paradoxia

von -Takumi-
GeschichteDrama, Romanze / P16
Hanamiya Makoto Kiyoshi Teppei
07.08.2019
04.06.2020
4
4.195
6
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.08.2019 738
 
Von der ersten Sekunde an, in welcher der Schwarzhaarige das Zimmer betrat, wollte er nur noch weg von dort. Er erstarrte bereits an der Türschwelle, als sich der junge Mann auf dem Krankenbett sich zu ihm umwandte.

Sie beide kannten sich bereits und vor allem Hanamiya hasste seinen Gegenüber abgrundtief.

Er wollte ihn nicht sehen. Er wollte ihn nie wieder sehen, seit jenem Tag. Seit jenem Tag, an dem der Braunhaarige ihn so angesehen hatte. Seit jenem Tag, an dem etwas in ihm selbst gebrochen war.

Seit jenem Tag, an dem der Mistkerl ihn dreist angelogen hatte.
Er würde ihm nie dafür vergeben.

„Das soll wohl ein Scherz sein…“ knurrte er und wollte schon einen Schritt aus dem Zimmer machen, doch der Doktor hinter ihm – Iki-san, ein für einen Japaner erstaunlich groß gewachsener Mann in seinen frühen 30gern — sah nur amüsiert zu ihm runter, als er dabei gegen ihn stieß .

Von allen Menschen… ausgerechnet der?

„Na komm schon. Geh rein und stell dich vor. Das wird doch nicht so schwer sein“ meint der Mann hinter ihm und Hanamiya folgte seinen Worten — er hatte sowieso keine andere Wahl — doch nun war seine Laune bereits ihm Keller.

Nicht, dass sie schon unglaublich besser gewesen wäre. Nicht, dass er in den letzten Tagen jemals gute Laune gehabt hatte.

Kurzerhand biss er mit aller Gewalt die Zähne zusammen, um es nicht sofort allerlei Schimpfwörter und Beleidigungen regnen zu lassen und machte einen Schritt in das Zimmer, wenn auch langsam und immer noch widerwillig.

„Teppei, ich bringe dir einen… Kameraden. Er wird dir unter die Arme greifen und bei allem behilflich sein, aber werd mir hier ja nicht faul!“

„Keine Sorge, Iki-san“ schmunzelte Kiyoshi.

Gott, wie sehr Hanamiya ihn doch hasste. Er wollte ihn Höllenqualen leiden sehen.

Dennoch schwieg er und so breitete sich eine unangenehme Stille aus. Doch nicht nur das.

Irgendwie hatte der Schwarzhaarige ein komisches Gefühl, welches er sich nicht erklären konnte. Irgendwas war seltsam an Kiyoshi. Obwohl… das wär eigentlich nichts Neues. Kiyoshi ist nun mal komisch. Sein Charakter, seine Eigenschaften und Eigenheiten.  

Trotzdem wollte das Gefühl ihn einfach nicht verlassen.

Es wunderte ihn zumal, dass Kiyoshi überhaupt nichts zu ihm gesagt hatte, geschweige den eine bestimmte Reaktion auf ihn gezeigt gezeigt hatte. Keinen Schock über den Anblick seines neuen “Kameraden“ oder Unwohlsein konnte er auf dem Gesicht des anderen ablesen, nur ein kleines sanftes Lächeln. Und dabei verband sie beide durchaus schmerzhafte Erinnerungen – vor allem doch für Kiyoshi.

Gut, der Braunhaarige ist eine sanfte Seele. Er hätte ihm damals sogar vergeben, obwohl Hanamiya sein Bedauern ihm nur vorheuchelte. Bis zuletzt wollte er damals nicht aufhören, den anderen zu verletzen und zu provozieren; aus ihm eine Reaktion herauszubekommen, die niemand noch nie gesehen hatte. Eine Reaktion, welche Kiyoshi’s hässliche Seiten and Licht bringen sollte. Doch nichts.

Kiyoshi hatte sich noch nie allzu sehr um sich selbst gekümmert, solange es seinen Mitmenschen gut ging. Vielleicht hatte er ihm seine Taten bereits vergeben. Dies war eine Möglichkeit. Auch wenn es gerade einmal drei Jahre her war.

Nach einer Weile ergriff Kiyoshi dann schließlich das Wort. Seine braunen Irden huschten die ganze Zeit im Zimmer umher, als würde er etwas suchen, aber sein Blick blieb nirgendwo hängen, bis er etwas in die Richtung des Schwarzhaarigen sah, nur nicht in dessen Augen.

„Schön dich kennenzulernen. Mein Name ist Kiyoshi Teppei. Darf ich wissen wie du heißt?“

Unmöglich.

Nach allem was der Braunhaarige wegen dem anderen durchgemacht hatte? Das konnte nicht sein Ernst sein. Was soll das? Verarscht er ihn? Macht er sich über ihn lustig? Sieht er wie so oft schon wieder so arrogant auf ihn runter?

Seine Gedanken rasten. Er ballte bereits seine Fäuste, als er versuchte es zu verstehen.

Die Verwirrung stand ihm wohl sehr ins Gesicht geschrieben. So sehr, dass der Arzt sich schließlich zu ihm runterbeugte und ihm etwas zuflüsterte. Und als Hanamiya in die matten braunen Augen blickte, welche früher doch immer so gestrahlt hatten wurde alles klar.

Kiyoshi konnte ihn nicht sehen.













___________________________________________

Gott, ich habe ewig nicht geschrieben. Keine Ahnung warum, aber ich dachte ich versuche mich mal wieder an einer Geschichte und lade sie hoch.

Danke an dich Cutie, dass du bis hierher gelesen hast und eventuell planst die Charaktere und mich auf diesem nicht durchgeplanten, impulsiven und keine-Ahnung-in-welche-Richtung-gehenden Abenteuer zu begleiten. Wenn nicht auch gut.

Muss aber sagen, ich hab Kekse wenn du hier bleibst.
Review schreiben