Hoist the Colours High

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18 Slash
Alea der Bescheidene Jean Méchant der Tambour Lasterbalk der Lästerliche Luzi das L OC (Own Character)
10.08.2019
26.02.2020
13
28676
9
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Dieses Kapitel
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Also von vorne herein weg, mir gehören hier nur die OCs. Die Jungs von SaMo, die in Wahrheit natürlich keine Piraten sind (schwerer Schock!), gehören sich selbst.

Darüber hinaus möchte ich an dieser Stelle der lieben Blackstory danken, dass ich mir sozusagen ein paar Aspekte ihrer FFs ausleihen darf und nun selber mit dem Kätzchen und dem Hund spielen darf. Und ihr werdet sehen, es wird immer mal wieder parallelen geben, aber diese Geschichte hier, nimmt einen komplett anderen Verlauf. Und wie sie das tut. Denn das Kätzchen... na ihr werdet es ja selbst sehen, hihi.

Es gibt noch etwas Wichtiges, nämlich wird es parallel zu hier der FF immer mal ein paar Kapitel in der noch kommenden Story: "Logbuch des Captains" geben. Das sind dann immer Schnipsel aus der Vergangenheit. Dazu werde ich dann aber, wenn diese Story online geht, was noch etwas dauert, mehr sagen. ^^
Ihr dürft also gespannt sein.

Hier noch ein paar Links:
die liebe Blackstory
Ihre Story: The Freedom to take what we can
Und die Fortsetzung dazu: Don't care a'bout the past

Ich wünsche euch nun vieeeel, viel Spaß beim Lesen und ich würde mich tierisch über Sternchen, Reviews und Favos freuen.
Liebe Grüße, eure Ink! :-*

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Das Schiff knarzte und ächzte im seichten Wind, der trotz herabgelassener Segel kaum dazu reichte, es voran zu bringen. Das war auch der Grund, warum nur ein einziger Mann an Deck war. Seine Aufgabe wäre es gewesen hinterm Steuerrad zu stehen und das Schiff zu steuern, doch da die dreimastige Fregatte sich kaum fortbewegte, hatte er seinen Posten schön längst verlassen. Stattdessen war er den großen Hauptmast hinaufgeklettert und er hatte es sich auf den Segeln gemütlich gemacht. Seine Beine baumelten links und rechts von dem Holzbalken herab und streiften ab und an den Stoff der mitternachtsschwarzen Segel. Seinen getreuen Dreispitz hatte er sich übers Gesicht gelegt, um den Sonnenstrahlen zu entkommen, die unbarmherzig hinab strahlten. Ein wenig warm war ihm schon, in seinem ebenfalls pechschwarzen Gewand, doch es war noch aushaltbar und immer noch besser, als am nächsten Tag mit krebsroter Haut umher zu laufen und Schmerzen zu haben.

Weit unter ihm öffnete sich eine Tür und schwere Schritt ertönten über die Holzplanken. Die Schritte schienen die Treppen herauszusteigen, doch sie blieben schließlich stehen und eine raue Stimme rief laut: „Luzi, du Taugenichts! Wo treibst du dich wieder rum, Junge?“
Der Mann auf den Segeln musste sich ein Lachen verkneifen. Es war immer eine Freude die zärtliche und überaus liebliche Stimme seines Kapitäns zu hören, wie er nach ihm rief.
„Luzi! Du steckst wieder in der Takelage, habe ich nicht Recht? Eines Tages werde ich dich noch Kielholen, Junge! Mach, dass du deinen ungewaschenen Arsch ans Steuer kriegst, du elender Leichtmatrose!“
Dieses Mal konnte Luzi sich seinen Lachanfall nicht verkneifen, während er sich aufrichtete. Er spürte regelrecht die Liebe zu ihm aufsteigen. Und sein Kapitän war heute auch mal wieder in Topform, was Beleidigungen anging. Er und Leichtmatrose, dass er nicht lachte. Seit er gehen konnte befand er sich auf einem Schiff. Seit sein Vater verhindert hatte, dass seine elendige Mutter, diese Dirne, ihn an einen Sklaventreiber verkaufte, war er auf einem Schiff zu Hause. Und nicht auf irgendeinem Schiff. Es befand sich nämlich auf der Charybdis, dem schnellsten und wendigsten Schiff, das je auf den sieben Weltmeeren gesegelt ist. Darüber hinaus war es auch das einzige Schiff, welches schwarze Segel besaß und komplett aus Ebenholz gefertigt war. Ein teures und sehr dunkles Holz. Es sollte beides einzig und alleine dem Zweck dienen, Schrecken zu verbreiten und Feinde abzuhalten. Deswegen auch der Name. So war Charybdis doch eines von zwei gewaltigen Seeungeheuern, die Stürme verursachten, Schiffe in ihren gewaltigen Magen einsaugten und sie zum Sinken brachten. Passend dazu, symbolisierte die Galionsfigur unter dem Bugsprit auch Skylla. Das zweite Ungeheuer der Tiefsee. Skylla und Charybdis waren Geschwister, die einander nicht ausstehen konnten und deswegen einander bekämpften. Oft gerieten während dieses Kampfes Schiffe zwischen die beiden Mäuler. Oft genug wurden Schiffe und ganze Flotten aber auch Opfer ihres unbändigen Hungers.
„Auch Euch einen schönen Tag, Captain“, rief Luzi vergnügt, während er sich langsam aufrichtete und streckte. Er setzte sich seinen Dreispitz mit den Rabenfedern wieder auf das Haupt und begab sich daran, auf die Füße zu kommen, wobei er auf Grund des Seegangs ein wenig auf sein Gleichgewicht achten musste. Er stolzierte den Balken ein Stück entlang und beschleunigte stetig seine Schritte.
„Wenn du runterfällst und du dir das Genick brichst, bringe ich dich um!“, erklang es von unten.
„Ist gut, Captain“, lachte er. Er lachte auch, weil es ihm gefiel, die leichte Brise die durch seine schnellen Schritte entstand. Und schnell war er. Musste er auch sein, denn sonst würde das nächste Kunststück weh tun.
Er erreichte langsam das Ende seines kleinen provisorischen Steges und er sprang kräftig ab. Die Arme warf er nach oben, um Auftrieb zu erhalten und er ergriff gekonnt und sicher eines der dicken Seile an denen er sich gekonnt herunterrutschen ließ. Würde er seine Handschuhe nicht tragen, hätte dies vermutlich sehr weh getan.

Mit einem leichten Schwung, ließ er das Seil los und landete unter Gepolter auf dem Holzdeck. Er rollte sich elegant ab, um den Aufprall zu mindern und richtete sich dann grinsend auf. Doch bevor er sich umdrehen konnte, traf ihn ein Stiefel in seinen Hintern und er stolperte zu Boden.
„Wurde aber auch verdammt nochmal Zeit, du elender Taugenichts! Wie oft habe ich es dir schon untersagt da herum zu klettern, du bist doch kein stinkender Affe, oder etwa doch? Dann müsste ich dich nämlich in einen Käfig sperren und als Attraktion vorstellen, als haarloser Affe. Dann könnte ich vielleicht sogar noch Eintritt für dich verlangen.“
„Du weißt so gut wie ich, dass Niemand einen haarlosen Affen sehen will“, grinste Luzi. Er nahm die ihm doch tatsächlich dargebotene Hand und ließ sich auf die Beine ziehen. „Und zu deiner Frage… mindestens noch einmal, wie immer Captain“, er zwinkerte.
„Pah! Räudiger Köter. So habe ich dich nicht erzogen“, doch auch seine Mundwinkel zuckten kurz verräterisch und in seinen himmelblauem Auge lag ein Funkeln. „Ich lasse dich über die Planke gehen.“
„Wie immer fühle ich mir sehr von dir geliebt, Vater“, lachte Luzi, während er sich imaginären Staub von der Hose klopfte.
„Die erhältst du, wenn du einmal das tust, was dir aufgetragen wird“, schnaubte der deutlich ältere Mann. Abgesehen von der Narbe, die über sein linkes, inzwischen milchiges Auge verlief, den Falten die sein Gesicht zierten und den grauen Strähnen in seinen Haaren, glichen sich die zwei Männer bis aufs Mark. Sie trugen sogar dasselbe Gewand, dieselben schwarzen Hosen die in schwarzen Lederstiefeln steckten. Dasselbe dunkelbraune Wams, welches noch mit einem breiten Ledergürtel in demselben Braunton fixiert wurde. In dem Gürtel steckten sein Säbel und seine getreue Pistole, die ihm schon bei so manchen Raubüberfall gute Dienste geleistet hatte. Aber dann gab es natürlich auch noch den großen Dreispitz den sie beide trugen, auch beide mit Rabenfedern. Eine Sonderanfertigung. Luzi hatte seinen erhalten, als er 18 Jahre alt geworden war. Von dem schweren und warmen schwarzen Mantel mit weißen Verzierungen hatten sie beide an diesem warmen und sonnigen Tag jedoch beide abgesehen.
„Also nie?“, grinste Luzi und er folgte seinem Vater auf den Aufbau des Hauptdecks, bis ans Steuerrad.
„Was soll ich nur mit dir machen? Du wärst schon längst Captain, wärst du nicht so faul.“
„Vater bitte… ich BIN doch quasi schon Captain. Aber ich will dich ja nicht in den Ruhestand schicken“, kicherte Luzi vergnügt. „Davon abgesehen… wo bleibt denn sonst der Spaß im Leben?“
„Der Spaß? Kapitän sein ist nicht nur Spaß, Junge“, meinte der ältere Schwarzhaarige ernst.
„Ja eben. Ich überlasse dir den langweiligen Part“, er grinste und trat schließlich wieder ans Steuerrad, wobei er sich eher mit den Unterarmen auf die Abgrenzung abstütze, anstatt sich wirklich ans Steuer zu stellen. Sein Vater blieb jedoch gerade stehen und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Du solltest nicht so leichtfertig sein, habe ich dir denn gar nichts beigebracht?“
„Du hast mir vor allem beigebracht, ich selbst zu sein und auf meine Instinkte zu hören“, er sah hinüber zu dem älteren Mann.
„Mhm…“, er hatte einen unzufriedenen Gesichtsausdruck aufgesetzt. „Ein Sturm zieht auf… ich spüre es in den Knochen.“
Das wiederrum erklärte, warum sein Vater und Captain sich überhaupt die Mühe gemacht hatte, sich aus der Kapitänskajüte ans Oberdeck zu begeben. „Es sind nicht einmal Wolken am Himmel“, er musste nicht hinaufsehen um das zu wissen.
„Manchmal… kommt das Übel von unten, Junge“, seine Stimme klang düster.
Luzi nickte nur. Er wusste genau, was das hieß. Skylla und Charybdis… sie brachten Stürme, Zerstörung und Tod, wo immer sie auftauchten. Riesige Strudel würden sich im Wasser auftun, dort wo Charybdis ihr Maul hatte. Hohe Wellen würden sich auftun, dort wo Skylla entlang schwamm. Niemand wollte in ihrem Kampf verwickelt werden, doch sie kamen oft so schnell, dass man es nicht vermeiden konnte.
„Ich werde unter Deck gehen und Johnny aufwecken. Er soll in den Ausguck gehen und uns warnen, falls er etwas sieht“, damit stieß er sich von dem Geländer ab und stellte sich wieder gerade hin. Er und sein Vater, sie waren die kleinsten und bei weitestem zierlichsten Männer auf dem Schiff und dennoch gehörten ihnen die höchsten Posten und man respektierte sie. Schließlich hatten sie beide eigenhändig gegen die ganze Besatzung einer spanischen Brig gekämpft und waren siegreich hervorgegangen. Es kam eben doch auf das Geschick und den Umgang mit Säbel und der Pistole an. Denn damit konnte man sich einen Ruf erarbeiten und was für einen sie hatten. Ihr Schiff auch.
„Dieser Leichtmatrose würde nicht mal die hängenden Brüste seiner Oma sehen, wenn er sie direkt vorm Gesicht zappeln hätte!“, schnaubte der ältere der beiden Männer. Sein Unmut war mehr als deutlich. Er mochte Johnny nicht sonderlich, nicht seitdem der Bursche ihn beim Würfelspiel abgezogen hatte. Andererseits hasste er Johnny auch nicht, was auch der einzige Grund war, weshalb er überhaupt noch auf dem Schiff und Teil der Crew war. Denn Leute, die Lennard nicht leiden konnte, die wurden am nächsten Hafen vom Schiff geworfen. Es sei denn, sie hatten sich etwas zu Schulden kommen lassen, dann setzte er sie auch schon mal auf einer einsamen Insel aus, oder warf sie über Bord. In seltenen Fällen hatte er ehemalige Mitglieder seiner Mannschaft auch Kielholen lassen, nämlich welche die einst versucht hatten, eine Meuterei gegen ihn anzuzetteln. Sie waren nicht weit gekommen und danach… waren sie jämmerlich ersoffen. Im Nachhinein eigentlich ein viel zu gnädiger Tod.
Luzi konnte nicht anders, er fing an lauthals zu lachen. Sein Vater war ein Poet direkt aus Gosse, vor allem dann, wenn er schlecht drauf war. Andererseits trug sein Vater, Lennard Laszlo der Fürchterliche seinen Beinamen nicht ohne Grund. Das ‚fürchterliche‘ bezog sich nicht nur auf seine Art, sondern eben auch auf seine poetischen Künste. Zumindest deutete Luzi das so. Die meisten Anderen, würden es wahrscheinlich nicht darauf beziehen…
„Deine Zunge wird und noch einmal ins Verderben stürzen, Vater.“
„So wie deine abenteuerlichen Ausflüge am Land, Junge. Luzifer Laszlo der schwarze Schrecken, das ich nicht lache. Der Schrecken der Ärsche von dummen und naiven Burschen wohl eher!“, er schnaubte. Und doch täuschten seine Worte, er hatte nichts gegen die Gesinnung seines Sohnes. Da gab es, in Lennards Buch, weitaus wichtigere Sachen im Leben.
„Ich bin Pirat. Was erwarten sie? Dass ich sesshaft bleibe und Fischer werde um bei ihnen zu bleiben?“, er schnaubte. „Oder NOCH schlimmer, dass ich sie mit aufs Schiff nehme? Niemals! Nicht diese Land Lubber.“ Auch er konnte fluchen, wenn er denn wollte.
„Höre meine Worte, irgendwann wirst du nicht flink genug sein, um deinen Errungenschaften zu entkommen… und entweder du wirst am Galgen baumeln und dein Leben verlieren… oder du wirst dein Herz verlieren.“ Er hatte wirklich nichts gegen die Gesinnung seines Sohnes. Wo er jedoch sehr wohl etwas gegen hatte war, wie sein Sohn seine Errungenschaften behandelte. Natürlich war er Pirat, natürlich würde er sich nicht binden. Aber das hieß nicht, dass man seine Partner wie ein billiges Spielzeug benutzte und dann wegwarf, denn irgendwann… irgendwann würde jemand kommen, der das nicht so gut wegstecken würde. Oder es würde jemand kommen, an dem Luzi wirklich interessiert wäre und der dann entweder seinen Sohn wie ein billiges Spielzeug behandeln und wegwerfen würde… oder bei dem Luzi seine Chance dann für immer verspielt hätte. Und wenn Lennard ehrlich war, dann hoffte er, dass es nicht Letzteres sein würde. Vor dem wütenden Liebhaber könnte er seinen Sohn schützen, aber nicht vor einem gebrochenen Herzen.
„Wir werden sehen“, er zuckte mit den Schultern. „Aber solange es noch nicht soweit ist, gehe ich dir einfach weiter auf die Nerven und missachte deine Befehle… na, wie klingt das?“ Lachend duckte Luzi sich unter den Arm hindurch, der sich erhoben hatte, um ihn eine saftige Schelle zu verpassen, die ohne Zweifel, seine Ohren hätte ringen lassen. Er lebte gefährlich, aber er liebte nun mal die Gefahr. Er war schließlich Pirat. Und das wäre auch nicht die erste Schelle und Tracht Prügel, die er sich kassiert hätte. Aber um seinen Vater zu stehen, er hatte jede einzelne verdient. Und hätte sein Vater diese Strafe gerade ernst genommen oder gemeint, dann hätte er sich auch nicht so einfach wegducken können. Denn entgegen der Meinung der Öffentlichkeit, war sein Vater kein grausamer Mann, sondern ein Gerechter.
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