Wolfsaugen

von Availa
KurzgeschichteMystery, Fantasy / P18
09.08.2019
15.08.2019
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Schwarze Wolken bedeckten den sonst so schönen Himmel von Himmelsrand. Ein Sturm toppte, riss alles was nicht nagelfest war hinfort, regen prasselte herab. Es wäre glatter Selbstmord jetzt draußen herumzustreifen. Doch sie brauchte futter, futter für ihre Welpen.
Sie würden es nicht länger ohne aushalten. Ihr Dunkelbraunes Fell war schwer und Nass vom Regen und ihr magerer Körper machten es ihr nicht leichter. Der Regen verwischte alle Spuren von jeglicher Beute und hören konnte sie noch weniger. Die Schnauze dicht am Boden, die Pfoten eiskalt vom schlammigen Waldboden kämpfte sie sich vor. Und dann fing sie einen schwachen hauch auf. Ihre Ohren schnellten nach vorne, und ruckartig für hier Kopf herum um die Spur wieder zu finden. Ja ! Da war eine schwache Witterung. Besser als nichts und so schnell, wie es ihr müder Körper erlaubte, jagte sie der schwachen Spur nach. Der Wind drehte. Sie verlor die Spur. Panisch lief sie im Greis. Nein! Da war sie wieder. Ihre Welpen brauchten futter ! Sie hastete der feinen Geruchsspur nach. Sie wurde stärker, sie war so nahe. Ohne auf ihren Instinkt zu hören, der ihr immer wieder sagte das sie sich einer Straße dieser Zweibeinigen Geschöpfe näherte, preschte sie aus dem Dickicht und ihre Pfoten trugen sie direkt vor ihr gejagtes Ziel.
Es war eine Kutsche. Ein umgefallener Baum hatte die Pferde und den Kutscher unter sich zerquetscht. Die teile der Kutsche lagen meterweit zerstreut auf dem Weg. Die Wölfin stand davor, ihre Nase zuckte und ihre Ohren huschten in alle Richtungen. Der Regen lies, wie durch ein Wunder nach und verwandelte sich in ein leichten Nieselregen.
Ein Wimmern drang an ihre gespitzten Ohren und vorsichtig tapte sie Richtung des Baustammes. Der Blutgeruch erfüllte ihre Nase und mit gierigen Augen sprang sie die letzen meter bis sie bei den Pferde Kadavern angekommen war. Sie fing an, große Stücke zu verschlingen, bis nichts mehr in ihren Magen passte. Sie musste dieses Fleisch ihren Jungen bringen! Sie drehte sich um und wollte wieder in den Wald rennen, als wieder dieses wimmern an ihr Ohr drang. Von neugier gepackt schlich sie auf die andere Seite des Baumes wo der große Teil des Wagens lag. Ihre Wolfsaugen enteckten eine Gestalt. Einer dieser Zweibeinigen. Wie von selbst kam ein tiefes Knurren aus ihrer Kehle, aber sie wusste das dieses Geschöpf nicht mehr in der Lage war ihr irgendwas zu tun. Die untere hälfte seines Körpers war unter dem Stamm begraben und sie lag in ihrem eigenen Blut. Aber es lebte noch. Irgendwie. Die Wölfin empfand in diesem Moment Respekt vor ihr. Das Wesen hob den Kopf in ihren Augen spiegelte sich der blanke Wahnsinn wieder. Sie streckte die Hände nach der Wölfin aus wie als wenn sie ein rettendes Seil wäre das man ihr zugeworfen hatte. Klägliche töne kamen aus ihrem Mund, schmerzvoll, die sogar fast an einen bittenden Welpen erinnerten.
Ein neues Geräusch erhaschte ihre Ohren. Der Wolfskopf fuhr ruckartig herum und fixierten eine Kiste. Sie war klein und wie durch ein wunder unversehrt. Die schrillen töne kamen von dort. Sie schlich darauf zu bis sie den Inhalt sehen konnte. Es war ein Welpe. Ein Welpe von den Zweibeinigen Geschöpfen. Es zitterte fürchterlich und sie spürte nackte Angst die das Junge hatte. Der Wölfin wurde etwas klar. Das Sterbende Wesen hatte ihre Hände nach ihrem Jungen ausgesteckt. Sie wollte es beschützen selbst in ihrem tot. Der Blick der Wölfin traf sich mit der des zweibeinigen Wesens. Es war als könnte sie es jetzt verstehen. Zwei Mütter am rande ihrer kräfte die ihre Welpen beschützen wollten. Sie schaute dem Geschöpf direkt in die blauen Augen die bittend zu ihr aufschauten und mit einem ruck steckte sie den Kopf in die Kiste, ihre Schnauze dem Jungen entgegen, packte es vorsichtig an dem dünnen Stoff in das es gewickelt war und hob es hoch. Ein letzter blick auf das sterbende Wesen. In ihren Augen konnte sie ein stummes Einverständnis lesen und ohne noch mal zu zögern verschwand die Wölfin mit dem Zweibeiner Welpen im Wald.

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