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Rette mich...

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
10.08.2019
09.05.2020
36
30.504
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
01.02.2020 863
 
Sicht Amaya:

Ich spüre warme Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Langsam und vorsichtig öffnete ich meine Augen. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und wärmte die Erde langsam auf. Ich setzte mich auf und streckte mich ausgiebig. Ich musste immer noch an die Geschehnisse von gestern denken und alleine das sorgte dafür das mir wieder die Tränen in die Augen stiegen. Jemand hat mir einen Namen gegeben. Und es war nicht Kasai.

Langsam stand ich auf und bewegte mich schleifend Richtung Treppe. Ich stellte fest dass ich immer noch die weiße Yukata von gestern an hatte. Als ich an der Treppe ankam stieg mir sofort ein sehr angenehmer Duft in die Nase. Ich beschleunigte meine Stritte. Aber noch bevor ich ins Wohnzimmer ging zwang ich mich zum Stehenbleiben. Vielleicht freuten sie sich nicht mich zu sehen. Vielleicht störe ich sie bei etwas.

„Ama? Bis du das?“ Kofuku? Ich schmulte in das kleine Zimmer und sah eine gut gelaunte Kofuku, einen Zeitungslesenden Daikoku und einen frühstückenden Yukine. „Ama!“ Und jetzt sprang mich Kofuku buchstäblich an so dass ich fast auf meinem Hintern landete. „Wir hatten uns gestern solche Sorgen gemacht als Yukki mit deiner Seele zu uns kam! Was ist denn nur passiert? Und wieso war Kasai da?“

Also eine Blitzmerkerin ist sie echt nicht. Yukine sah uns zwei mittlerweile amüsiert an und Daikoku schüttelte nur amüsiert den Kopf. „Wie wäre es erst einmal wenn sie was frühstückt?“, fragte letzter nun die Unglücks Göttin. Diese lies augenblicklich von mir ab und deutete voller Aufregung auf einen freien Platz am Tisch.

Wie jetzt? Erwarten sie ernsthaft dass jemand wie ich mit ihnen esse? Aber gut… Ich ging zum Tisch und schaute mir alles an und erstarrte. Da war ein Platz nur für mich… Ich bekam mein eigenes Frühstück… Bitter erinnerte ich mich an die Zeit bei Kasai und meinem Vater. Ein Toast oder ein paar Yen um mir etwas Kleines für unterwegs zu kaufen, wenn ich überhaupt etwas bekam.

Tränen stiegen mir in die Augen. Das ist das erste Mal das sich jemand um mich kümmert, um mich sorgt. Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten und so kullerten sie meine Wangen hinunter und fingen an die Tischdecke zu verfärben. Dafür kassierte ich von allen anwesenden verwirrte Blicke. „Da… Danke…schön…“, schniefte ich bevor ich mich wieder meinen Gefühlen hingab.

Eine Hand die sich auf meine Schulter legte ließ mich Aufsehen. Yukine stand mit einem aufmunternden Lächeln neben mir und deutete mich zu setzen. Ich wischte mir schnell die Tränen auf den Augen und setzte mich. Ich glaube er muss mich jetzt für die größte Heulsuse auf dem Planeten halten.

Das Frühstück verlief bis ziemlich ruhig und ich hatte das erste Mal das Gefühl wirklich willkommen zu sein. „Aber sag mal Ama.“, fing Kofuku plötzlich an. „Du hast meine Fragen von vorhin noch gar nicht beantwortet.“ Dafür kassierte sie von Daikoku einen Schlag auf den Hinterkopf. „Tut mir leid. Du musst die Fragen nicht beantworten wenn du nicht willst.“ Er verbeugte sich etwas und sah Kofuku dann mit strafenden Augen an.

Die schien das aber recht wenig zu interessieren, da sie mich immer noch erwartungsvoll ansah. Ich schluckte mein Essen hinunter und überlegte. Ich konnte es ihnen doch sagen, oder? Nein! Wollte ich es ihnen sagen? Ich überlegte eine Weile hin und her bevor ich zu sprechen begann. „Mein Vater hat auf mich geschossen… Kasai schien nun endgültig die Nase vollgehabt zu haben und wollte sich dadurch meine Seele zu eigen machen.“

Ich schaute ängstlich in die Runde. Kofukus Lächeln war erloschen und sie sah mich traurig an, Daikoku schien wütend zu sein und Yukine… Der sah mich mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck an. Ein Mix aus Wut, Trauer und… Mitleid? Das letzte konnte ich nicht mit Sicherheit deuten. Deswegen beschloss ich meine Erzählung schnell wieder auf zu nehmen.

„Es ist nicht seine Schuld. Er war betrunken und nur das Mittel zum Zweck für Kasai.“ Jetzt wandelten sich die Blicke von traurig und wütend zu fragend. „Kasai nutzt die Menschen nur aus. Sie sucht sich Menschen die sich nach Macht oder ähnlichem sehnen und macht sie quasi zu ihnen Marionetten. Die Kinder die diese Leute gebären werden zu ihren Dienern. Die Eltern hingegen werden meist von ihr getötet. So hat sie sich über die Jahrhunderte eine privat Arme geschaffen die quasi jedem Befehl folge leistet.“

Stumm schauten mich die anderen drei an. So vergingen ein paar Minuten bis sich Daikoku zu Wort meldete. „Wir besprechen das besser wenn Yato mit anwesend ist. Bis dahin kann dir Yukine ja schon einmal die Grundlagen beibringen.“ „Grundlagen?“, fragte ich nach kurzem Zögern. „Die Grenzlinie. Damit du dich im Notfall verteidigen kannst.“ Und mit diesen Worten erhob er sich und ging in die Küche.

Fragend schaute ich Yukine an der sich nun ebenfalls erhob. „Na komm. Sonst liegt mir Hiyori in den Ohren das ich mich nicht um die kümmern würde.“ Ich stand auf und folgte ihn in den Hof. Hier hatten wir zwar nicht viel Platz, aber das störte mich nicht. „Also dann pass mal auf. Grenzlinie!“ Und schon zog sich eine gläserne Wand zwischen mir und ihm entlang. „Der Wahnsinn!“, entkam es mir. „So! Und jetzt du.“
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