Turbulenzen

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Boris Saalfeld Tobias Ehrlinger / Saalfeld
06.08.2019
05.09.2019
10
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Ich weiß nicht, wie es euch geht... Mir sind die beiden Jungs aus meiner vorherigen Story so sehr ans Herz gewachsen, das ich sie noch eine Weile begleiten möchte! Das große Drama wird es wohl nicht mehr geben, bleibt die Frage, ob es trotzdem interessant und spannend genug bleibt. We will see... :-)

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Es ist Ende Februar, der Himmel ist bewölkt, ein grauer, aber bisher niederschlagsfreier Tag. Zwei muskelbepackte Männer, leger gekleidet, mit einem geschäftigen Gesichtsausdruck und trotz der kühlen Temperaturen verschwitzt, schieben sich an Tobias vorbei, auf dem Weg nach draußen. Er macht einen Schritt zurück und tritt dabei rücklings gegen einen Umzugskarton. " Mensch Tobi, pass doch auf!! Da ist unser Geschirr drin! " Boris steht im Wohnzimmer, in seiner rechten Hand ein Klemmbrett mit einem akribisch ausgearbeiteten Lageplan, und weist jedem Helfer die vorgegebene Richtung, nicht ohne eine entsprechende Ansage zu Standort und Gefahrenpotential. " Ja, sorry! Und was kann ich machen? " Tobias sieht ihn mit einem Achselzucken und Schmollblick an. Sicher hätte er jetzt an der Stelle seines Mannes stehen, ihren Umzug ebenso gut vorbereiten können, doch diese Art der Planung und Organisation liegt ihm überhaupt nicht. " Du könntest dich um die Verpflegung kümmern, die Kiste mit den Brötchen steht in der Küche, der Belag liegt im Kühlschrank. " Unter ächzendem Gestöhne naht ihre Couch, die sich leider nicht in Einzelteile zerlegen ließ, und Tobias macht sich davon, an Boris vorbei, einen Kuss als Wegezoll einfordernd, in die neue offene Wohnküche mit Kochinsel. " Ähm, Boris? Ich glaub, die Geschirrkiste, die bräuchte ich jetzt und die mit dem Besteck! " Boris winkt einen gutgebauten, blonden, Mittdreißiger heran und deutet auf die gewünschten Kisten, der trägt sie scheinbar mühelos zu Tobias in die Küche und stellt sie mit einem Lächeln direkt vor ihm auf der Arbeitsplatte ab. Diese geballte Ladung Manpower irritiert ihn sichtlich und er versucht, sich auf die ihm zugeteilte Aufgabe zu konzentrieren. In einer Stunde wollen hier alle etwas essen, sich stärken für die zweite Runde, also ein ebenso wichtiger Teil, den er jetzt beitragen kann!

Boris nimmt sich das allerletzte Mettbrötchen, während Tobias noch auswählen kann zwischen Salami und Käse. Der kräftige Mann von vorhin entscheidet sich ebenfalls für ein Salamibrötchen und stellt sich direkt neben Tobias, der angelehnt an die Kochinsel, gerade genüßlich zubeißt, so daß sich ihre Schultern beinahe berühren. " Sie sind verheiratet, oder? ", eine ziemlich persönliche Frage von einem Umzugshelfer, der eigentlich dafür bezahlt wird, kommentarlos Möbel und Kisten zu schleppen. Tobias nickt und wartet gespannt auf den Nachsatz, der dieser Antwort folgen wird. " Ich hab's auch vor, also, meinem Freund einen Antrag machen. Das darf nur niemand hier wissen, kommt nicht gut unter den Kollegen! " Der blonde Typ ist noch etwas näher an Tobias herangerückt und flüstert ihm das Gesagte zu, mit einem Seitenblick auf die Anwesenden. Dieses Gefühl kennen er und Boris nur all zu gut, sich verstecken zu müssen, aus Angst vor Häme oder Ausgrenzung, obwohl seine Feuerwehrkameraden dann doch toleranter waren, als ursprünglich gedacht. " Dann wünsche ich ihnen viel Glück! " Tobias schaut ihn mit einem aufmunternden Lächeln an und beide widmen sich wieder ihren Brötchen, das Ende der Pause naht und bis heute Abend sollen zumindest die Möbel an ihrem vorgesehenen Platz stehen. Boris greift erneut zum Klemmbrett und versucht Ordnung in die aufbrechende Mannschaft zu bringen, als sein Mann ihn von hinten mit einem Arm umfasst und ihn in den Nacken küsst. Sie hatten ihr Glück gefunden, um den Erhalt in den letzten Monaten hart gekämpft, mit anhaltendem Erfolg und sind letztlich gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen, der Umzug in dieses kleine Häuschen im Stadtteil Finkenwerder als Symbol des lange herbeigesehnten Neuanfangs ihrer Beziehung. " Ich liebe dich! " Boris dreht sich etwas verwirrt um ob der spontanen Liebeserklärung, doch die strahlenden Augen seines Mannes veranlassen ihn umgehend, nicht mit Worten, sondern einem langen zärtlichen Kuss zu antworten, ohne darüber nachzudenken, was die umherlaufenden Helfer von dieser Aktion halten, schließlich verschwinden sie in ein paar Stunden in ihr eigenes Leben.

Der letzte Umzugshelfer ist verabschiedet, ausgestattet mit einem großzügigen Trinkgeld, bis auf zahlreiche unausgepackte Kartons ist alles fertig, nur den Hund müssen sie morgen noch von den ehemaligen Nachbarn ihrer Wohnung in Eppendorf abholen, Schlüsselübergabe ist dann Ende der nächsten Woche und damit ein weiteres Kapitel ihres gemeinsamen Lebens beendet. Tobias macht es sich auf der Couch bequem, während Boris sein geliebtes Olivenbäumchen vor der Terrassentür platziert, draußen drohen noch Nachtfröste und das würde es mit Sicherheit nicht überleben. Sie dürfen nun auch einen kleinen Garten ihr eigen nennen, etwas, das Boris schon begeistert hat Pläne schmieden lassen. Tobias interessiert sich hingegen für Blumen und Ziersträucher eher weniger, war dies doch in einem Landwirtschaftsbetrieb wie dem Hof seiner Eltern stets zweitrangig. " Und womit stoßen wir jetzt an auf unser neues Zuhause? Bier oder Sekt? " Boris geht kopfschüttelnd in den Flur und kommt mit einer Flasche Rotwein wieder, er öffnet diese und sucht zwei Trinkgläser in einem der Kartons. " Haben wir beides nicht, aber dieser gute Tropfen hier, der tut es auch! Er füllt die einzig auffindbaren Wassergläser, reicht seinem Mann eines und setzt sich zu ihm auf die Couch. " Meinst du, dein Vater ist noch sauer wegen dem Verkauf? " Sie stoßen an und nehmen einen Schluck. " Ich denke nicht! Schließlich hat er uns die Wohnung überschrieben und wir können damit tun, was uns gefällt. Aber den Grund für einen Wechsel, das wir uns angeblich mit den anderen Eigentümern zerstritten haben, den hat er nicht geglaubt, das war eindeutig!! Aber was soll's, er muß nicht alles wissen und unterstützt bei der Zwischenfinanzierung hat er uns ja trotzdem! " Nun ist es also geschafft, alle finanziellen Angelegenheiten sind geregelt, der Umzug ist weitestgehend überstanden, es wird Zeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen! Doch erstmal genießen beide die Ruhe, den gehaltvollen Rotwein und die restlichen Brötchen.

Nur wenig später lässt Boris die Rolläden herunter, löscht das Licht und beide gehen hinauf in ihr neues Schlafzimmer. Während Tobias erst noch kurz im Bad verschwindet, lässt sein Mann sich erschöpft auf das Bett fallen, schließt die Augen und versucht herauszufinden, ob sich irgendein Unterschied zu vorher feststellen lässt, die Hand, die ihm wenig später über die Wange streichelt und der Mund, der ihn liebevoll küsst, sind jedenfalls dieselben! " Ich warte...auf den Lohn meines anstrengenden Engagements... " Boris schlägt die Augen auf und sieht in Tobias Gesicht, der sich grinsend und mit fragendem Blick über ihn beugt. " Bitte was, die paar Brötchen, die du geschmiert hast?!! Nicht dein Ernst! Wer hier wohl was verdient hat! " Die Ansage war nicht wirklich ernst gemeint, eher eine Probe, ob Boris nach diesem Tag noch bereit ist für ein wenig Ausgleich. Tobias, selbst nur noch in Shirt und Unterhose, schiebt seinen Hände unter Boris' Pullover, streichelt ihm sanft über Bauch und Brust, um das überflüssige Kleidungsstück anschließend über dessen Kopf zu ziehen, während Boris unterstützend seine Arme nach oben ablegt. Es folgt ein Kuss nach dem andern, weich und dennoch begierig, von den Lippen, über den Hals, die empfindlichen Brustwarzen bis hinab zum Hosenbund, ein Schauer geht durch Boris' Körper, hinterlässt deutliche Spuren auf seiner Haut. Tobias macht sich ungeduldig daran, seinen Mann von den übrigen Dingen zu befreien, bis er vollkommen nackt vor ihm liegt, legt sich selbst daneben und gibt ihm mit einem kurzen Stupser zu verstehen, das er sich ebenfalls auf die Seite rollen soll. Tobias rückt nah an ihn heran, küsst seinen Nacken und die Schulter, während er mit der freien Hand über Boris Pobacken streicht und seinen Oberschenkel nach vorne drückt, so daß er das obenliegende Bein anwinkelt. Der Weg ist frei und ein zärtliches massieren der Hoden lässt Boris' Errektion schnell  zunehmen, Tobias schiebt seine Hand noch ein wenig weiter vor, fährt ihm über den Penisschaft mit zunehmendem Druck bis hinauf zur Eichel, nimmt dort den Lusttropfen auf, verteilt ihn sanft mit seinem Finger, um dann mit der ganzen Hand wieder nach unten zu gleiten. Nun stöhnt Boris laut auf, versucht ihm, in der Bewegung entgegen zu kommen, Tobias Hand erhöht den Druck und den Rhythmus, bis sich Boris den Unausweichlichen unter einem dumpfen Aufschrei ergibt. Nach ein paar Sekunden der Besinnung dreht er sich zu Tobias um, der jedoch bereits auf dem Rücken liegt, um sich selbst bei halb heruntergezogener Hose und mit schnellen Bewegungen dem Orgasmus näher zu bringen, ein immer noch ungewohnter, aber überaus erregender Anblick. Schließlich ist auch sein Mann soweit und gibt sich mit einem tiefen Aufstöhnen dem erlösenden Höhepunkt hin. Boris küsst Tobias, streicht ihm durch seine wundervollen Haare und legt sich auf ihn, um diesen Körper in seiner vollen Gänze zu spüren, sich mit weiteren Küssen für diese Aktion zu bedanken. " Ich liebe dich auch, so wahnsinnig, das ich manchmal gar nicht weiß, wohin damit! Aber jetzt sollten wir beide kurz unter die Dusche springen und dann schlafen, morgen gibt es noch viel zu tun! "

Ein monotoner Piepton erschleicht sich seine Aufmerksamkeit, Tobias schlägt die Augen auf und versucht in der Dämmerung zu erkennen, ob sein Mann noch neben ihm weilt, doch Fehlanzeige. Er stellt den Alarm ab, angelt nach seiner Gehhilfe und verlässt ihr Schlafzimmer in Richtung Flur, in dem Moment kommt Boris aus dem Bad. " Hey, Guten Morgen. Warum machst du kein Licht an ? " Er gibt seinem Mann einen langen Kuss, wartet vor dem Bad auf ihn, um dann gemeinsam nach unten zu gehen, fällt Tobias das Treppensteigen mit seiner Hilfe doch wesentlich leichter. Nebenan befindet sich noch ein weiteres, kleines Zimmer, in dem bisher, außer einem metallenen Tagesbett nichts steht. Die Vorbesitzer des Hauses hatten ihren gesamten Hausstand aufgelöst, um nach Kalifornien auszuwandern, und sie durften sich vorab einige Möbelstücke auswählen. Tobias hatte sich für dieses, etwas verspielte Bett entschieden, ohne zu erwähnen, warum! " Was fangen wir eigentlich mit dem Zimmer an? " Tobias zuckt mit den Schultern, grinst verlegen und legt den Arm um seinen Mann. " Keine Ahnung, vielleicht ein Gästezimmer... ? " Sollte das ein versteckter Hinweis sein auf eine bisher unausgesprochene Familienplanung, so weit das in ihrem Fall möglich ist. Boris schüttelt den Gedanken ab, bisher hatte er über etwaige Optionen nicht ernsthaft nachgedacht und Tobias hatte sich diesbezüglich noch nie geäußert. Er gibt seinem Mann einen Kuss auf die Wange und beide machen sich Arm in Arm auf den Weg nach unten, in freudiger Erwartung eines energieweckenden Cafe Grande.
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