Stormy Affair

GeschichteRomanze / P18
Edward Anthony Masen Cullen Isabella "Bella" Marie Swan
10.08.2019
23.09.2019
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Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich euch.


Liebe Libelle, vielen Dank für dein Review!


Und weiter geht’s!


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Bella


Gefühlte Stunden später liege ich fast auf ihm, meine Arme um ihn geschlungen, ein Bein über ihm und lausche seinem Herzschlag, der sich nur langsam wieder beruhigt.

Ich bin viel zu aufgewühlt, um zu schlafen.

Angst geht einher mit Freude und natürlich auch mit dieser nagenden Ungewissheit.

Wohin soll ich gehen, sollte es diesem Anwaltskumpel gelingen, mich kurzfristig raus zu hauen? Ich habe nichts vorbereitet, ja auf meinem Konto ist genügend Geld für einen Neuanfang, aber wie soll ich auf die Schnelle eine Wohnung in New York finden, besser noch, in Manhattan? Eine bezahlbare, denn mein Konto ist nicht ewig belastbar.

Und wie will ich John dazu bringen, mich gehen zu lassen?

MIT Dawn?

Wie soll ich Edward klarmachen, um was für einen Mann es sich bei John Bloom handelt? Dass er immer kurz vor dem Durchdrehen ist, kurz vor dem Amoklauf, dass er wie eine tickende Zeitbombe ist, die irgendwann hochgehen wird? Wie soll ich ihm begreiflich machen, dass ich nicht grundlos Angst vor diesem Mann habe, sondern dass er für diese Angst gesorgt und mehrfach unter Beweis gestellt hat, wie angebracht sie ist?

Wie soll ich mich jemals vor ihm in Sicherheit bringen, denn er wird mich verfolgen, das steht außer Frage.

Und wie soll das mit mir und Edward weitergehen? Gibt es eine gemeinsame Zukunft oder bin ich auf dem besten Weg, dort weiterzumachen, wo wir aufgehört haben?

Ach, was mache ich mir vor, bin ich nicht schon mittendrin, in der nächsten Nur-Sex-keine-Beziehung-Falle?

Wäre alles doch nur nicht so unsicher.

Er regt sich, schiebt mich von sich, neben sich und dreht sich zu mir. Diesmal grinst er nicht, als er mich betrachtet. »Du bist also Mutter, ja?«

Ich schlage die Augen nieder, warum auch immer. »Äh … ja.«

»Das ist … also darauf wäre ich wirklich nicht gekommen.« Wieder gleitet sein Blick an mir hinab. »Wie alt ist sie?«

Rechne, Bella, rechne, verdammt noch mal und mach es glaubwürdig. »Eineinhalb Jahre und ein paar Wochen«, sage ich hastig.

»Dann musst du bald, nachdem du abgehauen bist, schwanger geworden sein.« Das klingt schon nicht mehr so nett.

»Ich …« Ich beiße mir auf die Unterlippe und lege mich auf den Rücken. Unfähig, ihn länger anzuschauen. »Ich wusste nicht, was ich tun sollte, wir trafen uns und ich dachte … Ich dachte …«

»Du dachtest, er wäre der Kerl, der dir geben könnte, was du von mir nicht bekommen konntest? Ehrlich, Bella?«

Wütend starre ich ihn doch wieder an. »Was wird das hier? Ein Verhör? Kann es sein, dass man manchmal Dinge tut, die sich in der Zukunft als scheiße rausstellen? Kann es sein, dass man nicht für alles eine Erklärung hat? Ist dir noch nie passiert, nein? Glückwunsch, mir schon!«

Damit starre ich wieder die Decke an. Also eines versteht dieser Kerl grandios: Mich auf die Palme zu bringen. Das schafft er so zuverlässig, dass sogar mein schlechtes Gewissen in den Hintergrund gerät.

Apropos: Was für ein schlechtes Gewissen?

»Ich hätte mir nie gedacht, dass du mir mal Vorwürfe machen könntest, weil ich zur Seite getreten bin, als ich merkte, dass ich was anderes will als du. Ehrlich, Edward, das grenzt schon an Dummheit. Ich wusste, du willst nichts … über Sex hinaus, du hast ja schon Panik bekommen, weil ich ein paarmal bei dir übernachtet habe.« Die alte Wut kocht wieder in mir hoch. »Du warst ja noch nicht mal in der Lage, mir vom Tod deiner Mutter zu erzählen. Wenn einem Menschen, der einem nahesteht, so was passiert, dann will man die Gelegenheit bekommen, ihm sein Bedauern auszudrücken, Edward.« Schwungvoll drehe ich mich wieder zu ihm um, setze mich auf und starre auf ihn herab. Und nein, ich beachte nicht, wie schön geformt seine Brust ist! Weil das nämlich nun mal nicht alles im Leben sein kann! »Man will sich nicht wie irre mit ihm in den Betten wälzen und irgendwann, wenn es längst zu spät ist, durch Zufall davon erfahren. Das fühlt sich scheiße an!« Er lauscht mir, ohne eine Regung im Gesicht, möglich, dass ein Muskel unter seiner Wange zuckt, ansonsten scheint er zu Stein erstarrt. Perfekt, das wollte ich ihm nämlich schon immer mal sagen.

Unter anderem.

Hat er ein paar Stunden Zeit?

»Und als du mir das sagtest, als du mich rausgeworfen hast, weil dir auf einmal auffiel, dass wir ja fast zusammenwohnen, dass meine Zahnbürste in deinem Becher steht, da wurde mir klar, dass du einfach beziehungsunfähig bist. Dass du verloren bist, ich aber nicht, dass ich vielleicht eine Zukunft mit einer Familie haben werde, aber niemals mit dir! NIE MIT DIR! Und was sollte ich tun, als einfach zu gehen? Meinst du wirklich, nach der Nummer hätten wir noch zusammen arbeiten können? Ich wäre wieder bei dir im Bett gelandet, weil das mit uns beiden zwangsläufig immer dort endet. Aber mehr wäre niemals daraus geworden. Dann fiel mir John ein, den ich … mochte, nicht liebte, aber mochte, und ich dachte, dass daraus irgendwann Liebe werden würde. So heißt es doch, oder? Und ich ging zu ihm und er nahm mich auf und tröstete mich, war für mich da, hat mir nicht in den Arsch getreten. Ich dachte, ich könnte ihn lieben«, wispere ich. »Ich dachte, ich könnte mit ihm glücklich werden. Was ist daran denn so falsch?«

Lange Zeit sagt er nichts, steht stattdessen auf, um die Schachtel Zigaretten zu holen, diesmal bringt er auch einen Untersetzer mit, der damit wohl dem Tode geweiht ist. Er zündet zwei Zigaretten an und reicht mir eine, liegt auf dem Rücken, starrt zum Fenster und raucht.

Die blauen Augen funkeln in der Dunkelheit, seine Haut ist so einheitlich gebräunt, dass er entweder ins Solarium geht oder eine Möglichkeit gefunden hat, nackt zu sonnen, ohne sofort dafür verhaftet zu werden. Seine Oberarme sind noch immer so muskulös, sein Bauch noch immer so flach. Flacher, denn die Andeutung der Muskelstränge haben sich zu einem leichten Sixpack gemausert. Seine unbehaarte Brust hebt und senkt sich in ruhigen Intervallen, auf seinen Wangen hat sich ein dunkler Schatten gebildet, und sein Haar ist ein einziges Chaos.

Wäre er doch nur nicht so … perfekt.

Warum konnte er sich in den letzten Jahren nicht ein klein wenig verändern?

Wenn man Typen später wiedertrifft, mit denen man auf die Highschool gegangen ist, dann sind die meist fett und kahlköpfig und Versicherungsvertreter – was einen schnell auf den Boden der Tatsachen holen kann. Bei Klassentreffen werden reihenweise Stars der Footballmannschaft von ihren Thronen gestoßen, weil aus ihnen plötzlich langweilige Familiendaddys mit Mini-Van geworden sind. Warum konnte mit ihm nicht ähnliches geschehen?

Weil er keine Familie will, das ist die Wahrheit. Weil er ein ewiger Single ist, der sich niemals binden wird, und weil er deshalb immer sexy bleiben wird. Immer auf der Suche nach Frischfleisch, immer auf der Suche nach dem nächsten geilen Fick. Er wird sich nicht gehen lassen, irgendwann seine Abende mit zig Bierflaschen vor dem Fernseher verbringen. Er wird immer trainieren, immer dafür sorgen, dass sein Bauch genauso flach bleibt, wie er jetzt ist, immer auf seine Kleidung achten, immer seine gottverdammte Brust rasieren.

Immer heiß bleiben.

Und … er wird niemals einer Frau allein gehören.

Akzeptier es endlich, Bitch!

Ich dachte, das hätte ich bereits.

So kann man sich täuschen.

»Ich mache dir keinen Vorwurf«, sagt er schließlich mit dieser dunklen unaufgeregten Stimme. »Ich habe damals nur nicht verstanden, weshalb du dich so feige weggeschlichen hast. Wir hätten reden, hätten es anständig beenden können.«

Ich schnaube, ob ich will oder nicht, ich kann es nicht verhindern. »Hörst du dir hin und wieder auch mal zu, Edward? Ich sollte zu dir gehen und dir sagen: Sorry, Edward, ich bin eine Bitch und das alles, schon klar, aber ich habe mich in dich verliebt und deshalb sollten wir besser nicht mehr miteinander vögeln. Und jetzt an die Arbeit, ist ja kein Beinbruch?« Kopfschüttelnd betrachte ich ihn. »Du hast keine Ahnung von Gefühlen, richtig? Ach ja, das steht ja fest, sorry, dass ich was gesagt habe.«

Wieder betrachtet er mich, ist weit davon entfernt, zu widersprechen, was mehr wehtut als ein Eimer eiskalten Wassers, wenn man gerade aus der Sauna kommt. Aber was habe ich gedacht? Dass er mir nun seine unendliche Liebe gestehen würde? Zurechtrücken, was ich sagte?

»Es wäre eleganter gewesen«, sagt er stattdessen. »Und vielleicht wärst du dann nicht bei diesem Wichser gelandet. Außerdem kann ich immer noch nicht verstehen, weshalb du das ganze Theater so lange geduldet hast.«

Welches?, will ich fragen. Das mit dir oder das mit John? Also bei Ersteren frage ich mich auch immer wieder, wie das passieren konnte, nichts für ungut.

Aber ich sage nichts, wenn er schon mal spricht, auch noch freiwillig, sollte man ihn am besten lassen, es kommt so selten vor.

»Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, du hättest in eine andere Abteilung versetzt werden können, was weiß ich?«

Er fährt sich mit einer Hand durch das Haar – untrügliches Zeichen dafür, dass E Punkt C Punkt etwas aufwühlt.

»Aber das wäre doch keine Lösung gewesen.«

»Dass du deine Karriere wegwirfst, war auch keine.«

»Ich bin inzwischen Autorin und nicht wenig erfolgreich.«

Ein Blick trifft mich, den ich kenne und der mich sofort wieder wütend macht: BITTE! Nicht gleich Autorin.

Doch bevor ich auffahren kann, hebt er eine Hand. »Richtig. Manchmal ergeben sich eben auch aus negativen Dingen große Chancen.« Er holt tief Luft. »Aber dann hättest du jetzt nicht das Kind. Das verkompliziert die Angelegenheit, so weit stimmst du mir doch zu?«

Das Kind.

Verkompliziert.

»Soll das ein Witz sein?«

Er mustert mir so arglos, das kann nicht gespielt sein. Der Typ weiß wirklich nicht, was er gesagt hat. »Es stimmt doch!«, beharrt er. »Wärst du im Zustand geistiger Umnachtung nicht zu diesem Bastard gerannt, würdest du jetzt nicht knietief in der Scheiße sitzen und das auch noch mit einem Balg am Bein.«

»Das Balg«, ich habe Mühe, meine Zähne auseinanderzubekommen, »ist meine Tochter und ich liebe sie. Wenn es irgendwas Positives aus meiner Beziehung mit John gibt, dann ist es Dawn. Ich will sie nicht missen, keine einzige Sekunde, aber mir hätte klar sein müssen, dass du das nicht verstehen kannst.«

»Richtig«, erwidert er, noch immer nicht provoziert, sondern auf diese Art, die mir suggeriert, er habe es mit einem besonders schweren Fall von Schwer-von-Begriff zu tun: »Aber was man nicht kennt, kann man nicht vermissen. Du wüsstest nicht, wie es ist, Mutter zu sein, hättest du den anderen Weg gewählt.«

»Und ich wäre keine Autorin und würde nicht ein halbes Vermögen verdienen, alles richtig.«

Schwer atmend nehme ich einen tiefen Zug von meiner Zigarette, meine Hand zittert ein wenig, könnte sein, dass sie ihn würgen will.

Was für ein blasierter Scheißer!

Was für ein arrogantes Arschloch!

Ein Teil von mir will ihm ins Gesicht brüllen, warum ich damals wirklich ging, warum ich keine Wahl hatte, warum ich abhauen – wie er es nennt – musste, warum es die einzig mögliche Reaktion war. Aber ich will nicht. Ich kann nicht. Nichts liegt mir ferner, als ihm die Wahrheit zu sagen, schon gar nicht nach seinem jüngsten Vortrag.

Nichts hat sich verändert, nichts ist anders geworden, ich sollte das nicht vergessen, nicht, dass am Ende doch noch mein Herzchen in Mitleidenschaft gezogen wird.

Okay, meines wäre egal.

Aber was ist mit Dawn?

Was ist mit meiner Prinzessin?

Sie hat oberste Priorität, um sie geht es hier, alles andere ist zweitrangig.

Und ich werde sein Angebot annehmen, werde seine Hilfe annehmen, weil ich nichts zu verlieren habe, und weil er anscheinend John schon länger durchschaut hat.

Was mich überrascht.

Als hätte er meine Gedanken gehört, neigt er den Kopf zur Seite. »Was hat er noch so blicken lassen?«

Ich verstehe sofort und ein Teil von mir will alles, ihm nur nicht einen fröhlichen Schwank aus den Szenen meiner Ehe erzählen.

Aber irgendwie … fuck, ich habe noch nie darüber gesprochen, zu niemandem, wem auch? Vielleicht kann ich deshalb reden, vielleicht finde ich deshalb Worte für etwas im Grunde Unaussprechliches.

»Er ist ein Wichser«, teile ich ihm mit, fingere geistesabwesend nach einer neuen Zigarette und zünde sie mir an. »Er hat einen kleinen Schwanz und kompensiert seine Minderwertigkeitskomplexe mit jeder Menge … äh … Pseudo-BDSM, richtig drauf hat er es nicht. Nur mal davon gehört, dass es so was gibt, ich würde wetten, er ist auch häufig auf den bekannten Seiten zu Gast und das setzt er dann eben um.« Ich zucke mit den Schultern. »Mit wachsender Begeisterung.«

Sein Gesicht ist unbewegt. »Wie oft hat er dich vergewaltigt?«

Wieder muss ich den Kopf schütteln, ein Lächeln legt sich auf meine Lippen. »Das hat er nicht, ich hätte ja Nein sagen können.« Seine Augenbraue rutscht in die Höhe, doch ich komme ihm zuvor. »Natürlich kann ich Nein sagen, der Mann ist zivilisiert, er kennt die Regeln und würde sie niemals brechen, das wurde ihm womöglich schon eingebläut, als er noch ein Kleinkind war. Nur … hat er Mittel und Wege, um trotzdem an das zu kommen, was er will.«

»Indem er dich erpresst?«

»Richtig. Indem er mich erpresst. Natürlich mit Dawn, aber auch mit meiner Arbeit, meiner Tätigkeit als Autor und allem, was damit zusammenhängt. Wenn du schreiben willst, brauchst du Zeit und Ruhe. Würde ich nicht mitspielen, würde er es auch nicht. Und Lesungsreisen?« Ich lache auf, es klingt glockenhell, sogar ich kann es hören. Fuck, wann bin ich so abgebrüht geworden? »Das würde er mir niemals gestatten, wenn ich nicht zu gewissen Zugeständnissen bereit bin. Außerdem geht der Idiot davon aus, dass ich es gern auf seine Art mache. Das würde ich wetten.«

»Er kann dich nicht zwingen!«, beharrt Edward, ich überlege gerade, ob ich ihn jemals so ernsthaft gesehen habe. »Er kann dir auch nicht das Arbeiten verbieten.«

»Na ja, seiner Meinung nach kann er doch, und die Gesetze sind auf seiner Seite, außerdem hat er entsprechende Passagen im Ehevertrag aufgenommen. Vergiss es, alles, was der Mann macht, ist rechtlich wasserdicht. Er sichert sich ab.«

»Verträge können beendet werden.«

Sinnierend betrachte ich ihn durch den Rauch meiner Zigarette. »Ich bin mir da nicht so sicher, Edward.« Ich kann nur flüstern, und meine Stimme zittert ein wenig. »Und wenn sich herausstellt, dass seine Anwälte wussten, was sie tun, dann wird er mir Dawn nehmen, und das würde ich … ehrlich, das würde ich nicht überstehen.«

Auch er raucht, betrachtet mich und nickt. »All das sagst du morgen Emmett.«

»Der Antwaltskumpel?«

Ein rasches Lächeln gleitet über seine Lippen. »Ja, genau der.«

Ich nicke, versuche, mich bereits mental auf dieses Gespräch vorzubereiten.

»Wie wollen wir so schnell nach New York kommen?«

»Er kommt hierher, er schuldet mir noch was.«

Ein wenig legt sich meine Nervosität. »Kommt er ins Hotel?«

»Das fand ich keine gute Idee, wegen deines Aufpassers. Wir treffen ihn in einem Restaurant.«

»Ich soll in einem Restaurant über … meine Ehe sprechen?«

Edward winkt ab. »Wir werden ungestört sein.«

Nein, ich fragte nicht weiter nach, weil mich das nur noch nervöser machen würde. »Und … was, wenn er mich wirklich raushaut, irgendwie. Wohin soll ich mit Dawn gehen? Wie soll ich auf die Schnelle eine Wohnung finden? Auch noch eine, in die John nicht einsteigen kann?«

Lange mustert er mich. »Das droht?«

»Mit Sicherheit. Er wird ausrasten, durchdrehen, vielleicht sogar Amoklaufen. John Bloom ist genau der Typ Mann, der seine Familie lieber erschießt, als sie gehen zu lassen.«

Edward lehnt sich zurück, ich kann nur sein Profil und das Glimmen seiner Zigarette sehen.

»Das sind nur Vermutungen, die können wir vor Gericht nicht anbringen, aber sage es Emmett morgen trotzdem. Man kann nie wissen. Keine Ahnung, ist er schon mal aktenkundig geworden?«

»Was?«

»Hat er es schon mal übertrieben und ist vor Gericht gelandet? Ist er schon mal aufgefallen?«

Wieder muss ich lachen. »Und wenn, meinst du, er hätte mir davon erzählt?«

Als Edward nicht antwortet, überlege ich und schüttele dann langsam den Kopf. »Das kann ich mir nicht vorstellen, er ist sehr vorsichtig, achtet darauf, dass nichts nach draußen dringt. Okay, die Angestellten im Haus dürften das eine oder andere mitbekommen, aber die geben sich die allergrößte Mühe, nichts zu bemerken, weil sie sonst nämlich gefeuert werden.«

Wieder sieht er mich an. »Das ist interessant.«

Ich winke ab. »Vergiss es, keiner würde was sagen, die haben allesamt zu viel Schiss vor ihm, aber ganz besonders vor seinen Anwälten. Ich weiß nicht, welchen Vortrag er ihnen bei der Einstellung hält oder was er sie unterschreiben lässt, aber es muss so nachhaltig sein, dass sie ein für alle Mal kaltgestellt sind.«

Auch das nimmt Edward zur Kenntnis, er raucht seine Zigarette auf und nimmt mir meine ab, um beide zu löschen.

Dann zieht er mich herunter, sodass ich neben ihm liege, sein Blick fährt die Linien meines Körpers nach. »Ich mag die Vorstellung nicht, dass er dich fickt.«

Wie nett.

»Ich mag es nicht, dass er seinen kümmerlichen Schwanz in dir hat.«

Mit einer Hand fährt er hinab, über meinen Bauch, zwischen meine Beine, wo es schon wieder so verdammt feucht ist.

Egal was er macht, tut, sagt oder wie er schaut, er bringt mich zuverlässig auf Touren. Wenn Sex reichen würde, wenn ich noch die Alte wäre, wenn ich noch ungebunden wäre und nicht auf einmal mit rosaroten Träumen zugemüllt, dann könnte ich mit ihm glücklich werden.

Für eine Weile.

Bis er von mir genug hätte und zur nächsten ziehen würde.

So ist er und so wird er immer bleiben.

Aber selbst das kann mir gerade nicht sonderlich zusetzen, während er langsam an meiner Spalte auf und abfährt, hin und wieder ein wenig mit einem Finger in mich eindringt, während er meinen Lustpunkt verwöhnt und ich seinen Ständer an meiner Seite wachsen fühle.

Und während er mit rauer Stimme erzählt.

Als würde nichts passieren.

»Ich könnte auch nicht vertragen, wenn dich ein anderer fickt, aber bei diesem Wichser gehen bei mir alle Lichter aus. Und ich würde am liebsten in seine beschissene Burg fahren und so lange auf ihn einprügeln, bis er begriffen hat, dass er ein Arschloch ist … keine Ahnung, ob er das würde.«

Er beugt sich vor, lässt seine Zunge quälend langsam um den aufgerichteten Nippel meiner linken Brust gleiten und stöhnt leise, während sich seine Hand an meinem Intimbereich schneller bewegt.

»Ich bin süchtig nach dir«, höre ich ihn murmeln, mit dieser rauen sexy Stimme. »Und ich will dich wieder unter mir. Immer und immer wieder, weil ich weiß, dass es das ist, was du willst.«

Ich habe die Augen geschlossen, lausche eher seiner Stimme als dem, was er sagt, weil E Punkt C Punkt viel redet, wenn der Sex lang ist.

Dann schiebt er sich in mich, tut es auf diese Art, die ich bei ihm so liebe, mit einem Ruck ist er in mir, verharrt für einen Moment, blickt mich an und grinst.

»Und weil wir so verdammt geil zusammenpassen.«

Er bewegt sich kraftvoll, langsam, fast überlegt, versenkt sich immer und immer wieder in mir, treibt mich gemächlich nach oben, immer weiter und weiter und weiter, bis ich unter ihm liege und nichts mehr weiß, meinen Namen nicht kenne, für den Moment alles vergesse, meine Probleme, meinen Mann, sogar Dawn.