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The Date

OneshotLiebesgeschichte / P12
OC (Own Character) Shawn Peter Raul Mendes
06.08.2019
06.08.2019
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Hey, da bin ich mal wieder!
Hier kommt dann doch der versprochene zweite Teil zu Fragile. Ich weiß, ziemlich spät aber besser spät als nie, oder?
Auf jeden Fall hoffe ich, dass er euch gefällt und wenn ihr wollt mir vielleicht einen klitzekleinen Review schreibt.
Dankeschön übrigens an Mallory Lara und Dream für die zwei Reviews.:)
Viel Spaß beim Lesen;)
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Wie ein Idiot grinsend, ließ ich mich von ihm mitziehen, bis mir einfiel, dass es mittlerweile kurz vor Mitternacht sein musste. Ich blieb stehen. „Ähm, Shawn?“ Fragend sah er mich an. „Ja?“, erwiderte der Sänger und legte den Kopf etwas schief.

Wieso war dieser Typ nur so unglaublich süß? Diese großen braunen Augen, mit denen er auf mich herabschaute und leicht besorgt musterte, als hätte er Angst, dass ich es mir doch anders überlegt hätte. Konzentrier dich, Lily!
„Ich denke, es ist vielleicht ein bisschen spät, um noch auszugehen, oder?“, fragte ich und spielte nervös mit einer Strähne, die sich aus meinen Zöpfen gelöst hatte. Abwesend griff Shawn nach der Strähne und strich sie mir hinter mein Ohr. Ich konnte ihn dabei nur ansehen. Von da strich er über meine Wange und ließ seine Hand kurz dort liegen, bis ihm auffiel, was er da gerade machte. Schnell zog Shawn seine Hand wieder zurück und sah mich leicht verlegen an.

„Wieviel Uhr ist es denn?“, wollte der Sänger in die Stille hinein wissen. Wir standen direkt vor dem Ausgang der Konzerthalle und es war mittlerweile stockdunkel. Ich zog mein Handy aus meiner Handtasche und sah nach. „Wir haben jetzt zehn vor zwölf“, berichtete ich. Verwirrt sah Shawn mich an. „So spät schon?“ Er klang so kindlich verwirrt, dass ich einfach lachen musste.

„Naja, du hast noch geduscht, ich habe unsere Sachen aus dem Backstage-Bereich zusammengesucht und dann hast du ja noch kurz etwas mit deinem Manager besprochen, während ich mit Kylie gequatscht und Nummern ausgetauscht habe“, zählte ich ihm die Aktivitäten der letzten Stunde auf und verstaute mein Handy wieder in meiner Tasche.

Kylie war die kleine Blondine, die Shawn vor dem Konzert hergerichtet hatte und ein wirklich freundliches Mädchen. Ein paar Minuten hatte sie mir während des Konzertes Gesellschaft geleistet, war dann aber schnell wieder verschwunden und erst wieder aufgetaucht, als Shawn duschte und ich auf ihn wartete. Sie hatte mich über meine Freundschaft zu Shawn ausgefragt, wie wir uns kennengelernt hatten, und im Gegenzug viel über die bisherige Tour und die kleinen Alltagskatastrophen erzählt. Ich mochte sie auf Anhieb.

„Dafür haben wir so lange gebraucht?“, fragte Shawn über uns und unser fehlendes Zeitgefühl schmunzelnd. „Anscheinend“ Ich zuckte mit den Schultern und gähnte. Der Tag war anstrengend gewesen. Zuerst das frühe Aufstehen um den Zug zu erwischen, dann das Wiedersehen mit Shawn und die anschließenden langen Gespräche, das wunderschöne Konzert und zu guter Letzt der Kuss und das berauschende Gefühl, doch eine Chance bei meinem besten Freund zu haben. Bei dem Gedanken an den Kuss wurde mir innerlich wieder ganz warm und die berühmten Schmetterlinge schlugen gerade Saltos in meinem Magen.

Natürlich hatte Shawn mein Gähnen gehört und lächelte mich zärtlich an. „Ich denke, Essen können wir auch im Hotel und morgen unternehmen wir dann dafür etwas zusammen. Das war für einen Tag genug Stress für dich“, schlug er vor. „Du warst doch derjenige, der gerade ein Konzert gegeben hat und nicht ich“, protestierte ich schwach. „Und das nur dank dir. Ich glaube nicht, dass ich das sonst durchgestanden hätte, wenn du mich nicht aufgebaut hättest.“ Während er das sagte, sah er mich so liebevoll an, dass ich ganz weiche Knie bekam und ihn einfach umarmen musste.

Eine Weile standen wir nur so da, bis Shawn sich etwas von mir löste und seine Hände um mein Gesicht legte. „Danke“ Und damit beugte er sich zu mir herunter und küsste mich erneut.

Ich erwiderte den Kuss sofort, schlang meine Arme um seinen Hals und versuchte so viel Gefühl, wie es ging in diesen Kuss zu legen. Viel zu früh löste Shawn sich wieder von mir und sah mir tief in die Augen. Ich konnte dort so viel Zuneigung und Zärtlichkeit lesen und zusätzlich etwas, was ich nicht genau benennen und einfach nur als Wärme beschreiben konnte. Offen sah ich zurück und hoffte, dass er in meinen Augen dieselben Dinge lesen konnte, die ich gerade fühlte. Freude, Hoffnung und tiefe Zuneigung zu ihm.

Ich konnte nicht sagen, wie lange wir uns angesehen hatte, bis wir von einem vorfahrenden Auto aus unserer Starre gerissen wurden. Der Sänger nahm meine Hand und führte mich über die Straße zum Taxi.

Shawn nannte dem Fahrer die Adresse unseres Hotels und wir stiegen hinten ein. Ich lehnte mich an die Schulter des Sängers, die in den letzten Jahren doch recht muskulös geworden war, wahrscheinlich nicht allein durch seine Auftritte, und merkte, wie sich die Müdigkeit erneut in mir breitmachte. Shawn seinerseits legte einen Arm um mich, zog mich näher an sich und drückte mir sanft einen Kuss aufs Haar. Schläfrig kuschelte ich mich an ihn und dämmerte allmählich weg.

Ich wachte von einem leichten Schütteln auf und sah mich verschlafen um. Wer rüttelte da denn so? Ich murrte unwillig und kuschelte mich wieder an die Wärmequelle neben mir. Die begann leise zu lachen und sprach leise: „Lily, wir sind angekommen, du musst aussteigen, dann kannst du auch in dein Bett und weiterschlafen.“
Ich rieb mir übers Gesicht und merkte jetzt erst, dass ich immer noch geschminkt war. Aufstöhnend stand ich dann wirklich auf und wurde von Shawn sofort wieder um die Taille gepackt, da ich immer noch nicht ganz wach war und drohte sonst wieder auf den Sitz zu sinken. Eigentlich wollte er sich von mir lösen, um mich reinzubringen, aber ich hielt ihn weiterhin fest. „Trag mich“, bat ich nuschelnd. Seufzend drehte er sich um und ging leicht in die Hocke, damit ich ihm auf den Rücken klettern konnte. Nachdem ich meine Arme um seinen Hals und meine Beine um seine Hüfte geschlungen, sowie meinen Kopf auf seine Schulter gelegt hatte, setzte er sich in Bewegung.

Er trug mich hoch ins Hotel und wollte gerade an seinem Zimmer vorbei, als ich ihn anhielt. „Kann ich nicht hier bleiben? Meine Sachen sind bei dir und ich hab keine Lust, mich mehr als nötig zu bewegen“, bat ich den Sänger verschlafen. Er drehte den Kopf leicht um mir ins Gesicht sehen zu können, nickte dann.

Shawn ließ mich runter und ich ging zuerst ins Bad, wo ich mich in Rekordzeit bettfertig machte. Mit offenen Haaren, ungeschminkt und in meinen Schlafklamotten, bestehend aus einem überdimensionalen weißen T-Shirt, das er irgendwann mal bei mir vergessen und danach nie wieder bekommen hatte, und einer schwarzen Leggings krabbelte ich ins Bett, während Shawn sich fertig machte.

Oh Mann, dieses Bett war riesig. Und so weich! Zufrieden rollte ich mich wieder ein und war schon wieder fast weggedämmert, als Shawn wiederkam und sich ebenfalls hinlegte. Stirnrunzelnd sah er mich, oder besser gesagt meine Klamotten an. „Ist das mein T-Shirt?“, wollte er verwirrt wissen. Ich nickte. „Hast du bei mir liegengelassen.“ Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, aber er sagte nichts mehr dazu.

Wir hatten schon unzählige Male im selben Bett geschlafen und doch fühlte ich mich jetzt wohler. Geborgener. Er machte das Licht aus und wünschte mir eine gute Nacht, was ich leise zurückgab.

Eine Zeit lang wälzte ich mich unschlüssig trotz meiner Müdigkeit hin und her. Eigentlich wollte ich mich nur in seinen Armen einrollen und schlafen, wie gerade eben im Taxi, doch ich traute mich nicht zu fragen und einfach an ihn kuscheln ging auch nicht. Was sollte ich jetzt machen? Denn schlafen konnte ich mit so vielen Gedanken im Kopf definitiv nicht.

„Na komm schon her“, erklang plötzlich Shawn´s leise Stimme von der anderen Betthälfte und ich konnte im Dunkeln gerade noch erkennen, wie er einladend die Arme ausbreitete. Etwas verlegen kam ich zu ihm und ließ mich in seine Arme ziehen. Leise seufzte ich und flüsterte: „Danke“ Er wisperte an meine Haare: „Nicht dafür“, und zog mich noch enger an sich.

Ich drehte mich etwas und legte vorsichtig meine Hand auf seine breite Brust, meinen Kopf an seine Schulter, und spürte, wie er seinen Kopf in meinen Haaren vergrub. Lächelnd wegen dieser kleinen Geste schloss ich die Augen und schlief endgültig ein.


Am nächsten Morgen war das Erste, was ich wahrnahm, Shawn´s gleichmäßiger Herzschlag. Irgendwie hatten wir uns im Schlaf so gedreht, dass ich fast komplett auf seiner Brust lag und unsere Beine waren hoffnungslos verknotet.

Eine Weile blieb ich noch so liegen und dämmerte vor mich hin, bis ich mich letztendlich doch entschloss aufzustehen. So vorsichtig wie möglich, entknotete ich unsere Beine und erhob mich leise. Kaum war ich aufgestanden, öffnete Shawn schläfrig seine Augen und beobachtete mich träge. Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und erklärte leise: „Ich gehe schon mal duschen. Schlaf noch ein bisschen.“

Ich suchte mir meine Sachen zusammen und betrat das Bad. Gestern Abend schon hatte ich am Rande bemerkt, dass es groß war, aber so groß hatte es im Halbdunkel nicht ausgesehen. Der Raum war komplett weiß, nur die Handtuchhalter und die Wasserhähne waren aus glänzendem Stahl.

Ich duschte mich ausgiebig und überlegte, was Shawn wohl für heute im Sinn hatte. Ein richtiges Date vielleicht? Oder doch einfach ein entspannter Tag im Hotel? Waren wir jetzt eigentlich zusammen? Dem Kuss, dem anschließenden Gespräch und dem zweiten Kuss vor der Konzerthalle nach zu urteilen wahrscheinlich schon, aber am besten fragte ich nachher nochmal nach. Subtil natürlich.

Nachdem das abgehakt war, stieg ich aus der Dusche und stand vor meinem nächsten Problem. Was sollte ich anziehen? Wenn wir doch ausgingen, sollte es nicht zu leger sein, aber wenn wir nicht gerade in ein Restaurant gingen, wäre ein Rock oder Kleid overdressed.

Letztendlich entschied ich mich für eine weiße Skinnyjeans und ein grünes Top mit V-Ausschnitt, das recht locker fiel und farblich zu meinen Augen passte. Meine Haare ließ ich einfach offen und an der Luft trocknen, wodurch sie sich noch stärker lockten als normalerweise.

Als ich aus dem Bad zurückkam, sah ich wie Shawn gerade sein Handy wieder weglegte und aufstand. Noch im Aufstehen fuhr er sich durch die Haare und machte sie dadurch noch unordentlicher. Er kam auf mich zu, nahm mich in den Arm und gab mir einen kurzen Kuss auf die Lippen. „Guten Morgen Lil“, begrüßte er mich und ging ebenfalls ins Bad.

Etwas benommen fuhr ich mir mit den Fingern über die Lippen. War das nicht eigentlich Antwort genug? So ging man doch wohl eher mit der Freundin als mit der besten Freundin um, oder?

Was hatte er denn jetzt für heute geplant? Hatte er überhaupt Zeit für mich? Eigentlich sollte er doch mit Proben oder so beschäftigt sein.

Grübelnd ging ich um das Bett herum und zog zur Ablenkung mein Buch aus meiner Reisetasche. Damit bewaffnet ging ich zu der Sitzecke unter dem riesigen Fenster und machte es mir bequem, während Shawn sich fertigmachte.

Ich versank komplett in meinem Buch und erschreckte mich tierisch, als der Sänger einen Arm um mich legte und mich mit seinem Duft umhüllte. Ich hatte nicht einmal mitbekommen, dass er fertig war, geschweige denn, dass er sich neben mich gesetzt hatte. Er lachte und zog mich an sich. „So spannend?“, fragte er. Ich nickte nur und las gebannt das Kapitel zu Ende. Schweren Herzens schloss ich das Buch und legte es beiseite. Erst als sich das als schwierig herausstellte, merkte ich, dass ich komplett an ihn gekuschelt dagesessen hatte und er mir anscheinend beim Lesen zugesehen hatte.

„Wieder zurück in der Realität?“, wollte er grinsend wissen. „Jep“ „Perfekt! Dann können wir ja jetzt los“, verkündete Shawn fast schon euphorisch und zog mich mit sich hoch. Ich konnte nicht anders und begann zu lachen. „Lachst du mich etwa aus?“, hakte der Sänger gespielt beleidigt nach. „Niemals“, versicherte ich kichernd, worauf er nur noch mehr schmollte. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen, nahm meinen ganzen Mut zusammen und küsste ihn sanft auf den niedlich schmollenden Mund. Ein bisschen überrumpelt erwiderte Shawn den Kuss, bevor er mich allerdings enger an sich ziehen konnte, löste ich ihn wieder und grinste ihn an.

„Gehen wir denn jetzt?“ Ich sah ihn so unschuldig ich konnte an. Er schüttelte nur den Kopf und nahm meine Hand, doch ich konnte das Grinsen auf seinen Lippen, sowie das Strahlen in seinen braunen Augen trotzdem sehen.

Unten angekommen, wartete schon ein Wagen auf uns und brachte uns aus der Stadt raus. „Wohin fahren wir eigentlich?“, fragte ich neugierig nach, bekam als Antwort aber nur ein geheimnisvolles Grinsen.

Wir hielten in der Nähe eines Waldes und stiegen aus. Shawn allerdings holte noch einen Korb aus dem Kofferraum, den er versuchte außerhalb meiner Reichweite zu halten, was aber nicht ganz funktionierte. Neugierig lugte ich hinein, dummerweise war der aber mit einem Tuch abgedeckt. Beleidigt sah ich zu Shawn hoch, der mich dabei anscheinend beobachtet hatte, musste dann aber doch grinsen.

Wieder nahm er meine Hand und führte mich in den Wald hinein. Kurz bevor wir um eine Kurve gehen konnten, hielt Shawn an und drehte sich zu mir um. „Augen zu, ich führe dich“, befahl er sanft.

Langsam schloss ich meine Augen und spürte, wie er zusätzlich einen Arm um meine Taille schlang, damit ich auch nicht stolperte. Ein gutes Stück weiter vorne blieben wir stehen und Shawn flüsterte fast: „Jetzt mach die Augen auf.“

Staunend sah ich mich um. Wir waren auf einer Lichtung mit einem See in der Mitte, der komplett still dalag und auf dem verteilt einige blühende Seerosen schwammen. Die Sonne schien strahlend vom Himmel und spiegelte sich im See, was diesen ebenfalls leuchten ließ. Die Bäume darum herum bildeten einen fast perfekten Kreis und schotteten diesen kleinen Ort von der Außenwelt ab, sodass er schon fast unwirklich oder magisch wirkte. Man hörte nur das leise Rascheln des Windes in den Blättern und hin und wieder den Ruf eines Vogels, der irgendwo in den umstehenden Bäumen sein Nest hatte. Wie hatte Shawn nur diesen Platz hier gefunden? In Ufernähe lag eine braune Decke im leuchtend grünen Gras ausgebreitet, auf die wir jetzt auch zusteuerten.

Nachdem wir uns hingesetzt hatten, verteilte Shawn den Inhalt seines Korbes, der aus allerlei Leckereien bestand, auf der Decke vor uns. Sowohl frisches Obst, als auch Sandwiches und Schokolade, außerdem zwei Flaschen Wasser kamen aus den Tiefen des Korbes zum Vorschein.

Nachdem alles verteilt war, drehte Shawn sich zu mir und fragte mich vorsichtig: „Gefällt es dir?“ „Soll das ein Witz sein? Noch nie hat jemand etwas so Süßes für mich gemacht. Natürlich gefällt es mir! Danke, danke, danke!“
Schon fast mit Tränen in den Augen fiel ich dem Sänger um den Hals und küsste ihn stürmisch. Meine Hände fuhren in seine Haare, während er mich an sich zog und seine eine Hand an meine Wange legte, während er den anderen Arm um meine Taille drapierte. Wir küssten uns solange, bis wir keine Luft mehr bekamen und uns wohl oder übel voneinander lösen mussten.

Er grinste mich schief an, fuhr sich durch die Haare um sie nach meinem Angriff wieder zu richten und griff dann nach einer Erdbeere und hielt sie mir hin. Eine Weile aßen wir einfach in friedlichem Schweigen. Die Sachen waren einfach köstlich, außerdem hatte ich einen riesigen Hunger, weil ich nichts gefrühstückt hatte. Shawn musste es genauso gehen, er aß zumindest mit demselben Appetit wie ich. Das Gespräch plätscherte einfach dahin, als wir über alte Schulfreunde und mein Auslandsjahr sprachen.

„Woher weißt du eigentlich von diesem wunderschönen Ort?“, fragte ich dann doch irgendwann neugierig. Er stützte sich mit einer Hand hinter seinem Rücken ab, nachdem er sich wieder ganz aufgerichtet hatte und sah mich an. „Heute Morgen, als du dich fertig gemacht hast, habe ich Kylie nach einem Ort in der Nähe gefragt, der möglichst geschützt aber irgendwo in der Natur ist. Sie ist hier in der Gegend aufgewachsen, deshalb hat sie mir direkt diese kleine Lichtung hier empfohlen und sich erboten, die Decke hier hinzulegen, weil sie so oder so hier in der Nähe wohnt. Ich hoffe, das war eine schöne Überraschung für ein Date“, erklärte er und beobachtete meine Reaktion genau. Seine Augen schimmerten hoffnungsvoll, als würde er eine Bestätigung in meinen suchen.

Ich strahlte. „Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber das ist das Süßeste, was du machen konntest und eine wunderbare Idee von Kylie. Ich bedanke mich nachher direkt bei ihr. Und natürlich, das ist das schönste Date auf dem ich je war!“ Schon allein, weil es mit dir ist, fügte ich in Gedanken hinzu.

Jetzt strahlte auch Shawn. „Na dann weiß ich ja, auf was ich beim nächsten Mal achten kann“, verkündete er und lies sich zurück nach hinten fallen.

Langsamer legte ich mich ebenfalls hin und kuschelte mich in seinen Arm, den er mir sofort um die Schulter legte. Wir zeigten uns gegenseitig Figuren, die wir in den Wolken entdeckten, wie wir es als Kinder schon unzählige Male gemacht hatten und genossen die Nähe des anderen.

Irgendwann verstummten wir und lagen einfach nur noch da und dösten vor uns hin. Ich kuschelte mich noch enger an Shawn, worauf er im Gegenzug seinen Arm noch fester um meine Schultern schloss.

Dummerweise begannen jetzt so langsam meine Gedanken wieder zu kreisen. Waren wir denn jetzt so richtig zusammen? Eigentlich sprach alles dafür. Die Küsse, das eigentlich unmöglich misszuverstehende Gespräch gestern Abend im Backstage-Bereich, die Tatsache, dass ich bei ihm im Bett geschlafen hatte, die zusätzlichen Zärtlichkeiten, auch wenn die keine Neuheiten in unserer Freundschaft waren, und schließlich dieses Date.
Ich versuchte meine Gedanken wieder abzuschalten und weiter zu genießen aber irgendwie klappte das nicht. Anscheinend hatte ich mich dabei unbewusst etwas verkrampft denn jetzt fragte Shawn nach: „Alles in Ordnung? Du wirkst so abwesend. Über was denkst du nach?“

Ich seufzte. „Kann ich dich etwas fragen?“, hakte ich vorsichtig nach. „Natürlich“, erwiderte der Sänger verwundert. Und richtete sich auf. Dabei beobachtete er mich aufmerksam.

Wie formulierte ich das jetzt am besten? Eher beiläufig oder drängend? Nein, drängend wäre abschreckend, aber beiläufig klänge so, als würde es mich nicht interessieren.

Ach scheiß drauf.

„Sind wir jetzt eigentlich zusammen?“, fragte ich geradeheraus und versuchte nicht allzu verzweifelt auf die Antwort bedacht zu wirken. Ich sah zu ihm hoch und spielte nervös mit einer Haarsträhne, während ich auf eine Antwort wartete.

Shawn allerdings sah so aus, als müsste er mit dem Lachen kämpfen. Ich boxte ihn in die Seite. „Hey, das ist nicht lustig! Ich hätte schon ganz gerne eine Antwort“, sagte ich eingeschnappt.

Er versuchte immer noch krampfhaft nicht loszulachen und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich dachte das wäre klar, als ich dich geküsst habe und fast einen Herzinfarkt bekommen habe, als du nicht reagiert hast. Wenn du mich fragst, sind wir seit gestern Abend zusammen. Natürlich nur, wenn du willst, und ich nicht etwas grundlegend falsch verstanden habe“, fügte er plötzlich verunsichert hinzu.

Ich atmete erleichtert auf. „Nein, du hast nichts falsch verstanden. Ich wollte nur noch einmal ganz sichergehen, nicht dass ich etwas Falsches angenommen habe und du mich doch nur als beste Freundin siehst“, versuchte ich meine Unsicherheit zu erklären.

„Was hältst du eigentlich von mir? Denkst du allen Ernstes, dass ich all meine weiblichen Freunde so küssen würde?“ Und um seine Worte zu unterstreichen, zog er mich wieder an sich und legte seine Lippen auf meine. Er küsste mich mit einer solchen Nachdrücklichkeit, dass alle anderen Gedanken aus meinem Kopf verschwanden und ich nur noch in diesem Moment lebte. Ich legte in diesen Kuss meine gesamte Unsicherheit aber auch mein Gefühl der Geborgenheit in seiner Nähe, in der Hoffnung, dass er dadurch besser verstand, was in mir vorging. Shawn intensivierte den Kuss und hielt mich fest an sich gepresst, bis wir beide nach Luft schnappen mussten.

Als wir wieder halbwegs zu Atem gekommen waren, grinste er mich spitzbübisch an. „Überzeugt?“ Ich lachte befreit. „Definitiv!“

Jetzt lachte auch er leise, nahm mich wieder in den Arm und sank mit mir zurück auf die Decke, wo wir weiter Wolkenbilder suchten.
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