sich beschweren sollte, Suoh“, merkte der Musterschüler an und schenkte mir dabei einen scharfen Seitenblick.
„Ach ja? Das ist immerhin besser als zur Polizei zu gehen“, teilte ich ihm gleich meine Ablehnung mit.
Ein süffisantes Grinsen erschien auf seinen Lippen.
Was hatte dieser Idiot jetzt schon wieder?!
„Weißt du… ich denke eine Bibliothek wird dir tatsächlich nicht schaden. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wie du als Aufpasser im Lesebereich sitzt und jeden anschnauzt, der auch nur einen Mucks macht“, stellte der schwarzhaarige fest und ich musste zugeben, dass das gar nicht mal so abwegig war. Zudem wäre es wenigstens eine Aufgabe die mir gefallen würde. Den ganzen Tag schlafen und Leute, die mich dabei störten, rauswerfen. Eingeschlossen des Strebers.
Ein amüsiertes Brummen entfuhr mir.
„Als würdest du nicht den ganzen Tag damit verbringen deine Nase in irgendwelche langweiligen Bücher zu vergraben“, teilte ich ihm amüsiert mit und war inzwischen zunehmend der Meinung, dass das Praktikum doch nicht ganz so schlimm war. Hoffentlich.
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