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Rette mich...

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
10.08.2019
09.05.2020
36
30.504
4
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
1 Review
 
27.09.2019 862
 
Sicht Amaya:

Das war knapp. Ich habe es gerade noch aus dem Haus geschaft und machte mich nun auf den Weg um Hiyori. Es ist Samstag. Gestern habe ich Hiyori um ein Treffen gebeten, aber man hat mich erwischt. Als Straffe wurden mir alle Fingernägel abgebrochen. Als Folge davon kann ich meine Finger kaum bewegen ohne höllische Schmerzen zu spüren. Keine gute Voraussetzung

Plötzlich vibrierte mein Handy. Eine Nachricht. Von… Hiyori.

„Guten Morgen. Ich hoffe du bist schon wach. Wir sehen uns an der Adresse die ich dir gestern geschickt habe. Grüße Hiyori.“

Wieso schreibt sie mir das? Bin ich so spät dran? Oder was ist hier los? Heute lässt mich Kasai zum Glück auch in Ruhe.  Ich ging zum Bahnhof um in den anderen Stadtbezirk zu kommen. Die vielen Ayakashi bereiten mir ein ungutes Gefühl im Magen. So viele auf einmal habe ich noch nie gesehen.

Nach gefühlten Stunden kam ich endlich an der Adresse an. Das Gebäude sieht ziemlich schlicht aus, aber auch etwas herunter gekommen. Ich verspürte eine leichte Panik in mir. Ich habe noch nie einen anderen Gott oder seine Shinki gesehen. Ob wir uns wohl verstehen werden? Panik stieg in mir auf. Mein Sichtfeld fing an zu verschwimmen. Mir wurde schlecht.

„Amaya?“ Ich schaute auf. Da stand Hiyori. „Alles gut?“, fragte sie besorgt. Ich nickte nur. Meine Panik verschwand langsam. „Gut. Dann lass uns rein gehen. Die anderen warten schon.“ Sie nahm meine Hand und wollte mich rein ziehen. Aber in dem Moment überkam mich eine neue Welle des Schmerzes und ich zog sie schnell weg. Hiyori schaute mich fragend an. Ich ließ den Kopf hängen und wir gingen weiter.

Schon im nächsten Moment kam ein uns ein Mädchen entgehen gerannt. „HIYORIN!!!“, rief sie freudig und fiel Hiyori um den Hals. „Hiyorin?“ „Das ist der Spitzname den Kofuku mir gegeben hat.“, klärte sie mich auf. Ich fing an diese Kofuku zu mustern. Süß sah sie ja schon aus. Aber kaum hatte ich mit meiner Beobachtung begonnen kam sie auf mich zu. „Ist sie das? Ist das das Mädchen das die Wesen aus dem toten Winkel sehen kann?“, sie schaute mich mit großen Augen an.

Irritiert sah ich sie an. „Mann, Kofuku. Lass sie doch erst einmal ankommen.“ Ein großer Mann mit einer Zigarette kam auf ums zu. „Mein Name ist Daikoku. Freut mich.“, er streckte mir die Hand hin. „F-freut mich.“, stammelte ich und verbeugte mich leicht. „Na na.“, er legte mir seine Hand auf die Schulter. Eine solche Berührung war ich nicht gewohnt und ging schnell einen Schritt zurück.

Sie schauten mich alle an. „Was ist denn da draußen los?“, schallte es von drinnen. „Yato! Du bist ja schon wach.“, rief Kofuku und stürmte auf den jungen Mann zu. Yato... Komischer Name. Jetzt kam auch ein weiterer Junge, ungefähr in meinem Alter, aus dem Haus. „Was ist denn hier draußen los?“, fragte er verwirrt.

Wir schauten uns alle gegenseitig an. Kofuku fing an zu lachen, dieser Daikoku kratzte sich verlegen am Kopf und wir anderen schauten einfach nur verwirrt drein. „Wir sollten wohl mal rein gehen.“, meinte Daikoku nach einer Minute des Schweigens. Wir anderen nickten nur und gingen ins Haus. Von innen sah es ziemlich gemütlich aus, auch wenn es etwas eng wirkte.

„Sag mal.“, fing Kofuku an, „Wie heißt du eigentlich?“ Ich schaute sie an und spürte wie das Blut in meinen Kopf stieg. „A-amaya Infortunium.“, stotterte ich und verbeugte mich tief. „Also nenne ich dich… Ähm.“, sie dachte einen Moment nach, „Ich weiß. Ich nenne dich Ama! Ich legte den Kopf schief.

„Sie hat dir einen Spitznamen gegeben.“, klärte mich Daikoku auf. Dieser hatte in der Zwischenzeit Tee gemacht. Er stellte die Tassen ab und setzte sich zu uns. Ich schaute hilfesuchend zu Hiyori die scheinbar verstand was los war. „Ich stell euch mal besser vor. Der Faulpelz da heißt Yato. Kofuku und Daikoku kennst du ja jetzt schon. Und das ist Yukine.“, sie deutete auf den blondhaarigen Jungen der neben diesem Yato saß.

Ich griff vorsichtig nach der Tasse und legte meine Hände uns sie. Doch ich zog sie sehr schnell wieder weg. Unter dem Verband an meinen Fingerspitzen bildeten sich rote Flecken. Scheiße!!! Die Wunden sind wieder aufgegangen. „Was hast du denn da?“, Daikoku griff nach meiner Hand und hielt diese fest. Ich fühlte einen Unerträglichen Schmerz in meinen Händen. „Was hat sie denn?“, Kofuku beugte sich besorgt zu mir.

„Das sieht nicht gut aus. Damit solltest du zum Arzt.“ Bei diesen Worten sprang ich panisch auf und presste mich an eine Wand. Panik. Ich fühlte die pure Panik durch meinen Körper strömen. Alle sahen mich besorgt an. Bis eine Hand sich auf meine Schulter legte. Ich begann mich langsam zu beruhigen. Erst jetzt bemerkte ich dass ich weinte. Dieses Mal aber nicht aus Angst oder Schmerz. Sondern aus Kummer und Trauer.

Als ich fertig mit weinen war stand ich auf. „Wo willst du denn hin Ama?“ „Ich muss los. Ich bekomme ärger von Kasai wenn ich nicht bald zuhause auftauche.“ Und so ließ ich eine besorgte Hiyori und nervös schauende, mir unbekannte Leute, zurück. Ich kann es einfach nicht. Ich kann einfach nicht mit anderen reden.
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