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Versprochen ist versprochen

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / FemSlash
Marceline Prinzessin Bubblegum
11.08.2019
11.08.2019
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Versprochen ist versprochen

Inspiriert von diversen FanArts und diesem Remix von »I’m just your Problem« [Video & Art by Max Rambaldi].

-♕-



»Sag mir, wie sehr du mich liebst.«

»Nicht jetzt, Marcy, ich arbeite.«

Ja, das war Marceline aufgefallen. Eben das war der Grund, weshalb sie jetzt hier war.
Seit geschlagenen fünf Tagen verbarrikadierte Bonnie sich nun schon in ihrem Labor, unerreichbar für jedermann, und langsam, aber sicher machte Marceline sich Sorgen.

Mit nagendem Gefühl in der Brust erinnerte sie sich an die vielen verschwendeten Jahre, in denen Bonnie sich so sehr in ihrer Arbeit vergraben hatte, dass sie nur nebeneinander her existierten, ohne ein Wort miteinander zu wechseln. Jetzt, da ihre Liebe neu erblüht war, würde Marceline einen solch gravierenden Bruch niemals wieder zulassen. Das hatte sie nicht nur sich selbst, sondern auch Bonnie versprochen – und versprochen ist versprochen, und wird auch nicht gebrochen! Also war sie, als die Distanz unerträglich geworden war, schnurstracks in den Palast gekommen, um ihrer Freundin einen Besuch abzustatten. Dass sie gerade schwer beschäftigt war, störte Marceline nicht. Tatsächlich übte es sogar einen gewissen Reiz auf sie aus.

Kopfüber schwebte sie neben Bonnie, die – wie Marceline fand – mit der Brille, dem Laborkittel und dem Dutt unendlich heiß aussah. Ihre langen schwarzen Haare hingen geradewegs auf Bonnies Notizblock hinab und verdeckten gut die Hälfte des Blattes, auf dem sie gerade schrieb. »Liebst du mich ...«, nachdenklich tippte Marceline mit einem Finger an ihre Lippen, »hmmm ... mehr als dein Königreich?«

Gezwungenermaßen setzte Bonnie den Stift ab und bedachte ihre Freundin mit einem strafenden Blick. Kopfschüttelnd raffte sie ihre Schreibutensilien zusammen und wechselte den Tisch. »Bleib hier, wenn du möchtest, aber halt mich nicht von der Arbeit ab.«

Marceline grinste in sich hinein. Bonnie von der Arbeit ablenken – check.
Bonnie war eine brillante Wissenschaftlerin, aber grandios schlecht darin, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Sich darum zu kümmern, war Marcelines Part, und diesen erfüllte sie liebend gern.
Unbeirrt schwebte sie ihrer Freundin hinterher. »Liebst du mich …«, für einen kurzen Moment hielt sie inne, unsicher, ob sie die Antwort wirklich hören wollte, doch dann gab sie sich einen Ruck und sprach es einfach aus, »mehr als dein Leben, die Sterne, das Universum und alles, was Glob erschaffen hat?«

»Marceline!«

Mit hochrotem Kopf fuhr Bonnie herum. Für einen Wimpernschlag fürchtete Marceline, zu weit gegangen zu sein, doch dann schmeckte sie Bonnies süße Lippen auf ihren. Hingebungsvoll schloss sie die Augen und ließ sich in eine Umarmung ziehen. Erst jetzt wurde ihr bewusst, wie sehr sie das vermisst hatte. Bonnie schien es genauso zu gehen, denn ihr Kuss wurde zunehmend intensiver.  
Viel zu früh für Marcelines Geschmack lösten sie sich wieder voneinander, doch Bonnie entzog sich ihr nicht vollkommen. Stirn an Stirn gelehnt, strich sie ihr eine schwarze Haarsträhne aus dem Gesicht und flüsterte: »Dummkopf. Ich liebe dich mehr als alles, was du dir vorstellen kannst.«

»Wow.« Mehr konnte Marceline gerade nicht hervorbringen. Ihr Kopf kreiste, während ihr Herz wild gegen ihre Rippen pochte. Nur zu gerne ließ sie sich treiben, genoss das pure Glück, das durch ihre Adern strömte – da entdeckte sie in ihrer Mundhöhle plötzlich einen Kaugummi, der zuvor noch nicht da gewesen war. »Hehe.« Unwillkürlich setzte sie ein verschmitztes Grinsen auf, formte eine pinke Blase und ließ sie lautstark platzen. »Hut ab, Prinzessin.«

Bonnie lachte verlegen, ihre Wangen waren von einem zarten Rot gezeichnet. »Und jetzt raus mit dir, du Plage«, befahl sie mit gespielter Strenge, als sie ihre Fassung wiedergefunden hatte und deutete mit dem Zeigefinger zur Tür. »Solange du hier bist, kann ich mich nicht konzentrieren.«

»Okay, okay«, willigte Marceline lachend ein. »Ich geh ja schon.« Beschwichtigend hob sie die Hände vor die Brust und schwebte rückwärts Richtung Ausgang. Doch als sie im Türrahmen stand, wurde ihre Miene noch einmal ernst. »Übernimm dich nicht, ja?«

Bonnie lächelte tapfer und nickte. »Werde ich nicht.«

»Versprochen?«

»Klar. Du weißt doch: Versprochen ist versprochen …«

»… und wird auch nicht gebrochen«, vervollständigten sie den Satz gemeinsam, Wort für Wort so voller Liebe, dass selbst den Bananenwachen, die heimlich an der Tür lauschten, ein langgezogenes »Awww« entwich.
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